Was war los im Haus der Senioren

Programm des Café Alzheimer für das 1. Halbjahr 2018

Cloppenburg - Peter Maisel - Januar 2018

Das Programm des Café Alzheimer für die Monate Januar bis Juni 2018 ist fertig gestellt und liegt als Flyer im Haus der Senioren in der Geschwister-Scholl-Straße 15 aus.

Jeweils am ersten Dienstag im Monat werden verschiedene Veranstaltungen angeboten.

Den Beginn machte am 2. Januar das traditionelle Kohlessen.

Am 6. Februar stellt Theresia Ostrowski, Leiterin des Seniorenbüros, sich und ihre Arbeit im Haus der Senioren den Besuchern vor. Ebenso wird Petra Lübbers, die Mitarbeiterin des Landkreises Cloppenburg ist und zur Zeit ihr Büro im Haus der Senioren hat, über ihre Tätigkeit die Besucher unterrichten.

Das Thema "Biographie-Arbeit" wird am 6.März und am 3. April betrieben, wenn es heißt "Hochtied". Bei den gezeigten Fotos von Hochzeitsbräuchen in früheren Jahren werden sicherlich bei manchen Besuchern Erinnerungen an die eigene Hochzeit wachgerufen.

Über "Basale Stimulation" informiert Gisela Gärtner, Leiterin des Café Alzheimer, am 15. Mai. Sie wird aufzeigen, wie wichtig es ist, dass unsere Sinne, über die wir unsere Umgebung und Informationen wahrnehmen, ständig neue Reize erfahren müssen, damit sie nicht verarmen. Dabei wird sie besonders Besuchern, die dementiell erkrankte Personen betreuen, wertvolle Tipps geben können.

Am 15. Juni wird dann ein "besonderer" Garten in der Stadt besucht.

Daneben finden kleine Treffen jeweils am dritten Dienstag im Monat statt. Sie dienen unter anderem dem Erfahrungsaustausch über anstehende Probleme und dem Klönschnack in gemütlicher Atmosphäre.

Interessierte Besucher können weitere Informationen telefonisch im Seniorenbüro während der Bürozeiten Mo.-Fr. von 9-12 Uhr erfahren unter der Nummer: 04471/87688. Auch im Internet wird der Flyer veröffentlicht. Zugang gibt es über die Adresse: www.senioren-clp.de. 

Der Mann für das "Netz"

Cloppenburg -Hans-Karl Jäger - Dezember 2017

Rudolf Lux gestaltet die Webseite der Senioren.

Seit 27 Jahren gibt es in Cloppenburg das "Haus der Senioren", in dem Männer und Frauen in ihrer nachberuflichen Phase in Gruppen körperlich wie auch geistigen Aktivitäten nachgehen. Wer sich informieren möchte, der sollte die Webseite (Homepage) des Hauses "www.senioren-clp.de" an klicken.

Diese Seite wird seit dreieinhalb Jahren von Rudolf Lux in ehrenamtlicher Arbeit gestaltet und laufend aktualisiert. Das bedeutet, dass Lux ständig Augen und Ohren offenhalten und Kontakt zum Seniorenbüro halten muss. Zudem arbeitet er aktiv in der Seniorenredaktion des Hauses mit, die einmal im Monat tagt, um Veröffentlichungen durch Wort und Bild in der Münsterländischen Tageszeitung vorzubereiten.

                                                                                           Da geht es lang!                              Foto: Derk van Groningen        Die Webseite für das Haus der Senioren informiert darüber - übersichtlich gegliedert und umfassend erläutert - was, wann, wo und wie an welchen Tagen angeboten wird. Man erfährt auch, welche Personen zu welchen Zeiten zu Auskünften bereitstehen. Ein Blick auf die Webseite lohnt sich also, ein Besuch im Haus der Senioren an der Geschwister-Scholl-Strasse 15 aber auch.

Schüler-Praktikanten im Haus der Senioren

Cloppenburg- Mechtild Ottenjann - Dezember 2017

Sorab Nuri (S) und Beriwan Berisik (B), beide Schüler der 7. Klasse der Marienschule in Cloppenburg, absolvierten ein 20-stündiges Sozialpraktikum im Haus der Senioren. Beide stellten sich einem Interview und berichteten von ihren Erfahrungen.

Hallo, ihr seid beide 12 Jahre alt. Wie seid ihr ausgerechnet darauf gekommen, euer Sozialpraktikum im Haus der Senioren zu machen – mit Menschen, die 60 oder mehr Jahre älter sind als ihr?

S:Es war meine Idee. Meine Mama kannte das Haus der Senioren und hat gesagt, das sich da mal hingehen solle.

