"Was, du gehst ins Seniorenheim?"

Cloppenburg - Martin Kessens - Dezember 2018
Fragen mich erstaunt mir nahestehende Menschen, wenn ich von meinen regelmäßigen Besuchen, sowohl aktiv als auch passiv, im Haus der Senioren berichte. Vielfach muss ich korrigieren, dass es sich dabei um das Haus der Senioren handelt. Es ist ein Treffpunkt für Herbstmenschen, wie Vorsitzende Elsbeth Südbeck gerne die „Senioren“ nennt. Ein Treffpunkt ganz nach dem Motto des Hauses „Zu jung, um alt zu sein“.  „Aber du bist doch noch gar nicht so alt“ geht das Erstaunen weiter. „Doch, ich bin 65 Jahre alt, wann soll ich gehen, wenn nicht jetzt?“ gebe ich zur Antwort. Den Schnack vieler selbst alter Menschen „da sind ja nur alte Leute“ mag auf den ersten Blick lustig klingen, aber bei mir taucht gleich die Frage auf, ob diese Menschen nicht zu ihrem Alter stehen können. Alter ist eine Zahl, mehr nicht, es kommt drauf an, was Mann und Frau daraus machen. Ich habe nun nach einem Jahr Rentnerdasein „das Haus der Herbstmenschen“ liebgewonnen, habe an zahlreichen Veranstaltungen teilgenommen und dabei viel Neues erfahren, habe das Engagement der vielen Ehrenamtlichen noch mehr schätzen gelernt, genieße die offene Tür, um eben einen Kaffee mit den stets fröhlichen Ehrenamtlichen zu trinken, und um andere Herbstmenschen zu treffen. Altersforscher empfehlen, um nicht im Kopf und Herz alt zu werden oder zu sein, Neugierde, Kommunikation, körperliche Bewegung, lebenslanges Lernen. All das können neudeutsch die „Best ager" (im besten Alter) im Haus der Senioren finden und erleben. 2019 steckt wieder voll von neuen Veranstaltungen und Ereignissen und ich freu mich drauf- Sie auch.                                                      Bild: Martin Kessens

Lebendiger Adventskalender

Cloppenburg - Peter Maisel - Dezember 2018

Wer den Inhalt des Lebendigen Adventskalenders genießt, braucht  keine Angst zu haben, davon dick zu werden, da es etwas zu erleben gibt. Alle zwei Jahre findet dieses Ereignis in der Adventszeit in Cloppenburg statt.

Sowohl Privatpersonen als auch Kindergärten, Schulen und andere Einrichtungen beteiligen sich daran, jeden Tag in der Adventszeit ein Fenster oder eine Tür des eigenen Hauses zu gestalten. Dabei treffen sich Menschen, die sich teilweise noch nie zuvor gesehen haben, zu Gesprächen und Gedankenaustausch.

Das Haus der Senioren nahm in diesem Jahr bereits zum dritten Mal teil. Eine große, gelb leuchtende "10" im Fenster des ersten Stock des Hauses geleitete die Besucher in den adventlich geschmückten Veranstaltungsraum, in den die Veranstalter wegen der ungewissen Witterung umgezogen waren. Bei Plätzchen und einem warmen Getränk genossen die Besucher die lockere Atmosphäre.

Nach der Begrüßung durch Theresia Ostrowski, Leiterin des Seniorenbüros, stellte diese die Dekoration des Raumes, vier Sterne in den Farben grün, blau, gelb und rot vor. Dazu gab sie einführende Gedanken kund zum Thema des Abends. Anschließend interpretierten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Büros den Sinn der Farben.

"Grün steht für die Hoffnung, die wir Menschen nicht verlieren sollen. Blau signalisiert uns Treue gegenüber dem Mitmenschen. Gelb soll uns in Bedrängnis Zuversicht geben. Rot erinnert uns an die Liebe, die wir empfangen und an andere austeilen".

Nach einigen stimmungsvollen Liedern und der Aufforderung "Tragt in die Welt nun ein Licht!" wurde das Adventslicht an den folgenden Veranstalter weiter gegeben. 

Geschichte des Weihnachtsliedes

Cloppenburg - Seniorenbüro - Dezember 2018

Dr. Ulrike Kehrer, Dozentin an der Katholischen Akademie in Stapelfeld, referierte in der Adventszeit im Haus der Senioren über die Geschichte des Weihnachtsliedes. Sie hatte beispielhafte Liedtexte und ein E-Piano mitgebracht, und die ZuhörerInnen folgten ihr begeistert bei ihren Erläuterungen und sangen die Lieder fleißig mit.

Frau Dr. Kehrer erklärte, dass die ältesten Weihnachtslieder im westlichen Kulturkreis lateinische Gesänge gewesen seien, die in der Messe und im Stundengebet gesungen wurden. Im Mittelalter entwickelte sich dann der Brauch, diese mit deutschen Liedern zu verbinden, wie z.B. im lateinisch-deutschen Mischgesang „In dulci jubilo“. Diese Lieder waren Teil der Mitternachtsmesse, endeten in der Regel mit dem Ruf „Kyrie eleison“ („Herr, erbarme dich“) und würden daher als Leisen bezeichnet. „Es gibt keine Zeugnisse dafür, dass diese ersten Weihnachtslieder auch zu Hause gesungen wurden.“ Eine andere Wurzel des Weihnachtsliedes sei die in den Klöstern gepflegte Mystik gewesen. Aus diesem Kreis stammen z.B. die Weihnachtslieder „Joseph, lieber Joseph mein“ oder „Gelobet seist du, Jesu Christ“.

