Pflegehilfsmittel und Sturzprophylaxe im Alter

Cloppenburg -  Seniorenbüro - Mai 2019

Bernhard Moorkamp, seit 20 Jahren bei der AOK in Cloppenburg tätig, informierte im Café Alzheimer im Haus der Senioren über „Pflegehilfsmittel und Sturzprophylaxe im Alter“.

 „Es gibt eine Unmenge von Hilfsmitteln; doch wie sinnvoll, wie pflegerisch notwendig und wie wirtschaftlich sind sie?“ so begann der Referent und zeigte mehrere Hilfsmittel auf vom Rollator über den Rollstuhl bis zum Pflegebett.

 Die medizinische Notwendigkeit bestimme zunächst immer der Arzt, der dann ein Rezept ausstelle, mit dem man dann zum Sanitätshaus gehen könne … „Aber bitte immer vorher die Krankenkasse fragen!“

 Viele Hilfsmittel gäbe es auch kostengünstig im Internet zu kaufen, aber der Hinweis des Referenten: „Die Sanitätshäuser haften für ihre Produkte!“

 Zur Sturzprophylaxe führte Herr Moorkamp anhand von Statistiken aus, dass erschreckend viele ältere Menschen pro Jahr stürzen und „davon bleiben 30% bis 50% dauerhaft hilfsbedürftig!“ Ursache seien oft im Alter nachlassende motorische Fähigkeiten und auch oft nur ein mangelndes Vertrauen in diese Fähigkeiten.

 Es wäre gut, sein Seh- und Hörvermögen regelmäßig überprüfen zu lassen und sein häusliches Umfeld nach Stolperfallen zu überprüfen.

 Zum Abschluss empfahl Herr Moorkamp ein „altersbedingtes gezieltes Bewegungstraining“; denn „Ein rollender Stein setzt kein Mass an!“ 

Foto: Peter Maisel

10 Jahre Freundeskreis der Deutschen aus Russland

Cloppenburg - Peter Maisel - Juni 2019

Es war im Jahre 2009, als sich eine Reihe von Deutschen aus Russland im Haus der Senioren trafen und zum "Freundeskreis der Deutschen aus Russland" zusammenfanden.

 Der erste Leiter der großen Gruppe war Viktor Lehmann. Seit Oktober 2011 ist Lidia Dering-Pustlauk die Leiterin.

 Seit 10 Jahren ist nun in den Räumen in der Geschwister-Scholl-Straße 15 jeden Montagnachmittag ab 15 Uhr neben der deutschen Sprache auch die russische zu hören. Besucher des Hauses, die die Gruppe nicht kennen, sind ganz überrascht über die fremde Sprache im Haus und hören vor allem den russischen Liedern gerne zu.

 Viele Teilnehmer/Innen finden sich ein, um bei Kaffee, selbst gebackenem Kuchen und Gebäck ein paar gemütliche Stunden mit einander zu verbringen.

 Beim Erzählen von Familiengeschichten und Begebenheiten werden nicht selten Erinnerungen an die Kindheit wach, so dass die alte Heimat nicht vergessen wird.

 Neben familiären Neuigkeiten kommt auch das Neueste aus der Stadt zur Sprache. Dabei werden Meinungen und Kritik dazu geäußert und über Planungen für die Zukunft gesprochen. Aufmerksam blickt man dabei auch auf die Weltpolitik und kommentiert diese kritisch.

 Weitere Themen sind die vielfältigen Veranstaltungsangebote der Stadt und die Erfahrungen bei deren Besuch.

 In gemütlicher Atmosphäre wird der Nachmittag fortgesetzt und dabei sehr viel gelacht und gesungen.

 Große Bedeutung wird den Geburtstagen der Besucher/Innen und besonderen Feiertagen beigemessen. Dann werden auch schon mal die Stühle und Tische zur Seite geschoben, damit das Tanzbein geschwungen werden kann.

 Seit etwa einem Jahr gibt es die Gesanggruppe "Iwuschka" im Haus der Senioren. Sie besteht aus sangesfreudigen Besucherinnen des Freundeskreises und aus Teilnehmern der Cloppenburger Bevölkerung. Die Gruppe trifft sich alle 14 Tage zu den Gesangstunden und möchte ihr Können gerne einem interessierten Publikum vortragen. 

 Foto: Derk van Groningen

Mit Martin Kessens den Mai begrüßt

Cloppenburg - Machtild Ottenjann - Juni 2019

 Unter dem Motto „Der Mai ist gekommen“ bescherte Martin Kessens den Anwesenden des Frühstückstreffs im Haus der Senioren einen heiteren Tagesbeginn. Von Anbeginn animierte er seine Zuhörer/innen seinen Gedankengängen aufmerksam zu folgen: „Was verbinden Sie mit dem Monat Mai?“

 Da wurde dann u.a. der Wonnemonat Mai genannt; doch „Woher kommt der Begriff Wonnemonat?“ „Die Wurzeln liegen im Althochdeutschen. Schon Karl der Große kannte den „Winnemoand“ = Weidemonat. Im Mai war es an der Zeit, das Vieh wieder auf die Weiden zu treiben.“ so der Referent.

 Es wurden sowohl Sprichwörter oder Redensarten zum Monat Mai gesucht als auch Wortver-bindungen mit dem Wort Mai: z.B. Mai-bowle, Mai-glöckchen, Mai-käfer oder – als großer Lacher – Mai-schberger. Ja, und „Wie ist das mit dem Brauch des Maibaum-Aufstellens?“ und „Warum ist der Maibaum oft ein Pfingstbaum?“

 Lehrreiches und Belehrendes durfte natürlich nicht fehlen, so z.B. zum Thema der Maifei-ertage. So erklärte der Vortragende, dass der 1. Mai als „Tag der Arbeit“ der Arbeiterbewegung in Amerika (am 1. Mai 1886 rief die nordamerikanische Arbeiterbewegung zu einem Generalstreik zur Durchsetzung des 8-Stunden-Tages auf) und der Muttertag der amerikanischen Frauenbewegung zu verdanken seien. Er erinnerte zudem an wichtige historische Daten wie den „Tag der Befreiung“ am 8. Mai 1945 oder den „Tag des Grundgesetzes“ am 23. Mai.

