Aktuelles

Besuch aus Groningen

Cloppenburg - Martin Kessens -
Juli 2020

Nach dem coronabedingten Stillstand hat das Haus der Senioren (HdS) erstmals nach längerer Zeit wieder Besuch von der befreundeten Senioreneinrichtung „Groningen Plus“ aus den Niederlanden bekommen. Groningen Plus ist eine Organisation aktiver Menschen in der Stadt und Provinz Groningen. „Wir spielen weiterhin unsere Rolle in der Gesellschaft“, sagt Vorstandsmitglied Gert Los bei der Begegnung mit dem Vorstand des HdS. „‘Groningen plus‘ trägt zur Lebensqualität der älteren Menschen bei und engagiert sich in Bildung und Pflege eines Netzwerkes der über 50-jährigen“, ergänzt Alice Henkel, die in „Groningen Plus“ in der internationalen Arbeitsgemeinschaft verantwortlich zeichnet. Büroleiterin Theresia Ostrowoski zeigte sich sehr erfreut bei der Begrüßung der niederländischen Gäste, denn der Gegenbesuch in Groningen sei bereits im Oktober 2019 erfolgt. Sie lobte ausdrücklich den Austausch der beiden Einrichtungen, „denn voneinander lernen, Erfahrungen teilen und sich auszutauschen ist eine wichtige Komponente in den Beziehungen“, sagte sie. Der Kontakt geht auf eine Initiative von Derk van Groningen zurück. „Groningen Plus“ steht nicht nur im engen Austausch mit dem HdS, sondern ist auch Mitglied im Netzwerk „Grenzenlose Inspiration“ mit Mitgliedern aus dem Bereich der Stadt und des Landkreises Oldenburg. Als einzige ausländische Einrichtung ist die niederländische Initiative Mitglied in der Bundesarbeitsgemeinschaft der Seniorenbüros. Das mache die internationalen Ambitionen deutlich, hieß bei den Gesprächen, und dass die Probleme bei den älteren Menschen auf beiden Seiten der Grenzen kaum Unterschiede aufwiesen. Auch die coronabedingten Maßnahmen seien in den Niederlanden ähnlich wie in Deutschland. Großeltern und Enkel hätten sich monatelang nicht sehen können, doch die Lockerungen dürften jetzt nicht „zu locker“ genommen werden, mahnte die Runde. 

Cloppenburg - H.-K. Jäger - Juli 2020

 

Nachruf

 

Paul Willenborg ist im Alter von 89 Jahren verstorben. Er war beruflich als Oberstudienrat für Deutsch und Geschichte am Clemens-August-Gymnasium in Cloppenburg tätig. Nach seiner Pensionierung hat er - solange es seine Gesundheit zuließ - viele Jahre ehrenamtlich den einmal im Monat tagenden "Arbeitskreis Literatur" geleitet. Die Teilnehmer waren nicht nur von seinem Fachwissen fasziniert, sondern auch von seiner freundlichen, Ruhe ausstrahlenden Art begeistert. 

Paul Willenborg war ein beliebter ehrenamtlicher Mitarbeiter im Haus der Senioren. Sein Name wird mit dem Haus der Senioren verbunden bleiben.

 

 

 

Foto: Seniorenbüro

Ein Neuzugang im ehrenamtlichen Team

Cloppenburg - Martin Kessens - Juli 2020 Edith Tegeler (67) kennt das Haus der Senioren (HdS) schon aus der Teilnahme an „Top im Kopf“ oder am Frühstückstreff. Nun ist sie neue ehrenamtliche Mitarbeiterin im Bürodienst und Leiterin Theresia Ostrowski ist froh über den Neuzugang. „Wir können jedes ehrenamtliches Engagement gebrauchen“, sagt sie, „Freude am Umgang mit Menschen und offen für Neues sind beste Voraussetzungen für eine Mitwirkung im HdS“, ergänzt sie. Und diese Eigenschaft bringt Edith Tegeler mit. Als ehemalige Krankenpflegerin ist sie mit Kommunikation bestens vertraut. Literatur, Theater, gute Gespräche, Spaziergänge und der Garten sind die Hobbys, die Tegeler in ihrem Un-Ruhestand genießen kann. Diese Hobbys bringt sie auch ein, wenn sie mit Gisela Kläne zusammen dem Sonntagstreff neues Leben einhauchen will. Nachdem Weggang von Leiterin Traute Haseborg befindet sich der Sonntagstreff in einem Dornröschenschlaf. „Doch das Interesse ist da und viele warten darauf, dass es bald wieder los geht“, stellt Ostrowski fest. Nach dem Corona bedingten Stillstand öffnet der Sonntagstreff nach den Sommerferien wieder seine Tore. „Eine gemütliche Kaffeetafel mit Klönschnak ist ein Muss“, gibt Tegeler zu verstehen, „doch dabei soll es nicht bleiben, denn der Sonntagnachmittag soll auch thematisch gestaltet werden“, macht sie deutlich.  Die beengten Räumlichkeiten im HdS sind ihr bei den ersten ehrenamtlichen Einsätzen als Ehrenamtliche im Bürodienst sofort aufgefallen. Die Corona bedingten Auflagen verschärfen noch die Situation. „Kann man da nichts machen“, fragt sie vorsichtig an.                                  Foto: Martin Kessens

Neue Leitung für Englischkurs - Im Kurs gibt's auch Hausaufgaben

Cloppenburg - Martin Kessens - Juli 2020

„Man muss nicht unbedingt nach einer neuen Aufgabe suchen, wenn man in den Ruhestand eintritt“, sagt Clemens Wilhelm, „man muss nur im rechten Moment bereit sein“. So kam der Anruf aus dem Haus der Senioren (HdS)im rechten Moment, denn das Haus suchte einen Nachfolger oder eine Nachfolgerin für die kürzlich verstorbene und engagierte Englisch-Kursleiterin Elsbeth Südbeck. 35 Jahre war Wilhelm als Oberstudienrat an der Liebfrauenschule für die Fächer Englisch und katholische Religion tätig. Sein Wissen und die große Erfahrung gibt er nun mit großer Freude und ehrenamtlich an die Teilnehmenden im HdS weiter. Doch die „Engländer“ im HdS wollten keine Katze im Sack kaufen und Wilhelm durfte eine Schnupperstunde „vorführen“. „Die Chemie stimmte auf Anhieb“, sagt die 83 -jährige Maria Neerkamp, und die 85-jährige Ingeborg Knetsch stimmt wie alle anderen Kursteilnehmenden in das Lob mit ein, „wir haben mit Clemens das große Los gezogen“. Wilhelm, der bislang nur Schülerinnen und Schüler unterrichtet hat, spricht von einer besonderen Erfahrung im Lernen mit Erwachsenen. „Alles darf, nichts muss“, fasst er die ersten Gehversuche in der Erwachsenenbildung zusammen, „es macht Spaß, aber es darf auch nicht zu locker sein“, meint er und die Kursteilnehmenden stimmen ihm zu. Das Niveau entspricht etwa B1 bis B2 des europäischen Bewertungssystems. Das ist schon deutlich mehr als Begrüßungsfloskeln, und eine kleine Lektüre darf es auch schon mal sein. 12 Teilnehmenden zählt die Englischgruppe, die aufgrund der Corona-Bestimmungen in zwei Gruppen aufgeteilt wurde. Dankbar zeigten sich auch die Vorsitzende des HdS Elisabeth Schlömer und die Büroleiterin Theresia Ostrowski, dass die Englischkurse nach dem Stillstand wieder starten. „Das ist nicht selbstverständlich, denn es ja der doppelte Aufwand“, zollen sie Wilhelm Anerkennung. Dankbar zeigen sich nach dem Stillstand auch die „Engländer“, die nun wieder eine strukturierte Woche verleben, denn es gibt auch Hausaufgaben. Gegen eine weitere Gruppe hat Wilhelm nichts einzuwenden, wenn sich genügend Interessierte melden. Weitere Englischkurse erteilen ehrenamtlich Ishild Hildebrand und Sigrid Meyer.

