"Wattwanderung an der Thülsfelder Talsperre"

 

Cloppenburg - Mechtild Ottenjann - Februar 2020

Eckhard Albrecht weilte wieder einmal – kurz vor der Corona-Krise – im Haus der Senioren. Im Café Alzheimer erwarteten ihn viele interessierte BesucherInnen. Sie begleiteten den Referenten auf eine nostalgische Reise an die Talsperre: „2009 – Die Thülsfelder Talsperre im Wandel der Jahreszeiten“. Eine nostalgische Reise deswegen, weil 2009 das Wasser aus der Talsperre wg. massiver Baumängel am Auslaufbauwerk abgelassen werden musste; der Druck auf den Damm war zu groß geworden. Die Sanierungsarbeiten dauerten seinerzeit von Februar 2009 bis April 2010. Wer erinnert sich noch an diese Zeit vor elf Jahren? Mit einfühlsamen Fotos zeigte Herr Albrecht die mäandrierenden Rinnsale, die damals ihren Weg um die kleinen und großen Inseln suchten. Mit Fotos belegte er, dass fleißige Helfer z.B. die Muscheln und Fische zentnerweise bargen und sie in benachbarten Flussläufen wieder aussetzten. Der Schwerpunkt der fotografischen Beobachtungen von Eckhard Albrecht lag/liegt jedoch stets in der Beobachtung der Natur und ihrer vielfältigen Schönheit: Fauna und Flora im Laufe der Jahreszeiten in einer neu entstandenen Dünenlandschaft 2009, bevölkert mit Reihern, Kormoranen, Stockenten uvm. Mit faszinierenden Bildern „wanderte“ der Referent mit seinem Publikum durch das Schilf mit Blutweiderich, Sumpfvergissmeinnicht oder Fingerhut. Er beobachtete Raupen und Schmetterlinge, aber auch das Damwild am Rande dieser neuen „grünen Oase“. Die ZuschauerInnen wurden jedoch nicht mit Informationen überfrachtet; wohltuend war es, die mit Musik unterlegten Bilder einfach uf sich wirken lassen zu können. Wie viel Mühe und Zeit sowie Liebe zur Natur die gelungenen fotografischen Schnappschüsse kosten, konnten die Besucher nur erahnen. Überaus dankbar verabschiedeten die BesucherInnen Eckhard Albrecht mit langanhaltendem Beifall!

Foto: Eckhard Albrecht, 2009

 

Haus der Senioren - Gedanken über die Zukunft

Cloppenburg - Martin Kessens - Februar 2020

Knapp 5200 Gäste aus der Stadt Cloppenburg verzeichnete das Haus der Senioren (HdS) im Jahr 2019. Hinzu kamen noch etwa 800 Gäste aus dem Cloppenburger Umland, so dass nahezu 6.000 Menschen den Weg ins HdS zur Freizeitgestaltung und zur Weiterbildung fanden. Diese Zahlen gaben die Vorsitzende Elisabeth Schlömer und Büroleiterin Theresia Ostrowski bekannt. „Das ist ein sehr gutes Ergebnis“, stellten beide fest, „und soll nicht heißen, dass wir uns auf diesen Lorbeeren ausruhen“, sagten sie übereinstimmend. Den meisten Zuspruch an Teilnehmenden hatten die Gruppen „Top im Kopf“, „Frühstückstreff“, „Café Alzheimer“ und „Mobil im Alter“.  Aber auch die Sprachkurse von Englisch, Französisch bis zu Spanisch erfreuten sich 2019 großer Beliebtheit. Auch der Zugriff auf die Internetseite und auf Facebook zeigten eine erfreuliche Tendenz nach oben. „Das können wir sicher noch steigern, denn die sogenannten Senioren werden immer fitter in Sachen EDV und Internet“ meinte Schlömer, „außerdem müssen wir unbedingt am überkommenen Begriff „Senior/Seniorin“ und „Haus der Senioren“ etwas ändern“, ist sie sich mit Ostrowski und weiteren Vorstandsmitgliedern einig. Mit neuen Angeboten und Erschließung neuer Zielgruppen, auch unterhalb der 60 er, soll das HdS offener werden. Außerdem sucht der Vorstand verstärkt nach neuen Räumlichkeiten, denn das Haus ist für die vielen Angeboten zu klein geworden und schließt bestimmte Angebote aus. „Am besten sind wir mitten in der Stadt aufgehoben“, sagt Schlömer, „dort können wir die Innenstadt beleben, einen offenen Treff anbieten und präventiv gegenüber der Vereinsamung älterer Menschen aktiv werden, selbstverständlich barrierefrei.“ Auch generationenübergreifende Projekte sind angedacht, wie z.B. das Projekt „Mahlzeit“. In diesem Projekt könnten sich Schülerinnen und Schüler und ältere Menschen gemeinsam zum Mittagessen in den Schulmensen treffen. Es sollen „Goldiger Zwanziger Jahre“ des 21. Jahrhunderts werden.

 

                                                 Foto: Martin Kessens, Gruppe: "Top im Kopf" - Bewegung für Kopf, Herz und Hand

 

Mitglied des Redaktionsteam leitet seinen Rückzug ein

Cloppenburg - Martin Kessens - Februar 2020

15 Jahre war Peter Maisel aktives Mitglied im Team der Seniorenredaktion. Nun möchte sich der stets überdurchschnittlich ehrenamtlich engagierte Senior etwas zurückziehen, bleibt aber dem Haus der Senioren (HdS) und dem Redaktionsteam verbunden. „Denn wir können nicht ohne dich“, sagte Büroleiterin Theresia Ostrowski, in einer kleinen Verabschiedungsrunde. Maßgeblich war Maisel an der inhaltlichen Gestaltung der Seniorenseite in der MT beteiligt, hat informative, interessante und auch humorvolle Artikel über die vielen Ereignisse im HdS verfasst. „Mit viel Freude, mit der nötigen Gewissenhaftigkeit und Objektivität und einer großen Portion an Kompetenz hast du so manche Stunden in eine gute Berichterstattung investiert“, lobte Ostrowski. Vorsitzende Elisabeth Schlömer schloss sich den lobenden Worten an und sagte „Das verdient unser aller Respekt“. Nicht nur Berichte über das Café Alzheimer, das ihm besonders am Herzen lag, und über den Frühstückstreff zählte zu seinen Aufgaben, sondern auch der monatliche Terminkalender oblag ihm in seiner ehrenamtlichen Tätigkeit.

Foto: Haus der Senioren; Peter Maisel, Elisabeth Schlömer

Abschied von Traute Haseborg - 12 Jahre ehrenamtliche Tätigkeit

Cloppenburg - Martin Kessens - Februar 2020

Mit Bedauern haben die Ehrenamtlichen des Bürodienstes und der Vorstand des Hauses der Senioren (HdS) das Ausscheiden von Traute Haseborg aus dem ehrenamtlichen Dienst zur Kenntnis genommen. Haseborg war seit 2008 im HdS tätig und engagierte sich seit 2015 auch im Sonntagstreff. Sie arrangierte mit ihrem Team sonntags gemütliche Stunden bei Kaffee und Kuchen, erfreute die Gäste mit selbstgebackenem Kuchen und abwechslungsreichem Programm. Außerdem wirkte sie in Projekten mit dem Waldkindergarten mit. Der Vorstand und der ehrenamtliche Bürodienst würdigten Haseborgs Engagement und wünschten ihr für ihren weiteren Lebensweg alles Gute. Die Seniorin zieht in ihre alte Heimat ins Moormerland zurück. Der Sonntagstreff (monatlich einmalig) sucht deshalb eine neue Leitung. Wer gerne mit Menschen zusammen ist, Sinnvolles und Bereicherndes  in der Freizeit erfahren möchte, kann sich im HdS melden.                                                                    Foto: Haus der Senioren - Das Team des Seniorenbüros

 

Wochenblatt für den Landkreis Cloppenburg, 11.03.2020

"Hut tut gut" - Fasching im Cafè Alzheimer

 

Cloppenburg - Mechtild Ottenjann - 25.Februar 2020


Unter dem Motto „Hut tut gut“ lud das Team vom „Café Alzheimer“ am Faschingsdienstag zu einem heiteren Nachmittag ins Haus der Senioren ein. Bei Kaffee und Kuchen wurde vielen BesucherInnen eine fröhliche Auszeit beschert. Alle kamen wohl „behütet“, haben viel gesungen, gelacht, geschunkelt … und hatten viel Spaß!