Das Singen von Weihnachtsliedern im Gemeindegottesdienst habe deutliche Impulse durch Martin Luther erhalten, der – gemäß seinem reformatorischen Gedanken, die Messe in deutscher Sprache abzuhalten – eine Reihe von Weihnachtsliedern in deutscher Sprache schuf, so die Referentin. Luther übertrug dafür bereits etablierte lateinische Texte ins Deutsche. Er habe sich auch nicht gescheut, volkstümliche Weisen aufzunehmen, und schuf mit „Vom Himmel hoch“ ein Weihnachtslied, das die Bearbeitung eines Kranzlieds, eines Spielmannsliedes, das auf den Märkten gesungen wurde („altes Facebook“ oder „alte Discomusik“), war und bis zu 15(!) Strophen enthält.

Das Lebensgefühl des 30jährigen Krieges (1618-1648) brachte Lieder wie „Zu Bethlehem geboren“ oder „Ich steh an Deiner Krippen hier“ hervor. In der Hoffnungslosigkeit jener Zeit besann man sich auf Gott, den Retter aus aller Not! Heute seien diese Lieder wg. ihrer Hingabe und der Innigkeit der Texte nicht mehr so beliebt, meinte Frau Dr. Kehrer.  

Im 19. Jahrhundert gab es Lieder wie „Leise rieselt der Schnee“, Süßer die Glocken nie klingen“ oder „Am Weihnachtsbaum, die Lichter brennen“, in denen nicht mehr die Weihnachtsgeschichte im Vordergrund stand sondern das Christkind, das die Geschenke brachte. „Es war die Zeit des Biedermeier, der Besinnung auf die Familie, auf die Familienfeste. Adventskranz und Weihnachtsbaum hielten Einzug in die Stuben jener Zeit“, so die Referentin.

Zu Beginn des 20. Jahrhunderts wurden von der Wandervogelbewegung z.T. Lieder aus dem Mittelalter „ausgegraben“ und in die deutsche Sprache übersetzt, wie z.B. „Es kommt ein Schiff geladen“ oder „Lieb Nachtigall, wach auf“.

Diese Strömung wurde während der Hitler-Zeit im Nationalsozialismus schnell beendet. Im Dritten Reich gab es Bestrebungen zur Entchristlichung und Mythisierung des Weih-nachtsfests, was sich auch in vielen profanierenden Umdichtungen niederschlug. Diese Umdichtungen haben sich meist nicht durchsetzen können. Jedoch ist „Es ist für uns eine Zeit angekommen“ bis heute bekannt. Es sei wie „Hohe Nacht der klaren Sterne“ beliebt geblieben. Auch in der späteren DDR gab es Neuschöpfungen von Liedern deren Texte politisch-sozialistisch geprägt waren. Nicht Jesu Geburt, sondern Weihnachten als ein sozialistisches Friedensfest sollte gefeiert werden.

Als letztes Weihnachtslied stellte Frau Dr. Kehrer das Lied „Stern in dunkler Nacht“ vor, ein modernes „Oh, du fröhliche …“ Ob es sich durchsetzen wird?                                                                          Foto: Kessens

Weinachten 2018 im Haus der Senioren - Dem "Haus der Herbstmenschen"

 

    Cloppenburg - Martin Kessens - Dezember 2018
Im Haus der Senioren neigt sich das Jahr zu Ende. In den vielen ehrenamtlich geleiteten Gruppen wurde das Jahr mit einer vorweihnachtlichen Feier verabschiedet. So klangen unterschiedliche Weihnachtslieder auch in unterschiedlichen Sprachen durchs Haus, selbst gebackte Plätzchen standen zum Naschen bereit, und die Unterrichtsräume waren vorweihnachtlich geschmückt. Entsprechend den Kursen wurde das Thema Advents- und Weihnachtszeit aufgegriffen. Die Sprachkurse schauten nach England und in die USA, nach Frankreich und nach Spanien und ließen sich vom Glanz der Weihnachtszeit in den jeweiligen Ländern verzaubern. Das Café Alzheimer brachte Weihnachtsstimmung in die gute Stube des Hauses der Senioren. Und auch der „Lebendige Adventskalender“ machte Station beim Seniorenbüro. Bei der Gruppe „Top im Kopf“ ging es mit Fragen, Verblüffendes zum Fest und Weihnachtsliederraten um die  schönste Zeit des Jahres. „Eine Familie mit vielen Kindern möchte dieses Lied vielleicht nicht mehr singen“- fragte Kursleiter Martin Kessens und die wissbegierigen Teilnehmenden fanden die Lösung mit einem herzhaften Lachen „Ihr Kinderlein kommet“ spontan heraus. Bei der Frage, „ein Tiefdruckgebiet soll den Erlöser bringen“ wurde es schon kniffliger und es bedurfte noch einige Hinweise bis schließlich die Lösung „Tauet Himmel den Gerechten, Wolken regnet ihn herab“ gefunden wurde.