Fotos: Martin Kessens

Rufbus-System in den Landkreisen Cloppenburg und Vechta eingeführt - moobil+

Cloppenburg - Martin Kessens - Juni 2020 Seniorinnen und Senioren sollten Mut und keine Scheu haben, den Rufbus „Moobil+“ in Anspruch zu nehmen. Zu diesem Fazit kam der Vorstand des Seniorenbeirats und ein Vertreter des Hauses der Senioren (HdS) bei einer Testfahrt durch die Stadt Cloppenburg. „Die Buchung des Busses war unkompliziert und die Mitarbeiterinnen im Büro am Pingel Anton 23 äußerst hilfreich, kompetent und freundlich,“ äußerte sich Margret Abu-Ghazaleh. An verschiedenen Haltepunkten (Galgenmoorgebiet, Blumenviertel, ZOB und Emstekerfeld) des Stadtgebietes stiegen die „Testpersonen“ ein, die im Bordcomputer registriert waren. Die Fahrt ging über den Bahnhof bis nach Bethen und wieder zurück. Mit vier Personen war der achtsitzige Bus aufgrund der Coronabestimmungen bereits besetzt. Busfahrer Rudolf hat den Führerschein Klasse zwei, eine Schulung absolviert und den Beförderungsschein erworben. Acht Stunden dauert seine Schicht, die an diesem Tag um 14 Uhr endete, und er das Lenkrad an Antje übergab, die die Fahrt fortsetzte. Die Einstiege sind bequem und für Rollatorfahrerinnen und – fahrer, sowie Personen, die auf einen Rollstuhl angewiesen sind, kein Hindernis. Selbst der Transport von einem Fahrrad ist möglich. „Ich helfe beim Einsteigen selbstverständlich“, versichert Rudolf, der bislang überwiegend ältere Personen, Berufspendler und auch Schülerinnen und Schüler als Passagiere ausmachen konnte. Insgesamt steuert der Bus 55 Haltestellen an, die aber gebucht werden müssen. Feste Haltestellen sind der ZOB, der Bahnhof und der Marktplatz. Der Fahrplan ist so getaktet, dass Passagiere der Nordwestbahn (NWB) du den Ankunftszeiten zusteigen können. „Nur wenn die NWB pünktlich ist“, scherzt Rudolf, „und wenn noch Platz ist“. Es besteht Anschnallpflicht und in diesen Coronazeiten auch Maskenpflicht. „Für korpulentere Personen sind die Gurte zu eng“, stellen die Tester fest. „Verlängerungen sind schon bestellt“, sagt sofort Antje, „wir lernen ja jeden Tag dazu“. Auch sind Sitzschalen für Kleinkinder im Bus vorhanden. Und was ist mit W-Lan? Die Verbindung klappt, mit Passwort von der Busfahrerin, sofort und störungsfrei. Insgesamt sind 14 Busfahrerinnen und Busfahrer im Landkreis Cloppenburg eingesetzt, drei auf der Linie M10, die die Testpersonen gebucht hatten. Und was ist mit den Haltestellen? Die Seniorenvertreterinnen und-vertreter vermissen diese direkt am HdS, an den Krankenhäusern, an den Altenheimen. Auch Wochenendfahrten und vielleicht Fahrten zu den Gottesdiensten sollten bei einer ersten Auswertung noch bedacht werden, schlugen sie vor. Die ausgefallenen Infoveranstaltungen sollten auch nachgeholt werden, hieß es aus dem HdS. Somit könne die Hemmschwelle noch niedriger werden.

Aufgrund der guten Erfahrungen wollte Testperson Martin Kessens vom HdS gleich am Abend eine weitere Tour buchen. Eine Einladung in die Humboldtstraße lag vor, das Wetter regnerisch und wenig einladend für eine Fahrradtour. Die Haltestellensuche auf der APP ist für mich noch undurchsichtig, stelle ich fest. Deshalb erging ein Anruf an das „Moobil+-Büro“.  Die freundliche Mitarbeiterin fand sofort die passende Haltestelle für die Hinfahrt, doch die Rückfahrt war nicht zu buchen. „Normalerweise verkehren die Busse auch bis spät in den Abend“, sagte sie, „doch da muss wohl ein Fehler im System vorliegen, wir stecken ja noch in den Kinderschuhen und aus allen Fehlern lernen wir“, entschuldigte sie sich. „Gibt es halt nur alkoholfreies Bier“, dachte ich mir und nahm den Autoschlüssel.

 

WAU - Weitermachen mit Amy als Underdog

Moin Leute,

hier ist wieder die 10-jährige coole Hundedame Amy, euer Coach für Sozialkompetenz im Ruhestand. Heute mische ich mich zum Thema Mehrgenerationenpark in Cloppenburg ein.

 

Als die SPD in Cloppenburg vor vier Wochen den Antrag gestellt hat, den Wall mit größeren Bäumen an der Friesoyther Straße abzutragen, um den Mehrgenerationenpark besser einsehen zu können, waren mit mir auch Frauchen und Herrchen fassungslos. Ein Park ohne Bäume? Geht doch gar nicht! Oder?

Die Antragsteller hatten sich nach eigener Aussage erhofft, „dass die Altlasten abgetragen und gleichzeitig die Bäume bewahrt werden könnten.“ Wie man zu dieser Hoffnung kommt, wenn der größte Teil der Bäume auf dem abzutragenden Wall steht, ist mir auch als Hund völlig schleierhaft!

 

Auch wenn dieser Antrag offenbar vom Tisch ist, bleibt doch die bange Frage: Welchen Stellenwert hat das öffentliche Grün für die politisch Verantwortlichen dieser Stadt? Ist es ein fester Bestandteil der städtebaulichen Entwicklung von Cloppenburg oder steht es als stille Flächenreserve jederzeit zur Disposition?

Wenn ein Teil des ohnehin nicht üppigen öffentlichen Grün sinnlos zur Verbesserung der Kontrollfunktion im Mehrgenerationenpark geopfert werden soll, besteht die große Sorge, dass es auf Dauer auch um das andere öffentliche Grün in Cloppenburg nicht gut bestellt ist.

 

Dabei hat das öffentliche Grün im Zuge der teilweise gnadenlosen Nachverdichtung alter Wohnbaugebiete wie in meiner Heimat dem Inselviertel eine immer größere Bedeutung für die Lebensqualität.

Auf den bisher meist mit einem Einfamilienhaus bebauten relativ großen Parzellen ist viel Platz für privates Grün und größere Bäume. Im Zuge der Nachverdichtung entstehen auf diesen Grundstücken 6- oder sogar 8-Familienhäuser. Auf der dann nahezu vollversiegelten Fläche ist nur noch Platz für Steine und Beton. Da ist es schon ein Lichtblick, wenn noch eine Fläche für ein paar Sträucher übrigbleibt.

 

Da lobe ich mir doch den eigenen Garten mit Bäumen und Sträuchern, wo ich mich richtig wohlfühlen kann. Das geht aber nicht nur mir so, sondern auch den Piepmätzen. Die fangen mit ihrem Gepiepe schon in der Morgendämmerung an. Eigentlich möchte ich dann noch dösen. Aber gut! Wenn die sich so freuen! Da kann man sich doch nur mitfreuen und aufpassen, dass ihnen nichts passiert.

Das ist auch bitter nötig, weil immer wieder Miezekatzen um die Ecke kommen und ihnen ans Leder wollen. Na, denen mache ich aber Beine!

 

Aber wenn auf Frist ganze Stadtviertel so gut wie kein privates Grün mehr haben, wo sollen dann die Piepmätze bleiben?

Wo sollen sie hin, wenn immer mehr pflegeleichte Gärten geschaffen werden. Das endet immer häufiger damit, dass ihr Zuhause verschwindet und durch eine Schotter- und Kiesschicht auf einer Plastikfolie ersetzt wird. Grün hat da kaum noch eine Chance!

Eine grauenhafte Vorstellung für mich!

Da hilft es auch nicht wirklich weiter, wenn an einigen Stellen auf nicht bebauten Flächen im Gewerbegebiet Blühstreifen angelegt werden. Mag ja für Insekten toll sein, aber die Piepmätze brauchen auch Bäume und Sträucher.

Die können doch dann nur hoffen, dass die öffentlichen Grünflächen erhalten bleiben, weil sie sonst nichts mehr haben!