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Foto: Mechtild Ottenjann

Ess- und Trinkverhalten bei älteren Menschen

Cloppenburg - Mechtild Ottenjann/Peter Maisel - 11. Februar 2020

Mit einem reichlich gedeckten Tisch mit Fingerfood-Überraschungen empfing das Team des „Café Alzheimer“ seine Gäste im Haus der Senioren zu einem informativen Nachmittag zum Thema „Ess- und Trinkverhalten bei älteren Menschen“. Die Referentin Gisela Gärtner erläuterte, welche körperlichen und organischen Veränderungen durch den Alterungsprozess eintreten und wie sich diese auf das Ess- und Trinkverhalten des Menschen auswirken können. Hierbei würden Veränderungen der fünf Sinnesorgane, chronische Krankheiten, körperliche Gebrechen und sogar das soziale Umfeld eine große Rolle spielen, sagte die Referentin. Intensiv wurde auch das Thema „Flüssigkeitszufuhr“ behandelt. „Trinken ist lebensnotwendig! Ohne Wasser bleiben alle Körperfunktionen nur zwei bis vier Tage erhalten!“, so Gärtner. Erschreckend ihre Aussage: „Auch das Gehirn leidet unter mangelnder Flüssigkeitszufuhr!“ Frau Gärtner führte aus, dass eine Gesamtflüssigkeitsaufnahme von 2,5 Litern aus Getränken und Nahrung pro Tag zwingend erforderlich sei! Und „Je weniger man isst, desto mehr muss man trinken“, so ihre Maxime. Viele ZuhörerInnen konnten von eigenen Erfahrungen berichten. Gisela Gärtner betrachtete das Thema „Ernährung im Alter“ auch mit Blickrichtung auf an Demenz Erkrankte, damit betreuende Personen noch besser mit den Betroffenen umzugehen wissen. Hier bekommt die Ansprache der fünf Sinne einen besonderen therapeutischen Stellenwert. So rege z.B. ein farbenfrohes Umfeld, sprich ein hübsch gedeckter Tisch, zum Essen an, denn „das Auge isst mit!“ Doch Vorsicht: „Ein zu großes Angebot kann für Menschen mit Demenz auch verwirrend wirken!“ Weiterhin vergäßen Betroffene oft das Essen und Trinken. Sie empfänden weder Hunger noch Durst und seien nach einer kleinen Mahlzeit oft schon satt. Wird nicht gegengesteuert, so wären Mangel- oder Unterernährung und Vitamin- und Mineralstoffmangel die Folge. Ein anderes Symptom könne auch ein ausgeprägter Bewegungsdrang sein. Daraus folge, dass bei den angebotenen Speisen auf eine ausreichende Kalorienzufuhr geachtet werden müsse! Deshalb sei es ratsam, im Verlaufe des Tages mehrere kleine Mahlzeiten anzubieten. Auch zu diesem Themenbereich konnten einige Zuhörerinnen aus eigenen Erfahrungen berichten. Damit „Essen und Trinken“ auch weiterhin ein Stück „Lebensqualität“ bleiben kann, machte Frau Gärtner Vorschläge, wie man all diesen negativen Einflüssen und Verhaltensweisen entgegenwirken kann (z.B. Trinkplan, Essen in Gesellschaft …). Nach angeregten Diskussionen wurde die Referentin mit großem Dank verabschiedet. Dank gab es auch an das ganze Team für die gelungene Deko.   Foto: Peter Maisel

Wie wir wurden, wer wir sind: Persönlichkeiten stellen sich vor - eine Trilogie

Teil I.   Heinrich Wernsing, Seniorchef der Wernsing Feinkost GmbH, Addrup

Cloppenburg - Martin Kessens - Januar 2020

„Mit mir wird es keine Werksverträge geben“, so deutlich äußerte sich der Seniorchef der Wernsing Feinkost GmbH in Addrup bei einem Gespräch im Haus der Senioren (HdS). Unter dem Motto „Wie wir wurden, wer wir sind“ stand der Gründer der gleichnamigen Firma Heinrich Wernsing den gut 30 Interessierten im vollbesetzten HdS Rede und Antwort. „Unsere Mitarbeitenden müssen von ihrem Lohn leben und auch später eine entsprechende Rente beziehen können“, sagte er weiter unter dem Applaus der Zuhörer. Gesprächspartner Martin Kessens entlockte dem 85-jährigen spannende Geschichten aus der Gründungs- bis zur Neuzeit, vollgespickt mit Anekdoten aber auch mit Zeiten großer Sorgen um den Fortbestand der Firma. „60 kg Pommes Frites haben wir stündlich in den Anfangszeiten ab 1962 produziert, sagte Wernsing, „Nachbarsfrauen waren für eine DM die Stunde behilflich“. Heute fährt das Unternehmen mit 4.400 Mitarbeitenden europaweit (1.200 in Addrup) einen Umsatz von 1, 27 Mrd Euro ein. Auch heute noch ist der Seniorchef aktiv. Regelmäßig geht er auf „Einkaufstour“ in den Supermärkten und kauft seine Produkte ein. „Ich kann nicht gut kochen, aber gut abschmecken“, schmunzelt er. Wenn das gekaufte Produkt seinem Geschmack nicht entspricht, geht ein Anruf gleich zum Produktionsleiter und teilt ihm seine „Geschmackserfahrungen“ mit. Die Zuhörer erlebten eine agilen 85-jährigen, der sich mit Training im Fitnessstudio und Sauna fit hält. Zahlen bzgl. seines Unternehmens sprudeln aus ihm heraus, als wenn er noch selbst der Chef des Imperiums wäre. Sein Sohn Stefan führt das Unternehmen weiter. „Darüber bin ich glücklich“, freut Wernsing sich und äußerte sich auch staunend über die Schaffenskraft seines Sohnes. „Das wollte ich heute nicht mehr“, gibt er zu. Politisch interessiert, steht er im „Briefwechsel“ mit Kanzlerin Angela Merkel und mit dem Verkehrsminister Andreas Scheuer, den er nicht zu seinem Lieblingspolitiker zählt und tritt dabei deutlich für eine Geschwindigkeitsbegrenzung ein. Ein von ihm selbstverfasstes Gedicht à la Wilhelm Busch fasste die Firmengeschichte zusammen und rundete den Abend unter der musikalischen Begleitung von Stefan Blömer ab. Die nächste Gesprächspartnerin ist am Freitag, 28. Februar um 18 Uhr Maria Vogelsang-Verhülsdonk, Unternehmerin und ehemalige Geschäftsführerin des Familienbetriebes Vogelsang-Maschinenbau GmbH in Essen.                                                                                                  

 

Teil II.  Maria Vogelsang-Verhülsdong, Vogelsang-Maschinenbau, Essen (Oldb)

 

Cloppenburg - Martin Kessens -

Februar 2020 

„Hut ab vor dem Lebenswerk von Maria Vogelsang-Verhülsdonk“, brachte es Klaus Deux, als Teilnehmer der Gesprächsrunde „Wie wir wurden, wer wir sind“ im Haus der Senioren (HdS) auf den Punkt. Die Seniorchefin der Firma Vogelsang-Maschinenbau erzählte leidenschaftlich über die Entwicklung des ehemaligen Sägewerks in Bunnen bis hin zu einem weltweit operierenden Unternehmen. Knapp 30 Zuhörerinnen und Zuhörern verfolgten die spannenden Geschichten mit Hochs und Tiefs der Firma Vogelsang. 1929 habe es mit einem Sägewerk angefangen, sagte die Seniorchefin, Böttcher sei ihr Schwiegervater gewesen und ein Tüftler. So sei wohl die Schaukelwaschmaschine entstanden, zu denen Miele den Motor lieferte. Nach zwei Bränden siedelte die Firma nach Essen um, entwickelte eine Pumpe zur Gülleausbringung, und später den patentierten Schleppschlauch. „Nach einem wirtschaftlichen Tief war das die Rettung“, sagte Vogelsang-Verhülsdonk“. Vogelsang ist Deutschlands Innovationsführer, der 25 Tochterfirmen weltweit unterhält. 800 Mitarbeitende seien am Standort Essen beschäftigt, weltweit über 1000, darunter auch China, „wo uns das Corona-Virus große Sorgen bereitet“, teilte sie mit. Bis 1986 war Maria Vogelsang-Verhülsdonk, neben den vielen ehrenamtlichen Aufgaben in Bunnen und im Kreissportbund, Sportlehrerin am Gymnasium Löningen. Diese berufliche Tätigkeit gab sie auf, um in die Firma einzusteigen, die sich seinerzeit in einer wirtschaftlichen Krise befand „Durchhalten, mutig sein, Gottvertrauen, eiserne Wille, Ideen und Produkte, die am Markt gefragt waren, lautete ihre Devise. „Und wir haben es geschafft“, sagte sie. Heute leiten ihre Söhne Hugo und Harald die Firma, aber sie selbst und ihr Ehemann Burghard Verhülsdonk sind noch jeden Vormittag in der Firma anwesend.
Auf die Frage nach Fachkräften antwortete Vogelsang -Verhülsdonk, „wir können uns unsere Mitarbeitenden aussuchen, denn wir haben einen guten Leumund, bezahlen und behandeln sie gut“. Das bestätigte ein Zuhörer: „Vogelsang ist eine korrekte Firma“. Eine Stiftung, die sich der Bildung, der Jugendarbeit, und Hilfen bei Notfällen in der Firma als Ziel gesetzt hat, sei 2009 gegründet worden, informierte die Unternehmerin.
Für ihr unternehmerisches Lebenswerk ist die Seniorchefin 2015 ausgezeichnet worden und 2009 mit der höchsten Anerkennung des Landes Niedersachsen für den Verdienst im Allgemeinwohl. Letzte Auszeichnung bezog sich auf die Tätigkeit als Übungsleiterin in der DJK Bunnen und im Kreissportbund. Die Tanz- und Gymnastikabteilung hat sie in eine Erfolgsspur geführt und viele Jugendliche jahrelang begleitet und Halt gegeben.  Letzter Erfolg war der erste und dritte Platz bei den DJK-Gymnastikbezirksmeisterschaften in Garrel am 23. Februar.