B:Ich kannte es nicht, aber von der Schule gab es verschiedene Adressen, bei denen wir uns bewerben konnten. Und gute Bekannte haben mir gesagt, dass ich zum Haus der Senioren gehen solle.
Wie war dann der erste Tag für euch? Hattet ihr ein wenig Angst?

B:Am ersten Tag mussten wir zum Bildungswerk.
S:Es war schon ein bisschen komisch. Wir wussten gar nicht, was wir denn machen sollten. Wir kannten die Leute ja alle nicht. Und was habt ihr dann gemacht?

B:Ich war jeden Freitag für zwei Stunden in der Spielegruppe.

S:Ich habe zweimal am Computer-Kurs teilgenommen (findet nur alle 14 Tage statt).Dann durfte ich auch beim Bürodienst dabei sein und ein wenig helfen. Und bei „Mobil im Alter“ habe ich mitgemacht. Auch einen Zauberkurs bei Prof. Tebel habe ich besucht. Das war sehr lustig.

Wie waren denn die Menschen, denen ihr begegnet seid?

B:Alle Leute waren sehr nett zu mir. Sie haben mich gefragt, woher ich komme. Und ich fand es lustig mit ihnen zu spielen. Meistens haben wir Kartenspiele gemacht.

S:Auch zu mir waren alle nett. Ich habe viel gelernt. Aber die Leute haben mich auch um Hilfe gebeten. Wir haben zu Hause auch einen Computer. Ich möchte noch Power Point lernen.

Versteht ihr immer, was die Leute zu euch sagen?

Beide:Nein. Sie sprechen manchmal auch Plattdeutsch untereinander. Dann verstehen wir nichts.

Hat euch das Sozialpraktikum Spaß gemacht?

Beide begeistert: Jaaaaaaaa!

Was für einSozialpraktikum haben denn die anderen Kinder gemacht?

B:Manche sind z.B. im Kindergarten.

S:Einer ist beim Fußballverein.

Und? Wäre das nicht viel lustiger für Dich?

S(spontan und mit Nachdruck): Nein! Ich finde es hier viel besser!

Eine Frage zum Abschluss: Alle Kinder freuen sich auf Weihnachten. Wie ist das bei euch?

S:Ich komme aus Afghanistan und bin Moslem. Wir haben das Zuckerfest. Aber ich war schon zweimal bei der Nikolausfeier im Dorfkrug (des Museumsdorfes). Das war ganz toll.

B.Ich bin Kurdin. Wir sind Jesiden und feiern auch nicht Weihnachten.

Beide: Aber wenn alle hier Weihnachten feiern, werden wir wohl auch ein wenig feiern!

Exotische Früchte im Frühstückstreff

Cloppenburg- Peter Maisel - Dezember 2017

Um exotische Früchte, ihr Herkunftsland und die Zubereitung für den Genuss, ging es im Frühstückstreff im Haus der Senioren in der Geschwister-Scholl-Straße 15. Ernährungsberaterin Irene Oehl hatte für ihre Demonstrationen einen prallgefüllten Korb mitgebracht. In humorvoller Weise stellte sie dann die Früchte vor und brachte mit Bezeichnungen wie "Speise der Götter" für den Granatapfel und "Drachenfrucht" für die Pitaya die Besucher zum Schmunzeln. Ebenso nannte sie Begriffe wie "Götterpflaume" für die Kaki-Frucht und "Butter des Waldes" für die Avokado. Diese soll nach Internetberichten als "Cocktail-Avokado" steinlos sein, damit es beim Aufschneiden keine Verletzungen mehr gibt.
                          Weintrauben vor dem Verzehr stets heiß abwaschen.

Dazwischen gab Oehl auch gesundheitliche Hinweise zum Verzehr. So solle unter anderem die Litschi nicht vor dem Frühstück gegessen werden, da sie den Blutzucker stark senkt. Trockenfrüchte sollten von Diabetikern gemieden und Weintrauben immer vor dem Genuss heiß abgewaschen werden. Die unterschiedlichen Geschmäcker der Gäste zeigten sich deutlich bei der Reaktion auf die angebotenen Proben. "Exotische Früchte gibt es bei uns nur im Winter, da es in deren Heimatländern dann Sommer ist und sie reifen können", eröffnete die Referentin ihre interessanten Ausführungen. Den Reigen der vorgestellten Früchte eröffnete die "Litschi", eine ganz edle Frucht aus China, die in früheren Jahrhunderten von wohlhabenden Bürgern für die Bezahlung von Steuern verwendet wurde. Da die "Feige" in Deutschland ökologisch angebaut wird, ist sie die einzige Frucht, die ganzjährig zum Verkauf angeboten werden kann. Die Avokado besteht zu 20% aus Fett und dient als Brotaufstrich, erfuhren die Besucher. Die "Mango", ein Import aus Brasilien, muss wegen der Empfindlichkeit von Hand gepflückt werden und reift während des Transportes nach.