 

Amy appelliert daher an alle politisch Verantwortlichen wegen der sich abzeichnenden katastrophalen Grünflächenentwicklung im privaten Bereich das vorhandene öffentliche Grün zu erhalten!

Auf den Prüfstand gehört aber auch die gegenwärtig zulässige Nachverdichtung, weil sie gewachsene soziale Strukturen und Lebensräume zerstört.

Cloppenburg soll doch für Mensch und Tier lebenswert bleiben!

 

Bleibt gesund und munter! Bis demnächst!

 

Ein herzliches WAU von eurer Amy                                          Foto: Haus der Senioren

"Top im Kopf - neue Lust am Lernen"

Cloppenburg - Martin Kessens - Juni 2020

Wer glaubt beim Kurs „Top im Kopf- neue Lust am Lernen“ gehe es nur ums Ausfüllen von Lückentexten, oder um ein gemeinschaftliches Lösen von Kreuzworträtseln, der irrt. Meistens hat Gedächtnistrainer Martin Kessens zu jeder Stunde ein spannendes Thema ausgearbeitet, das auf die Jahreszeiten oder auf aktuelle Ereignisse zugeschnitten ist. Dabei werden die Ansätze des ganzheitlichen Gedächtnistrainings (GGT) berücksichtigt Es sind dies: Körper, Geist, Seele, die zwei Hirnhälften, Spannung und Entspannung. Neben kleinen Bewegungsübungen werden die zwölf Ziele des GGT verfolgt. Sie lauten: Assoziatives Denken, Denkflexibilität, Fantasie und Kreativität, Formulierung, Konzentration, Logisches Denken, Merkfähigkeit, strukturiertes Denken, Urteilsfähigkeit, Wahrnehmung, Wortfindung, Zusammenhänge erkennen.

 

Beim Thema „unsere Erde“ wurde in einer Lust(Haus)-aufgabe die Formulierungsgabe besonders gefordert. Gewünscht wurde eine Liebeserklärung oder ein Brief an unsere Erde. Zunächst stellen wir zwei gelungene Beispiele vor.

 

Meine Erde  von Mechtild Ottenjann

Sonne, Mond und Sterne

Grüßen aus der Ferne

Sie halten die Erde im Gleichgewicht,

doch den Menschen, den kümmert das nicht!

Er wollte vieles richten,

wollte auf nichts verzichten:

Er machte sich die Welt untertan,

ging an alle Dinge ran.

Er ging mit den Tieren um,

als wären sie sein Eigentum;

er meinte, die Natur

sei sein eigen nur!

Die Menschen haben gerodet, in der Erde gewühlt

Und sich als Helden des Globus gefühlt.

Doch der Mensch, er sieht es nicht –

Die Erde hat Tränen im Gesicht.

Die Erde, sie gibt uns ein Zuhaus,

doch wie lang hält sie das aus?

Und leise die Erde zu uns spricht:

 

Ihr braucht mich, doch ich euch nicht!

Schönheit der Schöpfung   von Renate Rempe

 

Heute  Morgen bin ich aufgewacht

Und habe kurz mal nachgedacht.

Ach wie schön ist es hier zu leben,

es kann doch kaum was Besseres geben.

Die Vögel zwitschern schon am Morgen

und vertreiben gleich die Sorgen.

Die Natur zeigt ihre volle Pracht,

selten hab ich darüber nachgedacht.

Die Sonne, der Mond und auch die Sterne,

sie begrüßen uns aus der Ferne.

Im Wald tanke ich Kraft und Lebensmut,

danach fühle ich mich besonders gut.

Das Wasser ist die Quelle des Lebens,

gäbe es kein Wasser, wäre alles vergebens.

Als Hagel, Schnee oder Regen,

Wasser ist für die Welt ein Segen.

Die Schönheit der Schöpfung ist nicht zu übersehen,

ich wünsche mir, dass die Menschen das alle verstehen.

 

 

 

 

 


Das Haus der Senioren startet wieder


                                          Münsterländische Tageszeitung, Samstag, 30. Mai 2020

Ehrenamtliche Mitarbeiter gesucht

 

Haus der Senioren sucht ehrenamtliche Hilfe

 

Cloppenburg (kes).

Die ehrenamtliche Tätigkeit verhilft zu neuen Erfahrungen, verhilft dazu, eigene Grenzen zu verschieben und vermittelt im besten Falle neue Kompetenzen und Kenntnisse. Neben dem Nutzen für andere und das Gemeinwesen macht sie auch immer das eigene Leben reicher. Einer der wichtigsten Gründe für ehrenamtliche Tätigkeit kann das Bedürfnis zur gesellschaftlichen Mitgestaltung sein. Weitere wichtige Aspekte sind Freude am Engagement und die Möglichkeit zu sympathischen und anregenden Kontakten mit anderen Menschen, auch zu Menschen in verschiedenen Alters- und Bevölkerungsgruppen. All diese Erfahrungen machen ehrenamtlich Tätige im Haus der Senioren (HdS). Ungefähr 70 engagierte Menschen in der Nacherwerbsphase erfreuen sich an dem Einsatz im HdS. „Wir sind weiter auf der Suche nach aktiven Menschen, die unser Haus mit ihrer Kompetenz bereichern“, sagt Büroleiterin Theresia Ostrowski, „jeder kann etwas“, ergänzt und ermutigt sie. Zurzeit sucht das HdS eine verantwortliche Person für den Sonntagstreff. Freude an der Kommunikation mit anderen Menschen und ein kleines Organisationstalent sind beste Voraussetzungen für die monatlichen Begegnungen im HdS. Die Teilnehmenden an den vielen Angeboten sind dankbar für den ehrenamtlichen Einsatz und auch die ehrenamtlich Tätigen selbst sind dankbar, dass sie noch „gebraucht“ werden und „leben sogar richtig auf“, beobachtet die Büroleiterin.

 

Ehrenamtliche führen Arbeiten aus, die der Staat, soziale Einrichtungen und Träger oder andere Institutionen nicht finanzieren können oder wollen. Sie füllen damit eine wichtige Lücke in der Versorgung der Gesellschaft, im Fall der Seniorenarbeit z.B. Schutz vor Vereinsamung oder drohender Lethargie. Edith Deux beispielweise engagiert sich mit ihrem Team für den Frühstückstreff. „Es ist schön strahlende Gesichter zu sehen, die sich am gemeinsamen Frühstück erfreuen“, sagt Deux, „das ist der größte Dank, den wir Ehrenamtliche bekommen können“.
Wer Lust hat beim HdS einzusteigen, kann sich unter 04471 87688 melden.

 

 

 

Foto: M. Kessens, noch vor Coronazeiten: das Organisationsteam vom Frühstückstreff

"Trotz Corona: Das Leben ist schön"

 

Cloppenburg - (mo) - Mai 2020

Mechtild Ottenjann aus dem Haus der Senioren blickt auf die vergangenen Wochen zurück. 

– Corona bestimmt jetzt seit zehn Wochen unser Leben. Unser Alltag ist – auf unbestimmte Zeit – abgeschafft. Unser Terminkalender entwickelte sich zum Streichkonzert! Auch die Begegnungen im Haus der Senioren waren nicht mehr möglich. Die „Generation 65+“ soll möglichst bewahrt zu Hause bleiben!

 

Unser soziales Miteinander wird gerade radikal erschüttert. Doch Emotionen prägen unser Leben. Aber wie gehen wir in der Corona-Zeit mit unseren Emotionen um?

 

Der Shutdown kann unser Denken, unseren Verstand nicht einengen! Wir Alten jammern nicht, horten auch kein Klopapier; positiv denken, das ist die Devise! Manche Wertigkeiten stehen auf dem Prüfstand! Die Bilder in unseren Köpfen sind nicht mehr soviel von Zukunftsvisionen geprägt, sondern mehr von Erinnerungen, Erinnerungen auch an die, die es in diesen Zeiten schwerer haben, als wir selbst!