 

Teil III.   Michael Terwelp, Bücherei Terwelp, Cloppenburg

Cloppenburg - Martin Kessens - März 2020

Auf eine Reise in die 133-jährige Geschichte der Buchhandlung Terwelp nahm der jetzige Inhaber Michael Terwelp die fast 40 Besucherinnen und Besucher im Haus der Senioren mit. Der Buchhändler war der letzte Gesprächspartner der Reihe „Wie wir wurden, wer wir sind“. 1887 übernahmen die damaligen Gebrüder Terwelp den Laden an der Langenstraße in Cloppenburg. Devotionalien, Heiligen- und Spitzenbilder, sowie Rosenkränze und Kruzifixe machten damals den Großteil des Sortiments aus. „Gelesen wurde nicht viel in damaliger Zeit“, berichtete Terwelp, „die Zeit des Bücherkaufs startete erst so richtig nach dem Zweiten Weltkrieg“. Neben der Buchhandlung und Devotionalien betrieb Terwelp auch eine Druckerei, die 2001 aufgegeben wurde. Das Sortiment wurde erweitert, so dass die Buchhandlung zu Zeiten „Janoschs“ mit den entsprechenden T-Shirts zum Marktführer in Norddeutschland wurde. „Auch die ‚Didl-Maus‘ war damals der absolute Renner“, sagte Terwelp, „sehr zum Missfallen einiger ‚angesehener Bürger‘ Cloppenburgs“, gab er lächelnd zu. Besonders das weibliche Publikum ermunterte Terwelp die Produkte mit den Accessoires beizubehalten.  In der Buchhandlung stehen ca 15.000 Bücher. Das Leseverhalten und auch die Kundschaft hätten sich verändert, stellte der Buchhändler fest. Der Onlinehandel und der Konsum der E-Bücher sei deutlich zu spüren, obschon auch von Zuhause aus per WhatsApp und online Bücher bestellt werden können, die am nächsten Tag geliefert würden. Das mache aber nur rund fünf Prozent aus. Ein großes Lob spendete er seinen zurzeit 15 Mitarbeiterinnen, die sich engagiert, informiert und sachkundig zeigten, was viele aus dem Publikum bestätigten.
Die Reihe soll im Herbst 2020 fortgesetzt werden.

 

Fotos: Theresia Ostrowski

Ernährung im Winter

Cloppenburg  – Mechtild Ottenjann - 04.Februar 2020

Das Haus der Senioren lud zu einem Vortrag der Ökotrophologin Irene Oehl zum Thema „Ernährung im Winter“ ein, und viele Interessierte kamen. Müssen wir im Winter anders essen, als zu den anderen Jahreszeiten? Gibt es bestimmte Lebens- und Nahrungsmittel, die wir im Winter bevorzugen sollten? Brauchen wir exotische Früchte? Diese und andere Fragestellungen wurden von der Referentin während ihres Vortrages beantwortet! Die „Alten“ könnten sich noch daran erinnern, dass zu ihrer Kindheit die Versorgung mit Nahrungsmitteln auch von einem jahreszeitlichen Rhythmus bestimmt wurde, sagte die Referentin. „Anbau, Vegetationsperioden, Ernte, Schlachtung und auch Konservierung der Lebensmittel bestimmten die Ernährung.“ Und „Früher mussten die Menschen im Winter viel mehr Fett zu sich nehmen, um genügend Kräfte für die körperlich harte Arbeit zu erhalten und um gegen die Kälte gewappnet zu sein, d.h. um den Körper auf Temperatur zu halten. Heute hat sich das natürlich geändert: Wir haben alle Heizung im Haus und viele Arbeitserleichterungen! Also braucht der Mensch, und vor allem der alternde Mensch, nicht mehr so viel Fett in seiner täglichen Nahrung!“ Eine andere Überlegung stellte Frau Oehl in den Raum: „Kann unser norddeutscher Organismus eigentlich die Inhaltsstoffe aus exotischen Früchten verstoffwechseln?“ Zudem sei die vielfach verbreitete Meinung, dass wir im Winter viele Apfelsinen oder Mandarinen essen müssten, um genügend Vitamin C zu uns zu nehmen, irrig. Das sei ein Mythos! Denn viele Gemüsesorten enthalten mehr Vitamine und Mineralstoffe als die angepriesenen Zitrusfrüchte!

Die Aussage „Ich bin alleine, warum soll ich für mich kochen?“ sei ebenso ungesund, meinte Frau Oehl. Eine geregelte Nahrungsaufnahme sei, auch und besonders für Alleinstehende im Alter, sehr wichtig!

Ein anderes Thema: Frau Oehl empfahl ganz besonders wieder die Eintopf-Gerichte, da alle Inhaltsstoffe (Mineralien und Vitamine) auch konsumiert werden! „Nichts wird weggeschüttet!“ Auch der gute alle „Kompott“ sei zu empfehlen!

Dankbar für viele neue Erkenntnisse sowie zwei winterliche Geschmacksproben verabschiedeten die ZuhörerInnen die Referentin. Bis zum nächsten Mal! 

Münsterländische Tageszeitung, Samstag, den 08. Februar 2020;   Foto: Martin Kessens (eingefügt)

Entlastender Dienst - Abschied von Maria Albers

Cloppenburg - Martin Kessens - Januar 2020
Als eine herausragende Arbeit bezeichnete Bildungswerkchefin Ilona Heydt den Einsatz von Maria Albers, die nun nach fünf Jahren aus dem Entlastenden Dienst (ED) ausgeschieden ist. Albers engagierte sich gegen eine geringe Aufwandsentschädigung in ihrer Nacherwerbsphase im ED, knüpfte Kontakte, beriet die Hilfe suchenden und vermittelte die Betreuerinnen und Betreuer in die Familien. „Dabei hast du mit deiner Empathie Fingerspitzengefühl entwickelt, und die passenden Menschen zusammengebracht“, sagte Heydt. Seit 12 Jahren besteht der ED, der sich um die zu betreuenden Menschen in den Familien kümmert, damit die Angehörigen Zeit für sich haben und Besorgungen machen können. Im Jahr 2019 seien 9400 Stunden geleistet worden, resümierte Heydt. In diesem Jahr werde der ED um hauswirtschaftliche Dienstleistungen erweitert, informierte sie im Rahmen der kleinen Abschiedsfeier.  Zusammen mit Gisela Gärtner habe Albers 13 Qualifizierungskurse auf den Weg gebracht und somit den ED zu einem Erfolg bei den Angeboten des Bildungswerkes und des Hauses der Senioren gemacht, schloss Heydt die Dankesworte und wünschte der scheidenden Kollegin alles Gute für den „zweiten Teil“ des Ruhestandes.

Foto: Martin Kessens

Bürodienst im Haus der Senioren

Cloppenburg - Martin Kessens - Januar 2020

„Haus der Senioren, was kann ich für Sie tun?“. Das klingt professionell, aber es ist die freundliche Stimme von Angelika Berten, eine der zehn ehrenamtlichen Mitarbeitenden, die sich im Bürodienst ehrenamtlich engagieren. EDV-Kenntnisse, Freude am Umgang mit Menschen und eine gute Auffassungsgabe bringen die Ehrenamtlichen aus ihrer Erwerbstätigkeit mit und managen den Bürodienst im Haus der Senioren (HdS). Das HdS ist Anlaufstelle sowie Begegnungs- und Bildungsstätte für Seniorinnen und Senioren und für alle, die sich in den Nacherwerbsphase befinden. Beim Bürodienst laufen alle Fäden zusammen, denn hier ist die Schnittstelle zwischen Referentinnen und Referenten, Besucherinnen und Besuchern, sowie Vorstand und Förderverein. Hier werden Auskünfte erteilt über Veranstaltungen, Kurse geplant, Projekte begleitet, Finanzen verwaltet, monatliche Veranstaltungskalender erstellt und vieles mehr. „Es gibt keine Altersgrenze-oder-begrenzung bei uns, sagt Renate Hein,“ alle die sich ‚zu jung, um alt zu sein‘ fühlen, sind herzlich willkommen an den zahlreichen Treffen, Begegnungen, Kursen und sportlichen Aktivitäten teilzunehmen“. Einmal im Monat trifft sich der Bürodienst, um gemeinsam den Terminplan für den nächsten Monat zu besprechen und auch um über alle stattgefundenen und noch zu planenden Aktivitäten zu diskutieren. „Diese Tätigkeit in der nachberuflichen Phase empfinden wir alle als sehr bereichernd“ sind sich alle einig, „es macht Spaß, neue Menschen kennenzulernen, und es ist schön, etwas Sinnvolles für andere Menschen zu tun“, begründen Sie ihre Aussage, „Ehrenamt ist Ehrensache“. Der Bürodienst ist persönlich von montags bis freitags in der Zeit von 09:00 bis 12:00 Uhr im HdS in der Geschwister-Scholl-Straße 15 in Cloppenburg zu sprechen. Telefon 0 44 71 / 8 76 88. www.senioren-clp.de.