 Mit einigen Wortspielereien ging Herr Kessens auf die Mailieder ein u.a. indem er die zweite Zeile eines Liedes zitierte und die Zuhörer/innen nach dem Beginn suchen ließ. Na klar, auch Wilhelm Busch und seine „bösen Buben“ Max und Moritz durften nicht fehlen. Mit ein wenig Buchstabensalat wurden die Zeilen um Onkel Fritz und seine aufregenden Maikäferer-fahrungen mit viel Vergnügen wiederbelebt. Zum Abschluss wurde der Mai noch einmal stimmkräftig begrüßt: „Der Mai ist gekommen …“

 Text und Foto: Mechtild Ottenjann

Kleine Reise in die Vergangenheit - Die Entwicklung der Bauerngärten

Cloppenburg - Peter Maisel - Juni 2019

 Auf der ersten kleinen Reise in die Vergangenheit, angeboten vom Café Alzheimer, wurde das Herrenhaus Arkenstede besucht. Hier gibt es zur Zeit eine Ausstellung zu den Gärten in Nordwestdeutschland „Vom Nützlichen zum Schönen“.

 Gästeführerin Ursula Moormann führte sachkundig durch die Ausstellung und stellte an Hand von Fotos und Texten diverse Gärten vor, die die Entwicklung in den letzten 150 Jahren zeigen.

 „Bis in die Mitte des 19. Jahrhunderts gab es keine Bauerngärten, wie wir sie heute gerne nennen“, so die Gästeführerin, „die Gärten auf den Bauernhöfen dienten fast ausschließlich der Anpflanzung von Obst und Gemüse“.

 Als Vorreiterin für einen „anders“ gestalteten Garten mit Blumen und Gehölzen gilt Anna Kaper aus Varel-Tange. Sie war eine an Pflanzen und Gartenkunst interessierte Bäuerin, die auf ihrem Hof zahllose Blumen und Gehölze anpflanzte und diese gemäß ihrem Wahlspruch „Flott in den Garten“ bearbeitete.

 Eine ausgeprägte Leidenschaft für Pläne und Verzeichnisse der Pflanzenarten in seinem Garten zeichneten Gerhard Haake aus Cappeln aus. Als Rosenliebhaber sind in seinem akkurat geführten Gartengestaltungs- und Pflanzenbuch neben Apfel-, Kirsch- und Birnbäumen und einem Gemüsegarten auch über 170 Rosensorten verzeichnet.

 Ein handschriftlich geführtes Notizbuch von Heinrich Kathmann aus Wehdel zu seinen Obstbäumen weckte das besondere Interesse der Besucher.

 Gegen seine Eltern und Lehrer musste Josef Hempelmann aus Lohne seinen Berufswunsch des Gärtners durchsetzen. Der spätere Gartenbauinspektor sah den Schwerpunkt seiner Arbeit in Friedhofsgestaltungen und gab dazu mit seinem 1927 erschienenen Fachbuch „Die Praxis der Friedhofsgärtnerei“ Anregungen und Hilfen.

 Ein ausgefallenes Interesse für Pflanzenneuheiten aus aller Welt bewog Hermann Albrecht Hesse Ende des 19 Jahrhunderts dazu, in Weener eine Baumschule zu gründen. Weltweite Kontakte zu Botanischen Gärten und Pflanzensammlern versorgten ihn regelmäßig mit Neuheiten. Diese waren weltweit gefragt, und er ließ sie in alle Herren Länder versenden.

 Von Jan ten Doornkaat Koolman wusste Ursula Moormann zu berichten, dass er, der 1846 die väterliche Kornbrennerei in Norden übernahm, einen pomologischen Versuchsgarten anlegte, aber auch das erste „Wörterbuch der ostfriesischen Sprache“ herausgab.

 Staunend und fragend standen die Gäste vor drei großen Glasglocken, unter denen Salat wuchs. "Das waren quasi die ersten Gewächshäuser", liftete schmunzelnd Ursula Moor-mann das Geheimnis der Ausstellungsstücke.

 Nach der Führung stärkten sich die Besucher mit Kaffee und Kuchen aus der Museumsbäckerei. Dabei wurden sie unterhalten von Udo Rolf, der gekonnt Humorvolles u.a. von Heinz Erhardt vortrug.

 Die Zufriedenheit mit der Veranstaltung unterstrich eine Besucherin mit ihrer Aussage: „Seit ich zu den Veranstaltungen des Café Alzheimer komme, habe ich immer viel zu lachen“.

 Foto: Peter Maisel 

25 Jahre Sonntagstreff

Cloppenburg - Ottenjann/Maisel - Mai 2019

 Seit 25 Jahren gibt es im Haus der Senioren den „Sonntagstreff“. Jeden letzten Sonntag im Monat treffen sich Seniorinnen und Senioren zum gemütlichen Beisammensein. Angefangen hat alles im Jahre 1994, als sich erstmals vier Frauen im Haus der Senioren zu einem gemütlichen Klönschnack bei Kaffee und Kuchen trafen. 

 Da es ihnen gefiel, beschlossen sie, dieses Treffen immer am letzten Sonntag im Monat um 15 Uhr zu wiederholen und auch andere dazu einzuladen. Der „Sonntagstreff“ war geboren. Allmählich gesellten sich immer mehr erzählfreudige Frauen und Männer zu der kleinen Schar, so dass diese immer weiter anwuchs.

 Renate Wüstefeld war die erste Leiterin des Sonntagstreffs und hat bis heute der Gruppe die Treue gehalten. Sie hatte in Agnes Engraf und Berta Deines viele Jahre fleißige Helferinnen bei der Vorbereitung und Organisation der Zusammenkünfte. Seit 2015 ist Traute Haseborg der Motor des Treffs. Sie erhält Unterstützung von Renate Ostermann.

 Bei den monatlichen Treffen bieten die Jahreszeiten Anlass zur Gestaltung und Feier des Sonntagstreffs. So wird z.B. zur Karnevalszeit auch schon mal das Tanzbein geschwungen oder die Advents- und Weihnachtszeit mit besinnlichen Inhalten gefüllt. Beim letzten Treffen Ende April stand die Zusammenkunft unter dem Motto „Wir begrüßen den Frühling mit Gesang und Gitarrenbegleitung!“ (siehe Foto)

 Die Besucher lieben die monatlichen Zusammenkünfte, wie zu erfahren war, „… denn es gibt immer etwas zu erzählen.“ Es wird viel gelacht und gesungen. „Wir erfahren bei den Zusammenkünften ein Gefühl der  Zusammengehörigkeit und Geborgenheit“, formuliert es eine andere Besucherin.