                Bild: Martin Kessens
              
Die Spanischgruppe bedankte sich mit einem Blumenstrauß bei  Jenny Lemmermöhle,

           und gab „Feliz Navidad“ zum Besten.

Einen Streifzug durch Cloppenburg

Cloppenburg - Peter Maisel - Dezember 2018

"Einen Streifzug durch Cloppenburg" veranstaltete Klaus Deux mit den Besuchern des Frühstückstreffs im Haus der Senioren an Hand einer Reihe alter und interessanter Fotografien.

 Die Straßen rund um Andreas bildeten den Anfang des Streifzuges. Weiter ging es zur Münsterlandhalle mit dem Viehmarkt, bei dem die Geschäfte noch per Handschlag besiegelt wurden. An den Kreuzkampf erinnerte ein Foto von der Großkundgebung mit über 7000 Menschen.

 In der Eschstraße interessierte die Gruppe die Engelmann/Bramlage Mühle. Über den Fortmannsweg wusste Deux zu berichten: "Rektor Fortmann hat ihn mit seinen Schülern mit "Katzenköpfen", die er auf den Äckern bei Bauern sammeln ließ, gepflastert, damit sie trockenen Fußes zur Schule gelangen konnten".

 In der Mühlenstraße stand das alte "Kaiserliche Postamt" (Haus Bley) und an der Soeste die Arztpraxis Heukamp (Stadthalle) im Blickpunkt. Am Haus Bruns war auffällig eine "Utlucht", ein kleiner Vorbau  an der Straßenfront, über den die Bewohner die ganze Straße im Blick hatten, ohne selbst gesehen zu werden.

 In der Osterstraße beeindruckte die "Alte Stadtkapelle", die im Erdgeschoss das Gotteshaus beherbergte und im Obergeschoss den Ratssaal, in dem die Ratsherren durch eine geöffnete Luke am Gottesdienst teilhaben konnten. An dem Gebäude waren sowohl das Kirchenwappen als auch das Stadtwappen angebracht, um die Trennung Kirche/Staat zu verdeutlichen.

 Die "Kleine Kirche", ein Kleinod der Stadt, musste, aus heutiger Sicht bedauerlicherweise, während der Amtszeit von Pastor Paul Saalfeld als Dechant einem Neubau weichen. "Auf eine bewegte Vergangenheit kann die Liebfrauenschule zurückblicken", so der Referent, "aus der privaten Töchterschule wurde im Laufe der Jahre ein neusprachliches Gymnasium, das den Namen "Liebfrauenschule" bekam. Im Volksmund hat es auch heute noch die Bezeichnung 'Nonnenkasten'".

 Ebenfalls mehreren Gebäuden wurde in der Langestraße besondere Aufmerksamkeit geschenkt: Dem Doppelgiebelhaus der MT und der markanten Rathaustreppe des alten Rat-hauses, in dem die Bürgerwehr ihre Löschfahrzeuge unterstellte. Nicht zu vergessen auch die Walhalla, in der über viele Jahre alle Neuigkeiten aus der Stadt und über diese zu erfahren waren: "Hest all hört"? (Hast du schon gehört?)

 In der Bahnhofstraße fiel das Augenmerk des Redners auf den Münsterländer Hof, das Lagerhaus Roter, die Spedition Steinkamp und das Centralhotel, das seine Gäste vom und zum Bahnhof mit Pferdekutschen beförderte.

 Am Bahnhof trafen sich drei Zuglinien: die "Großherzogliche Oldenburgische Eisenbahn" (GOE) von Oldenburg über Cloppenburg nach Osnabrück, die im Volksmund wegen ihrer Langsamkeit auch "Ganz Ohne Eile" genannt wurde, die Kleinbahn Cloppenburg-Vechta und die Kreisbahn "Pingel Anton" von Cloppenburg zur Landesgrenze in Auen.

 Während der Demonstration der Fotos und der humorvollen Kommentierung durch den Redner waren immer wieder Stimmen aus dem Publikum zu hören, die meinten: "Das kenn ich auch noch" oder "Das ist doch ...". Dabei fielen zum Beispiel dann Namen wie 'Kippen Joe', 'Mia Ostendorf (Laudate) oder 'Anni Rolfes', Wirtin der Bahnhofsgaststätte. Sie sind unvergessene Originale, die das Miteinander in der Stadt auf ihre Weise begleiteten und prägten.

 Nicht nur für die Einheimischen war der Vormittag eine Erinnerung an vergangene Zeiten und Jahre, sondern auch für Zugezogene ein Anstoß, die Stadtgeschichte Cloppenburgs zu erforschen und nachzuerleben.  

            Münsterländische Tageszeitung - Samstag, 24. November 2018

Ein Haus der Begegnung in der Gemeinde Vrees

Cloppenburg - Peter Maisel - Dezember 2018

Neugierig gemacht durch eine Pressemeldung in der MT: "Vrees gewinnt Gold in Irland" besuchte eine Gruppe Ehrenamtlicher aus dem Haus der Senioren die 1800-Seelen Gemeinde, um sich über das Projekt "Wir für Euch - Altwerden im Dorf,  Vrees" näher zu informieren.