 

Bild: Derk van Groningen

Gemeinsame Besprechung mit dem Vorstand und Bürodienst mit Vorsitzende Elisabeth Schlömer (sitzend links) und Büroleiterin Theresia Ostrowski (stehend 2. von rechts)

Münsterländische Tageszeitung, Samstag, 25. Januar 2020

Heiteres und Besinnliches im Frühstückstreff

Cloppenburg - Mechtild Ottenjann - Dezember 2019

 „Heiteres und Besinnliches“ bescherte Martin Kessens den Anwesenden des letzten Frühstückstreffs des Jahres 2019 im Haus der Senioren. Zur Einstimmung begann der Referent mit einer nachdenklichen Geschichte über „Kerzen verkünden den Advent“. Die Adventszeit beinhaltet das Warten auf Weihnachten; „Sie erfüllt uns mit Wärme und Geborgenheit; jeder fühlt in sich einen tiefen inneren Frieden!“ – „Wir befinden uns in der Warteschleife; doch worauf warten wir?“ fragte der Referent die ZuhörerInnen. Antwort: „Wir warten auf etwas Schönes, auf das Weihnachtsfest, und versuchen die Sehnsucht darauf – wie in Kindertagen – wach zu halten.“ Nun gut, aber dann überraschte der Referent mit einigen Fragen, deren Antworten Verblüffung hervorriefen; z.B. „Wieviel Prozent in Deutschland wissen nicht, warum wir Weihnachten feiern?“ – nur 10%! Oder: „Wieviel Prozent der Deutschen leiden unter Weihnachtsstress?“ – nur 8%! „Wieviel Prozent der Deutschen spenden zu Weihnachten mehr als 1000 €?“ – 1%. Es gab noch mehr Erstaunliches: So müsste das Christkind in einer Sekunde 822 Geschenke verteilen, um alle Wünsche zu erfüllen – wäre es da nicht immens überfordert!? Ja, und was steht auf den Wunschzetteln der Männer und Frauen zu Weihnachten ganz oben? Für alles gibt es natürlich Statistiken, die Herr Kessens zum Vergnügen aller bereit hielt: Also, „die Frauen wünschen sich vor allem Tickets für besondere Anlässe oder NICHTS; sie verachten Haushaltsgeräte! Die Männer lieben vor allem elektronische Geräte; SOS ist megaout!“ Und wie verteilen sich die Aufgaben der Männer und Frauen vor Weihnachten? Na klar: „Die Frauen backen, sorgen für leckeres Essen, schmücken den Weihnachtsbaum … – die Männer kaufen den Tannenbaum und schleppen ihn nach Hause!“ Viel Heiterkeit bewirkten die Geschichten über das „Christkind und das Finanzamt“ sowie über den Einbrecher Karl Daddeldu, der während seines Raubzuges am Heiligen Abend auf eine beherzte Oma trifft, oder auch die hypothetische Fragestellung, was wäre gewesen, wenn statt der drei Könige, drei Königinnen zur Krippe gekommen wären? „Sie wären nicht zu spät gekommen, sie hätten Sinnvolleres als Gold, Weihrauch und Myrrhe mitgebracht, sie hätten erst einmal den Stall gesäubert etc.“ Zum Abschluss gab es dann noch zwei Flashmobs, die alle zu spontanem Mitsingen animierten: „Gloria in excelsis deo!“ Beglückt dankten die ZuhörerInnen dem Referenten und gingen heiter davon.

 

Bildbeschreibung: Martin Kessens erfreute mit Heiterem und Besinnlichem zur Adventszeit – im Hintergrund ein Adventskranz mit 24 Kerzen, als dessen Erfinder zur Mitte des 19. Jahrhunderts Johann Wichern gilt.                                                                 Foto: Mechtild Ottenjann

Münsterländische Tageszeitung, Samstag, den 28.12.2019

Steffi's Malwerkstatt

Cloppenburg - (pma) - Dezember 2019

Stefanie Taubenheim, Betreiberin von "Steffi's Malwerkstatt" auf dem Hof Ottenweß in Kneheim, hatte am zweiten Adventssonntag in ihre Verkaufsausstellung in der Cloppenburger Fußgängerzone eingeladen. In Zusammenarbeit mit dem Heimatverein und dem Lädchen vom Hospiz Wanderlicht wurden es ein paar besinnliche Stunden in vorweihnachtlicher Atmosphäre.

 "Rausen för den Winter" hieß ein Thema des Nachmittags, an dem Heinrich Siefer von der Katholischen Akademie in Stapelfeld mit besinnlichen und humorvollen plattdeutschen Gedichten und Geschichten zahlreiche Besucher unterhielt.

 Einen musikalischen Beitrag leistete Ludwig Kleinalstede. Seine Improvisationen untermalten die Texte, so dass die Zuhörer die Eisblumen an der gefrorenen Fensterscheibe zu sehen oder das Knacken des Eises zu hören glaubten.  

 Das Lädchen vom Hospiz Wanderlicht bot selbst gefertigte praktische Gegenstände zum Kauf an, ebenso kleine Überraschungen aus einem Adventskalender. Der Erlös aus beidem kommt dem Hospiz zugute, ebenso ein Teil aus den Spenden des Nachmittags.

 Wenn auch die plattdeutschen Texte und musikalischen Kompositionen den Nachmittag prägten, konnten die Besucher die Farbenvielfalt und unzähligen Motive der ausgestellten Bilder auf sich wirken lassen.

Foto: Petra Brinker - Heinrich Siefer (links) und Ludwig Kleinalstede (rechts) in Aktion

Winterfest der Ehrenamtlichen

 

Beim Winterfest für die Ehrenamtlichen des Hauses der Senioren (HdS) wurden von links Renate Hein (5 Jahre) Elsa Dalinghaus (15 Jahre, Ulla  Lüttge (5 Jahre) und Ingrid Federwisch (15 Jahre- nicht auf dem Bild)  geehrt. Die Laudatorinnen waren die Vorsitzende des HdS Elisabeth  Schlömer und Büroleiterin Theresia Ostrwowski (hinten rechts). Beide lobten das ehernamtliche Engagement, das alle vier Woche für  Woche zeigten. Stimmungsvoll feierten über 60 Ehrenamtliche bei  Weihnachtsliedern, gutem Essen und einer Tanzeinlage der  Square-Dance-Gruppe "Pingel Anton's" im Foyer des Bildungswerkes.

Foto und Text: Martin Kessens

Weitere Fotos vom Winterfest: Derk van Groningen

Blick unter Cloppenburgs Straßen

Cloppenburg - Mechtild Ottenjann - November 2019

 Klaus Steinkamp, engagierter Hobby-Archäologie in Cloppenburg, begeisterte viele Zuhörer im Haus der Senioren mit seinen Ausführungen über die Ausgrabungen in Cloppenburg, die er seit vielen Jahren begleitet.

 „Der Schatz unter unseren Füßen“ lautete das Thema seines Vortrages; denn wer weiß schon davon, was in den Jahrhunderten vor unserer Zeit in Cloppenburg geschah. Aus dieser Zeit, aus der es nur wenige schriftliche Belege gibt, zeugen die Funde und Befunde in der Erde. Und immer, wenn es irgendwo im Stadtkern von Cloppenburg eine Baustelle gibt, ist Klaus Steinkamp da und begleitet mit seinen profunden Ortskenntnissen die Archäologen, die von außerhalb angereist kommen, bei ihrer Arbeit.

 Zunächst stellte der Referent die Frage „Wo ist denn der historische Mittelpunkt der Stadt Cloppenburg?“ Die Zuhörer staunten, als Steinkamp ihn in der oberen Osterstraße verortete, dort wo einstmals das Rathaus der Stadt stand. Dies Gebäude, nachweislich 1669 erbaut, beherbergte im Untergeschoss die Stadtkapelle und im Obergeschoss einen Saal für die Sitzungen des Stadtrates. Ende des 19. Jahrhunderts verschwand das Haus. Ausgrabungen zeigten noch Stufen – wohin? Und lag darunter vielleicht ein noch älteres Rathaus? „Ein dort geborgener Eichenpfosten wird z.Zt. noch dendrochronologisch untersucht und kann eventuell neue Erkenntnisse liefern,“ sagte Klaus Steinkamp.

 Die älteste Besiedlung von Cloppenburg lag sicherlich im damaligen Krapendorf. „Nichts ist dauerhafter als ein anständiges Loch!“ erklärte schon 1904 der Archäologe Schuchhardt dem Deutschen Kaiser Wilhelm II. Und so fand man „auf dem Berg“ zahlreiche Merkmale einer frühen Besiedlung aus der Zeit um 800. Mehrere Brunnen, die Standspuren einiger Lang-häuser sowie die Überreste zweier Grubenhäuser mit je drei Pfosten und erhaltenen Wand-gräben sind Zeugnisse der Zeit und Beleg für die Besiedlung in unmittelbarer Nähe zur (späteren) St. Andreas-Kirche.