 Gern erinnert man sich auch an die Besucher/innen, die aus den unterschiedlichsten Gründen nach 25 Jahren nicht mehr an den Veranstaltungen teilnehmen können.

Fahrradfahren nach Lust und Laune

Cloppenburg (sb) - Mai 2019

Unter dem Motto „Fahrradfahren nach Lust und Laune“ machte POK Achim Wach als Verkehrssicherheitsberater wieder einmal Lust auf „Mobil sein im Alter“.

 Im Haus der Senioren führte er anhand von Statistiken auf, dass es auch im Jahre 2018 erstaunlich viele Unfälle mit Fahrrädern gab, darunter sogar Schwerverletzte und Tote. Darum „Sichtbarkeit ist das A und O im Straßenverkehr“, so der Referent. Und das gilt sowohl für Fahrradfahrer als auch für Fußgänger.

 „Graue Mäuse“ würden von den Autofahrern nur schlecht und oft zu spät wahr-genommen. Zudem unterschätzten die Autofahrer oft die Geschwindigkeit der E-Biker, die immer mehr werden. Natürlich gab es auch ein Plädoyer für den Fahrradhelm, der im Ernstfall wirklich Leben retten könne.

 Die Maxime „Der Fahrradfahrer ist im Straßenverkehr gleichberechtigt!“ trug der Referent mit Elan vor: „Fahren Sie selbstbewusst! Lassen Sie sich nicht von den Autofahrern bedrängen!“ Das und verschiedene im Foto dargestellte kritische Situationen zum Fahrradwegenetz in Cloppenburg lösten z.T. lebhafte Diskussionen aus.

 „Wenn es innerorts einen ausgewiesenen Radweg gibt, dann MUSS er auch benutzt werden – aber immer in Fahrtrichtung!“ „Der Bürgersteig ist tabu für Erwachsene! Nur Kinder bis zu acht Jahren MÜSSEN ihn benutzen – evtl. allerdings in Begleitung Erwachsener!“ so der Referent zur Auffrischung des Gedächtnisses.

 Die These „Fahrräder sind allergisch gegen Alkohol!“ rief zunächst Erstaunen hervor, da ja viele oft das Auto stehen lassen, um Alkohol trinken zu können. Aber „ab 1,6 Promille begehen auch Radfahrer eine Straftat, ihnen kann sogar der Führerschein entzogen werden.“

 Weitere Themen waren die „Blindenwege“, der „tote Winkel“ oder die in Planung befindliche „Fahrradstraße“. Ein Fazit der Veranstaltung: „Lassen Sie sich auch als Radfahrer Zeit! Eile kann tödlich sein!“ 

Der Rettungsdienst des DRK im Landkreis Cloppenburg

Cloppenburg - Peter Maisel - April 2019

 Über die Funktionsweise des Rettungsdienstes des Deutschen Roten Kreuzes in Cloppenburg informierte Walter Rempe an Hand einer Präsentation die Besucher des Frühstückstreffs im Haus der Senioren in der Geschwister-Scholl-Straße 15.

 Die Besucher erfuhren, dass das Rote Kreuz vom Landkreis Cloppenburg, der Träger des Rettungsdienstes ist, den Auftrag hat, den Rettungsdienst sicherzustellen. Die Grundlagen dafür ergeben sich aus dem Rettungsdienstbedarfsplan des Landkreises.

 "Bereits seit 1968 führt das DRK im Landkreis den Rettungsdienst durch, damals allerdings unter dem Namen "Unfallrettungsdienst". Während im Jahre 1975 der Fuhrpark der Rettungswache aus drei Fahrzeugen bestand, verfügt die Wache derzeit über ein Vielfaches an Fahrzeugen, so der Referent.

 In den 4 Rettungswachen Barßel, Cloppenburg, Friesoythe und Löningen kommen Notarztfahrzeuge, Rettungswagen und Mehrzweckfahrzeuge zum Einsatz, wobei diese für Patienten eingesetzt werden, die während des Transports keine medizinische Versorgung benötigen; jedoch bei akuter vitaler Bedrohung auch behandelt werden können. Im Nordkreis ist darüber hinaus die DRK Wasserwacht einsatzbereit.

 "Bei Großschadensereignissen kann eine "Schnelleinsatzgruppe Rettungsdienst" (SEG-Rettung) -im Landkreis gibt es 3 davon- zur Unterstützung und Erweiterung des hauptamtlichen Rettungsdienstes eingesetzt werden", so Rempe. Die Gruppe agiert mit Ehrenamtlichen, ist rund um die Uhr einsatzbereit und wird ab 10 Verletzten parallel mit dem Rettungsdienst alarmiert.

 Die Frage nach der Wartezeit auf ein Einsatzfahrzeug konnte Rempe zufriedenstellend beantworten: "In 95 % der Einsätze sind unsere Fahrzeuge innerhalb von 15 Minuten am benötigten Einsatzort."

 Erläuterungen machte Rempe unter anderem noch zur Krisenintervention und Notfallseelsorge: "Sie ist ein Element in der sogenannten "Rettungskette" und somit eine ergänzende Hilfe für die vor Ort tätigen Einsatzkräfte". Der Einsatz des Kriseninterventionsteams kann dazu beitragen, das Erlebte bei einem Unfallopfer, den Angehörigen und auch bei den Rettungskräften schneller zu verarbeiten und damit das Risiko einer langfristigen seelischen Erkrankung zu verringern.

 Zufrieden hörten die Besucher, dass auch die ältere Generation beim Roten Kreuz gut aufgehoben ist. Ein Flyer weist viele Dienste aus, die sich die Senioren zunutze machen können wie zum Beispiel den Hausnotruf, den Fahrdienst, den Menü-Service, die Pflegeversicherung, Betreutes Reisen und die monatlichen Tagesfahrten. Diese werden auch von den Besuchern des Hauses der Senioren gut angenommen. 

Wechselwirkung von Medikamenten

Cloppenburg - Mechtild Ottenjann - April 2019

 Wieder einmal hatte das Haus der Senioren zum Frühstückstreff einen interessanten Vortrag im Programm: Der Apotheker Dr. Hans Joachim Rüve referierte über Wechsel- und Nebenwirkungen von Medikamenten.

