Besuch in der Polizeiinspektion Cloppenburg/Vechta

Cloppenburg - Peter Maisel - Februar 2019

 Zu Besuch bei Kriminaloberkommissar Achim Wach, Verkehrssicherheitsberater bei der Polizeiinspektion Clp./Vec., waren Ehrenamtliche des Bürodienstes aus dem Seniorenbüro im Haus der Senioren.

 Sie erhofften sich zufriedenstellende Antworten auf ihre Fragen zu Themen wie "Richtiges Verhalten als Radfahrer im Kreisverkehr", "Das Cloppenburger Radwegenetz" und "Vorbeifahren an haltenden Bussen in Haltebuchten und außerhalb innerhalb und außerhalb geschlossener Ortschaften".

 Da alle Teilnehmer nicht nur Autofahrer, sondern auch noch Radfahrer sind, wurden die beiden ersten Fragen aus der Sichtweise beider Verkehrsteilnehmer gestellt und ebenso für solche beantwortet, wobei die Fragesteller mit den Antworten Wachs nicht immer ganz zufrieden waren.

 Besondere Aufmerksamkeit zollten die Besucher den Ausführungen des Referenten zum dritten Thema, da die gesetzlichen Regelungen für den Laien nicht immer durchschaubar und  einsichtig sind.

 Bevor Cloppenburg als "Radfahrerstadt" bezeichnet werden kann, dürfte es jedoch nach Meinung der Besucher noch eine Reihe von Jahren dauern.

 "Um am zunehmenden Straßenverkehr gefahrlos teilnehmen zu können, müssen alle Verkehrsteilnehmer auf einander Rücksicht nehmen. Dabei müssten vor allem die schwächsten und jüngsten Verkehrsteilnehmer das Augenmerk der anderen auf sich ziehen", so der Verkehrssicherheitsberater.

 Bevor Wach die Senioren zu einem kurzen Gang durch das neue Gebäude einlud, erinnerte er daran, dass die Kreisverkehrswacht auch in diesem Jahr wieder die Reihe "Fit im Auto - Fahrtraining mit Fahrlehrern für Senioren ab 65 Jahre" durchführen wird und hoffte auf eine Vielzahl von Anmeldungen aus der angesprochenen Altersgruppe. 

Der Zweckverband Thülsfelder Talsperre

 

Cloppenburg - Mechtild Ottenjann - 2019

 „Erlebnisse schaffen – Emotionen erzeugen“ unter diesem Motto berichtete Maria Oloew, Geschäftsführerin des Zweckverbandes Erholungsgebiet Thülsfelder Talsperre, im Haus der Senioren von ihrer umfangreichen Tätigkeit, von den Anfängen bis heute. Der Zweckverband Erholungsgebiet Thülsfelder Talsperre wurde 1970 von den Städten Cloppenburg und Friesoythe, den Gemeinden Garrel und Molbergen zusammen mit dem Landkreis Cloppenburg gegründet. 1999 kamen die Gemeinden Bösel und Emstek sowie 2003 die Gemeinde Cappeln hinzu. Die Verbandsmitglieder finanzieren die anstehenden Aufgaben nach einem komplexen Verteilungsschlüssel gemeinsam. Das gesamte Verbandsgebiet ist rund 818 km² groß. 2007 habe sich dann zusätzlich der Verein Erholungsgebiet Thülsfelder Talsperre gegründet, der derzeit aus 136 Mitgliedern bestehe. Die Aufgaben seien, im Zusammenwirken mit allen interessierten Stellen im Rahmen der allgemeinen Landesplanung, unter Berücksichtigung der regionalen Gegebenheiten, das Erholungsgebiet Thülsfelder Talsperre zu fördern. Die Ziele seien, in diesem Raum die Landschaft zu erhalten und zu pflegen, die heimische Tier- und Pflanzenwelt zu schützen und durch geeignete Maßnahmen eine naturnahe Erholung zu ermöglichen. Der Erfüllung dieser Aufgaben und Ziele diene insbesondere die Lenkung des Fremdenverkehrs durch die Unterstützung, Förderung und Unterhaltung der der naturnahen Erholung dienenden Maßnahmen, Einrichtungen und Betriebe innerhalb des Erholungsgebietes (Landschaftspflege) sowie die Entwicklung, Umsetzung, Vermarktung und Vermittlung von touristischen Konzepten und Angeboten (Marketing).