                               Die Papaya wurde von Seefahrern in Europa eingeführt.

In Zentralamerika wächst der Melonenbaum, dessen Frucht die "Papaya" ist. Über Seefahrer wurde sie in Europa eingeführt. Stoßsicher verpackt in einem weichen Netz präsentierte die Referentin die "Nashi"-Birne, auch Japan- oder China-Birne genannt. Bis zu 2 kg schwer kann die "Pomelo" werden, eine Züchtung aus Pampelmuse und Grapefruit. Ihre Bitterstoffe sind gut für die Galle und damit für die Verdauung, hörten die Besucher. "Physalis" auch Kapstachelbeere genannt, wird auch bei uns angebaut und als Obst- und Gemüsepflanze oder zu Dekorationszwecken verwendet. "Wir kaufen die "Exoten", weil wir meinen, dass sie viele Vitamine und Mineralien enthalten. Sie sind jedoch keine Konkurrenz für unsere heimischen Früchte", so Irene Oehl in ihrem Schlusswort.

Alexander Rolfes sprach im Frühstückstreff

Cloppenburg - Mechtild Ottenjann - November 2017 „Die Zeit wartet nicht auf Dich!“ unter diesem Motto bereitete Alexander Rolfes von der Kath. Akademie in Stapelfeld den zahlreich erschienenen ZuhörerInnen im Haus der Senioren einen vergnüglichen Vormittag. Er begann mit einer provokanten Frage „Kennen Sie das Wort Zeitmanagement? Meine Oma kannte dieses Wort nicht.“ Trotzdem war natürlich auch ihre Zeit verplant, so berichtete der Referent. Überhaupt: „die gute alte Zeit“ und „früher war alles besser“ – seien das nicht alles in der Erinnerung verklärte Begriffe? Die elektronischen Medien (wie Handy oder Tablet) würden uns sogar heute helfen, Zeit einzusparen, aber was würden wir denn mit der „gesparten Zeit“ anfangen? Und wie können wir uns bewusst Zeit nehmen? Fragen wie „Wofür habe ich immer Zeit?“ oder „Wofür hätte ich gerne mehr Zeit?“ oder „Was halte ich für Zeitverschwendung?“ stellte der Referent zur Diskussion. Letztendlich seien wir die Gestalter unserer Zeit. Wir sollten nicht immer im Voraus denken: „Du musst mehr hier und jetzt leben!“ – „Wenn ich gehe, dann gehe ich; wenn ich stehe, dann stehe ich; wenn ich laufe, dann laufe ich!“ d.h. gedanklich im Jetzt bleiben, nicht an Vergangenes denken oder Zukünftiges bedenken, das sei ein besserer Umgang mit der Zeit, meinte Herr Rolfes. Natürlich prägten die Jahreszeiten unser Empfinden – Advent, Weihnachten, Ostern, Frühling, Sommer, Herbst und Winter – aber man sollte sich immer wieder Zeit nehmen für die wichtigen Dinge im Leben, vielleicht auch einmal eine Aus-Zeit in Langeweile!? Zum Abschluss zitierte Herr Rolfes Heinrich Bölls „Anekdote zur Senkung der Arbeitsmoral“ – mit der er eine nachdenkliche Zuhörerschaft in den Tag und in die kommende adventliche Zeit entließ.

Ehrenamtliche Mitarbeiterinnen gesucht

Cloppenburg - Peter Maisel - November 2017

Wenn im Haus der Senioren jeweils am 1. und 3. Dienstag im Monat um 9.15 Uhr die Besucher sich zum Frühstückstreff einfinden, sind hinter den Kulissen, sprich in der Küche des Hauses, schon längere Zeit ehrenamtliche Mitarbeiterinnen damit beschäftigt, alles für das gemeinsame Frühstück vorzubereiten.

Anni Otten organisiert den Treff, den es seit 1994 gibt, seit 2003. Ihr stehen "Gute Geister" zur Seite, die sich die verschiedenen Aufgabenbereiche teilen. Dabei spielt der Einkauf der benötigten Esswaren eine große Rolle. Wichtig ist ebenso das Eindecken und die Dekoration der Tische für ein gemütliches Frühstück, damit sich die Besucher wohl fühlen können.

Meistens wartet auch noch ein kleines "Leckerli" auf die Gäste, die sich bei dem eingespielten Team für die Arbeit stets mit viel Applaus und netten Worten bedanken.

Es kommt aber die Zeit, wo das Alter, private Verpflichtungen oder die Gesundheit einem Ehrenamtlichen die weitere Tätigkeit im Team nicht mehr möglich machen. In dieser Situation befindet sich gerade der Frühstückstreff. Durch den krankheitsbedingten Ausfall einer Mitarbeiterin ist die Handlungsfähigkeit des Teams stark beeinträchtigt. Das könnte auf Dauer dazu führen, dass die Ausgabe eines Frühstücks nicht mehr bzw. nur noch einmal im Monat möglich ist.