 Zu den Wechselwirkungen von Medikamenten erläuterte Dr. Rüve, dass diese immer dann zustande kommen können, wenn mehrere Arzneimittel nebeneinander genommen würden. „Dann können sich die einzelnen Medikamente beeinflussen, so dass die Wirksamkeit entweder stärker, geringer oder sogar aufgehoben werden kann“, so der Referent.

 Somit sei es immer wichtig, dass der jeweils behandelnde Arzt von den Medikamenten Kenntnis habe, die der Patient schon von anderen Ärzten verordnet bekam. Zudem sei es wichtig bei der sogenannten Selbstmedikation mit freiverkäuflichen Arzneimitteln vorsichtig zu sein: „Wenden Sie sich immer vertrauensvoll an den Apotheker, um eventuellen Problemen vorzubeugen!“

 Um über die Nebenwirkungen von Medikamenten informiert zu sein, gäbe es natürlich die Beipackzettel, die zu lesen aber für viele Pateinten zu langwierig sei. So bewirkten z.B. viele Antibiotika die erfolgreiche Bekämpfung des Erregers, könnten aber ganz nebenbei Darmprobleme verursachen.

 Im Alter entwickelten sich die Menschen oft zu Risikopatienten für Arzneimittelwechselwirkungen, da die Organe weniger gut durchblutet seien und die Leber- und Nierentätigkeit eingeschränkt sein kann. Bei Rauchern und Alkoholikern ist der Stoffwechsel aktiver, d.h. Arzneimittel würden schneller abgebaut, aber niemand im Zuhörerkreis bekannte sich dazu, zu dieser Gruppe zu gehören.

 Nahrungsergänzungsmittel, Vitamine, Mineralstoffe, Kalzium sollten nur in einem größeren zeitlichen Abstand zur Einnahme von Medikamenten zu sich genommen werden. Viele Zuhörer(innen) hörten zum ersten Mal von der Problematik mit dem Grapefruitsaft, der auch häufig in Multivitaminsäften enthalten ist. Grapefruit verhindert den Abbau von bestimmten Arzneistoffen, so dass deren Wirkung und auch Nebenwirkungen verstärkt werden können. Grundsätzlich sollten Medikamente nur mit Leitungswasser (mind. 200ml) eingenommen werden.

 Der Referent lobte das Medikament ASS, da es das mit am besten erforschte Medikament überhaupt sei. Aber „Vorsicht mit der gleichzeitigen Einnahme von Ibuprofen!“ Bei zeitgleicher Einnahme von Ibuprofen und ASS wird die blutverdünnende Wirkung von ASS vermindert. Deshalb sollten Patienten, die regelmäßig ASS einnehmen, hier auf Einnahmeabstände achten oder bei Schmerzen lieber Diclofenac oder Paracetamol einnehmen, so der Rat des Apothekers.

 Und dann noch ein paar Ratschläge am Rande: „Antibiotika und Milch oder Milchprodukte bitte möglichst nicht zeitgleich, wenn dann besser in einem zeitlichen Abstand von mindestens zwei Stunden zu sich nehmen!“ Interessant auch für Liebhaber von Lakritz: „Lakritz wirkt krampflösend für den Mangen, erhöht aber den Blutdruck!“ Für viele Zuhörer(innen) war dies ein sehr informativer und interessanter Beitrag zu ihrer Gesundheit. Dr. Hans Joachim Rüve sei herzlich gedankt für manch neuen Hinweis – und im Zweifelsfall: Fragen Sie immer Ihren Arzt oder Apotheker!

Tipps zur persönlichen Sicherheit

Cloppenburg - Peter Maisel - April 2019

 Bei seinem Besuch im Café Alzheimer im Haus der Senioren sprach Andreas Bonk, Beauftragter für Kriminalprävention bei der Polizeiinspektion Cloppenburg/Vechta vor einer großen Zahl älterer Frauen und Männer über das Thema "Sicherheit für Seniorinnen und Senioren".

 Nach der Erläuterung einiger Zahlen aus der Kriminalstatistik wandte er sich dem eigentlichen Thema zu, das er in die drei Kategorien Gefahren an der Haustür, Gefahren am Telefon und Gefahren unterwegs gliederte.

 "Vorsicht, wenn Fremde an der Haustür klingeln!" sagte der Experte, "seien sie immer skeptisch und wachsam und lassen sie niemanden ins Haus." Die Betrüger versuchen unter einem Vorwand ins Haus zu gelangen.

 Von den vielen einfallsreichen Tricks, mit denen sie arbeiten, nannte er nur einige, wie zum Beispiel die Bitte um ein Glas Wasser, der Gang zur Toilette, der Besuch des Handwerkers oder einer Amtsperson. "Lassen sie auf keinen Fall einen Fremden in ihr Haus und sorgen sie für eine technische Nachrüstung ihres Eingangsbereiches", ermahnte Bonk.

 "Rate mal, wer hier spricht" oder andere ähnliche Formulierungen sind die Masche der Betrüger beim Enkeltrick. Zwar hat dieser nachgelassen, jedoch fallen immer noch gutgläubige Opfer darauf herein, so Bonk. Wer die Stimme des Anrufers nicht kennt, sollte sofort das Gespräch beenden, auf keinen Fall das Geld besorgen und ausliefern und die Polizei benachrichtigen.

 Zu den Gefahren unterwegs zählen unter anderem der Besuch von Großveranstaltungen und Einkaufszentren. Hier hat der Täter durch das Gedränge leichtes Spiel beim Stehlen.  

 "Nach dem Besuch der heutigen Veranstaltung sollen sie keine Angst haben, jedoch Vorsicht und Aufmerksamkeit walten lassen gegenüber fremden Menschen, die an ihrer Haustür klingeln bzw. sich telefonisch bei ihnen melden," war das Resumee von Andreas Bonk.

Münsterländische Tageszeitung, Freitag, 26. April 2019

Münsterländische Tageszeitung, Samstag, 20. April 2019

Mit Heinz Kramer-Hinte durch Cloppenburg

Cloppenburg - Peter Maisel - März 2019 

 Aufmerksame und interessierte ZuhörerInnen hatte Helene Bokern-Schiplage bei ihrem Vortrag im Café Alzheimer im Haus der Senioren in der Geschwister-Scholl-Straße 15.