 Frau Oloew berichtete mit viel Begeisterung von „einem spannenden Arbeitsfeld mit vielen Aufgaben“: Marketing, Öffentlichkeitsarbeit, touristische Angebote aber auch Planung, Entwicklung und Unterhaltung des Naturraumes Thülsfelder Talsperre. Um die Zielgruppen „Familie“ und „Radfahrer“ zu erreichen, bedürfe es vielfacher Anstrengungen im PR-Bereich wie z.B. Drucken von Plakaten und Prospekten, aber auch Pflege einer Homepage, Präsentation in den sozialen Medien wie Facebook und Instagram. Weiterhin würden Gästeführungen, Übernachtungen, aber auch viele verschiedene Events angeboten und koordiniert. „Geleistet wird die Arbeit von drei Vollzeit- und vier Teilzeitkräften in der Geschäftsstelle sowie drei Vollzeitmitarbeitern und drei saisonal eingesetzten Angestellten in der Landschaftspflege; auf Honorarbasis arbeiten 12 Gästeführerinnen und ein Gästeführer!“ so die Referentin. Erstaunt waren die Zuhörer/Innen über die Vielseitigkeit der Arbeit, die Frau Oloew und ihr Team mit viel Engagement und Herzblut bewältigt. So unterhält der Zweckverband im direkten Umfeld der Talsperre „einen eigenen Betriebshof, die sanitären Anlagen, das Bootshaus, die Brücken und Stege, die Abenteuerspielplätze, die Lehrpfade, Plätze und Wege und nicht zuletzt die Badestrände, die alle gewartet und gepflegt werden wollen.“ Mit vielen Zahlen und Fakten belegte Frau Oloew, dass der Tourismus rund um die Talsperre „ein bedeutender Wirtschaftsfaktor der Region ist, Aufträge an viele Gewerke vergibt und bei den Städten und Gemeinden Steuereinnahmen von 2,2 bis 2,8 Mio € bewirkt.“

 Wer sich weiter informieren möchte: Zahlreiche Prospekte und Informationen bietet die Geschäftsstelle des Zweckverbandes Erholungsgebiet Thülsfelder Talsperre in Cloppenburg, Eschstr. 29, Tel.-Nr. 04471-15256, www.thuelsfelder-talsperre.de

Frauenberatung bei Bedrohung und Gewalt

Cloppenburg - Mechtild Ottenjann - Februar 2019

 Stephanie Bonk und Vera Helmes informierten im Haus der Senioren zum Thema „Cloppenburger Frauennotruf“. „Den ehemaligen Frauennotruf gibt es seit 1999 im Landkreis Cloppenburg und seit 2006 für beide Landkreise des Oldenburger Münsterlandes. Außerdem ist seitdem die Beratungs- und Interventionsstelle für die Polizeiinspektion Cloppenburg-Vechta – kurz BISS genannt – angegliedert“, berichteten die Referentinnen.

 Seit dem 1. Januar 2018 sei die Trägerschaft zum Deutschen Roten Kreuz Kreisverband Cloppenburg e.V. unter dem neuen Namen „Frauenberatung bei Bedrohung und Gewalt“ übergegangen. Drei hauptamtliche Mitarbeiterinnen würden unterstützt von einer Rechtsanwältin und einer Psychologin, die auf Honorarbasis hinzugezogen werden können.    

 BISS und speziell die „Frauenberatung bei Bedrohung und Gewalt“ sollen vornehmlich Frauen helfen, die Opfer häuslicher Gewalt wurden. Frauen fänden hier die so wichtige kurzfristige Hilfe zur Umsetzung der Rechte aus dem Gewaltschutzgesetz von 2002.

 Die Referentinnen stellten die Frage: „Wie definiert man häusliche Gewalt?“ Antwort: „Häusliche Gewalt kann physischer, psychischer, sexueller und auch emotionaler Natur sein und hat viele Facetten.“ Und sie gebe es in allen Schichten der Bevölkerung.

 Die „Frauenberatung bei Bedrohung und Gewalt“ biete ein spezielles Angebot für misshandelte Frauen und ihre Kinder, arbeite eng mit der Polizei zusammen und könne Frauen vor allem im Hinblick auf zivilrechtliche Schutzanordnungen beraten. „Durch das Zusammen-wirken mit Polizei und Justiz wird es Frauen ermöglicht, Wege aus einer Gewaltbeziehung zu finden“, so die Referentinnen.

 Durch das Gewaltschutzgesetz habe die Polizei beispielsweise die Möglichkeit, dem oder der Täter/in einen Platzverweis zu erteilen. Und nicht für jede Frau sei der Weg in ein Frauenhaus die Lösung. Es werde mit den Betroffenen stets ein individueller Hilfeplan erarbeitet.