 Die Ausgrabungen in der Mühlenstraße (Diekhaus/Seelhorst/Stein/Eiben/Berling) förderten tausende Befunde und Artefakte zutage. Man fand Herdfeuerstellen in Lehmfußböden, die vierfach übereinander lagen. Dutzende Brunnen, erbaut aus Holz, Findlingen oder Form-ziegeln in runder oder viereckiger Form, Funde von Grapen (Töpfe), Glas, Schmuck, ein 500 Jahre alter Holzlöffel, gedrechselte Holzschalen, Kanonenkugeln, Brandhaken, Beile, Leder-schuhe, und auch ein als Hausopfer angesprochenes Gefäß sind „Sachzeugen der ältesten Bebauung an dieser Straße“.

 „Cloppenburg gehört mit seiner hohen Dichte an archäologischen Ausgrabungen vermutlich bereits zu den am besten dokumentierten Kleinstädten in Nordwestdeutschland“ bemerkte der Referent. Langzeitziel sei eine stadtgeschichtliche Ausstellung, um die Ergebnisse und Relikte präsentieren zu können. „Bis dahin bleibt mir nur, die interessante Geschichte unserer Heimatstadt den Menschen in Vorträgen nahe zu bringen, und das tue ich gerne!“ sagte Klaus Steinkamp zum Abschluss.

 

Foto: M. Ottenjann

Bei den Ausgrabungen in der Osterstraße gab es einen besonders spektakulären Fund: Ein Buntmetalllöffel mit einer Mutter-Gottes-Darstellung und einem stilisierten Jesus-Kind.

Pastor Andreas Pauly sprach im Café Alzheimer

Cloppenburg - Mechtild Ottenjann - November 2019

Andreas Pauly, seit 19 Jahren Pastor der evangelischen Pfarrgemeinde in Cloppenburg, bescherte den Besuchern des „Café Alzheimer“ im Haus der Senioren einen sehr unterhaltsamen Nachmittag. Unter dem Motto „Gedenk- und Feiertage im November“ gab es lehrreiche Informationen, gespickt mit Anekdoten und Wortspiel.

 Der Referent begann mit der Frage „Wann beginnt der Herbst?“ Man einigte sich auf die Feier des Erntedankfestes rund um St. Michaelis (29. September), zumeist am ersten Sonntag im Oktober. Ja, und dann beginnt der November mit dem Gedenken der Toten: an Allerseelen mit der Gräbersegnung in der katholischen Kirche, in der evangelischen Kirche mit dem Ewigkeitssonntag am letzten Sonntag vor dem 1. Advent, an dem die Namen aller Verstorbenen des Jahres verlesen werden.

 „Aber vor dem 1. November gibt es ja noch das Reformationsfest“, und „Warum am 31. Oktober?“ Na klar, wegen des Thesenanschlags an die Schlosskirche in Wittenberg 1517! „Aber warum einen Tag vor Allerheiligen?“

 Mit einem Blick zurück in die Geschichte belehrte Pastor Pauly die unwissenden Zuhörer: „Der damalige Kurfürst hatte für Allerheiligen eine große Reliquienausstellung angekündigt. Nach spätmittelalterlichem Verständnis wurde den Gläubigen Sündenvergebung versprochen, wenn sie die Reliquien betrachteten und eine Spende (Ablass) entrichteten. Das nahm Martin Luther letztlich zum Anlass am Tage davor seinen Protest vor allem gegen die Ablassgewinnung gegen Geld durch den Thesenanschlag öffentlich kund zu tun.“

 Apropos Martin Luther: „Warum erhielt er den Namen Martin? – Weil er am 10. November geboren wurde und am Folgetag auf den Namen des Tagesheiligen, nämlich St. Martin von Tours, getauft wurde.“-„Und früher begann übrigens schon mit St. Martin eine sechswöchige Adventszeit, seinerzeit auch als Fastenzeit!“

 Dann stellte der Referent die Frage: „Was bedeutet Fastenzeit?“ Antwort: „Man soll kein Fleisch essen!“, aber „Gehört Geflügel auch zum Fleisch?“ Fragende Gesichter. „Nein, denn am 5. Tag schuf Gott die Fische und die Vögel und erst am 6. Tag die Tiere und die Menschen!“ erklärte Pastor Pauly.

 Seit 1891 gibt es am Mittwoch vor dem letzten Sonntag im Kirchenjahr den Buß- und Bettag: „Gedenke Deiner Sünden und komm her zu mir, damit ich Dir helfe, dass es besser wird!“ Und noch eines gab Pastor Pauly den Zuhörern mit auf den Weg: „Weihnachten beginnt erst mit dem 1. Weihnachtstag, am 25. Dezember!“

"Der besondere Film" im CCC

Cloppenburg - Mechtild Ottenjann - November 2019  

 

„Der besondere Film“; ihn gibt es schon seit 13 Jahren an jedem 2. Mittwoch im Monat um 16.00 Uhr speziell für Senioren! „Entstanden ist alles in Zusammenarbeit mit der Familie Ellmann, Inhaber des CineCenterCloppenburg, und dem Haus der Senioren“ erklärte Mechtild Veerkamp, Vorstandsmitglied im Haus der Senioren; im Gespräch mit der Redaktion. „Dieser Nachmittag ist mittlerweile zu einer festen Einrichtung für viele Senioren geworden, die gerne ins Kino aber abends nicht gerne aus dem Haus gehen. – Der Senioren-Kino-Nachmittag wurde vor vielen Jahren vom Seniorenbeirat mit zunächst nur drei Filmen pro Jahr ins Leben gerufen. Maria Albers, damalige Büroleiterin im Haus der Senioren, erreichte dann eine Erweiterung auf 13 Filme pro Jahr; im Juni werden sogar zwei Filme angeboten.“ Mechtild Veerkamp, die die Zusammenarbeit mit der Familie Ellmann 2013 übernommen hat, erstellt zu jedem Film Flyer und/oder unterrichtet Interessierte gern via Email. Die Fleyer liegen im Haus der Senioren aus. „Es sind oft wirklich wertvolle Filme, die gezeigt werden; und ich kann mich bei Frau Ellmann-Brendel für die gute Zusammenarbeit bedanken“, sagte Frau Veerkamp. Sie lädt aktuell zum 11. Dezember um 16.00 Uhr ein, den mit der Goldenen Palme in Cannes ausgezeichneten Film „Parasite“ zu besuchen. „Er soll auf unglaublich unterhaltsame Art die soziale Spaltung im Kapitalismus thematisieren!“ Alle, die sich für den besonderen Film interessieren, sind wie immer – ohne Anmeldung – herzlich eingeladen!

Das Haus der Senioren zu Gast in Groningen

Am 25. Oktober 2019 waren wir zu Gast in Groningen beim deutsch- niederländischen Netzwerktreffen „Grenzenlose Inspiration“. Dort ging es um den  Austausch mit anderen, deutschen und auch niederländischen Institutionen, die sich in der Seniorenarbeit engagieren.

Fotos: Derk van Groningen

Als Praktikantin im Haus der Senioren

Cloppenburg - Mechtild Ottenjann - Oktober 2019

 Larissa Preut, Studentin der Gerontologie in Vechta, beendete am 11. Oktober 2019 ein zehnwöchiges Praktikum im Haus der Senioren. Zum Abschluss ihrer Tätigkeit dort stellte sie sich einem Interview:

Frau Preut, Sie haben nach der Fachhochschulreife 2015 an der BBS am Museumsdorf ein   Studium der Gerontologie in Vechta aufgenommen. Warum gerade Gerontologie?

Eigentlich wollte ich das Fach Soziale Arbeit studieren, das wollen aber (zu) viele. So habe ich mich – nach einer einjährigen Auszeit als „au pair“ in Australien – entschieden, Gerontologie in Vechta zu studieren. Gerontologie ist ja die Wissenschaft vom Altern des Menschen und kommt meiner sozialen Einstellung sehr entgegen. Es war eine gute Entscheidung zumal die Zukunftsaussichten für Gerontologen sehr vielseitig und interessant sind.

Warum haben Sie sich für ein Praktikum beim Haus der Senioren beworben?

Ich wohne in Elsten und habe im Internet eine möglichst ortsnahe Praktikumsstelle gesucht. Dabei bin ich auf die Homepage des Hauses der Senioren gestoßen. Diese war sehr informativ und hat mich sofort angesprochen.

Welche Erfahrungen konnten Sie hier sammeln? In wieweit konnten Sie sich auch einbringen?