 

Und wir entdecken neue/alte Wege der Kommunikation: Ich habe z.B. das gute alte Telefon wieder reaktiviert. Ich habe meinen Kummerkasten für die geöffnet, die ihr Leid einmal verbalisieren möchten. Da ist die 80jährige Cousine, die ihren pflegbedürftigen Mann jetzt nicht mehr in die Betreuung geben kann; das geht fast über ihre Kräfte! Da ist die Freundin, die gerade Witwe geworden ist und sich nun nicht nur allein, sondern auch schrecklich einsam fühlt. Da ist es gut, Zeit zu haben und zuzuhören.

 

Das fast vergessene Skypen ist wieder in: Ich kommuniziere nun via Skype mit meinen Enkelkindern, spiele mit ihnen oft mehr als eine Stunde. Sie sind immer noch traurig, dass sie Ostern nicht bei der Oma sein durften. Mit der Großfamilie habe ich zum ersten Mal im Leben sogar an einer Videokonferenz teilgenommen; ja, auch wir Alten können das! Statt der kurzen Whats-App-Mitteilungen schreibe ich jetzt wieder mehr E-Mails und bin mit der ganzen Welt verbunden: Ich erfahre, wie es den Bekannten in Spanien geht, die nicht einmal vor die Tür dürfen. Was macht meine 95jährige Au-Pair-Mutter, die mit mir vor 55 Jahren die deutsch-französische Freundschaft praktizierte? Freunde in Schweden berichten von ihrer in Europa einmaligen Situation im Umgang mit Corona. Auch sie haben – wie wir alle – Angst, infiziert zu werden! Die Welt rückt zusammen: Im fernen Indien sind die Menschen, die ich einst so gastfreundlich erleben durfte, ängstlich geworden; viele arbeiten wie in Deutschland im Home-Office und sind zudem vorsichtig im Umgang mit Bekannten und Freunden. Und wie gehen die Amerikaner mit Corona und den Auslassungen ihres Präsidenten um? Es war interessant zu erfahren, dass in den republikanisch regierten Bundesstaaten die Gouverneure ähnliche Verordnungen erlassen hatten, wie wir sie in Deutschland kennen – trotz Trump! Und die alten Menschen halten sich daran! Ja, und dann gibt es auch noch YouTube! Nein, ich bin kein Follower, aber den geistig-geistlichen Wegweisungen aus der Kath. Akademie in Stapelfeld und/oder von Karsten Weidisch bin ich gedanklich gerne gefolgt!

 

Corona bestimmt nicht meine Welt! Meine Welt mache ich mir selbst! Ich lebe ja schon länger alleine, jetzt aber gezwungenermaßen noch bewusster. Ich freue mich – so banal es klingt – wenn mich morgens die Sonne beim Frühstück begleitet! Ich bin frei von Action und Ablenkung, frei von Stress, Hektik, Zerstreuung! Ich habe wieder ein Buch in die Hand genommen und gemerkt, wie schön es ist, stundenlang darin zu versinken und in andere Welten abzutauchen! Nun sind es die kleinen Dinge, die den vielleicht eintönigen Tag in etwas Schönes verwandeln! Und manchmal – auf meinen vielen einsamen Wanderungen durch die erwachende Natur – breitet meine Seele weit die Flügel aus …

 

Ich habe Geduld gelernt – Geduld mit mir selbst! Ich gehe mit viel Demut durch die Zeit; denn ich bin gesund, und es mangelt mir an nichts! Trotz Corona: Das Leben ist schön!

"Top im Kopf" - Das Gedächnistraining

 

„Top im Kopf“ ist gestartet

 

 

 

„Jetzt kann man gar nicht mehr abgucken“, stellt Lilo verwundert fest, als sie den Sicherheitsabstand im Unterrichtsraum entdeckt. Nur das Ehepaar Jäger (rechts) darf sich gegenseitig unterstützen. Aus einer Gruppe „Top im Kopf“ sind nun drei geworden. Nach der achtwöchigen Durststrecke freuen sich alle wieder auf neue Herausforderungen. „Schade, dass wir nicht alle wieder beisammen sein können“, hieß es, doch zuversichtlich schauen alle auf die  Corona Zeit nach Corona.

 Foto: M. Kessens

 

Münsterländische Tageszeitung, Samstag, den 25. April 2020

"Wattwanderung an der Thülsfelder Talsperre"

 

Cloppenburg - Mechtild Ottenjann - Februar 2020

Eckhard Albrecht weilte wieder einmal – kurz vor der Corona-Krise – im Haus der Senioren. Im Café Alzheimer erwarteten ihn viele interessierte BesucherInnen. Sie begleiteten den Referenten auf eine nostalgische Reise an die Talsperre: „2009 – Die Thülsfelder Talsperre im Wandel der Jahreszeiten“. Eine nostalgische Reise deswegen, weil 2009 das Wasser aus der Talsperre wg. massiver Baumängel am Auslaufbauwerk abgelassen werden musste; der Druck auf den Damm war zu groß geworden. Die Sanierungsarbeiten dauerten seinerzeit von Februar 2009 bis April 2010. Wer erinnert sich noch an diese Zeit vor elf Jahren? Mit einfühlsamen Fotos zeigte Herr Albrecht die mäandrierenden Rinnsale, die damals ihren Weg um die kleinen und großen Inseln suchten. Mit Fotos belegte er, dass fleißige Helfer z.B. die Muscheln und Fische zentnerweise bargen und sie in benachbarten Flussläufen wieder aussetzten. Der Schwerpunkt der fotografischen Beobachtungen von Eckhard Albrecht lag/liegt jedoch stets in der Beobachtung der Natur und ihrer vielfältigen Schönheit: Fauna und Flora im Laufe der Jahreszeiten in einer neu entstandenen Dünenlandschaft 2009, bevölkert mit Reihern, Kormoranen, Stockenten uvm. Mit faszinierenden Bildern „wanderte“ der Referent mit seinem Publikum durch das Schilf mit Blutweiderich, Sumpfvergissmeinnicht oder Fingerhut. Er beobachtete Raupen und Schmetterlinge, aber auch das Damwild am Rande dieser neuen „grünen Oase“. Die ZuschauerInnen wurden jedoch nicht mit Informationen überfrachtet; wohltuend war es, die mit Musik unterlegten Bilder einfach uf sich wirken lassen zu können. Wie viel Mühe und Zeit sowie Liebe zur Natur die gelungenen fotografischen Schnappschüsse kosten, konnten die Besucher nur erahnen. Überaus dankbar verabschiedeten die BesucherInnen Eckhard Albrecht mit langanhaltendem Beifall!

Foto: Eckhard Albrecht, 2009

 

Haus der Senioren - Gedanken über die Zukunft

Cloppenburg - Martin Kessens - Februar 2020

Knapp 5200 Gäste aus der Stadt Cloppenburg verzeichnete das Haus der Senioren (HdS) im Jahr 2019. Hinzu kamen noch etwa 800 Gäste aus dem Cloppenburger Umland, so dass nahezu 6.000 Menschen den Weg ins HdS zur Freizeitgestaltung und zur Weiterbildung fanden. Diese Zahlen gaben die Vorsitzende Elisabeth Schlömer und Büroleiterin Theresia Ostrowski bekannt. „Das ist ein sehr gutes Ergebnis“, stellten beide fest, „und soll nicht heißen, dass wir uns auf diesen Lorbeeren ausruhen“, sagten sie übereinstimmend. Den meisten Zuspruch an Teilnehmenden hatten die Gruppen „Top im Kopf“, „Frühstückstreff“, „Café Alzheimer“ und „Mobil im Alter“.  Aber auch die Sprachkurse von Englisch, Französisch bis zu Spanisch erfreuten sich 2019 großer Beliebtheit. Auch der Zugriff auf die Internetseite und auf Facebook zeigten eine erfreuliche Tendenz nach oben. „Das können wir sicher noch steigern, denn die sogenannten Senioren werden immer fitter in Sachen EDV und Internet“ meinte Schlömer, „außerdem müssen wir unbedingt am überkommenen Begriff „Senior/Seniorin“ und „Haus der Senioren“ etwas ändern“, ist sie sich mit Ostrowski und weiteren Vorstandsmitgliedern einig. Mit neuen Angeboten und Erschließung neuer Zielgruppen, auch unterhalb der 60 er, soll das HdS offener werden. Außerdem sucht der Vorstand verstärkt nach neuen Räumlichkeiten, denn das Haus ist für die vielen Angeboten zu klein geworden und schließt bestimmte Angebote aus. „Am besten sind wir mitten in der Stadt aufgehoben“, sagt Schlömer, „dort können wir die Innenstadt beleben, einen offenen Treff anbieten und präventiv gegenüber der Vereinsamung älterer Menschen aktiv werden, selbstverständlich barrierefrei.“ Auch generationenübergreifende Projekte sind angedacht, wie z.B. das Projekt „Mahlzeit“. In diesem Projekt könnten sich Schülerinnen und Schüler und ältere Menschen gemeinsam zum Mittagessen in den Schulmensen treffen. Es sollen „Goldiger Zwanziger Jahre“ des 21. Jahrhunderts werden.