 Bürgermeister Heribert Kleene erläuterte den Cloppenburger Besuchern zunächst anhand einer Präsentation die Idee, die zur Verwirklichung des Projektes führte. "Nach aktuellen Umfragen möchten 90% der Bevölkerung ihren Lebensabend nicht in Pflegeheimen verbringen", so der Bürgermeister. "Vor diesem Hintergrund und der Tatsache, dass es bereits heute an Pflegekräften mangelt, hat es sich die Gemeinde Vrees zum Ziel gesetzt, das häusliche Wohnen älterer Menschen, auch im sehr hohen Alter oder bei Pflegebedürftigkeit, zu stärken, um so Umzüge in stationäre Pflegeheime möglichst zu vermeiden".

 Seit 5 Jahren wird an der Umsetzung der Idee gearbeitet. Das Angebot richtet sich an Bewohner des Ortes; so bietet die gemeinsame Vergangenheit viele Anknüpfungspunkte für Gespräche und den Austausch von Erlebnissen.

 Als Schwerpunkte des Projektes nannte der Bürgermeister die Nachbarschaftshilfe, soziale Dienstleistungen, die Einrichtung einer Koordinierungsstelle für alle Belange der Dorfgemeinschaft im Bürgerhaus, einem "Multifunktionshaus". Es ist eine Begegnungsstätte für Menschen unterschiedlichsten Alters.

 Den verschiedensten Gruppen wie Frauengemeinschaft, Heimatverein und Handarbeitsgruppe; auch der Mutter-Kind-Gruppe und den Jugendlichen des Ortes  stehen für ihre Veranstaltungen Räume zur Verfügung. Täglich gibt es Begegnungen im Versammlungsraum unter den Senioren aber auch mit Kindern und Jugendlichen. Außerdem gibt es eine Bibliothek im Haus, eine Beratungsstelle und die Gemeindeverwaltung.

 Darüber hinaus wird eine Tagespflege angeboten, in der die Besucher an zwei Tagen in der Woche eine Betreuung erhalten können, was bedeutet, dass Kontakte zu anderen Mitmenschen gegeben sind. In Zukunft soll es auch Plätze für Pflegebedürftige und Intensivpflege geben.

 In der weiteren Planung ist der Ausbau des Bürgerhauses zu einer Service- und Dienstleistungszentrale, über die die Bewohner der Häuser mittels elektronischer Kommunikation zu Verwandten, zum Hausarzt, zur Apotheke oder zum Einzelhandel Kontakte aufnehmen können.  

 Im Anschluss an die Präsentation führte Alwin Wessels die Besucher durch eine Wohnanlage, in dem unter anderem technische Möglichkeiten den älteren und auch körperlich gehandicapten Menschen das Leben erleichtern können. 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Münsterländische Tageszeitung

Samstag, 24. November 2018

                         MünsterländischeTageszeitung vom 25. Oktober 2018

Die "Sonntagsmaler" zeigen ihre Werke

Im Rahmen der Jubiläumsfeier 25-Jahre "Haus der Senioren", fand im Haus der Kath. Erwachsenbildung "Bildungswerk Cloppenburg" eine Bilderausstellung der Malgruppe "Sonntagsmaler" statt. Hier einige Bilder die im Foyer des Bildungswerkes ausgestellt wurden und dort noch im Monat November zu sehen sind.                                    Fotos: Derk van Groningen

Erntezeit - Thema der "Kleinen Reise in die Vergangenheit"

Cloppenburg - Mechtild Ottenjann - Oktober 2018

Bei herrlichem Herbstwetter trafen sich wieder einmal viele Senioren/Innen zu einer „Reise in die Vergangenheit“ vor dem Alten Eingang zum Museumsdorf, wo sie von Frau Malinowski herzlich empfangen wurden.

 Es war zwei Tage nach dem Erntedankfest – und so lag es nahe, das Thema „Ernte“ noch einmal in den Vordergrund zu stellen. Mit viel Humor erklärte Frau Malinowski den Begriff „Essen wie ein Scheunendrescher“ oder erzählte von der Eichelmast der Schweine früher.

 Überhaupt „früher“ – Wann war früher? Als die Schweine noch drei Jahre gemästet wurden, bis sie schlachtreif waren? Als das Stroh noch auf dem Dielenboden der Scheune mit dem Dreschflegel gedroschen wurde? Vor 200 Jahren oder erst – gefühlt – gestern, als die Kartoffeln noch per Hand aufgesucht wer-den mussten? Das und Vieles mehr wurde auf dem Gang zur kleinen Dorfkirche diskutiert.

 Dort waren noch die Früchte des Feldes vor dem Altar ausgebreitet, und Frau Malinowski berichtete von den Bemühungen des Museumsdorfes, der Jugend von heute die Welt von gestern erfahrbar zu machen; dass z.B. die Kartoffeln nicht „gepflückt werden“ können, wie ein Kind kürzlich meinte.

Spontan stimmten die Teilnehmer der Exkursion als Danklied „Großer Gott, wir loben Dich …“ an, bevor dann eine zünftige Brotzeit im Haakenhof mit Kaffee und Schwarzbrot die kleine Reise in die Vergangenheit beendete. Alle TeilnehmerInnen verabschiedeten sich dankbar und zufrieden für einen gelungenen Nachmittag.