Zunächst wurde ich von allen ausgesprochen freundlich willkommen geheißen. Im Haus der Senioren herrscht eine ausgesprochen herzliche und harmonische Atmosphäre. Ich erhielt Einblicke sowohl in die Büroarbeit, als auch in die Kurse, die hier angeboten werden. Meine Hauptaufgabe bestand in der Assistenz der Geschäftsführung. Zusammen mit Frau Ostrowski konnte ich Programme entwickeln und meine Ideen einbringen. So habe ich beim Entwickeln des Veranstaltungskalenders mitgewirkt, die „Upcycling-Idee“ begleitet, einige Flyer und Plakate mit erstellt. Qualitätsmanagement war auch ein Thema, bei dem ich mich eingebracht habe. Es gibt ja eine ständige Fluktuation bei den Ehrenamtlichen in der Büroarbeit. Dieser „Nachwuchs“ sollte sich immer schnell zurechtfinden, um sofort präsent zu sein und um alle Fragen schnell, kompetent und freundlich beantworten zu können.

Haben Sie sich Gedanken gemacht über die Zukunft dieses Hauses? Gibt es Verbesserungsvorschläge?

Die Homepage und die monatlichen Veröffentlichungen in der MT finde ich schon sehr informativ. Aber das Haus der Senioren ist schwer zu finden bzw. verkehrstechnisch schwer zu erreichen. Die Parksituation für PKW ist zudem sehr schwierig. – In der heutigen Zeit wird die Präsentation durch gute und wirkungsvolle Fotos sowohl in der Zeitung als auch auf der Homepage immer wichtiger. – Ich habe den Eindruck, dass die tollen Angebote des Hauses der Senioren an Kursen, Arbeitskreisen, Vortragsveranstaltungen noch viel zu wenig bekannt sind, und die Angebote sind ausgesprochen vielschichtig. Vielleicht sollte mehr „getrommelt“ werden! Auch ich habe erst durch das Internet von diesem Haus erfahren. – Bei der Präsentation meines Praktikumsberichts werde ich für eine weitere gute Zusammenarbeit zwischen der Uni Vechta und dem Haus der Senioren in Cloppenburg werben!

Liebe Frau Preut, wir danken Ihnen für das offene Gespräch und wünschen Ihnen viel Erfolg beim bevorstehenden Bachelor-Examen sowie für Ihren weiteren Lebensweg, wohin auch immer er Sie führen wird. Vielleicht „Auf Wiedersehen“ im Haus der Senioren!

Das Interview führten Derk van Groningen und Mechtild Ottenjann.

Foto: Derk van Groningen

Streifzug durch Alt-Cloppenburg mit alten Fotos

Cloppenburg - Mechtild Ottenjann - Oktober 2019

 Der Vortragssaal im Haus der Senioren platzte aus allen Nähten, als Klaus Deux seinen angekündigten Vortrag zum Thema „Streifzug durch Cloppenburg“ hielt.

 Viele Interessierte waren gekommen, um ihn und seine fiktive Tante Guste, die er vom Hauptbahnhof in Cloppenburg abholte – damals noch mehrgleisig und mit dem Wasserturm im Hintergrund – auf einem Gang durch Alt-Cloppenburg zu begleiten. Ja, früher war vieles anders, und manch eine(r) musste tief in den Kindheitserinnerungen kramen, um die dargestellten Stadtimpressionen wiederzuerkennen.

 Es gab Bilder vom Kleinbahnhof mit dem „Pingel Anton“, von der letzten Postkutsche am 30.09.1906, vom Gaswerk, vom Gelände der Firma Pieper („Bitte keine Diskussionen!“), von alten Gaststätten – alles im Laufe der Zeit versunkene (Bau-) Denkmale.

 „Bilder erzählen Geschichte“ so das Unterthema des Streifzuges durch Cloppenburg mit seinen 13 Ortsteilen. Manches stimmte die Zuhörer traurig, manches hat einfach die Zeit nicht überlebt, manches musste dem Fortschritt weichen: die alte katholische Volksschule, die Landwirtschaftsschule, Walhalla, das Capitol, das Kolpinghaus, das St. Vincenzhaus … uvm.

 Ganze Straßenzüge haben sich so verändert, dass es manchmal schwer war, sie noch wiederzuerkennen wie z.B. das Gebiet „Auf dem Hook“, und auch die Osterstraße, die sich noch lange ihren kleinstädtischen Charme erhalten hatte, bekommt immer mehr einen „großstädtischen“ Charakter.

 Viele konnten sich an die Fahrradfirma Kalkhoff oder die Ziegelei Moormann erinnern, aber kaum einer kannte noch die Ziegelei Henking. Immer wieder flammten auch rege Diskussionen auf, als es z.B. um Rektor Fortmann, „Bubi“ Dwertmann, Mia Ostendorf oder „Kippen-Joe“ Heinrich Wemken ging.

 Viele Zuhörer schwelgten in Erinnerungen, und die Zugereisten hörten interessiert zu; denn: Wann war früher? Vor 100 Jahren? Oder doch erst nach dem Kriege?

 Zum Abschied wünschten sich alle, dass der Referent bald wiederkommen möge mit neuen Bildern und neuen Geschichten aus der „guten alten Zeit“ 

Foto: M. Ottenjann

Bildunterschrift: Klaus Deux zeigte u.a. ein Foto der Familie des Friseurs Schardingen, der später nach Amerika auswanderte und von dem er „auf Platt“ eine Anekdote vorlas.

Projekt "Upcycling" im Haus der Senioren und im Mehrgenerationenhaus

Cloppenburg - sb - Oktober 2019

"Dosenallerei": Unter diesem Motto hat ein weiterer Workshop des Upcycling-Projektes in Kooperation mit dem Mehrgenerationenhaus im Haus der Senioren stattgefunden. Dieses Mal kamen Kinder und Erwachsene zusammen, mit kreativem Geschick und Freude am Gestalten fertigten die Teilnehmer aus alten ausgedienten Dosen Neues, Nützliches oder Dekoratives wie zum Beispiel farbenfrohe Insektenhotels oder hübsche Aufbewahrungsdosen.

Fotos: Derk van Groningen

Die Teilnehmerinnen des Upcycling-Projektes im Haus der Senioren und im Mehrgenerationenhaus blicken stolz auf ihre erfolgreiche Arbeit.

Haus der Senioren freut sich über neuen Beamer

Münsterländische Tageszeitung, Samstag 05. Oktober 2019

Antiquitäten werden lebendig

Münsterländische Tageszeitung, Samstag 05. Oktober 2019

Ilona Heydt referiert über Erwachsenbildung

Münsterländische Tageszeitung, Samstag 05. Oktober 2019

Fridays for Future - Alles fürs Klima

Cloppenburg - Rudolf Lux - September 2019

Wir waren dabei! Dem Aufruf "Alles fürs Klima" am Freitag, den 20. September 2019, folgten nicht nur die Schüler und jugendliche Klimaaktivisten, sondern  auch  Eltern und Rentner nahmen an dieser Aktion teil. Auch das "Haus der Senioren" nahm mit dem wohl größten Transparent an der Demo teil.

Fotos: Martin Kessens 2, Derk van Groningen 4, MT 1

Chorgesang im Gartencenter

Cloppenburg - Peter Maisel 

 Nicht immer nur in den vier Wänden des Hauses der Senioren wollten die Sängerinnen und Sänger der Gruppe "Pflege alten Liedguts", unter der Leitung von Anneliese Pleyter, ihre Gesangstunde absolvieren. So besuchten sie vor einiger Zeit die ehemalige Leiterin der Gruppe im Seniorenzentrum Molbergen. Zusammen mit den Bewohnern des Hauses und einigem Personal verging beim gemeinsamen Singen die Zeit wie im Fluge.

 In der vorigen Woche ging es ins Gartencenter Aumann in Varrelbusch. Der Nachmittag begann mit einer gemütlichen Kaffeezeit, während der sich alle viel zu erzählen hatten; danach wurde gesungen. Anschließend gab es unter fachkundiger Leitung eine kleine Führung, bei der die Sängerinnen und Sänger interessante Erkenntnissen unter anderem über die Pflege von Garten- und Zimmerpflanzen vermittelt bekamen. Wann und wer das nächste Mal besucht wird, steht noch in den Sternen.

Foto: Peter Maisel

Die neue WG des St. Pius-Stiftes

Cloppenburg - Mechtild Ottenjann - August 2019

 Das gab es in Cloppenburg noch nicht: eine WG nur für Senioren! Aloys Freese, Pflegedienstleiter im St. Pius-Stift in Cloppenburg, stellte im Haus der Senioren dieses neue Projekt des St. Pius-Stifts vor.

 Zunächst sind vier Wohngemeinschaften im neuerbauten Haus „Am Alten Gaswerk“ geplant: zentrumsnah, d.h. kurze Wege zu Ärzten, Apotheken, Einkaufsmöglichkeiten sowie zu Bahnhof und Bussen – so der Referent. Der Initiator, das St. Pius-Stift, will dieses Projekt ergänzend zu seinem derzeitigen Angebot in die Wege leiten. Es soll eine Alternative zum „betreuten Wohnen“ sein.

 Das z. B. in Vechta schon bewährte Konzept beinhaltet, dass jeweils sechs Senioren „ab Pflegegrad 2“ eine Wohngemeinschaft bilden. „Sie werden zusammen in einer großen Wohnung leben mit einem gemeinsamen offenen Küchen- und Wohnraum. Die zwei Wohnungen im Erdgeschoss haben eine Terrasse mit dem Zugang zu einem speziell angelegten Demenzgarten, der von außen nicht betreten und von innen nicht nach draußen verlassen werden kann.