 

                                                 Foto: Martin Kessens, Gruppe: "Top im Kopf" - Bewegung für Kopf, Herz und Hand

 

Mitglied des Redaktionsteam leitet seinen Rückzug ein

Cloppenburg - Martin Kessens - Februar 2020

15 Jahre war Peter Maisel aktives Mitglied im Team der Seniorenredaktion. Nun möchte sich der stets überdurchschnittlich ehrenamtlich engagierte Senior etwas zurückziehen, bleibt aber dem Haus der Senioren (HdS) und dem Redaktionsteam verbunden. „Denn wir können nicht ohne dich“, sagte Büroleiterin Theresia Ostrowski, in einer kleinen Verabschiedungsrunde. Maßgeblich war Maisel an der inhaltlichen Gestaltung der Seniorenseite in der MT beteiligt, hat informative, interessante und auch humorvolle Artikel über die vielen Ereignisse im HdS verfasst. „Mit viel Freude, mit der nötigen Gewissenhaftigkeit und Objektivität und einer großen Portion an Kompetenz hast du so manche Stunden in eine gute Berichterstattung investiert“, lobte Ostrowski. Vorsitzende Elisabeth Schlömer schloss sich den lobenden Worten an und sagte „Das verdient unser aller Respekt“. Nicht nur Berichte über das Café Alzheimer, das ihm besonders am Herzen lag, und über den Frühstückstreff zählte zu seinen Aufgaben, sondern auch der monatliche Terminkalender oblag ihm in seiner ehrenamtlichen Tätigkeit.

Foto: Haus der Senioren; Peter Maisel, Elisabeth Schlömer

Abschied von Traute Haseborg - 12 Jahre ehrenamtliche Tätigkeit

Cloppenburg - Martin Kessens - Februar 2020

Mit Bedauern haben die Ehrenamtlichen des Bürodienstes und der Vorstand des Hauses der Senioren (HdS) das Ausscheiden von Traute Haseborg aus dem ehrenamtlichen Dienst zur Kenntnis genommen. Haseborg war seit 2008 im HdS tätig und engagierte sich seit 2015 auch im Sonntagstreff. Sie arrangierte mit ihrem Team sonntags gemütliche Stunden bei Kaffee und Kuchen, erfreute die Gäste mit selbstgebackenem Kuchen und abwechslungsreichem Programm. Außerdem wirkte sie in Projekten mit dem Waldkindergarten mit. Der Vorstand und der ehrenamtliche Bürodienst würdigten Haseborgs Engagement und wünschten ihr für ihren weiteren Lebensweg alles Gute. Die Seniorin zieht in ihre alte Heimat ins Moormerland zurück. Der Sonntagstreff (monatlich einmalig) sucht deshalb eine neue Leitung. Wer gerne mit Menschen zusammen ist, Sinnvolles und Bereicherndes  in der Freizeit erfahren möchte, kann sich im HdS melden.                                                                    Foto: Haus der Senioren - Das Team des Seniorenbüros

 

Wochenblatt für den Landkreis Cloppenburg, 11.03.2020

"Hut tut gut" - Fasching im Cafè Alzheimer

 

Cloppenburg - Mechtild Ottenjann - 25.Februar 2020


Unter dem Motto „Hut tut gut“ lud das Team vom „Café Alzheimer“ am Faschingsdienstag zu einem heiteren Nachmittag ins Haus der Senioren ein. Bei Kaffee und Kuchen wurde vielen BesucherInnen eine fröhliche Auszeit beschert. Alle kamen wohl „behütet“, haben viel gesungen, gelacht, geschunkelt … und hatten viel Spaß!

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Foto: Mechtild Ottenjann

Ess- und Trinkverhalten bei älteren Menschen

Cloppenburg - Mechtild Ottenjann - 11. Februar 2020

Mit einem reichlich gedeckten Tisch mit Fingerfood-Überraschungen empfing das Team des „Café Alzheimer“ seine Gäste im Haus der Senioren zu einem informativen Nachmittag zum Thema „Ess- und Trinkverhalten bei älteren Menschen“. Die Referentin Gisela Gärtner erläuterte, welche körperlichen und organischen Veränderungen durch den Alterungsprozess eintreten und wie sich diese auf das Ess- und Trinkverhalten des Menschen auswirken können. Hierbei würden Veränderungen der fünf Sinnesorgane, chronische Krankheiten, körperliche Gebrechen und sogar das soziale Umfeld eine große Rolle spielen, sagte die Referentin. Intensiv wurde auch das Thema „Flüssigkeitszufuhr“ behandelt. „Trinken ist lebensnotwendig! Ohne Wasser bleiben alle Körperfunktionen nur zwei bis vier Tage erhalten!“, so Gärtner. Erschreckend ihre Aussage: „Auch das Gehirn leidet unter mangelnder Flüssigkeitszufuhr!“ Frau Gärtner führte aus, dass eine Gesamtflüssigkeitsaufnahme von 2,5 Litern aus Getränken und Nahrung pro Tag zwingend erforderlich sei! Und „Je weniger man isst, desto mehr muss man trinken“, so ihre Maxime. Viele ZuhörerInnen konnten von eigenen Erfahrungen berichten. Gisela Gärtner betrachtete das Thema „Ernährung im Alter“ auch mit Blickrichtung auf an Demenz Erkrankte, damit betreuende Personen noch besser mit den Betroffenen umzugehen wissen. Hier bekommt die Ansprache der fünf Sinne einen besonderen therapeutischen Stellenwert. So rege z.B. ein farbenfrohes Umfeld, sprich ein hübsch gedeckter Tisch, zum Essen an, denn „das Auge isst mit!“ Doch Vorsicht: „Ein zu großes Angebot kann für Menschen mit Demenz auch verwirrend wirken!“ Weiterhin vergäßen Betroffene oft das Essen und Trinken. Sie empfänden weder Hunger noch Durst und seien nach einer kleinen Mahlzeit oft schon satt. Wird nicht gegengesteuert, so wären Mangel- oder Unterernährung und Vitamin- und Mineralstoffmangel die Folge. Ein anderes Symptom könne auch ein ausgeprägter Bewegungsdrang sein. Daraus folge, dass bei den angebotenen Speisen auf eine ausreichende Kalorienzufuhr geachtet werden müsse! Deshalb sei es ratsam, im Verlaufe des Tages mehrere kleine Mahlzeiten anzubieten. Auch zu diesem Themenbereich konnten einige Zuhörerinnen aus eigenen Erfahrungen berichten. Damit „Essen und Trinken“ auch weiterhin ein Stück „Lebensqualität“ bleiben kann, machte Frau Gärtner Vorschläge, wie man all diesen negativen Einflüssen und Verhaltensweisen entgegenwirken kann (z.B. Trinkplan, Essen in Gesellschaft …). Nach angeregten Diskussionen wurde die Referentin mit großem Dank verabschiedet. Dank gab es auch an das ganze Team für die gelungene Deko.   Foto: Peter Maisel