 „Durch das breit gefächerte Angebot des Kreisverbandes des Deutschen Roten Kreuzes können Frauen mit unterschiedlichen Problemlagen auch sehr kurzfristig z.B. an eine Schuldner-, Rechts- oder auch Suchtberatung weiter vermittelt werden, was manchmal den Weg zu einem besseren Zusammenleben ebnen kann“ erläuterten die Referentinnen.

 Jede Beratung könne telefonisch, persönlich oder auch anonym erfolgen; im Bedarfsfall würden auch Hausbesuche gemacht.

 „Jeder Mensch hat ein Anrecht auf ein Leben ohne Gewalt!“ – so das Resumée der Veranstaltung. Die „Frauenberatung bei Bedrohung und Gewalt/ BISS“ befindet sich in Cloppenburg in der Mühlenstraße 51; die Sprechzeiten sind montags bis freitags von 9 bis 12 Uhr und nach Vereinbarung; Tel.Nr. 04471 930830; email: frauenberatung@drk-cloppenburg.de 

Münsterländische Tageszeitung  vom 26. Januar 2019

Von Cloppenburg nach Amerika zu Fuß, mit dem Rad oder Auto

Cloppenburg - Peter Maisel - Januar 2019

Wer von Cloppenburg nach Amerika reisen will, braucht dazu weder ein Flugzeug noch ein Schiff. Denn es ist ein Ortsteil von Garrel, der bequem und in kurzer Zeit mit dem Auto, dem Fahrrad und für Wanderbegeisterte zu Fuß zu erreichen ist.

 Am "Amerika-Stein" erfahren interessierte Besucher auch den Grund für die vom Volksmund dem Ortsteil verpasste Bezeichnung "Amerika" und die Hintergründe für die Aufstellung des Findlings anhand diverser Informationstafeln.

 Seit einigen Jahren ist der Amerika-Stein im Dezember Treffpunkt für die Wanderer und Radwanderer aus dem Haus der Senioren in Cloppenburg. Von hier starten sie zu ihrer letzten Wanderung im Jahr. Ihr Ziel ist stets das Restaurant "Elch" zur gemeinsamen Jahres-Schlussveranstaltung.

 Die Beteiligung war auch im Jahre 2018 wieder sehr groß. Es gab viel zu erzählen von den gemeinsamen Touren und Erlebnissen in den vergangenen 12 Monaten, besonders vom Besuch des Emsflower in Emsbüren. Man genoss das Zusammensein.  

 Von Organisator Egon Druhmann war das folgende Resümee zu erfahren: Die Radwanderer starteten an 9 Tagen mit insgesamt 165 Teilnehmern, was eine durchschnittliche Beteiligung von 18 Teilnehmern bedeutet. An 4 Tagen mussten die Radfahrten wegen schlechter Witterungsverhältnisse abgesagt werden. Bei den Wanderfreunden lag die Beteiligung an 24 Tagen bei 981 Teilnehmern, entsprechend einer durchschnittlichen Beteiligung von 41 Wanderern pro Veranstaltung.

 Den Dank des Organisationsteams für die gute Beteiligung an den Veranstaltungen sprach Gerd Wagner aus. "Wir hoffen, alle im nächsten Jahr wieder gesund und munter zu den Fahrten und Wanderungen begrüßen zu können. Neue Wanderfreunde und Radwanderer sind jeder Zeit herzlich willkommen", so Wagner. Verärgert zeigte er sich allerdings über Wanderfreunde, die bei Bus-Tagesfahrten ohne Abmeldung den Veranstaltungen fernblieben und somit unnötige Kosten verursachten, die von den anderen Fahrtteilnehmern mitgetragen werden müssten.

 Während des festlichen Essens wurden die Gäste von Günter Ellmann musikalisch unterhalten und bei den gemeinsam gesungenen Liedern begleitet.  

Münsterländische Tageszeitung vom 26. Januar 2019

"Was, du gehst ins Seniorenheim?"