Münsterländische Tageszeitung vom 27.10.2018

Der Sonntag in der Familie - früher und Heute

Cloppenburg - Peter Maisel - Oktober 2018

 "Wie empfanden wir den Sonntag früher und wie heute"? hieß das Thema im Café Alzheimer im Haus der Senioren. Anni Siemer stellte den zahlreichen Besuchern diese Frage und erwartete deren Antworten.

 "Kaiser Wilhelm verordnete die staatliche Sonntagsruhe, weil diese die arbeitenden Menschen wieder "fit" machen sollte für die anstrengenden 6 Tage der kommenden Woche", führte die Referentin zunächst aus.

 Sie forderte die Anwesenden auf, zu erzählen, was ihnen als Kind am Sonntag gefiel bzw. nicht gefiel und wie sie ihn empfanden.

 Die Besucher beteiligten sich rege daran, über ihr Erleben des Sonntags als Kind zu berichten. Bei allen Berichten stand neben der Freude, nicht in die Schule zu müssen, im Vordergrund, dass die Pflicht zum Kirchgang eine Belastung darstellte. Dazu kam auch der Besuch der Andacht am Nachmittag. Von einigen Erzählern wurde auch noch die nachmittägliche Christenlehre genannt.

 Als positiv wurde zunächst empfunden, dass sonntags der Vater zu Hause war und mit den Kindern spielen konnte. Des weiteren wurden die gemeinsamen Mahlzeiten erwähnt und die Spaziergänge bzw. die Besucher im eigenen Haus oder die Besuche bei Bekannten und Verwandten.

 Schließlich spielte auch die besondere Kleidung am Sonn- und Feiertag in der damaligen Zeit eine sehr große Rolle. "Vor Palmsonntag bekamen wir immer neue Kleider", wusste eine Besucherin zu berichten." Die trugen wir dann am Sonntag zum Kirchgang und zum Spazierengehen und waren froh, die Alltagskleidung einmal nicht tragen zu müssen".

 Für die meisten Besucher ist auch im Alter der sonntägliche Kirchgang noch eine Verpflichtung, wie die Erzählungen zeigten. Diese wird jedoch nicht mehr als so drückend empfunden wie früher, da man als Erwachsener sich ja entscheiden kann für oder gegen einen Sonntagskirchenbesuch.

 Gerade für Alleinlebende bietet dieser zudem die Möglichkeit, andere Menschen zu treffen, sich mit ihnen auszutauschen und somit dem Alleinsein sich für kurze Zeit zu entziehen. Vor allem Neubürger genießen den Kirchgang, der ihnen in der alten Heimat verwehrt war.

 Viele, in ihrer Beweglichkeit eingeschränkte Anwesende, äußerten sich dankbar für die Übertragung von Gottesdiensten im Fernsehen. Zum Hören von Gottes Wort und der Auslegung desselben bekommen sie die Möglichkeit, andere Gotteshäuser und Geistliche kennen zu lernen.

Mit einem humorvollen Gedicht endete der Nachmittag.

 

Zweiter Tanznachmittag im Café Alzheimer

Cloppenburg - Peter Maisel - September 2018

 "In einer kleinen Konditorei" hieß die Einladung zum  Tanznachmittag des Café Alzheimer, zu dem dieses seine ständigen Besucher ins Haus der Senioren eingeladen hatte. Dazu passend erklang das Lied "Aber bitte mit Sahne!", denn das abwechslungsreiche Angebot des Kuchenbuffets ließ keine Wünsche offen.

 Ermöglicht wurde diese Veranstaltung, die bereits zum zweiten Mal stattfand, durch eine großzügige Spende von der Cloppenburger Bürgerstiftung, mit der Elisabeth Terwelp die erfreuten Besucher überraschte. Den Dankesworten von Mechtild Veerkamp vom Förderverein und Gisela Gärtner, Leiterin des Café Alzheimer, schlossen sich die Besucher mit starkem Beifall an.

 Im Laufe des Nachmittags spielte Walter Zurborg auf seinem Akkordeon viele bekannte Lieder und Melodien aus der "Jugendzeit" und führte die Besucher in einer Polonaise durch die Räumlichkeiten. Unterstützung fand er in Heiner Gärtner, der als "DJ" fungierte.

 Melodien und "Ohrwürmer" vom "Kriminaltango" über "So schön, schön war die Zeit" und "Mit 17 hat man noch Träume" bis "Er hat ein knallrotes Gummiboot" und "Die kleine Kneipe in unserer Straße" lockten die Besucher auf die Tanzfläche, die sich rasch füllte.

 Da Interpreten wie Rene Carol, Drafi Deutscher, Rita Pavone, Andrea Berg und ABBA, um nur einige zu nennen, zu hören waren, blieb zum Sitzen kaum Zeit.

 Texte  und Melodien waren noch sicher im Gedächtnis und wurden laut mitgesungen, was die Stimmung auf der Tanzfläche erhöhte. Wer eine gute Kondition hatte, ließ nur wenige Tänze aus; wer jedoch auf das Tanzen verzichten musste, hatte Spaß und Freude an der Ausgelassenheit der Tänzerinnen und Tänzer, am Hören der Melodien und am Mitschunkeln derselben.