Wie wir wurden, wer wir sind: Persönlichkeiten stellen sich vor - eine Trilogie

Teil I.   Heinrich Wernsing, Seniorchef der Wernsing Feinkost GmbH, Addrup

Cloppenburg - Martin Kessens - Januar 2020

„Mit mir wird es keine Werksverträge geben“, so deutlich äußerte sich der Seniorchef der Wernsing Feinkost GmbH in Addrup bei einem Gespräch im Haus der Senioren (HdS). Unter dem Motto „Wie wir wurden, wer wir sind“ stand der Gründer der gleichnamigen Firma Heinrich Wernsing den gut 30 Interessierten im vollbesetzten HdS Rede und Antwort. „Unsere Mitarbeitenden müssen von ihrem Lohn leben und auch später eine entsprechende Rente beziehen können“, sagte er weiter unter dem Applaus der Zuhörer. Gesprächspartner Martin Kessens entlockte dem 85-jährigen spannende Geschichten aus der Gründungs- bis zur Neuzeit, vollgespickt mit Anekdoten aber auch mit Zeiten großer Sorgen um den Fortbestand der Firma. „60 kg Pommes Frites haben wir stündlich in den Anfangszeiten ab 1962 produziert, sagte Wernsing, „Nachbarsfrauen waren für eine DM die Stunde behilflich“. Heute fährt das Unternehmen mit 4.400 Mitarbeitenden europaweit (1.200 in Addrup) einen Umsatz von 1, 27 Mrd Euro ein. Auch heute noch ist der Seniorchef aktiv. Regelmäßig geht er auf „Einkaufstour“ in den Supermärkten und kauft seine Produkte ein. „Ich kann nicht gut kochen, aber gut abschmecken“, schmunzelt er. Wenn das gekaufte Produkt seinem Geschmack nicht entspricht, geht ein Anruf gleich zum Produktionsleiter und teilt ihm seine „Geschmackserfahrungen“ mit. Die Zuhörer erlebten eine agilen 85-jährigen, der sich mit Training im Fitnessstudio und Sauna fit hält. Zahlen bzgl. seines Unternehmens sprudeln aus ihm heraus, als wenn er noch selbst der Chef des Imperiums wäre. Sein Sohn Stefan führt das Unternehmen weiter. „Darüber bin ich glücklich“, freut Wernsing sich und äußerte sich auch staunend über die Schaffenskraft seines Sohnes. „Das wollte ich heute nicht mehr“, gibt er zu. Politisch interessiert, steht er im „Briefwechsel“ mit Kanzlerin Angela Merkel und mit dem Verkehrsminister Andreas Scheuer, den er nicht zu seinem Lieblingspolitiker zählt und tritt dabei deutlich für eine Geschwindigkeitsbegrenzung ein. Ein von ihm selbstverfasstes Gedicht à la Wilhelm Busch fasste die Firmengeschichte zusammen und rundete den Abend unter der musikalischen Begleitung von Stefan Blömer ab. Die nächste Gesprächspartnerin ist am Freitag, 28. Februar um 18 Uhr Maria Vogelsang-Verhülsdonk, Unternehmerin und ehemalige Geschäftsführerin des Familienbetriebes Vogelsang-Maschinenbau GmbH in Essen.                                                                                                  

 

Teil II.  Maria Vogelsang-Verhülsdong, Vogelsang-Maschinenbau, Essen (Oldb)

 

Cloppenburg - Martin Kessens -

Februar 2020 

„Hut ab vor dem Lebenswerk von Maria Vogelsang-Verhülsdonk“, brachte es Klaus Deux, als Teilnehmer der Gesprächsrunde „Wie wir wurden, wer wir sind“ im Haus der Senioren (HdS) auf den Punkt. Die Seniorchefin der Firma Vogelsang-Maschinenbau erzählte leidenschaftlich über die Entwicklung des ehemaligen Sägewerks in Bunnen bis hin zu einem weltweit operierenden Unternehmen. Knapp 30 Zuhörerinnen und Zuhörern verfolgten die spannenden Geschichten mit Hochs und Tiefs der Firma Vogelsang. 1929 habe es mit einem Sägewerk angefangen, sagte die Seniorchefin, Böttcher sei ihr Schwiegervater gewesen und ein Tüftler. So sei wohl die Schaukelwaschmaschine entstanden, zu denen Miele den Motor lieferte. Nach zwei Bränden siedelte die Firma nach Essen um, entwickelte eine Pumpe zur Gülleausbringung, und später den patentierten Schleppschlauch. „Nach einem wirtschaftlichen Tief war das die Rettung“, sagte Vogelsang-Verhülsdonk“. Vogelsang ist Deutschlands Innovationsführer, der 25 Tochterfirmen weltweit unterhält. 800 Mitarbeitende seien am Standort Essen beschäftigt, weltweit über 1000, darunter auch China, „wo uns das Corona-Virus große Sorgen bereitet“, teilte sie mit. Bis 1986 war Maria Vogelsang-Verhülsdonk, neben den vielen ehrenamtlichen Aufgaben in Bunnen und im Kreissportbund, Sportlehrerin am Gymnasium Löningen. Diese berufliche Tätigkeit gab sie auf, um in die Firma einzusteigen, die sich seinerzeit in einer wirtschaftlichen Krise befand „Durchhalten, mutig sein, Gottvertrauen, eiserne Wille, Ideen und Produkte, die am Markt gefragt waren, lautete ihre Devise. „Und wir haben es geschafft“, sagte sie. Heute leiten ihre Söhne Hugo und Harald die Firma, aber sie selbst und ihr Ehemann Burghard Verhülsdonk sind noch jeden Vormittag in der Firma anwesend.
Auf die Frage nach Fachkräften antwortete Vogelsang -Verhülsdonk, „wir können uns unsere Mitarbeitenden aussuchen, denn wir haben einen guten Leumund, bezahlen und behandeln sie gut“. Das bestätigte ein Zuhörer: „Vogelsang ist eine korrekte Firma“. Eine Stiftung, die sich der Bildung, der Jugendarbeit, und Hilfen bei Notfällen in der Firma als Ziel gesetzt hat, sei 2009 gegründet worden, informierte die Unternehmerin.
Für ihr unternehmerisches Lebenswerk ist die Seniorchefin 2015 ausgezeichnet worden und 2009 mit der höchsten Anerkennung des Landes Niedersachsen für den Verdienst im Allgemeinwohl. Letzte Auszeichnung bezog sich auf die Tätigkeit als Übungsleiterin in der DJK Bunnen und im Kreissportbund. Die Tanz- und Gymnastikabteilung hat sie in eine Erfolgsspur geführt und viele Jugendliche jahrelang begleitet und Halt gegeben.  Letzter Erfolg war der erste und dritte Platz bei den DJK-Gymnastikbezirksmeisterschaften in Garrel am 23. Februar.

 

Teil III.   Michael Terwelp, Bücherei Terwelp, Cloppenburg

Cloppenburg - Martin Kessens - März 2020

Auf eine Reise in die 133-jährige Geschichte der Buchhandlung Terwelp nahm der jetzige Inhaber Michael Terwelp die fast 40 Besucherinnen und Besucher im Haus der Senioren mit. Der Buchhändler war der letzte Gesprächspartner der Reihe „Wie wir wurden, wer wir sind“. 1887 übernahmen die damaligen Gebrüder Terwelp den Laden an der Langenstraße in Cloppenburg. Devotionalien, Heiligen- und Spitzenbilder, sowie Rosenkränze und Kruzifixe machten damals den Großteil des Sortiments aus. „Gelesen wurde nicht viel in damaliger Zeit“, berichtete Terwelp, „die Zeit des Bücherkaufs startete erst so richtig nach dem Zweiten Weltkrieg“. Neben der Buchhandlung und Devotionalien betrieb Terwelp auch eine Druckerei, die 2001 aufgegeben wurde. Das Sortiment wurde erweitert, so dass die Buchhandlung zu Zeiten „Janoschs“ mit den entsprechenden T-Shirts zum Marktführer in Norddeutschland wurde. „Auch die ‚Didl-Maus‘ war damals der absolute Renner“, sagte Terwelp, „sehr zum Missfallen einiger ‚angesehener Bürger‘ Cloppenburgs“, gab er lächelnd zu. Besonders das weibliche Publikum ermunterte Terwelp die Produkte mit den Accessoires beizubehalten.  In der Buchhandlung stehen ca 15.000 Bücher. Das Leseverhalten und auch die Kundschaft hätten sich verändert, stellte der Buchhändler fest. Der Onlinehandel und der Konsum der E-Bücher sei deutlich zu spüren, obschon auch von Zuhause aus per WhatsApp und online Bücher bestellt werden können, die am nächsten Tag geliefert würden. Das mache aber nur rund fünf Prozent aus. Ein großes Lob spendete er seinen zurzeit 15 Mitarbeiterinnen, die sich engagiert, informiert und sachkundig zeigten, was viele aus dem Publikum bestätigten.
Die Reihe soll im Herbst 2020 fortgesetzt werden.