 Die zwei Wohnungen im Obergeschoss haben einen Balkon. Für jede/n gibt es – als Rückzugsort – zudem ein eigenes, 26 m2 großes, barrierefreies Apartment mit Nasszelle, das mit eigenen Möbeln eingerichtet werden darf“, erklärte Herr Freese.

 Somit wird es „Am Alten Gaswerk“ im Erdgeschoss zwei Wohnge-meinschaften für an Demenz Erkrankte und im 1. Stock zwei für Menschen mit körperlicher Behinderung geben. In den WGs soll der ganz normale Alltag gelebt werden.

 Jede/r kann und soll sich nach ihren/seinen Möglichkeiten bei den täg-lichen Verrichtungen im Haushalt einbringen und beteiligen. Alle Mahl-zeiten sollen gemeinsam zubereitet werden; es wird eine gemeinsame Haushaltskasse geben. „Selbstbestimmend und aktiv mit Lebensfreude am Leben teilnehmen können, aber rund um die Uhr unterstützend begleitet von geschulten MitarbeiterInnen der Caritas Sozialstation“, das ist die Devise.

 Vermieter der Wohnungen ist das St. Pius-Stift, das den Bewohnern vertraglich ein Bleiberecht bis zum Tode einräumt! Mitbestimmung ist wichtig: So sollen sich die Mitglieder einer WG nicht nur ihr tägliches Leben selbst organisieren, sondern sie entscheiden z. B. auch über die Aufnahme eines neuen Mitglieds in ihre Wohngemeinschaft.

 Wer Interesse an diesem neuen Projekt hat, kann sich im Internet unter www.senioren-wg-cloppenburg.de oder telefonisch bei Herrn Freese unter 04471/183-0 informieren.

Lach-Yoga im Café Alzheimer

Cloppenburg - Peter Maisel - August 2019

 Vor zwei großen Smileys an der Wand, das eine lachend und das andere griesgrämig, und bekleidet mit einem gelben T-Shirt, ein lachendes Gesicht zeigend, agierte eine "quirlige" Petra Langhorst lachend vor annähernd 30 Besuchern im Café Alzheimer im Haus der Senioren.

 "Wollt ihr mehr Lebensfreude, wollt ihr mehr Gesundheit, wollt ihr mehr Zufriedenheit"? fragte sie an diesem Nachmittag immer wieder lautstark die Anwesenden und erfuhr ebenso kräftig jedes Mal die Antwort "Ja!" gefolgt von einem fröhlichen Lachen.

 Die Lach-Yoga-Trainerin aus Löningen fand auf diese Art und Weise schnell Zugang zu den Besuchern, die sie zum Thema "Lach-Yoga" informieren und für eine andere Art des Lachens sensibilisieren wollte, was ihr am Ende der Veranstaltung auch geglückt war.

 "Als Erfinder des Lach-Yoga gilt der indische Arzt Dr. Madan Kutaria", so Langhorst, "der 1995 nach einer Methode suchte, die Menschen mehr zum Lachen zu bringen, denn Lachen macht und hält gesund, unabhängig vom Grund."

 In mehreren Schritten führte sie dann mit der Gruppe Lachübungen durch, die eine Kombination aus Klatsch-, Dehn- und Atemübungen in Verbindung mit pantomimischen Übungen waren, die mit einem Lachen endeten.

 Im ersten Schritt wurde rhythmisch geklatscht, mit gespreizten Fingern, wie es Kinder machen. Dazu wurden verschiedene Körperbewegungen ausgeführt und der Blickkontakt zu den anderen Teilnehmern intensiviert sowie die Klatschgeschwindigkeit langsam gesteigert.

 In der anschließenden Übung kam zum Klatschen das rhythmische Sprechen der Lachsilben "ho" und "ha" hinzu, wobei auch das "Grimassenschneiden" angesagt war.

 Als sehr wichtig im Lach-Yoga bezeichnete Langhorst das richtige Atmen. Auf ein tiefes Einatmen aus der Rumpfbeuge heraus zum gestreckten Oberkörper mit gespreizten Armen folgte ein kurzes Innehalten bis zum befreienden Ausatmen.

 In einer weiteren Übung, genannt kindliche Verspieltheit, kitzelten die Besucher gegenseitig die Handinnenflächen, wie es Kinder tun, was zum Lachen führte und mit einem freudigen Füßetrampeln endete. 

 Mit einer verdienten Entspannungsphase während einer Meditation beendete die Trainerin die Aktivitäten der Gruppe, deren Gesichtszüge sich gelöst und lächelnd zeigten.

 Die Bemühungen Petra Langhorsts, die Anwesenden ohne Witze, Anekdoten oder einen bestimmten Grund zum Lachen zu bringen, zeigten vollen Erfolg. Nach der Veranstaltung wurde noch viel gelacht und über das Erlebte lachend geredet.

Fotos: Peter Maisel

Münsterländische Tageszeitung, Mittwoch, 14. August 2019

Münsterländische Tageszeitung, Mittwoch, 07. August 2019

Wer will mitspielen?

Cloppenburg - Peter Maisel - August 2019

 

Wer will mitspielen? Mit dieser Frage wollen die Mitglieder der Gruppe "Brett-, Würfel- und Kartenspiele" auf sich aufmerksam machen.

 Gesellschaftsspiele erfreuen sich nach wie vor großer Beliebtheit. Sie fördern das soziale Miteinander, regen zu Gesprächen und zum Lachen an und halten das Gedächtnis auf Trapp.

 Die Gruppe unter der Leitung von Marianne Trischkat trifft sich alle 14 Tage freitags um 14 Uhr im Haus der Senioren und möchte spielfreudige Frauen und Männer zum Mitspielen einladen.

Das erste Treffen nach der Sommerpause findet am Freitag, 16. August in der Geschwister-Scholl-Straße 15 statt.  

In Erinnerungen geschwelgt

Cloppenburg - Peter Maisel - Juli 2019

"Man ist so alt, wie man sich fühlt" sagen sich die Besucher des Café Alzheimer, wenn sie jedes Jahr wieder die Historische Kirmes auf dem Dorfplatz (Brink) im Museumsdorf besuchen.

 Sie genießen Jubel, Trubel und Heiterkeit, die dort herrschen und lassen sich von allem schnell anstecken und zum Mitmachen animieren. Dabei sind der Geruch von gebrannten Mandeln, Pfefferkuchenherzen mit einer Liebeserklärung, Zuckerwatte und diverse andere Süßigkeiten besonders geeignet, für die richtige Einstimmung auf das Treiben zu sorgen und zu einem Rundgang einzuladen.

 Der Besuch begann mit einer gemeinsamen Kaffeetafel, die von den Museumspädagoginnen Maria Thien und Monika Malinowski, die auch die Begleiterinnen beim Rundgang waren, vorbereitet wurde.

 Wer jedoch glaubt, dass die Vielfalt der historischen Geschäfte wie Schießbude, Riesenrad (Russische Schaukel) und das Alt-Ammerländer Pferdekarussell den Besuchern die Entscheidung für den Beginn zu einem Rundgang nicht gerade leicht machten, der irrt. Auch ein Gewitterschauer tat dem Tatendrang der Besucher/innen keinen Abbruch.

 Zielgerichtet schlenderte die Gruppe zum Karussell, das als "Hingucker" gilt. Einige ritten auf den edlen Rössern oder machten es sich in einer Gondel oder Kutsche bequem. Das Herzstück des Karussells, die Orgel, verbreitete die dazugehörige Musik; und so drehte sich das Karussell zum Lied "Steig in die Gondel, Luise!“, und die Fahrgäste schwelgten in alten Erinnerungen.

 Ein weiteres Ziel war die Raupenbahn, eine Variante der früheren Berg- und Talbahn. Nach einer flotten Fahrt, teilweise mit viel Juchée unter dem Verdeck, äußerte sich eine "Mutige" beim Verlassen des Fahrgeschäftes zufrieden und stolz: "Dass ich mit 84 Jahren noch einmal in der Raupenbahn fahren würde, hätte ich nicht zu träumen gewagt – na ja, je öller, je döller!"

 Für die Organisatorin Ursula Wichmann und die Museumspädagoginnen gab es am Ende der Veranstaltung viele Worte des Dankes und das Versprechen, im nächsten Jahr wieder die "Historische Kirmes" besuchen zu wollen.

 

Fotos: Peter Maisel

Ausflug ans "MEER"

Cloppenburg - Mechtild Ottenjann - Juli 2019

 Das Organisationsteam des „Café Alzheimer“ hatte einen Ausflug ans Zwischenahner Meer, der „Perle des Ammerlandes“, organisiert, und etwa 30 Personen folgten der Einladung.

 Mit dem Bus ging es direkt zum Fährkroog nach Dreibergen, wo eine reich gedeckte Kaffeetafel schon auf die Gäste wartete. Bei angenehmen Temperaturen – und etwas Nieselregen – konnte sich die Gruppe danach ein wenig die „Füße vertreten“ und die „Lampenputzer“ und Seerosen am Uferrand bewundern, bevor es mit dem Fahrgastschiff „MS Bad Zwischenahn“ zu einer Rundreise auf dem „Meer“ ging.