 Der Aufforderung Gerhard Wendlands: "Tanze mit mir in den Morgen" wollten die Gäste jedoch nicht nachkommen; stattdessen hieß es bald: "Arrivederci, Hans". Ohne mehrere spontan geäußerte Liedwünsche durfte Walter Zurborg jedoch das Haus nicht verlassen, und die Besucher traten zufrieden den Heimweg an.

 Zufrieden zeigte sich das Organisationsteam besonders darüber, dass praktisch angewandte "Biographiearbeit" so viel Freude bereiten kann.

Foto: Peter Maisel

Ungebetener Besuch am Vormittag

Cloppenburg - Mechtild Ottenjann - September 2018

 Wer hätte das gedacht? Einbrecher lieben es, in den Vormittagsstunden auf Beutefang zu gehen – oder in den frühen Abendstunden! Wussten Sie schon, dass etwa alle zwei Minuten in Deutschland eingebrochen wird? Wussten Sie, dass Einbrecher oft Gelegenheitsdiebe sind? Sie lieben keine lauten Geräusche, sind oft nur mit einem Schraubenzieher unterwegs und sind keine Gewalttäter!

 Diese Tatsachen und noch viel mehr erläuterte Andreas Bonk, Beauftragter für Kriminalprävention bei der Polizeiinspektion Cloppenburg/Vechta im Haus der Senioren. Mit Temperament und viel Engagement erklärte er, wie man mit oft einfachen Vorsichtsmaßnahmen potenzielle Einbrecher daran hindert, ins Haus zu kommen.

 Zunächst seien ein paar eigentlich selbstverständliche Regeln zu beachten: Beim Verlassen des Hauses keine Fenster auf Kipp stehen lassen – auch nicht im 1. Stock! Immer die Haustür abschließen! Keine Hausschlüssel im Außenbereich des Hauses deponieren!

 Da der Faktor „Zeit“ bei den (versuchten) Einbrüchen eine große Rolle spiele, so erklärte Herr Bonk, gäbe es einfache technische und nicht zu teure Möglichkeiten, seine Habe zu sichern. Einbrecher würden zumeist den einfach-sten und schnellsten Zugang ins Haus/in die Wohnung suchen und oft schon nach drei Minuten vergeblicher Mühe aufgeben. „Auch wenn Sie meinen, ,Bei mir ist ja nichts zu holen‘, das schützt Sie nicht vor der Gefahr! Sichern Sie besonders Fenster, Terrassen- und Balkontüren!“

 Der Referent zeigte verschiedene zusätzliche einfache, aber auch teure Sicherungsmaßnahmen, die nachträglich in jedes Haus/jede Wohnung eingebaut werden können. Die Polizei käme gerne zur Beratung und könne auf vertrauens-würdige Firmen verweisen. Zudem fördere die KfW sicherungstechnische Maßnahmen!

 Andreas Bonk hinterließ eine „leicht“ verunsicherte Zuhörerschaft und gab noch den Tipp: „Erstellen Sie ein Liste Ihrer Wertgegenstände! Denken Sie auch mal über ein Bankschließfach nach!“

Andreas Bonk ist unter der Tel. Nr. 04471 1860-108 für Hilfesuchende zu erreichen.

Findus-Projekt im Frühstückstreff vorgestellt

Cloppenburg - Mechtild Ottenjann - September 2018

 Wer kennt sie nicht, die Geschichte von Pettersson und Findus? Wer kennt sie nicht die Erzählungen vom alten, einsamen und etwas kauzigen Landwirt Pettersson und seinem fröhlichen kleinen Kater Findus? Beide bereichern sich im gegenseitigen Miteinander, heitern sich auf, besiegen ihre Ängste.

 „Findus“ so heißt auch ein Projekt, das Thomas Gehlenborg, Pastoralreferent der St. Andreas-Pfarrgemeinde, im Haus der Senioren vorstellte. „Findus“ oder auch – adaptiert aus dem Englischen – „find us“ ist ein Projekt, in das sich Erwachsene ehrenamtlich einbringen können, um Flüchtlingskindern mit Migrationshintergrund im Alter zwischen 5 und 12 Jahren als Paten das neue Leben bei uns in Cloppenburg zu erleichtern.

 An den Anfang stellte der Referent einen kleinen Filmstreifen von der 1. Begegnung von Pettersson und Findus; genauso sollten die Paten ihren Schützlingen im gegenseitigen Kennenlernen Spaß am Leben in der neuen Umgebung vermitteln und selber Spaß und Zufriedenheit erwerben.

 „Findus“ sei ein Projekt der Pfarrgemeinde St. Andreas und der Gemeindecaritas im Dekanat Cloppenburg, das 2015 mit dem ersten großen Strom der Asylanten nach Deutschland entwickelt wurde, erklärte der Referent. Pettersson und sein kleiner Kater Findus halten zusammen wie ein echtes Team, egal was passiert – und zu ebensolchen Teams sollen nach und nach die kleinen Migrantenkinder und ihre Paten zusammenwachsen.