Cloppenburg - Martin Kessens - Dezember 2018
Fragen mich erstaunt mir nahestehende Menschen, wenn ich von meinen regelmäßigen Besuchen, sowohl aktiv als auch passiv, im Haus der Senioren berichte. Vielfach muss ich korrigieren, dass es sich dabei um das Haus der Senioren handelt. Es ist ein Treffpunkt für Herbstmenschen, wie Vorsitzende Elsbeth Südbeck gerne die „Senioren“ nennt. Ein Treffpunkt ganz nach dem Motto des Hauses „Zu jung, um alt zu sein“.  „Aber du bist doch noch gar nicht so alt“ geht das Erstaunen weiter. „Doch, ich bin 65 Jahre alt, wann soll ich gehen, wenn nicht jetzt?“ gebe ich zur Antwort. Den Schnack vieler selbst alter Menschen „da sind ja nur alte Leute“ mag auf den ersten Blick lustig klingen, aber bei mir taucht gleich die Frage auf, ob diese Menschen nicht zu ihrem Alter stehen können. Alter ist eine Zahl, mehr nicht, es kommt drauf an, was Mann und Frau daraus machen. Ich habe nun nach einem Jahr Rentnerdasein „das Haus der Herbstmenschen“ liebgewonnen, habe an zahlreichen Veranstaltungen teilgenommen und dabei viel Neues erfahren, habe das Engagement der vielen Ehrenamtlichen noch mehr schätzen gelernt, genieße die offene Tür, um eben einen Kaffee mit den stets fröhlichen Ehrenamtlichen zu trinken, und um andere Herbstmenschen zu treffen. Altersforscher empfehlen, um nicht im Kopf und Herz alt zu werden oder zu sein, Neugierde, Kommunikation, körperliche Bewegung, lebenslanges Lernen. All das können neudeutsch die „Best ager" (im besten Alter) im Haus der Senioren finden und erleben. 2019 steckt wieder voll von neuen Veranstaltungen und Ereignissen und ich freu mich drauf- Sie auch.                                                      Bild: Martin Kessens

Lebendiger Adventskalender

Cloppenburg - Peter Maisel - Dezember 2018

Wer den Inhalt des Lebendigen Adventskalenders genießt, braucht  keine Angst zu haben, davon dick zu werden, da es etwas zu erleben gibt. Alle zwei Jahre findet dieses Ereignis in der Adventszeit in Cloppenburg statt.

Sowohl Privatpersonen als auch Kindergärten, Schulen und andere Einrichtungen beteiligen sich daran, jeden Tag in der Adventszeit ein Fenster oder eine Tür des eigenen Hauses zu gestalten. Dabei treffen sich Menschen, die sich teilweise noch nie zuvor gesehen haben, zu Gesprächen und Gedankenaustausch.

Das Haus der Senioren nahm in diesem Jahr bereits zum dritten Mal teil. Eine große, gelb leuchtende "10" im Fenster des ersten Stock des Hauses geleitete die Besucher in den adventlich geschmückten Veranstaltungsraum, in den die Veranstalter wegen der ungewissen Witterung umgezogen waren. Bei Plätzchen und einem warmen Getränk genossen die Besucher die lockere Atmosphäre.

Nach der Begrüßung durch Theresia Ostrowski, Leiterin des Seniorenbüros, stellte diese die Dekoration des Raumes, vier Sterne in den Farben grün, blau, gelb und rot vor. Dazu gab sie einführende Gedanken kund zum Thema des Abends. Anschließend interpretierten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Büros den Sinn der Farben.

"Grün steht für die Hoffnung, die wir Menschen nicht verlieren sollen. Blau signalisiert uns Treue gegenüber dem Mitmenschen. Gelb soll uns in Bedrängnis Zuversicht geben. Rot erinnert uns an die Liebe, die wir empfangen und an andere austeilen".

Nach einigen stimmungsvollen Liedern und der Aufforderung "Tragt in die Welt nun ein Licht!" wurde das Adventslicht an den folgenden Veranstalter weiter gegeben. 

Geschichte des Weihnachtsliedes

Cloppenburg - Seniorenbüro - Dezember 2018

Dr. Ulrike Kehrer, Dozentin an der Katholischen Akademie in Stapelfeld, referierte in der Adventszeit im Haus der Senioren über die Geschichte des Weihnachtsliedes. Sie hatte beispielhafte Liedtexte und ein E-Piano mitgebracht, und die ZuhörerInnen folgten ihr begeistert bei ihren Erläuterungen und sangen die Lieder fleißig mit.

Frau Dr. Kehrer erklärte, dass die ältesten Weihnachtslieder im westlichen Kulturkreis lateinische Gesänge gewesen seien, die in der Messe und im Stundengebet gesungen wurden. Im Mittelalter entwickelte sich dann der Brauch, diese mit deutschen Liedern zu verbinden, wie z.B. im lateinisch-deutschen Mischgesang „In dulci jubilo“. Diese Lieder waren Teil der Mitternachtsmesse, endeten in der Regel mit dem Ruf „Kyrie eleison“ („Herr, erbarme dich“) und würden daher als Leisen bezeichnet. „Es gibt keine Zeugnisse dafür, dass diese ersten Weihnachtslieder auch zu Hause gesungen wurden.“ Eine andere Wurzel des Weihnachtsliedes sei die in den Klöstern gepflegte Mystik gewesen. Aus diesem Kreis stammen z.B. die Weihnachtslieder „Joseph, lieber Joseph mein“ oder „Gelobet seist du, Jesu Christ“.