 Das drittgrößte Binnengewässer in Niedersachsen hat eine Wasserfläche von 526 ha, befindet sich über einem Salzstock und ist im Durchschnitt nur 3,30 m tief. Bestaunt wurden die vielen Segelboote, die hier ihren Heimathafen haben oder auch die zahlreichen hübschen Grundstücke mit zum Teil reetgedeckten Häusern direkt am See. Der riesige Wels, der der Legende nach 3,50 m lang sein soll, wurde allerdings nicht gesichtet.

 Nach einer einstündigen Rundfahrt verließ die Gruppe – einige bestückt mit einem „Zwischenahner Aal“ – wieder das Schiff und begab sich mit dem Bus auf die Reise durch das schöne Ammerland mit seinen vielen Baumschulen zurück ins Oldenburger Münsterland. Alle waren dankbar für einen erholsamen Nachmittag!

 

Fotos: Mechtild Ottenjann 

Zu Besuch beim Respekt einflößenden Tyrannosaurus Rex

Cloppenburg - Peter Maisel - Juli 2019 

Auf den Spuren von Lebewesen, die vor vielen Millionen Jahren unser Land bewohnten, bewegten sich die Wanderer und Radwanderer aus dem Haus der Senioren. Ihr diesjähriger gemeinsamer Sommerausflug führte sie in den Dinosaurier Park in Münchehagen, Europas größtes privat betriebenes Dinosaurier-Freilichtmuseum.

 "Herzlich willkommen zu einer Zeitreise durch Jahrmillionen der Erdgeschichte auf einem 2,5 km langen Rundweg durch das Freilichtmuseum ", so der Museumsführer in seiner Begrüßung.

 Die Gäste machten in verschiedenen geologischen Abschnitten die Bekannt-schaft mit lebensechten Rekonstruktionen von charakteristischen und besonders imposanten ausgestorbenen Tieren des entsprechenden Zeitalters aus verschiedenen Teilen der Erde, die in Originalgröße ausgestellt sind.

 Sie hörten von Flugsauriern, pflanzenfressenden Sauriern und den Raubsauriern, von denen wohl der berühmteste der "Tyrannosaurus Rex" ist und als König der fleischfressenden  Dinosaurier bezeichnet wird. Bei der Begegnung mit dieser gewaltigen "Fressmaschine" flößten deren Ausmaße dem einen oder anderen Besucher Respekt ein.  

 Beeindruckt vernahmen sie die Daten des Riesen, der in seinem Lebensraum wohl der bekannteste war. Sie wurden mit ca. 4 m Schulterhöhe und 13 m Länge angegeben. "Während man Länge und Höhe anhand von Skelettfunden ziemlich genau bestimmen kann, kann das Gewicht zwischen 4,5 und 9,5 Tonnen nur geschätzt werden", so der Museumsführer.

 Da der Gigant wegen seiner Größe nicht auf dem Landweg ins Museum gebracht werden konnte, musste er mit dem Hubschrauber transportiert und schließlich über dem jetzigen Standort aus einer bestimmten Höhe abgeworfen werden. Das diente gleichzeitig einer Material-Qualitätsprüfung und Standfestigkeitskontrolle, damit die Figur aufgestellt werden kann, wie zu erfahren war.

 Unter den Beinen des "Giganten" hindurch gelangte die Gruppe schließlich in die verglaste Halle mit den Saurierfährten. Sie ist das Zentrum des Naturdenkmals "Saurierfährten" mit über 300 versteinerten Dinosaurierspuren. "Diese wurden in den 1980er Jahren in einem Steinbruch in Münchehagen entdeckt und sind der Ausgangspunkt für die Entstehung des "Dino-Parks"", erfuhren die Cloppenburger Gäste.

 Im Steinbruch des Geländes, in dem Besucher sich auch als Archäologen betätigen können, werden ständig neue Funde entdeckt, die die Erkenntnis über die Urzeit ergänzen und so die "Faszination Dinosaurier" bei kleinen und großen Besuchern aufrecht erhalten und immer wieder neu beleben.

Fotos: Peter Maisel 

Im Haus der Senioren wurde gewählt.

Im Haus der Senioren standen Neuwahlen an. Die ehrenamtlichen Mitarbeiter des Hauses der Senioren wählten einen neuen Vorstand.  Elsbeth Südbeck und Martha Gelhaus traten für eine Neuwahl nicht mehr an. Neu als Vorsitzende wurde Elisabeth Schlömer und als stellv. Vorsitzender Jürgen Gierenstein (auch Kassenführung) gewählt. Gerhard Mastall stellv. Vorsitzender, Mechthild Veerenkamp  Schriftführerin und Ilona Heydt vom Bildungswerk wurden in ihren Ämtern bestätigt. 

Pflegehilfsmittel und Sturzprophylaxe im Alter

Cloppenburg -  Mechtild Ottenjann - Juni 2019

Bernhard Moorkamp, seit 20 Jahren bei der AOK in Cloppenburg tätig, informierte im Café Alzheimer im Haus der Senioren über „Pflegehilfsmittel und Sturzprophylaxe im Alter“.

 „Es gibt eine Unmenge von Hilfsmitteln; doch wie sinnvoll, wie pflegerisch notwendig und wie wirtschaftlich sind sie?“ so begann der Referent und zeigte mehrere Hilfsmittel auf vom Rollator über den Rollstuhl bis zum Pflegebett.

 Die medizinische Notwendigkeit bestimme zunächst immer der Arzt, der dann ein Rezept ausstelle, mit dem man dann zum Sanitätshaus gehen könne … „Aber bitte immer vorher die Krankenkasse fragen!“

 Viele Hilfsmittel gäbe es auch kostengünstig im Internet zu kaufen, aber der Hinweis des Referenten: „Die Sanitätshäuser haften für ihre Produkte!“

 Zur Sturzprophylaxe führte Herr Moorkamp anhand von Statistiken aus, dass erschreckend viele ältere Menschen pro Jahr stürzen und „davon bleiben 30% bis 50% dauerhaft hilfsbedürftig!“ Ursache seien oft im Alter nachlassende motorische Fähigkeiten und auch oft nur ein mangelndes Vertrauen in diese Fähigkeiten.

 Es wäre gut, sein Seh- und Hörvermögen regelmäßig überprüfen zu lassen und sein häusliches Umfeld nach Stolperfallen zu überprüfen.

 Zum Abschluss empfahl Herr Moorkamp ein „altersbedingtes gezieltes Bewegungstraining“; denn „Ein rollender Stein setzt kein Mass an!“ 

10 Jahre Freundeskreis der Deutschen aus Russland

Cloppenburg - Peter Maisel - Juni 2019

Es war im Jahre 2009, als sich eine Reihe von Deutschen aus Russland im Haus der Senioren trafen und zum "Freundeskreis der Deutschen aus Russland" zusammenfanden.

 Der erste Leiter der großen Gruppe war Viktor Lehmann. Seit Oktober 2011 ist Lidia Dering-Pustlauk die Leiterin.

 Seit 10 Jahren ist nun in den Räumen in der Geschwister-Scholl-Straße 15 jeden Montagnachmittag ab 15 Uhr neben der deutschen Sprache auch die russische zu hören. Besucher des Hauses, die die Gruppe nicht kennen, sind ganz überrascht über die fremde Sprache im Haus und hören vor allem den russischen Liedern gerne zu.

 Viele Teilnehmer/Innen finden sich ein, um bei Kaffee, selbst gebackenem Kuchen und Gebäck ein paar gemütliche Stunden mit einander zu verbringen.

 Beim Erzählen von Familiengeschichten und Begebenheiten werden nicht selten Erinnerungen an die Kindheit wach, so dass die alte Heimat nicht vergessen wird.

 Neben familiären Neuigkeiten kommt auch das Neueste aus der Stadt zur Sprache. Dabei werden Meinungen und Kritik dazu geäußert und über Planungen für die Zukunft gesprochen. Aufmerksam blickt man dabei auch auf die Weltpolitik und kommentiert diese kritisch.

 Weitere Themen sind die vielfältigen Veranstaltungsangebote der Stadt und die Erfahrungen bei deren Besuch.

 In gemütlicher Atmosphäre wird der Nachmittag fortgesetzt und dabei sehr viel gelacht und gesungen.

 Große Bedeutung wird den Geburtstagen der Besucher/Innen und besonderen Feiertagen beigemessen. Dann werden auch schon mal die Stühle und Tische zur Seite geschoben, damit das Tanzbein geschwungen werden kann.

 Seit etwa einem Jahr gibt es die Gesanggruppe "Iwuschka" im Haus der Senioren. Sie besteht aus sangesfreudigen Besucherinnen des Freundeskreises und aus Teilnehmern der Cloppenburger Bevölkerung. Die Gruppe trifft sich alle 14 Tage zu den Gesangstunden und möchte ihr Können gerne einem interessierten Publikum vortragen. 

 Foto: Derk van Groningen