Um dem vorzubeugen, werden Frauen gesucht, die an einer Mitarbeit Interesse hätten und ihre Arbeitskraft ehrenamtlich zur Verfügung stellen möchten. Sie können das derzeitige Team bei einem Besuch kennen lernen und sich über die Art der Arbeit, die Arbeitszeit und die Aufgabenverteilung informieren.

Weitere Informationen sind im Seniorenbüro während der Bürozeiten montags bis freitags von 9 - 12 Uhr unter der Telefonnummer 04471/87688 erhältlich.

Der nächste Frühstückstreff lädt am Dienstag, 5. Dezember, zum Besuch ein. An diesem Vormittag beschäftigt sich Ernährungsmittelberaterin Irene Oehl mit "Exotischen Früchten". Teilnehmer am Frühstück müssen sich bei Anni Otten, Telefon 04471/884305 anmelden.

Erich Behlau geehrt

Cloppenburg - Peter Maisel - November 2017

Mit Freude registrierten die Ehrenamtlichen im Haus der Senioren und die ehemaligen Mitglieder der Arbeitsgemeinschaft "Flucht und Vertreibung" die Verleihung der Andreas-Medaille an Erich Behlau. Sie wurde ihm von den beiden Organisationen Ermlandfamilie Deutschland und Ermländische Priesterbruderschaft verliehen. Die Münsterländische Tageszeitung berichtete darüber in ihrer Ausgabe vom 18. Oktober.

Der Geehrte war zusammen mit Alfred Hirsch Leiter der Arbeitsgemeinschaft,  die 1997 von Heinz Strickmann ins Leben gerufen wurde. Die Gruppe beschäftigte sich mit den verlorenen ostdeutschen Heimatgebieten und erstellte Schau-   und Texttafeln über das Sudetenland, Ober- und Niederschlesien, Hinterpommern sowie Ost- und Westpreußen.

Von 1999 bis 2001 wurden diese Schautafeln in verschiedenen Ausstellungen im Bildungswerk, im Heimatmuseum Quakenbrück, im Haus der Senioren sowie im Rathaus Lastrup und im Kreishaus Vechta gezeigt. Mit einem Erlebnisbuch, betitelt "Gedemütigt-Verachtet-Vertrieben/neue Heimat im Oldenburger Münsterland", trat die Gruppe im Jahre 2001 an die Öffentlichkeit.

Nach dem Ausscheiden von Alfred Hirsch trafen sich die Mitglieder der Gruppe monatlich im Haus der Senioren unter der Leitung von Erich Behlau bis die Gruppe im Jahr 2010 aufgelöst wurde.

Die jahrelangen Bemühungen der Mitglieder der Arbeitsgemeinschaft um eine Gedenktafel für die Opfer unter den Flüchtlingen und Vertriebenen aus den deutschen Ostgebieten wurden im Jahre 2008 belohnt.

Am Haus Bley in der Mühlenstraße konnten Bürgermeister Dr. Wolfgang Wiese und Erich Behlau in Anwesenheit von Mitgliedern der Arbeitsgemeinschaft und Interessenten aus der Bevölkerung die ersehnte Gedenktafel enthüllen.                                                                                   Foto: Doris Jäger

Ursula Willenborg gern gesehener Gast im "Café Alzheimer"

Cloppenburg - Peter Maisel - November 2017

Ursula Willenborg, Krankenhaus-Seelsorgerin im St.-Josefs-Hospital, war zum wiederholten Mal Gast beim Café Alzheimer im Haus der Senioren. Sie beschäftigte sich dieses Mal mit dem Thema "Hoffnung über den Tod hinaus".

In ihren Vorbereitungen zu dem Thema kamen ihr die Fragen in den Sinn, die sie sich immer wieder stellen muss: "Wie gehe ich mit dem todkranken Menschen, deren Angehörigen und auch nach dem Tod mit den Hinterbliebenen" um?
An diesem Tag entdeckte sie einen bunten Schmetterling, den sie für tot hielt. Er flatterte bei Berührung auf und davon. Für sie ist der Schmetterling ein Zeichen der Auferstehung. Ein Zeichen, dass mit dem Tod nicht alles zu Ende ist bzw. sein kann, sondern dass es weitergeht.

Zum Einstieg las die Seelsorgerin die Geschichte von einem 10-jährigen todkranken Jungen "Oskar", der nicht an Gott glaubt, vor. Oskar hat noch 12 Tage zu leben, und die Eltern haben Angst vor der Krankheit und davor, ihm vom kommenden Tod sagen zu müssen.