 Die ehemalige Gästeführerin beim Zweckverband Thülsfelder Talsperre führte die Gäste an Hand von Bildern und Zeichnungen des Cloppenburger Malers Heinz Kramer-Hinte und mit Fotos aus der "Neuzeit" durch die Straßen und an markante Plätze Cloppenburgs.

 Verständnis zeigte die Referentin über die gesunde Unruhe unter den Zuhörenden. Auf Grund ihres Alters haben einige der Anwesenden die eine oder andere Straßenführung bzw. das eine oder andere Gebäude noch so erlebt, wie es der Künstler auf die Leinwand bannte.

 Auch von Erlebnissen mit bekannten Cloppenburger Bürgern wussten sie lebhaft zu berichten.

 Enttäuschung machte sich allerdings über das Fehlen solcher Gebäude breit, die der Allgemeinheit dienten und aus dem Stadtbild verschwunden sind, und an die man sich gern erinnerte.

 Hier wurden unter anderem genannt die "Kleine Kirche", die "Walhalla", die Gastwirtschaft "Hessing" und die "Kussallee".

 Die Kombination von Kunst und Realität in der Darbietung der Stadtgeschichte hielt die Erinnerung wach und wurde von den Besuchern gut und dankbar aufgenommen und die Referentin mit großem Beifall bedacht.

25 Jahre Redaktionsteam für die MT-Seite "Von Senioren für Senioren"

Münsterländische Tageszeitung vom 03. April 2019

Nette Atmosphäre und besondere Referenten - Ein Interview mit dem Café Alzheimer-Team

          Cloppenburg

- Mechtild Ottenjann -                 März 2019  

 

Die Selbsthilfegruppe „Café Alzheimer“ trifft sich jeden ersten und dritten Dienstag im Monat um 15.00 Uhr im Haus der Senioren. Mechtild Ottenjann sprach mit Vertreterinnen des Teams, das alle 14 Tage diese Treffen vorbereitet.

 

 

 

Seit wann gibt es das Café Alzheimer im Haus der Senioren?

Gisela Gärtner: Im Oktober 2005 sind wir zum ersten Mal zusammengekommen.

Sind Sie alle schon immer dabei?

Anni Siemer: Ja, allerdings war am Anfang noch Renate Engelmann dabei. Nachdem sie sich verabschiedet hat, hilft uns nun Gerda Elberfeld. Als Team setzen wir uns hin und wieder zusammen und überlegen das zukünftige Programm. Unterstützt werden wir immer ganz besonders von Peter Maisel, dem wir für seine Hilfe und Ideen sehr dankbar sind!

Wer hatte die Idee, ein Café Alzheimer zu gründen?

Anni Siemer: Herr Jäger, der damalige Vorsitzende des Seniorenbüros, und der Leiter des Seniorenbüros in Bremen-Lilienthal, bei denen es eine derartige Gruppe schon gab, fragten mich, ob ich nicht auch eine derartige Gruppe im Haus der Senioren gründen wolle. Daraufhin habe ich mir ein Team gesucht: Ulla Wichmann erklärte sich sofort dazu bereit, Gisela Gärtner traf ich in Stapelfeld auf einer Weiterbildung und Renate Engelmann war auch gleich begeistert.

Gisela Gärtner: Ulla Wichmann ist als Hauswirtschaftsmeisterin für uns unentbehrlich. Sie macht den Tischschmuck; Anni Siemer ist für die Spruchkarten zuständig und Gerda Elberfeld sorgt immer für Kaffee und Tee. Martin Rickwärtz ist unser Kassenwart.

Gerda Elberfeld: Gisela Gärtner leitet seit 2009 unsere Gruppe, also schon seit 10 Jahren!

Was ist die Idee des Café Alzheimer?

Anni Siemer: Wir laden zu unseren Treffen an Demenz erkrankte Personen zusammen mit ihren pflegenden Angehörigen und/oder betreuenden Personen ein. Es gibt Kaffee und Kuchen in netter gemütlicher Atmosphäre. Alle vier Wochen sind besondere Referenten zu Gast, und manchmal machen wir auch einen Ausflug z.B. ins Museumsdorf, nach Molbergen ins Demenzzentrum oder nach Garrel zum Kompetenzzentrum. Wir wollen den Kranken und den Betreuenden neben ihren schweren Alltagsaufgaben etwas Ablenkung und Freude vermitteln.

Gerda Elberfeld: Ich sorge zwar für Kaffee und Tee. Den Kuchen bekommen wir vom Haus Don Bosco. Dafür sind wir sehr dankbar.

Gisela Gärtner: Ulla Wichmann sorgt jedes Jahr für ein gemeinsames Kohlessen und einen Grillabend hier im Haus der Senioren. – Es gab auch schon zweimal einen Tanzabend, der allen viel Spaß gemacht hat. – Geburtstage werden auch nicht vergessen.

Welche Themen werden bei den Zusammenkünften behandelt?

Gisela Gärtner: Wichtig ist, dass die Krankheiten Alzheimer oder Demenz nicht erwähnt werden. Unsere Themen sind vielfältig wie z.B. Erinnerungs- oder Biographiearbeit oder auch Weiterbildung. Es soll immer gute Laune vermittelt werden. Es wird gesungen, es werden einfache Rätsel gelöst, es wird viel gelacht.

Wie viele Gäste können Sie im Allgemeinen begrüßen?

Ulla Wichmann: Es sind immer zwischen 20 bis 30 Personen, und da wir ja jetzt schon seit fast 15 Jahren zusammenkommen, sind wir wie eine kleine Familie. Man muss sich zu den Treffen nicht anmelden; wir freuen uns über jeden neuen Gast, der kommt und bleibt.

Anni Siemer: Und im nächsten Jahr werden wir unser Jubiläum gebührend feiern!

Vielen Dank für die Einladung und das nette Gespräch! Ich habe den Eindruck, diese Gruppe tut allen gut!

Haus der Senioren gibt Halt in schweren Stunden


Münsterländische Tageszeitung vom 03. April 2019

Besuch in der Polizeiinspektion Cloppenburg/Vechta

Cloppenburg - Peter Maisel - Februar 2019

 Zu Besuch bei Kriminaloberkommissar Achim Wach, Verkehrssicherheitsberater bei der Polizeiinspektion Clp./Vec., waren Ehrenamtliche des Bürodienstes aus dem Seniorenbüro im Haus der Senioren.