 Die Erwachsenen – die Findus-Paten – würden dafür zwei Stunden pro Woche investieren, in denen sie mit den Jungen und Mädchen schwimmen gehen, gemeinsam lesen oder malen, bei den Schulaufgaben helfen, Ausflüge machen oder auch musizieren, je nachdem, wozu beide Lust hätten. Dabei ginge es nicht darum, ein besonders großartiges Programm zu bieten, sondern einfach gemeinsam das neue Land, die neue Stadt, in der die Kinder nun leben, zu erkunden und mehr über Kultur und Sprache zu erfahren.

 Alle ehrenamtlichen „Paten“ würden auf diese Aufgabe vorbereitet und in monatlichen Treffen auch begleitet, vom Referenten selbst und von der Sozialarbeiterin des „CSW“ (Caritas-Sozialwerk) Betti Kemlein. Alle Kinder seien versichert, die Paten unterlägen der Schweigepflicht und dürften ihre Aktivitäten mit den Kindern auch nicht in den sozialen Netzwerken verbreiten.

 „Sie begleiten die Kinder mit ihrer Lebenserfahrung; die Kinder bereichern das Leben der Paten mit dem Blick in andere Kulturen!“ Die Kinder, die z. Zt. in Cloppenburg betreut werden, kommen aus Afghanistan, Syrien und dem Irak. „Die Erfahrungen sind bis jetzt ausnahmslos positiv und es läuft wirklich gut“, resümierte Thomas Gehlenborg.

 Derk van Groningen, einer der Paten, berichtete von seinen Erfahrungen mit einer Familie aus Afghanistan, über die sprachlichen Probleme, die Probleme mit den Urkunden, die Probleme mit der Verständigung, aber auch über den gegenseitigen Respekt. „Wir sind wie ein Tandem!“

 Mit einem Plädoyer für mehr Nächstenliebe gegenüber den Flüchtenden, von denen in diesem Jahr schon mehr als 1500 im Mittelmeer ertrunken seien, beendete Herr Gehlenborg seinen Vortrag.

 Wer an dem Projekt teilnehmen möchte, erhält weitere Infos bei Betti Kemlein, Tel.  04471 9130574 und bei Thomas Gehlenborg, Tel.  04471 70149-24.

Kinder verwandelten Parkplatz in Töpferwerkstatt

Cloppenburg - Peter Maisel - September 2018

 Lebhaft ging es vor dem Haus der Senioren zu, als die Kinder des Waldkindergartens den Parkplatz vor dem Haus der Senioren für einige Stunden bevölkerten. Mit den Leiterinnen, Eltern und Ehrenamtlichen wurde bei schönem Wetter der Platz in eine "Töpferwerkstatt" verwandelt.

 An Zelttischen mussten die Kinder unter Anleitung zunächst Fliesen in Bruchstücke zerschlagen und anschließend in Fertig-Zement drücken, so dass bunte Mosaiktafeln entstanden. Danach wurden am nächsten Freitag Blumentöpfe ebenso verziert.

 Schließlich bemalten die kleinen KünstlerInnen große Baumscheiben, um aus ihnen Tabletts für Spiele herzustellen. Aus mit Zement gefüllten Einmalhandschuhen formten sie noch Hände, deren Finger sie zu einer hohlen Hand gestalteten.

 Mit Freude waren die Kinder bei der Arbeit, wobei ihnen die Erwachsenen hilfreich zur Seite standen. Am Ende der Aktion waren alle Beteiligten zufrieden, und die Kinder waren stolz auf die Ergebnisse ihres Fleißes.

 Die gefertigten Bastelsachen wurden am Tag der offenen Tür des Waldkindergartens zum Verkauf angeboten. Anlass war das 20-jährige Bestehen der Einrichtung in den Bührener Tannen, an dem auch viele Ehemalige teilnehmen und ihre Glückwünsche überbrachten.

 Leiterin Monika Schlichting zeigte sich noch begeistert von dem Verlauf und dem Besuch der Veranstaltung, als Ehrenamtliche des Seniorenbüros aus dem Haus der Senioren den Kindern in den Bührener Tannen einen Besuch abstatteten und zum Geburtstag gratulierten.

Sommerfest der Ehrenamtlichen im Haus der Senioren

Cloppenburg - Martin Kessens - August 2018

Dank, Lob u nd Anerkennung für ehrenamtliche Tätigkeit  prägten das diesjährige Sommerfest des Hauses der Senioren im Foyer des Bildungswerkes Cloppenburg. Vorsitzende Elsbeth Südbeck sparte nicht mit Lob bei der Begrüßung der zahlreich erschienen ehrenamtlich Tätigen. Sie begrüßte besonders die pädagogische Leiterin des Hauses Ilona Heydt, den Vorsitzenden der Fördervereins Heinrich Havermann, sowie Vertreterinnen des Seniorenbeirats. Ohne ehrenamtlichen Einsatz, gäbe es das Haus der Senioren in dieser Form nicht, sagte sie. „Ehrenamt ist unbezahlt und unbezahlbar“.

Zum Gelingen des Festes trugen das Seniorenorchester  unter der Leitung von Bernhard Sibum sowie Dr. Joachim Tebel bei, der mit Seemannsliedern zum Rudelsingen animierte.

Einen besonderen musikalischen Leckerbissen präsentierten die Geschwister Franziska und Lena Behrenswert, die mit Geige und Gitarre drei populäre Musikstücke zum Besten gaben.