Eine ältere Dame vom Besuchsdienst, die der Junge wegen ihrer rosa Kleidung "Oma Rosa" nennt, findet Kontakt zu dem Knaben und lebt mit ihm die letzten Lebenstage. "Stell dir vor, jeder Tag ist 10 Jahre lang, dann hast du noch 120 Jahre zu leben", so Oma Rosa.

Oma Rosa bewegt Oskar dazu, an Gott zu schreiben, wer er ist und wie es ihm geht. Das führt schließlich dazu, dass der Junge an ihn zu glauben beginnt. Nachdem sich Oskar auch mit den Eltern ausgesprochen hat, findet er seinen Frieden.

Nach dieser bewegenden Geschichte wurde über die Fragen "Muss ich einem Todkranken sagen, dass er bald sterben wird"? "Wie sage ich es ihm"? "Merkt er es denn nicht selbst"? gesprochen. Dabei konnten einige Besucher aus eigener Erfahrung im Umgang mit den angesprochenen Fragen und wie sie diese versucht haben zu lösen, berichten.

"Mit dem Kranken über den Tod sprechen sollte man nur, wenn er signalisiert, dass er es möchte. In den meisten Fällen merkt er selbst, wann der Abschied gekommen ist,  nach dem Sterben sieht man häufig die Erlösung im Gesicht, “ so Ursula Willenborg.

Zum Schmunzeln regte die Besucher die Aussage ihrer Großmutter an: "Ich glaube, dass  wir nach dem Tod weiterleben, und wenn nicht,  dann kriege ich es ja nicht mehr mit."

Kleine Reise in die Vergangenheit der Landwirtschaft

Cloppenburg - Peter Maisel - Oktober 2017

Die letzte "Kleine Reise in die Vergangenheit" in diesem Jahr führte die Besucher in die Dr. Helmut Ottenjann-Halle im Museumsdorf. Sie beherbergt eine Dauerausstellung von Dampfmaschinen und Traktoren.

Museumsdorf, Bildungswerk und Café Alzheimer im Haus der Senioren führen die Veranstaltung gemeinsam durch. Die Besucherzahlen, mit steigender Tendenz, zeigen die Beliebtheit der Veranstaltung, die besonders auch dementiell erkrankten Menschen viel Freude bereitet.

"Diese Ausstellung zeigt eine außergewöhnliche Sammlung an landwirtschaftlichen Maschinen und Geräten aus der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts", erklärte Gästeführerin Ursula Moormann, die die Besuchergruppe willkommen hieß und durch die Ausstellung führte.

Bei einem Rundgang lernten die Besucher zum einen die Lebensumstände der vorindustriellen ländlichen Gesellschaft kennen. Zum anderen gewannen sie aber auch Einblicke in die Zeit, in der das Leben der Bevölkerung zunehmend von der Mechanisierung bestimmt wurde.

"Während um 1890 in unserer Region die Landwirtschaft noch Arbeitgeber für etwa die Hälfte der Bevölkerung war, gilt dies heute jedoch nur noch für circa 3 Prozent der Einwohner", so die Gästeführerin. "Das bedeutet allerdings auch, dass mit der Technik die Arbeitslosigkeit in der Landwirtschaft eigezogen ist", fuhr sie in ihren Ausführungen fort.

Besondere Aufmerksamkeit richteten die Besucher auf den eisenbereiften Lanz-Bulldog, einen Mähbinder und eine alte Dreschmaschine, in der eine Katze ihr Ende gefunden hatte, deren Skelett ausgestellt ist.

Nach der interessanten und lehrreichen Führung wurden bei einer gemütlichen Kaffeetafel die Eindrücke verarbeitet und in kleinen Gruppen über die Informationen gesprochen.

"Im nächsten Jahr werden wir diese Veranstaltungsreihe mit ihnen fortsetzen", versprach Museumspädagogin Maria Thien den Besuchern zum Abschied, und erntete dafür viel Beifall.

 

Fotos: Peter Maisel

Zu Besuch im Sonntagstreff im Haus der Senioren

Cloppenburg - Peter Maisel - Oktober 2017

Einige unterhaltsame Stunden bei Kaffee und Kuchen erleben am letzten Sonntag im Monat im Haus der Senioren die Besucher des Sonntagstreffs unter der Leitung von Traute Haseborg.

Die Besucher lieben die monatlichen Zusammenkünfte, „denn es gibt immer etwas zu erzählen. Falls doch einmal der Gesprächsstoff ausgehen sollte, greifen wir zu Brett- und Kartenspielen oder vertreiben uns die Zeit mit Gesang“, so die erfragte Meinung.

Besonders die „Geburtstagskinder“ freuen sich immer auf das Treffen, denn sie wissen, dass auf sie stets eine kleine Überraschung wartet. Dazu darf natürlich das Geburtstagsständchen nicht fehlen.