 

Fotos: Theresia Ostrowski

Ernährung im Winter

Cloppenburg  – Mechtild Ottenjann - 04.Februar 2020

Das Haus der Senioren lud zu einem Vortrag der Ökotrophologin Irene Oehl zum Thema „Ernährung im Winter“ ein, und viele Interessierte kamen. Müssen wir im Winter anders essen, als zu den anderen Jahreszeiten? Gibt es bestimmte Lebens- und Nahrungsmittel, die wir im Winter bevorzugen sollten? Brauchen wir exotische Früchte? Diese und andere Fragestellungen wurden von der Referentin während ihres Vortrages beantwortet! Die „Alten“ könnten sich noch daran erinnern, dass zu ihrer Kindheit die Versorgung mit Nahrungsmitteln auch von einem jahreszeitlichen Rhythmus bestimmt wurde, sagte die Referentin. „Anbau, Vegetationsperioden, Ernte, Schlachtung und auch Konservierung der Lebensmittel bestimmten die Ernährung.“ Und „Früher mussten die Menschen im Winter viel mehr Fett zu sich nehmen, um genügend Kräfte für die körperlich harte Arbeit zu erhalten und um gegen die Kälte gewappnet zu sein, d.h. um den Körper auf Temperatur zu halten. Heute hat sich das natürlich geändert: Wir haben alle Heizung im Haus und viele Arbeitserleichterungen! Also braucht der Mensch, und vor allem der alternde Mensch, nicht mehr so viel Fett in seiner täglichen Nahrung!“ Eine andere Überlegung stellte Frau Oehl in den Raum: „Kann unser norddeutscher Organismus eigentlich die Inhaltsstoffe aus exotischen Früchten verstoffwechseln?“ Zudem sei die vielfach verbreitete Meinung, dass wir im Winter viele Apfelsinen oder Mandarinen essen müssten, um genügend Vitamin C zu uns zu nehmen, irrig. Das sei ein Mythos! Denn viele Gemüsesorten enthalten mehr Vitamine und Mineralstoffe als die angepriesenen Zitrusfrüchte!

Die Aussage „Ich bin alleine, warum soll ich für mich kochen?“ sei ebenso ungesund, meinte Frau Oehl. Eine geregelte Nahrungsaufnahme sei, auch und besonders für Alleinstehende im Alter, sehr wichtig!

Ein anderes Thema: Frau Oehl empfahl ganz besonders wieder die Eintopf-Gerichte, da alle Inhaltsstoffe (Mineralien und Vitamine) auch konsumiert werden! „Nichts wird weggeschüttet!“ Auch der gute alle „Kompott“ sei zu empfehlen!

Dankbar für viele neue Erkenntnisse sowie zwei winterliche Geschmacksproben verabschiedeten die ZuhörerInnen die Referentin. Bis zum nächsten Mal! 

Münsterländische Tageszeitung, Samstag, den 08. Februar 2020;   Foto: Martin Kessens (eingefügt)

Entlastender Dienst - Abschied von Maria Albers

Cloppenburg - Martin Kessens - Januar 2020
Als eine herausragende Arbeit bezeichnete Bildungswerkchefin Ilona Heydt den Einsatz von Maria Albers, die nun nach fünf Jahren aus dem Entlastenden Dienst (ED) ausgeschieden ist. Albers engagierte sich gegen eine geringe Aufwandsentschädigung in ihrer Nacherwerbsphase im ED, knüpfte Kontakte, beriet die Hilfe suchenden und vermittelte die Betreuerinnen und Betreuer in die Familien. „Dabei hast du mit deiner Empathie Fingerspitzengefühl entwickelt, und die passenden Menschen zusammengebracht“, sagte Heydt. Seit 12 Jahren besteht der ED, der sich um die zu betreuenden Menschen in den Familien kümmert, damit die Angehörigen Zeit für sich haben und Besorgungen machen können. Im Jahr 2019 seien 9400 Stunden geleistet worden, resümierte Heydt. In diesem Jahr werde der ED um hauswirtschaftliche Dienstleistungen erweitert, informierte sie im Rahmen der kleinen Abschiedsfeier.  Zusammen mit Gisela Gärtner habe Albers 13 Qualifizierungskurse auf den Weg gebracht und somit den ED zu einem Erfolg bei den Angeboten des Bildungswerkes und des Hauses der Senioren gemacht, schloss Heydt die Dankesworte und wünschte der scheidenden Kollegin alles Gute für den „zweiten Teil“ des Ruhestandes.

Foto: Martin Kessens

Bürodienst im Haus der Senioren

Cloppenburg - Martin Kessens - Januar 2020

„Haus der Senioren, was kann ich für Sie tun?“. Das klingt professionell, aber es ist die freundliche Stimme von Angelika Berten, eine der zehn ehrenamtlichen Mitarbeitenden, die sich im Bürodienst ehrenamtlich engagieren. EDV-Kenntnisse, Freude am Umgang mit Menschen und eine gute Auffassungsgabe bringen die Ehrenamtlichen aus ihrer Erwerbstätigkeit mit und managen den Bürodienst im Haus der Senioren (HdS). Das HdS ist Anlaufstelle sowie Begegnungs- und Bildungsstätte für Seniorinnen und Senioren und für alle, die sich in den Nacherwerbsphase befinden. Beim Bürodienst laufen alle Fäden zusammen, denn hier ist die Schnittstelle zwischen Referentinnen und Referenten, Besucherinnen und Besuchern, sowie Vorstand und Förderverein. Hier werden Auskünfte erteilt über Veranstaltungen, Kurse geplant, Projekte begleitet, Finanzen verwaltet, monatliche Veranstaltungskalender erstellt und vieles mehr. „Es gibt keine Altersgrenze-oder-begrenzung bei uns, sagt Renate Hein,“ alle die sich ‚zu jung, um alt zu sein‘ fühlen, sind herzlich willkommen an den zahlreichen Treffen, Begegnungen, Kursen und sportlichen Aktivitäten teilzunehmen“. Einmal im Monat trifft sich der Bürodienst, um gemeinsam den Terminplan für den nächsten Monat zu besprechen und auch um über alle stattgefundenen und noch zu planenden Aktivitäten zu diskutieren. „Diese Tätigkeit in der nachberuflichen Phase empfinden wir alle als sehr bereichernd“ sind sich alle einig, „es macht Spaß, neue Menschen kennenzulernen, und es ist schön, etwas Sinnvolles für andere Menschen zu tun“, begründen Sie ihre Aussage, „Ehrenamt ist Ehrensache“. Der Bürodienst ist persönlich von montags bis freitags in der Zeit von 09:00 bis 12:00 Uhr im HdS in der Geschwister-Scholl-Straße 15 in Cloppenburg zu sprechen. Telefon 0 44 71 / 8 76 88. www.senioren-clp.de.