Das Singen von Weihnachtsliedern im Gemeindegottesdienst habe deutliche Impulse durch Martin Luther erhalten, der – gemäß seinem reformatorischen Gedanken, die Messe in deutscher Sprache abzuhalten – eine Reihe von Weihnachtsliedern in deutscher Sprache schuf, so die Referentin. Luther übertrug dafür bereits etablierte lateinische Texte ins Deutsche. Er habe sich auch nicht gescheut, volkstümliche Weisen aufzunehmen, und schuf mit „Vom Himmel hoch“ ein Weihnachtslied, das die Bearbeitung eines Kranzlieds, eines Spielmannsliedes, das auf den Märkten gesungen wurde („altes Facebook“ oder „alte Discomusik“), war und bis zu 15(!) Strophen enthält.

Das Lebensgefühl des 30jährigen Krieges (1618-1648) brachte Lieder wie „Zu Bethlehem geboren“ oder „Ich steh an Deiner Krippen hier“ hervor. In der Hoffnungslosigkeit jener Zeit besann man sich auf Gott, den Retter aus aller Not! Heute seien diese Lieder wg. ihrer Hingabe und der Innigkeit der Texte nicht mehr so beliebt, meinte Frau Dr. Kehrer.  

Im 19. Jahrhundert gab es Lieder wie „Leise rieselt der Schnee“, Süßer die Glocken nie klingen“ oder „Am Weihnachtsbaum, die Lichter brennen“, in denen nicht mehr die Weihnachtsgeschichte im Vordergrund stand sondern das Christkind, das die Geschenke brachte. „Es war die Zeit des Biedermeier, der Besinnung auf die Familie, auf die Familienfeste. Adventskranz und Weihnachtsbaum hielten Einzug in die Stuben jener Zeit“, so die Referentin.

Zu Beginn des 20. Jahrhunderts wurden von der Wandervogelbewegung z.T. Lieder aus dem Mittelalter „ausgegraben“ und in die deutsche Sprache übersetzt, wie z.B. „Es kommt ein Schiff geladen“ oder „Lieb Nachtigall, wach auf“.

Diese Strömung wurde während der Hitler-Zeit im Nationalsozialismus schnell beendet. Im Dritten Reich gab es Bestrebungen zur Entchristlichung und Mythisierung des Weih-nachtsfests, was sich auch in vielen profanierenden Umdichtungen niederschlug. Diese Umdichtungen haben sich meist nicht durchsetzen können. Jedoch ist „Es ist für uns eine Zeit angekommen“ bis heute bekannt. Es sei wie „Hohe Nacht der klaren Sterne“ beliebt geblieben. Auch in der späteren DDR gab es Neuschöpfungen von Liedern deren Texte politisch-sozialistisch geprägt waren. Nicht Jesu Geburt, sondern Weihnachten als ein sozialistisches Friedensfest sollte gefeiert werden.

Als letztes Weihnachtslied stellte Frau Dr. Kehrer das Lied „Stern in dunkler Nacht“ vor, ein modernes „Oh, du fröhliche …“ Ob es sich durchsetzen wird?                                                                          Foto: Kessens

Weinachten 2018 im Haus der Senioren - Dem "Haus der Herbstmenschen"

 

   Cloppenburg - Martin Kessens - Dezember 2018
Im Haus der Senioren neigt sich das Jahr zu Ende. In den vielen ehrenamtlich geleiteten Gruppen wurde das Jahr mit einer vorweihnachtlichen Feier verabschiedet. So klangen unterschiedliche Weihnachtslieder auch in unterschiedlichen Sprachen durchs Haus, selbst gebackte Plätzchen standen zum Naschen bereit, und die Unterrichtsräume waren vorweihnachtlich geschmückt. Entsprechend den Kursen wurde das Thema Advents- und Weihnachtszeit aufgegriffen. Die Sprachkurse schauten nach England und in die USA, nach Frankreich und nach Spanien und ließen sich vom Glanz der Weihnachtszeit in den jeweiligen Ländern verzaubern. Das Café Alzheimer brachte Weihnachtsstimmung in die gute Stube des Hauses der Senioren. Und auch der „Lebendige Adventskalender“ machte Station beim Seniorenbüro. Bei der Gruppe „Top im Kopf“ ging es mit Fragen, Verblüffendes zum Fest und Weihnachtsliederraten um die  schönste Zeit des Jahres. „Eine Familie mit vielen Kindern möchte dieses Lied vielleicht nicht mehr singen“- fragte Kursleiter Martin Kessens und die wissbegierigen Teilnehmenden fanden die Lösung mit einem herzhaften Lachen „Ihr Kinderlein kommet“ spontan heraus. Bei der Frage, „ein Tiefdruckgebiet soll den Erlöser bringen“ wurde es schon kniffliger und es bedurfte noch einige Hinweise bis schließlich die Lösung „Tauet Himmel den Gerechten, Wolken regnet ihn herab“ gefunden wurde.