 Sie erhofften sich zufriedenstellende Antworten auf ihre Fragen zu Themen wie "Richtiges Verhalten als Radfahrer im Kreisverkehr", "Das Cloppenburger Radwegenetz" und "Vorbeifahren an haltenden Bussen in Haltebuchten und außerhalb innerhalb und außerhalb geschlossener Ortschaften".

 Da alle Teilnehmer nicht nur Autofahrer, sondern auch noch Radfahrer sind, wurden die beiden ersten Fragen aus der Sichtweise beider Verkehrsteilnehmer gestellt und ebenso für solche beantwortet, wobei die Fragesteller mit den Antworten Wachs nicht immer ganz zufrieden waren.

 Besondere Aufmerksamkeit zollten die Besucher den Ausführungen des Referenten zum dritten Thema, da die gesetzlichen Regelungen für den Laien nicht immer durchschaubar und  einsichtig sind.

 Bevor Cloppenburg als "Radfahrerstadt" bezeichnet werden kann, dürfte es jedoch nach Meinung der Besucher noch eine Reihe von Jahren dauern.

 "Um am zunehmenden Straßenverkehr gefahrlos teilnehmen zu können, müssen alle Verkehrsteilnehmer auf einander Rücksicht nehmen. Dabei müssten vor allem die schwächsten und jüngsten Verkehrsteilnehmer das Augenmerk der anderen auf sich ziehen", so der Verkehrssicherheitsberater.

 Bevor Wach die Senioren zu einem kurzen Gang durch das neue Gebäude einlud, erinnerte er daran, dass die Kreisverkehrswacht auch in diesem Jahr wieder die Reihe "Fit im Auto - Fahrtraining mit Fahrlehrern für Senioren ab 65 Jahre" durchführen wird und hoffte auf eine Vielzahl von Anmeldungen aus der angesprochenen Altersgruppe. 

Der Zweckverband Thülsfelder Talsperre

 

Cloppenburg - Mechtild Ottenjann - 2019

 „Erlebnisse schaffen – Emotionen erzeugen“ unter diesem Motto berichtete Maria Oloew, Geschäftsführerin des Zweckverbandes Erholungsgebiet Thülsfelder Talsperre, im Haus der Senioren von ihrer umfangreichen Tätigkeit, von den Anfängen bis heute. Der Zweckverband Erholungsgebiet Thülsfelder Talsperre wurde 1970 von den Städten Cloppenburg und Friesoythe, den Gemeinden Garrel und Molbergen zusammen mit dem Landkreis Cloppenburg gegründet. 1999 kamen die Gemeinden Bösel und Emstek sowie 2003 die Gemeinde Cappeln hinzu. Die Verbandsmitglieder finanzieren die anstehenden Aufgaben nach einem komplexen Verteilungsschlüssel gemeinsam. Das gesamte Verbandsgebiet ist rund 818 km² groß. 2007 habe sich dann zusätzlich der Verein Erholungsgebiet Thülsfelder Talsperre gegründet, der derzeit aus 136 Mitgliedern bestehe. Die Aufgaben seien, im Zusammenwirken mit allen interessierten Stellen im Rahmen der allgemeinen Landesplanung, unter Berücksichtigung der regionalen Gegebenheiten, das Erholungsgebiet Thülsfelder Talsperre zu fördern. Die Ziele seien, in diesem Raum die Landschaft zu erhalten und zu pflegen, die heimische Tier- und Pflanzenwelt zu schützen und durch geeignete Maßnahmen eine naturnahe Erholung zu ermöglichen. Der Erfüllung dieser Aufgaben und Ziele diene insbesondere die Lenkung des Fremdenverkehrs durch die Unterstützung, Förderung und Unterhaltung der der naturnahen Erholung dienenden Maßnahmen, Einrichtungen und Betriebe innerhalb des Erholungsgebietes (Landschaftspflege) sowie die Entwicklung, Umsetzung, Vermarktung und Vermittlung von touristischen Konzepten und Angeboten (Marketing).

 Frau Oloew berichtete mit viel Begeisterung von „einem spannenden Arbeitsfeld mit vielen Aufgaben“: Marketing, Öffentlichkeitsarbeit, touristische Angebote aber auch Planung, Entwicklung und Unterhaltung des Naturraumes Thülsfelder Talsperre. Um die Zielgruppen „Familie“ und „Radfahrer“ zu erreichen, bedürfe es vielfacher Anstrengungen im PR-Bereich wie z.B. Drucken von Plakaten und Prospekten, aber auch Pflege einer Homepage, Präsentation in den sozialen Medien wie Facebook und Instagram. Weiterhin würden Gästeführungen, Übernachtungen, aber auch viele verschiedene Events angeboten und koordiniert. „Geleistet wird die Arbeit von drei Vollzeit- und vier Teilzeitkräften in der Geschäftsstelle sowie drei Vollzeitmitarbeitern und drei saisonal eingesetzten Angestellten in der Landschaftspflege; auf Honorarbasis arbeiten 12 Gästeführerinnen und ein Gästeführer!“ so die Referentin. Erstaunt waren die Zuhörer/Innen über die Vielseitigkeit der Arbeit, die Frau Oloew und ihr Team mit viel Engagement und Herzblut bewältigt. So unterhält der Zweckverband im direkten Umfeld der Talsperre „einen eigenen Betriebshof, die sanitären Anlagen, das Bootshaus, die Brücken und Stege, die Abenteuerspielplätze, die Lehrpfade, Plätze und Wege und nicht zuletzt die Badestrände, die alle gewartet und gepflegt werden wollen.“ Mit vielen Zahlen und Fakten belegte Frau Oloew, dass der Tourismus rund um die Talsperre „ein bedeutender Wirtschaftsfaktor der Region ist, Aufträge an viele Gewerke vergibt und bei den Städten und Gemeinden Steuereinnahmen von 2,2 bis 2,8 Mio € bewirkt.“

 Wer sich weiter informieren möchte: Zahlreiche Prospekte und Informationen bietet die Geschäftsstelle des Zweckverbandes Erholungsgebiet Thülsfelder Talsperre in Cloppenburg, Eschstr. 29, Tel.-Nr. 04471-15256, www.thuelsfelder-talsperre.de

Frauenberatung bei Bedrohung und Gewalt

Cloppenburg - Mechtild Ottenjann - Februar 2019

 Stephanie Bonk und Vera Helmes informierten im Haus der Senioren zum Thema „Cloppenburger Frauennotruf“. „Den ehemaligen Frauennotruf gibt es seit 1999 im Landkreis Cloppenburg und seit 2006 für beide Landkreise des Oldenburger Münsterlandes. Außerdem ist seitdem die Beratungs- und Interventionsstelle für die Polizeiinspektion Cloppenburg-Vechta – kurz BISS genannt – angegliedert“, berichteten die Referentinnen.