„Auf dem Gehaltskonto der Ehrenamtlichen stehen Wertschätzung, Respekt und Freude“, sagte die hauptamtliche Büroleiterin Theresia Ostrowski in ihrer Laudatio, diese widmeten Lebenszeit zum Wohle anderer.  „Das Haus der Senioren ist ein Ort, wo Begegnung stattfindet“.

Geehrt wurden für fünf Jahre Ehrenamt: Gaby Hermes-Imsieke (Gruppe Odense), Ishild Hildebrandt (Englisch), Dr. Christian Lüken (Theologischer Gesprächskreis),

Rudolf Lux (Computerclub und Pflege der Homepage), Ludger Prüllage (EDV-Sprechstunde), Martin Rickwärts (Cafe Alzheimer, Odense) und Irmgard Tiedeken (Odense):

Zehn Jahre Ehrenamt: Lidia Dehring-Pustlauk (Freundeskreis der Deutschen aus Russland), Traute Haseborg (Sonntagstreff),

Fünfzehn Jahre Ehrenamt: Elfie Bahlmann (Hausaufgabenhilfe für benachteiligte Kinder und Flüchtlingskinder), Anni Otten (Frühstückstreff), Rita Witte (Pflege alten Liedgut und Seniorenorchester)

Foto:Martin Kessens

 

Besucher aus Groningen im Haus der Senioren

Cloppenburg - Peter Maisel - Juli 2018

Regen Kontakt über die Grenze zu den Niederlanden pflegen die Ehrenamtlichen des Seniorenbüros in Cloppenburg zu einer Gruppe von Ehrenamtlichen in Groningen, die unter dem Namen "Groningen Plus" agiert.

 Als Kontaktperson fungiert dabei immer Derk van Groningen, gebürtiger Niederländer und Ehrenamtlicher im Haus der Senioren. Bei den regelmäßigen Besuchen und Kontakten werden Erfahrungen in der Seniorenarbeit ausgetauscht und Projekte vorgestellt.

 Elsbeth Südbeck, Vorsitzende des Hauses der Senioren, und Theresia Ostrowski, Leiterin des Seniorenbüros, begrüßten die Gäste und einige Büromitarbeiter. Sie gaben ihrer Freude darüber Ausdruck, dass seit einigen Jahren der gute Kontakt besteht und so gegenseitig Anregungen für eine effektive Seniorenarbeit vermittelt werden können.

 Beim jetzigen Besuch wurde ein niederländisches Projekt vorgestellt, das unter dem Namen "Samen kunst verkennen" (Zusammen Kunst erkunden) stand und am 16. April der Öffentlichkeit in Groningen vorgestellt wurde. Harm Jansen hatte mit seinem Team die Vorarbeiten für das Projekt geleistet und stellte es an diesem Nachmittag in Cloppenburg vor.

 Ziel dieses Projektes war es, dass ältere Menschen, die nicht mehr gerne etwas unternehmen, durch selbst gewählte Themen mit "Gleichgesinnten" in Gruppen zusammenzuarbeiten sollten. Durch das gemeinsame Handeln und die gegenseitige Vorstellung der Arbeitsergebnisse sollten sie motiviert werden, wieder unternehmensfreudiger zu werden.

 40 Interessenten, die durch Flyer oder gezielte Ansprache geworben wurden, mussten sich nach Eingangsgesprächen in Gruppen zusammenfinden und über einen längeren Zeitraum am selben Thema arbeiten.

 So bildeten sich folgende Arbeitsgruppen: Zeichen, Malen, Kreative Keramik, Fotografieren, Theater/Kabarett, ein Kastanien- und Matthäusprojekt. An Hand einer Präsentation stellte Jansen den Besuchern die Themen und die Arbeitsweise der Gruppen vor. 

 Während der Arbeitszeit trafen sich die Gruppen mehrmals zu "Vollversammlungen", in denen Ideen ausgetauscht wurden; aber auch Gruppenmitglieder hatten die Möglichkeit, in eine andere Gruppe zu wechseln. Am Ende des Projektes stellten die jeweiligen Gruppen ihre Arbeitsergebnisse vor.

 In einem abschließenden Interview zeigte sich als Fazit: Die Teilnehmer waren froh, etwas gemacht zu haben, was sie selber wollten; sie durften kreativ arbeiten; nicht die Vorstellung ihrer Präsentation vor den anderen war für sie wichtig, sondern der Weg zum Abschluss und die Freude, zusammen etwas gemacht zu haben.
Eine Fortsetzung soll es geben unter dem Titel "Das Heft in die eigene Hand nehmen".

 Für die aufschlussreiche Darstellung des Projektes erhielten die Gäste aus den Niederlanden viele Dankensworte und verdienten Beifall.

 Von den Gastgebern erfuhren die Groninger Besucher, dass auch das Haus der Senioren mit einigen Projekten aufwarten konnte bzw. kann. Zu ihnen gehörten und gehören die Projekte Senioren als Zeitzeugen im Geschichtsunterricht an Gymnasien, das leider nicht mehr gefragt ist, Jung und Alt mit dem Waldkindergarten, Praktika von Gymnasiasten im Haus der Senioren bzw. mit interessierten Senioren und als neues Projekt "Ahnenforschung".