                Bild: Martin Kessens
              
Die Spanischgruppe bedankte sich mit einem Blumenstrauß bei  Jenny Lemmermöhle,

           und gab „Feliz Navidad“ zum Besten.

Einen Streifzug durch Cloppenburg

Cloppenburg - Peter Maisel - Dezember 2018

"Einen Streifzug durch Cloppenburg" veranstaltete Klaus Deux mit den Besuchern des Frühstückstreffs im Haus der Senioren an Hand einer Reihe alter und interessanter Fotografien.

 Die Straßen rund um Andreas bildeten den Anfang des Streifzuges. Weiter ging es zur Münsterlandhalle mit dem Viehmarkt, bei dem die Geschäfte noch per Handschlag besiegelt wurden. An den Kreuzkampf erinnerte ein Foto von der Großkundgebung mit über 7000 Menschen.

 In der Eschstraße interessierte die Gruppe die Engelmann/Bramlage Mühle. Über den Fortmannsweg wusste Deux zu berichten: "Rektor Fortmann hat ihn mit seinen Schülern mit "Katzenköpfen", die er auf den Äckern bei Bauern sammeln ließ, gepflastert, damit sie trockenen Fußes zur Schule gelangen konnten".

 In der Mühlenstraße stand das alte "Kaiserliche Postamt" (Haus Bley) und an der Soeste die Arztpraxis Heukamp (Stadthalle) im Blickpunkt. Am Haus Bruns war auffällig eine "Utlucht", ein kleiner Vorbau  an der Straßenfront, über den die Bewohner die ganze Straße im Blick hatten, ohne selbst gesehen zu werden.

 In der Osterstraße beeindruckte die "Alte Stadtkapelle", die im Erdgeschoss das Gotteshaus beherbergte und im Obergeschoss den Ratssaal, in dem die Ratsherren durch eine geöffnete Luke am Gottesdienst teilhaben konnten. An dem Gebäude waren sowohl das Kirchenwappen als auch das Stadtwappen angebracht, um die Trennung Kirche/Staat zu verdeutlichen.

 Die "Kleine Kirche", ein Kleinod der Stadt, musste, aus heutiger Sicht bedauerlicherweise, während der Amtszeit von Pastor Paul Saalfeld als Dechant einem Neubau weichen. "Auf eine bewegte Vergangenheit kann die Liebfrauenschule zurückblicken", so der Referent, "aus der privaten Töchterschule wurde im Laufe der Jahre ein neusprachliches Gymnasium, das den Namen "Liebfrauenschule" bekam. Im Volksmund hat es auch heute noch die Bezeichnung 'Nonnenkasten'".

 Ebenfalls mehreren Gebäuden wurde in der Langestraße besondere Aufmerksamkeit geschenkt: Dem Doppelgiebelhaus der MT und der markanten Rathaustreppe des alten Rat-hauses, in dem die Bürgerwehr ihre Löschfahrzeuge unterstellte. Nicht zu vergessen auch die Walhalla, in der über viele Jahre alle Neuigkeiten aus der Stadt und über diese zu erfahren waren: "Hest all hört"? (Hast du schon gehört?)

 In der Bahnhofstraße fiel das Augenmerk des Redners auf den Münsterländer Hof, das Lagerhaus Roter, die Spedition Steinkamp und das Centralhotel, das seine Gäste vom und zum Bahnhof mit Pferdekutschen beförderte.

 Am Bahnhof trafen sich drei Zuglinien: die "Großherzogliche Oldenburgische Eisenbahn" (GOE) von Oldenburg über Cloppenburg nach Osnabrück, die im Volksmund wegen ihrer Langsamkeit auch "Ganz Ohne Eile" genannt wurde, die Kleinbahn Cloppenburg-Vechta und die Kreisbahn "Pingel Anton" von Cloppenburg zur Landesgrenze in Auen.

 Während der Demonstration der Fotos und der humorvollen Kommentierung durch den Redner waren immer wieder Stimmen aus dem Publikum zu hören, die meinten: "Das kenn ich auch noch" oder "Das ist doch ...". Dabei fielen zum Beispiel dann Namen wie 'Kippen Joe', 'Mia Ostendorf (Laudate) oder 'Anni Rolfes', Wirtin der Bahnhofsgaststätte. Sie sind unvergessene Originale, die das Miteinander in der Stadt auf ihre Weise begleiteten und prägten.