Die Weihnachtsfeier ist nur eine von besonderen „Feiertagen“ oder Jahreszeiten, an denen ein festlich gedeckter Tisch den Anwesenden ein Gefühl der Zusammengehörigkeit und Geborgenheit vermittelt.

Dabei erinnert man sich gern an diejenigen Teilnehmer, mit denen in den Jahren zum Teil Freundschaft geschlossen wurde; die aber aus den unterschiedlichsten Gründen an den Zusammenkünften nicht mehr teilnehmen können.                                                                                        Foto: Derk van Groningen

Seniorenredaktion im Haus der Senioren sucht "Textschreiber"

Cloppenburg - Peter Maisel - Oktober 2017

Die Sonderseite "Von Senioren für Senioren" in der Münsterländischen Tageszeitung erscheint immer am letzten Samstag im Monat. Die Leserinnen und Leser werden über das vielfältige Angebot an Veranstaltungen im Haus der Senioren, Geschwister-Scholl-Straße 15, informiert.

Ins Leben gerufen wurde die Seite 1994 von Heinz Strickmann, Mitarbeiter der Tageszeitung. Seit dieser Zeit berichtet eine Gruppe von ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern aus dem Haus der Senioren als "Seniorenredaktion" in Wort und Bild über die Veranstaltungen des vergangenen Monats und kündigt die Veranstaltungen des kommenden Monats an.

Von besonderem Interesse sind dabei für die Leser auch die Berichte über Kontakte zu anderen Einrichtungen und Institutionen, wie zum Beispiel nach Oldenburg und Bremen oder auch Länder übergreifend nach Groningen.

Aus den unterschiedlichsten Gründen findet jedoch immer wieder ein Wechsel in der Zusammensetzung des Redaktionsteams statt. Damit aber die Arbeitskraft des Teams erhalten bleibt und der Fortbestand der Seniorenseite gesichert ist, müssen neue Kräfte für die Mitarbeit gewonnen werden.

Wer Spaß am Fotografieren und/oder an der Berichterstattung hätte, ist herzlich eingeladen, an einer Redaktionssitzung teilzunehmen, um das Team und dessen Arbeitsweise kennen zu lernen. Auch die Teilnahme eines Mitarbeiters der Zeitung, der dem Team Tipps und Anregungen für eine interessante Gestaltung der Texte und Fotos geben kann, ist von Zeit zu Zeit angesagt.

Die Sitzungen finden immer am 3. Mittwoch im Monat um 9.30 Uhr im Haus der Senioren statt. Weitere Informationen sind im Seniorenbüro während der Bürozeiten von montags bis freitags in der Zeit von 9 - 12 Uhr unter der Telefonnummer 04471/87688 erhältlich. 

Mit Klaus Deux auf einer Pilgerreise in Vézelay/Burgund

Cloppenburg - Mechtild Ottenjann - Oktober 2017

 

Noch immer zutiefst beeindruckt von seinem „Weg zum Wunder des Lichts“ berichtete Klaus Deux im Haus der Senioren von seiner Männerwallfahrt nach Vézelay in Burgund. Im Herbst 2013 hatte sich der Referent zusammen mit sieben Begleitern unter Leitung von Pfarrer Bernd Strickmann auf die 900 km lange Fahrt mit dem Bulli begeben, wo ihn eine „Woche der Stille und Besinnung“ erwartete. Die reizvolle Landschaft mit ihren kulturellen Höhepunkten – außer Vézelay besuchte die Gruppe auch die historische Zisterzienserabtei Fontenay – entschädigte für eine recht bescheidene Unterkunft im Sechs-Bett-Zimmer verbunden mit einem kargen Frühstück. In anschaulichen Bildern zeigte Klaus Deux den hübschen historischen Ort, der sich auf einem Hügel unterhalb der Basilika „Sainte Madeleine“ ausbreitet. Die Basilika wurde, so berichtete er, in der Zeit von 1120 bis 1140 errichtet. „1146 rief hier der Hl. Bernhard von Clairvaux zum Kreuzzug auf!“ 1979 wurde die Kirche ins Weltkulturerbe übernommen.

 

Der Referent führte seine Zuhörer einfühlsam in die Schönheit des romanischen Bauwerks ein, beginnend beim einzigartigen Hauptportal, weiter durch das  beeindruckende „Paradies“ und hinein in das lichtdurchflutete Hauptschiff mit seinem schmucklosen gotischen Chor. „Das war einfach beeindruckend, spektakulär!“ Die Fenster seien so angelegt, dass sich jeweils zur Sonnenwende (21.6. und 21.12.) neun Lichtflecken in der Mitte des unbestuhlten Raumes bilden würden. Von den figürlichen Darstellungen auf den 118 Säulenkapitellen, die die biblische Geschichte in griechisch-lateinischer Mythologie zeigen, erklärte Klaus Deux einige. Besonders bewegend die Darstellung vom erhängten Judas und später die von Jesus, der den toten Judas heimträgt – denn: „Stärker als alles Versagen ist die Liebe Jesu!“ so der Referent. Er erklärte auch die „Mystische Mühle“, ebenso beeindruckend wegen ihrer Schönheit und theologischen Tiefe der Aussage.