 Seit dem 1. Januar 2018 sei die Trägerschaft zum Deutschen Roten Kreuz Kreisverband Cloppenburg e.V. unter dem neuen Namen „Frauenberatung bei Bedrohung und Gewalt“ übergegangen. Drei hauptamtliche Mitarbeiterinnen würden unterstützt von einer Rechtsanwältin und einer Psychologin, die auf Honorarbasis hinzugezogen werden können.    

 BISS und speziell die „Frauenberatung bei Bedrohung und Gewalt“ sollen vornehmlich Frauen helfen, die Opfer häuslicher Gewalt wurden. Frauen fänden hier die so wichtige kurzfristige Hilfe zur Umsetzung der Rechte aus dem Gewaltschutzgesetz von 2002.

 Die Referentinnen stellten die Frage: „Wie definiert man häusliche Gewalt?“ Antwort: „Häusliche Gewalt kann physischer, psychischer, sexueller und auch emotionaler Natur sein und hat viele Facetten.“ Und sie gebe es in allen Schichten der Bevölkerung.

 Die „Frauenberatung bei Bedrohung und Gewalt“ biete ein spezielles Angebot für misshandelte Frauen und ihre Kinder, arbeite eng mit der Polizei zusammen und könne Frauen vor allem im Hinblick auf zivilrechtliche Schutzanordnungen beraten. „Durch das Zusammen-wirken mit Polizei und Justiz wird es Frauen ermöglicht, Wege aus einer Gewaltbeziehung zu finden“, so die Referentinnen.

 Durch das Gewaltschutzgesetz habe die Polizei beispielsweise die Möglichkeit, dem oder der Täter/in einen Platzverweis zu erteilen. Und nicht für jede Frau sei der Weg in ein Frauenhaus die Lösung. Es werde mit den Betroffenen stets ein individueller Hilfeplan erarbeitet.

 „Durch das breit gefächerte Angebot des Kreisverbandes des Deutschen Roten Kreuzes können Frauen mit unterschiedlichen Problemlagen auch sehr kurzfristig z.B. an eine Schuldner-, Rechts- oder auch Suchtberatung weiter vermittelt werden, was manchmal den Weg zu einem besseren Zusammenleben ebnen kann“ erläuterten die Referentinnen.

 Jede Beratung könne telefonisch, persönlich oder auch anonym erfolgen; im Bedarfsfall würden auch Hausbesuche gemacht.

 „Jeder Mensch hat ein Anrecht auf ein Leben ohne Gewalt!“ – so das Resumée der Veranstaltung. Die „Frauenberatung bei Bedrohung und Gewalt/ BISS“ befindet sich in Cloppenburg in der Mühlenstraße 51; die Sprechzeiten sind montags bis freitags von 9 bis 12 Uhr und nach Vereinbarung; Tel.Nr. 04471 930830; email: frauenberatung@drk-cloppenburg.de 

Münsterländische Tageszeitung  vom 26. Januar 2019

Von Cloppenburg nach Amerika zu Fuß, mit dem Rad oder Auto

Cloppenburg - Peter Maisel - Januar 2019

Wer von Cloppenburg nach Amerika reisen will, braucht dazu weder ein Flugzeug noch ein Schiff. Denn es ist ein Ortsteil von Garrel, der bequem und in kurzer Zeit mit dem Auto, dem Fahrrad und für Wanderbegeisterte zu Fuß zu erreichen ist.

 Am "Amerika-Stein" erfahren interessierte Besucher auch den Grund für die vom Volksmund dem Ortsteil verpasste Bezeichnung "Amerika" und die Hintergründe für die Aufstellung des Findlings anhand diverser Informationstafeln.

 Seit einigen Jahren ist der Amerika-Stein im Dezember Treffpunkt für die Wanderer und Radwanderer aus dem Haus der Senioren in Cloppenburg. Von hier starten sie zu ihrer letzten Wanderung im Jahr. Ihr Ziel ist stets das Restaurant "Elch" zur gemeinsamen Jahres-Schlussveranstaltung.

 Die Beteiligung war auch im Jahre 2018 wieder sehr groß. Es gab viel zu erzählen von den gemeinsamen Touren und Erlebnissen in den vergangenen 12 Monaten, besonders vom Besuch des Emsflower in Emsbüren. Man genoss das Zusammensein.  

 Von Organisator Egon Druhmann war das folgende Resümee zu erfahren: Die Radwanderer starteten an 9 Tagen mit insgesamt 165 Teilnehmern, was eine durchschnittliche Beteiligung von 18 Teilnehmern bedeutet. An 4 Tagen mussten die Radfahrten wegen schlechter Witterungsverhältnisse abgesagt werden. Bei den Wanderfreunden lag die Beteiligung an 24 Tagen bei 981 Teilnehmern, entsprechend einer durchschnittlichen Beteiligung von 41 Wanderern pro Veranstaltung.

 Den Dank des Organisationsteams für die gute Beteiligung an den Veranstaltungen sprach Gerd Wagner aus. "Wir hoffen, alle im nächsten Jahr wieder gesund und munter zu den Fahrten und Wanderungen begrüßen zu können. Neue Wanderfreunde und Radwanderer sind jeder Zeit herzlich willkommen", so Wagner. Verärgert zeigte er sich allerdings über Wanderfreunde, die bei Bus-Tagesfahrten ohne Abmeldung den Veranstaltungen fernblieben und somit unnötige Kosten verursachten, die von den anderen Fahrtteilnehmern mitgetragen werden müssten.

 Während des festlichen Essens wurden die Gäste von Günter Ellmann musikalisch unterhalten und bei den gemeinsam gesungenen Liedern begleitet.  

"Was, du gehst ins Seniorenheim?"