 Nicht nur für die Einheimischen war der Vormittag eine Erinnerung an vergangene Zeiten und Jahre, sondern auch für Zugezogene ein Anstoß, die Stadtgeschichte Cloppenburgs zu erforschen und nachzuerleben.  

            Münsterländische Tageszeitung - Samstag, 24. November 2018

Ein Haus der Begegnung in der Gemeinde Vrees

Cloppenburg - Peter Maisel - Dezember 2018

Neugierig gemacht durch eine Pressemeldung in der MT: "Vrees gewinnt Gold in Irland" besuchte eine Gruppe Ehrenamtlicher aus dem Haus der Senioren die 1800-Seelen Gemeinde, um sich über das Projekt "Wir für Euch - Altwerden im Dorf,  Vrees" näher zu informieren.

 Bürgermeister Heribert Kleene erläuterte den Cloppenburger Besuchern zunächst anhand einer Präsentation die Idee, die zur Verwirklichung des Projektes führte. "Nach aktuellen Umfragen möchten 90% der Bevölkerung ihren Lebensabend nicht in Pflegeheimen verbringen", so der Bürgermeister. "Vor diesem Hintergrund und der Tatsache, dass es bereits heute an Pflegekräften mangelt, hat es sich die Gemeinde Vrees zum Ziel gesetzt, das häusliche Wohnen älterer Menschen, auch im sehr hohen Alter oder bei Pflegebedürftigkeit, zu stärken, um so Umzüge in stationäre Pflegeheime möglichst zu vermeiden".

 Seit 5 Jahren wird an der Umsetzung der Idee gearbeitet. Das Angebot richtet sich an Bewohner des Ortes; so bietet die gemeinsame Vergangenheit viele Anknüpfungspunkte für Gespräche und den Austausch von Erlebnissen.

 Als Schwerpunkte des Projektes nannte der Bürgermeister die Nachbarschaftshilfe, soziale Dienstleistungen, die Einrichtung einer Koordinierungsstelle für alle Belange der Dorfgemeinschaft im Bürgerhaus, einem "Multifunktionshaus". Es ist eine Begegnungsstätte für Menschen unterschiedlichsten Alters.

 Den verschiedensten Gruppen wie Frauengemeinschaft, Heimatverein und Handarbeitsgruppe; auch der Mutter-Kind-Gruppe und den Jugendlichen des Ortes  stehen für ihre Veranstaltungen Räume zur Verfügung. Täglich gibt es Begegnungen im Versammlungsraum unter den Senioren aber auch mit Kindern und Jugendlichen. Außerdem gibt es eine Bibliothek im Haus, eine Beratungsstelle und die Gemeindeverwaltung.

 Darüber hinaus wird eine Tagespflege angeboten, in der die Besucher an zwei Tagen in der Woche eine Betreuung erhalten können, was bedeutet, dass Kontakte zu anderen Mitmenschen gegeben sind. In Zukunft soll es auch Plätze für Pflegebedürftige und Intensivpflege geben.

 In der weiteren Planung ist der Ausbau des Bürgerhauses zu einer Service- und Dienstleistungszentrale, über die die Bewohner der Häuser mittels elektronischer Kommunikation zu Verwandten, zum Hausarzt, zur Apotheke oder zum Einzelhandel Kontakte aufnehmen können.  

 Im Anschluss an die Präsentation führte Alwin Wessels die Besucher durch eine Wohnanlage, in dem unter anderem technische Möglichkeiten den älteren und auch körperlich gehandicapten Menschen das Leben erleichtern können. 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Münsterländische Tageszeitung

Samstag, 24. November 2018

                         MünsterländischeTageszeitung vom 25. Oktober 2018

Die "Sonntagsmaler" zeigen ihre Werke

Im Rahmen der Jubiläumsfeier 25-Jahre "Haus der Senioren", fand im Haus der Kath. Erwachsenbildung "Bildungswerk Cloppenburg" eine Bilderausstellung der Malgruppe "Sonntagsmaler" statt. Hier einige Bilder die im Foyer des Bildungswerkes ausgestellt wurden und dort noch im Monat November zu sehen sind.                                    Fotos: Derk van Groningen

Erntezeit - Thema der "Kleinen Reise in die Vergangenheit"

Cloppenburg - Mechtild Ottenjann - Oktober 2018

Bei herrlichem Herbstwetter trafen sich wieder einmal viele Senioren/Innen zu einer „Reise in die Vergangenheit“ vor dem Alten Eingang zum Museumsdorf, wo sie von Frau Malinowski herzlich empfangen wurden.