 

Dreimal täglich (7.00, 12.30 und 18.00 Uhr) würden sich hier in der Basilika die Jerusalem-Brüder und -Schwestern zum Gebet und zur allabendlichen Feier der Hl. Messe (18.30 Uhr) versammeln. „Die Pilgergruppe durfte hier immer wieder teilnehmen“, denn es war ja eine „Exerzitienreise“, zu der sie sich auf den Weg gemacht hatten. Das einzigartige Licht zusammen mit der fantastischen Akustik bei den vierstimmigen Wechselgesängen der Ordensgemeinschaft hinterließen beim Referenten einen tiefen Eindruck. Durch Abspielen einer Tonbandaufnahme versuchte Klaus Deux die Zuhörer mitzunehmen in diese Stimmung! Alles in allem: „Vézelay ist ein magischer Ort, an dem man außerhalb von Zeit und Raum zur Selbstbesinnung und Einkehr finden kann!“

 

Gymnastik für die Hände

Cloppenburg - Peter Maisel - September 2017

Mit zunehmendem Alter nimmt die Gelenkigkeit der Gliedmaßen, insbesondere der Hände, stetig ab. Oft ist das mit Versteifung einzelner Glieder und Schmerzen verbunden. Der Gang zum Arzt sowie eine langwierige und aufwendige Therapie sind meistens die Folgen.

Damit es aber nicht soweit kommt, können regelmäßige Übungen mit kleinen Hilfsmitteln, wie zum Beispiel einem kleinen Gymnastikball, dazu beitragen, dass der Versteifungsprozess sich verlangsamt und damit die Schmerzen in Grenzen gehalten werden.

Beim letzten Treffen des Café Alzheimer konnten die Besucher unter Anleitung von Gisela Gärtner und Anna Kort, Studentin der Gerontologie und Praktikantin im Haus der Senioren, einen kleinen Gymnastikball herstellen. Mit diesem wurden dann sofort entsprechende Übungen ausprobiert, die die Gelenkigkeit von Fingern und Händen trainierten.

Dabei zeigte sich, dass selbst die ältere Generation noch Freude am Spielen mit einem Ball hat und mit ihm umzugehen weiß. Wichtig ist, wie bei allen Dingen im Alter, die Motivation, etwas zu tun und nicht zu denken und zu sagen: "Ach, das kann ich ja in meinem Alter doch nicht mehr".

Daneben hatten die Besucher Gelegenheit, einem "Wunschbaum" ihre speziellen Wünsche für das "Alt-Sein" anzuvertrauen. Neben Wünschen für Gesundheit wurden unter anderem auch solche zum Zusammenleben und zur Lebensgestaltung im Alter geäußert. Einige Wünsche verdeutlichen das:  "Wenn ich alte bin, möchte ich immer noch Hobbys haben und Freunde treffen;  ... möchte ich, dass sich liebe Menschen um mich kümmern; ... möchte ich, dass ich gesund und zufrieden sterbe".

Die Antworten können dem Veranstalter wertvolle Hinweise für die Gestaltung von Zusammenkünften und Veranstaltungsabläufen geben. 

Fotos: Peter Maisel

Stehauf-Menschen

Cloppenburg - Mechtild Ottenjann - September 2017
Im September referierte die ehemalige Büroleiterin des Hauses der Senioren, Frau Maria Albers, an ihrer alten Wirkungsstätte zum Thema „Stehauf-Menschen“. Sie begann gleich mit einer Bewegungstherapie. Alles, was den Menschen innerlich aufrege, solle er möglichst auch in Bewegung umsetzen: "Nicht die Faust nur in der Tasche ballen, sondern in die Luft recken! Nicht den Ärger – worüber auch immer – in sich hineinfressen, sondern ruhig einmal (oder auch mehrere Male) mit dem Fuß aufstampfen! Und wenn etwas zum Haare raufen sei, dann solle man sich auch mal die Haare raufen"! Es sei nie zu spät, sich an die schönen Dinge des Lebens zu erinnern, z.B. an eine schöne Kindheit, um daraus neue Kraft zu schöpfen! Schicksalsschlägen, von denen man nicht verschont bliebe, solle man möglichst mit einer Vorwärtsstrategie begegnen. Wichtig dabei seien aber für jeden Menschen emotionale Bindungen, die ihm Halt und Zuversicht geben können, sei es in der Familie, sei es zu guten Freunden. Den Herausforderungen des Lebens solle man mit der Mobilisierung aller körperlichen und geistigen Ressourcen begegnen! "Das Zauberwort heißt Resilienz“, so Maria Albers. Resilienz ist die Kraft, mit der man es vom Boden wieder auf die Beine schafft; Sie umfasst alle Kräfte, den Menschen wieder zu aktivieren, um das Leben in guten und in schlechten Zeiten meistern zu können! Ein resilienter Mensch sei ein "Stehauf-Mensch", der mit Zufriedenheit und Optimismus versuche, sein Leben zukunftsorientiert in die Hand zu nehmen, voller Verantwortungsbewusstsein sich selbst und anderen gegen-über. Wichtig sei aber vor allem eine Netzwerkorientierung, die es dem Menschen in schwierigen Situationen erlaube, nicht nur anderen zu helfen, sondern auch andere um Hilfe zu bitten! Nach diesen interessanten Ausführungen gab es noch eine angeregte Diskussion mit der Referentin, die dann mit dankbarem Applaus verabschiedet wurde.