Cloppenburg - Martin Kessens - Dezember 2018
Fragen mich erstaunt mir nahestehende Menschen, wenn ich von meinen regelmäßigen Besuchen, sowohl aktiv als auch passiv, im Haus der Senioren berichte. Vielfach muss ich korrigieren, dass es sich dabei um das Haus der Senioren handelt. Es ist ein Treffpunkt für Herbstmenschen, wie Vorsitzende Elsbeth Südbeck gerne die „Senioren“ nennt. Ein Treffpunkt ganz nach dem Motto des Hauses „Zu jung, um alt zu sein“.  „Aber du bist doch noch gar nicht so alt“ geht das Erstaunen weiter. „Doch, ich bin 65 Jahre alt, wann soll ich gehen, wenn nicht jetzt?“ gebe ich zur Antwort. Den Schnack vieler selbst alter Menschen „da sind ja nur alte Leute“ mag auf den ersten Blick lustig klingen, aber bei mir taucht gleich die Frage auf, ob diese Menschen nicht zu ihrem Alter stehen können. Alter ist eine Zahl, mehr nicht, es kommt drauf an, was Mann und Frau daraus machen. Ich habe nun nach einem Jahr Rentnerdasein „das Haus der Herbstmenschen“ liebgewonnen, habe an zahlreichen Veranstaltungen teilgenommen und dabei viel Neues erfahren, habe das Engagement der vielen Ehrenamtlichen noch mehr schätzen gelernt, genieße die offene Tür, um eben einen Kaffee mit den stets fröhlichen Ehrenamtlichen zu trinken, und um andere Herbstmenschen zu treffen. Altersforscher empfehlen, um nicht im Kopf und Herz alt zu werden oder zu sein, Neugierde, Kommunikation, körperliche Bewegung, lebenslanges Lernen. All das können neudeutsch die „Best ager" (im besten Alter) im Haus der Senioren finden und erleben. 2019 steckt wieder voll von neuen Veranstaltungen und Ereignissen und ich freu mich drauf- Sie auch.                                                      Bild: Martin Kessens

Einen Streifzug durch Cloppenburg

Cloppenburg - Peter Maisel - Dezember 2018

"Einen Streifzug durch Cloppenburg" veranstaltete Klaus Deux mit den Besuchern des Frühstückstreffs im Haus der Senioren an Hand einer Reihe alter und interessanter Fotografien.

 Die Straßen rund um Andreas bildeten den Anfang des Streifzuges. Weiter ging es zur Münsterlandhalle mit dem Viehmarkt, bei dem die Geschäfte noch per Handschlag besiegelt wurden. An den Kreuzkampf erinnerte ein Foto von der Großkundgebung mit über 7000 Menschen.

 In der Eschstraße interessierte die Gruppe die Engelmann/Bramlage Mühle. Über den Fortmannsweg wusste Deux zu berichten: "Rektor Fortmann hat ihn mit seinen Schülern mit "Katzenköpfen", die er auf den Äckern bei Bauern sammeln ließ, gepflastert, damit sie trockenen Fußes zur Schule gelangen konnten".

 In der Mühlenstraße stand das alte "Kaiserliche Postamt" (Haus Bley) und an der Soeste die Arztpraxis Heukamp (Stadthalle) im Blickpunkt. Am Haus Bruns war auffällig eine "Utlucht", ein kleiner Vorbau  an der Straßenfront, über den die Bewohner die ganze Straße im Blick hatten, ohne selbst gesehen zu werden.

 In der Osterstraße beeindruckte die "Alte Stadtkapelle", die im Erdgeschoss das Gotteshaus beherbergte und im Obergeschoss den Ratssaal, in dem die Ratsherren durch eine geöffnete Luke am Gottesdienst teilhaben konnten. An dem Gebäude waren sowohl das Kirchenwappen als auch das Stadtwappen angebracht, um die Trennung Kirche/Staat zu verdeutlichen.

 Die "Kleine Kirche", ein Kleinod der Stadt, musste, aus heutiger Sicht bedauerlicherweise, während der Amtszeit von Pastor Paul Saalfeld als Dechant einem Neubau weichen. "Auf eine bewegte Vergangenheit kann die Liebfrauenschule zurückblicken", so der Referent, "aus der privaten Töchterschule wurde im Laufe der Jahre ein neusprachliches Gymnasium, das den Namen "Liebfrauenschule" bekam. Im Volksmund hat es auch heute noch die Bezeichnung 'Nonnenkasten'".

 Ebenfalls mehreren Gebäuden wurde in der Langestraße besondere Aufmerksamkeit geschenkt: Dem Doppelgiebelhaus der MT und der markanten Rathaustreppe des alten Rat-hauses, in dem die Bürgerwehr ihre Löschfahrzeuge unterstellte. Nicht zu vergessen auch die Walhalla, in der über viele Jahre alle Neuigkeiten aus der Stadt und über diese zu erfahren waren: "Hest all hört"? (Hast du schon gehört?)

 In der Bahnhofstraße fiel das Augenmerk des Redners auf den Münsterländer Hof, das Lagerhaus Roter, die Spedition Steinkamp und das Centralhotel, das seine Gäste vom und zum Bahnhof mit Pferdekutschen beförderte.

 Am Bahnhof trafen sich drei Zuglinien: die "Großherzogliche Oldenburgische Eisenbahn" (GOE) von Oldenburg über Cloppenburg nach Osnabrück, die im Volksmund wegen ihrer Langsamkeit auch "Ganz Ohne Eile" genannt wurde, die Kleinbahn Cloppenburg-Vechta und die Kreisbahn "Pingel Anton" von Cloppenburg zur Landesgrenze in Auen.

 Während der Demonstration der Fotos und der humorvollen Kommentierung durch den Redner waren immer wieder Stimmen aus dem Publikum zu hören, die meinten: "Das kenn ich auch noch" oder "Das ist doch ...". Dabei fielen zum Beispiel dann Namen wie 'Kippen Joe', 'Mia Ostendorf (Laudate) oder 'Anni Rolfes', Wirtin der Bahnhofsgaststätte. Sie sind unvergessene Originale, die das Miteinander in der Stadt auf ihre Weise begleiteten und prägten.

 Nicht nur für die Einheimischen war der Vormittag eine Erinnerung an vergangene Zeiten und Jahre, sondern auch für Zugezogene ein Anstoß, die Stadtgeschichte Cloppenburgs zu erforschen und nachzuerleben.