 Es war zwei Tage nach dem Erntedankfest – und so lag es nahe, das Thema „Ernte“ noch einmal in den Vordergrund zu stellen. Mit viel Humor erklärte Frau Malinowski den Begriff „Essen wie ein Scheunendrescher“ oder erzählte von der Eichelmast der Schweine früher.

 Überhaupt „früher“ – Wann war früher? Als die Schweine noch drei Jahre gemästet wurden, bis sie schlachtreif waren? Als das Stroh noch auf dem Dielenboden der Scheune mit dem Dreschflegel gedroschen wurde? Vor 200 Jahren oder erst – gefühlt – gestern, als die Kartoffeln noch per Hand aufgesucht wer-den mussten? Das und Vieles mehr wurde auf dem Gang zur kleinen Dorfkirche diskutiert.

 Dort waren noch die Früchte des Feldes vor dem Altar ausgebreitet, und Frau Malinowski berichtete von den Bemühungen des Museumsdorfes, der Jugend von heute die Welt von gestern erfahrbar zu machen; dass z.B. die Kartoffeln nicht „gepflückt werden“ können, wie ein Kind kürzlich meinte.

Spontan stimmten die Teilnehmer der Exkursion als Danklied „Großer Gott, wir loben Dich …“ an, bevor dann eine zünftige Brotzeit im Haakenhof mit Kaffee und Schwarzbrot die kleine Reise in die Vergangenheit beendete. Alle TeilnehmerInnen verabschiedeten sich dankbar und zufrieden für einen gelungenen Nachmittag.

Münsterländische Tageszeitung vom 27.10.2018

Der Sonntag in der Familie - früher und Heute

Cloppenburg - Peter Maisel - Oktober 2018

 "Wie empfanden wir den Sonntag früher und wie heute"? hieß das Thema im Café Alzheimer im Haus der Senioren. Anni Siemer stellte den zahlreichen Besuchern diese Frage und erwartete deren Antworten.

 "Kaiser Wilhelm verordnete die staatliche Sonntagsruhe, weil diese die arbeitenden Menschen wieder "fit" machen sollte für die anstrengenden 6 Tage der kommenden Woche", führte die Referentin zunächst aus.

 Sie forderte die Anwesenden auf, zu erzählen, was ihnen als Kind am Sonntag gefiel bzw. nicht gefiel und wie sie ihn empfanden.

 Die Besucher beteiligten sich rege daran, über ihr Erleben des Sonntags als Kind zu berichten. Bei allen Berichten stand neben der Freude, nicht in die Schule zu müssen, im Vordergrund, dass die Pflicht zum Kirchgang eine Belastung darstellte. Dazu kam auch der Besuch der Andacht am Nachmittag. Von einigen Erzählern wurde auch noch die nachmittägliche Christenlehre genannt.

 Als positiv wurde zunächst empfunden, dass sonntags der Vater zu Hause war und mit den Kindern spielen konnte. Des weiteren wurden die gemeinsamen Mahlzeiten erwähnt und die Spaziergänge bzw. die Besucher im eigenen Haus oder die Besuche bei Bekannten und Verwandten.

 Schließlich spielte auch die besondere Kleidung am Sonn- und Feiertag in der damaligen Zeit eine sehr große Rolle. "Vor Palmsonntag bekamen wir immer neue Kleider", wusste eine Besucherin zu berichten." Die trugen wir dann am Sonntag zum Kirchgang und zum Spazierengehen und waren froh, die Alltagskleidung einmal nicht tragen zu müssen".

 Für die meisten Besucher ist auch im Alter der sonntägliche Kirchgang noch eine Verpflichtung, wie die Erzählungen zeigten. Diese wird jedoch nicht mehr als so drückend empfunden wie früher, da man als Erwachsener sich ja entscheiden kann für oder gegen einen Sonntagskirchenbesuch.

 Gerade für Alleinlebende bietet dieser zudem die Möglichkeit, andere Menschen zu treffen, sich mit ihnen auszutauschen und somit dem Alleinsein sich für kurze Zeit zu entziehen. Vor allem Neubürger genießen den Kirchgang, der ihnen in der alten Heimat verwehrt war.

 Viele, in ihrer Beweglichkeit eingeschränkte Anwesende, äußerten sich dankbar für die Übertragung von Gottesdiensten im Fernsehen. Zum Hören von Gottes Wort und der Auslegung desselben bekommen sie die Möglichkeit, andere Gotteshäuser und Geistliche kennen zu lernen.

Mit einem humorvollen Gedicht endete der Nachmittag.