Als Praktikantin im Haus der Senioren

Cloppenburg - Mechtild Ottenjann - September 2017

Anna Kort, Studentin der Gerontologie in Vechta, beendete am 22. September 2017 ein zehnwöchiges Praktikum im Haus der Senioren. Zum Abschluss ihrer Tätigkeit dort stellte sie sich einem Interview:

 HdS: Frau Kort, Sie haben nach dem Fach-Abi an der BBS am Museumsdorf ein Studium der Gerontologie in Vechta aufgenommen. Warum gerade Gerontologie?

Anna Kort: Nach einer zweijährigen Ausbildung zur Pflegeassistentin, habe ich mich entschieden, doch zu studieren, weil ich gerne mit älteren oder alten Menschen arbeite, aber durch das Studium noch einen anderen, besseren Zugang zu ihnen finden werde. Gerontologie ist ja die Wissenschaft vom Altern des Menschen. In einem Jahr werde ich meinen Bachelor-Abschluss machen.

 HdS: Warum haben Sie sich für Ihr Praktikum beim Haus der Senioren beworben?

Anna Kort: Ich wohne in Molbergen und habe im Internet eine möglichst ortsnahe Praktikumsstelle gesucht. Dabei bin ich auf die Homepage des Hauses der Senioren gestoßen. Diese war sehr informativ und hat mich sofort angesprochen!

 HdS: Welche Erfahrungen konnten Sie hier sammeln? In wieweit konnten Sie sich auch einbringen?

Frau Kort: Zunächst wurde ich von allen ausgesprochen freundlich willkommen geheißen. Im Haus der Senioren herrscht eine ausgesprochen herzliche und harmonische Atmosphäre. Ich erhielt Einblicke sowohl in die Büroarbeit, als auch in die Kurse, die hier angeboten werden. Alle Türen standen mir offen! Ich war sofort mitten drin! Ich durfte überall hineinschnuppern. Durch den persönlichen Kontakt zu vielen älteren Menschen konnte ich mein theoretisches Wissen durch praktische Erfahrungen anreichern. – Besonders engagieren durfte ich mich bei der Organisation des Sommerfestes, was sehr viel Spaß gemacht hat, und bei der Planung und Durchführung des Pfarrfestes der St. Andreas-Pfarrgemeinde. Dort entwickelte ich z.B. zusammen mit anderen meine Idee zu einem „Wunschbaum“, der z.Zt. noch ausgewertet wird.

 HdS: Haben Sie sich Gedanken gemacht über die Zukunft dieses Hauses? Gibt es  Verbesserungsvorschläge?

Frau Kort: Ich habe den Eindruck, dass die tollen Angebote des Hauses der Senioren an Kursen, Arbeitskreisen, Vortragsveranstaltungen noch viel zu wenig bekannt sind. Die Atmosphäre hier im Haus mit den vielen engagierten Ehrenamtlichen ist total freundlich, und die Angebote sind ausgesprochen vielschichtig. Es müsste wirklich mehr „getrommelt“ werden! Auch ich habe erst durch das Internet von diesem Haus erfahren. – Zudem müsste immer wieder darauf hingewiesen werden, dass das Haus „offen ist für alle“! – Vielleicht ist auch der Begriff „Haus der Senioren“ ein wenig irreführend. Es handelt sich hier ja nicht um ein Alten- oder Pflegeheim. Hier gehen die „jungen Alten“ ein und aus, tauschen gemeinsame Interessen aus, lernen das eine oder andere und gehen bereichert und zufrieden wieder nach Hause.

 HdS: Liebe Frau Kort, ich danke Ihnen für das offene Gespräch und wünsche Ihnen für die Zukunft   alles Gute und viel Erfolg beim Bachelor-Examen. Vielleicht „Auf Wiedersehen“ im Haus der Senioren!

Fotos: Derk van Groningen