 

Bild: Derk van Groningen

Gemeinsame Besprechung mit dem Vorstand und Bürodienst mit Vorsitzende Elisabeth Schlömer (sitzend links) und Büroleiterin Theresia Ostrowski (stehend 2. von rechts)

Münsterländische Tageszeitung, Samstag, 25. Januar 2020

Heiteres und Besinnliches im Frühstückstreff

Cloppenburg - Mechtild Ottenjann - Dezember 2019

 „Heiteres und Besinnliches“ bescherte Martin Kessens den Anwesenden des letzten Frühstückstreffs des Jahres 2019 im Haus der Senioren. Zur Einstimmung begann der Referent mit einer nachdenklichen Geschichte über „Kerzen verkünden den Advent“. Die Adventszeit beinhaltet das Warten auf Weihnachten; „Sie erfüllt uns mit Wärme und Geborgenheit; jeder fühlt in sich einen tiefen inneren Frieden!“ – „Wir befinden uns in der Warteschleife; doch worauf warten wir?“ fragte der Referent die ZuhörerInnen. Antwort: „Wir warten auf etwas Schönes, auf das Weihnachtsfest, und versuchen die Sehnsucht darauf – wie in Kindertagen – wach zu halten.“ Nun gut, aber dann überraschte der Referent mit einigen Fragen, deren Antworten Verblüffung hervorriefen; z.B. „Wieviel Prozent in Deutschland wissen nicht, warum wir Weihnachten feiern?“ – nur 10%! Oder: „Wieviel Prozent der Deutschen leiden unter Weihnachtsstress?“ – nur 8%! „Wieviel Prozent der Deutschen spenden zu Weihnachten mehr als 1000 €?“ – 1%. Es gab noch mehr Erstaunliches: So müsste das Christkind in einer Sekunde 822 Geschenke verteilen, um alle Wünsche zu erfüllen – wäre es da nicht immens überfordert!? Ja, und was steht auf den Wunschzetteln der Männer und Frauen zu Weihnachten ganz oben? Für alles gibt es natürlich Statistiken, die Herr Kessens zum Vergnügen aller bereit hielt: Also, „die Frauen wünschen sich vor allem Tickets für besondere Anlässe oder NICHTS; sie verachten Haushaltsgeräte! Die Männer lieben vor allem elektronische Geräte; SOS ist megaout!“ Und wie verteilen sich die Aufgaben der Männer und Frauen vor Weihnachten? Na klar: „Die Frauen backen, sorgen für leckeres Essen, schmücken den Weihnachtsbaum … – die Männer kaufen den Tannenbaum und schleppen ihn nach Hause!“ Viel Heiterkeit bewirkten die Geschichten über das „Christkind und das Finanzamt“ sowie über den Einbrecher Karl Daddeldu, der während seines Raubzuges am Heiligen Abend auf eine beherzte Oma trifft, oder auch die hypothetische Fragestellung, was wäre gewesen, wenn statt der drei Könige, drei Königinnen zur Krippe gekommen wären? „Sie wären nicht zu spät gekommen, sie hätten Sinnvolleres als Gold, Weihrauch und Myrrhe mitgebracht, sie hätten erst einmal den Stall gesäubert etc.“ Zum Abschluss gab es dann noch zwei Flashmobs, die alle zu spontanem Mitsingen animierten: „Gloria in excelsis deo!“ Beglückt dankten die ZuhörerInnen dem Referenten und gingen heiter davon.

 

Bildbeschreibung: Martin Kessens erfreute mit Heiterem und Besinnlichem zur Adventszeit – im Hintergrund ein Adventskranz mit 24 Kerzen, als dessen Erfinder zur Mitte des 19. Jahrhunderts Johann Wichern gilt.                                                                 Foto: Mechtild Ottenjann

Winterfest der Ehrenamtlichen

 

Beim Winterfest für die Ehrenamtlichen des Hauses der Senioren (HdS) wurden von links Renate Hein (5 Jahre) Elsa Dalinghaus (15 Jahre, Ulla  Lüttge (5 Jahre) und Ingrid Federwisch (15 Jahre- nicht auf dem Bild)  geehrt. Die Laudatorinnen waren die Vorsitzende des HdS Elisabeth  Schlömer und Büroleiterin Theresia Ostrwowski (hinten rechts). Beide lobten das ehernamtliche Engagement, das alle vier Woche für  Woche zeigten. Stimmungsvoll feierten über 60 Ehrenamtliche bei  Weihnachtsliedern, gutem Essen und einer Tanzeinlage der  Square-Dance-Gruppe "Pingel Anton's" im Foyer des Bildungswerkes.

Foto und Text: Martin Kessens

Weitere Fotos vom Winterfest: Derk van Groningen

Blick unter Cloppenburgs Straßen

Cloppenburg - Mechtild Ottenjann - November 2019

 Klaus Steinkamp, engagierter Hobby-Archäologie in Cloppenburg, begeisterte viele Zuhörer im Haus der Senioren mit seinen Ausführungen über die Ausgrabungen in Cloppenburg, die er seit vielen Jahren begleitet.

 „Der Schatz unter unseren Füßen“ lautete das Thema seines Vortrages; denn wer weiß schon davon, was in den Jahrhunderten vor unserer Zeit in Cloppenburg geschah. Aus dieser Zeit, aus der es nur wenige schriftliche Belege gibt, zeugen die Funde und Befunde in der Erde. Und immer, wenn es irgendwo im Stadtkern von Cloppenburg eine Baustelle gibt, ist Klaus Steinkamp da und begleitet mit seinen profunden Ortskenntnissen die Archäologen, die von außerhalb angereist kommen, bei ihrer Arbeit.

 Zunächst stellte der Referent die Frage „Wo ist denn der historische Mittelpunkt der Stadt Cloppenburg?“ Die Zuhörer staunten, als Steinkamp ihn in der oberen Osterstraße verortete, dort wo einstmals das Rathaus der Stadt stand. Dies Gebäude, nachweislich 1669 erbaut, beherbergte im Untergeschoss die Stadtkapelle und im Obergeschoss einen Saal für die Sitzungen des Stadtrates. Ende des 19. Jahrhunderts verschwand das Haus. Ausgrabungen zeigten noch Stufen – wohin? Und lag darunter vielleicht ein noch älteres Rathaus? „Ein dort geborgener Eichenpfosten wird z.Zt. noch dendrochronologisch untersucht und kann eventuell neue Erkenntnisse liefern,“ sagte Klaus Steinkamp.

 Die älteste Besiedlung von Cloppenburg lag sicherlich im damaligen Krapendorf. „Nichts ist dauerhafter als ein anständiges Loch!“ erklärte schon 1904 der Archäologe Schuchhardt dem Deutschen Kaiser Wilhelm II. Und so fand man „auf dem Berg“ zahlreiche Merkmale einer frühen Besiedlung aus der Zeit um 800. Mehrere Brunnen, die Standspuren einiger Lang-häuser sowie die Überreste zweier Grubenhäuser mit je drei Pfosten und erhaltenen Wand-gräben sind Zeugnisse der Zeit und Beleg für die Besiedlung in unmittelbarer Nähe zur (späteren) St. Andreas-Kirche.

 Die Ausgrabungen in der Mühlenstraße (Diekhaus/Seelhorst/Stein/Eiben/Berling) förderten tausende Befunde und Artefakte zutage. Man fand Herdfeuerstellen in Lehmfußböden, die vierfach übereinander lagen. Dutzende Brunnen, erbaut aus Holz, Findlingen oder Form-ziegeln in runder oder viereckiger Form, Funde von Grapen (Töpfe), Glas, Schmuck, ein 500 Jahre alter Holzlöffel, gedrechselte Holzschalen, Kanonenkugeln, Brandhaken, Beile, Leder-schuhe, und auch ein als Hausopfer angesprochenes Gefäß sind „Sachzeugen der ältesten Bebauung an dieser Straße“.

 „Cloppenburg gehört mit seiner hohen Dichte an archäologischen Ausgrabungen vermutlich bereits zu den am besten dokumentierten Kleinstädten in Nordwestdeutschland“ bemerkte der Referent. Langzeitziel sei eine stadtgeschichtliche Ausstellung, um die Ergebnisse und Relikte präsentieren zu können. „Bis dahin bleibt mir nur, die interessante Geschichte unserer Heimatstadt den Menschen in Vorträgen nahe zu bringen, und das tue ich gerne!“ sagte Klaus Steinkamp zum Abschluss.

 

Foto: M. Ottenjann

Bei den Ausgrabungen in der Osterstraße gab es einen besonders spektakulären Fund: Ein Buntmetalllöffel mit einer Mutter-Gottes-Darstellung und einem stilisierten Jesus-Kind.

Pastor Andreas Pauly sprach im Café Alzheimer

Cloppenburg - Mechtild Ottenjann - November 2019

Andreas Pauly, seit 19 Jahren Pastor der evangelischen Pfarrgemeinde in Cloppenburg, bescherte den Besuchern des „Café Alzheimer“ im Haus der Senioren einen sehr unterhaltsamen Nachmittag. Unter dem Motto „Gedenk- und Feiertage im November“ gab es lehrreiche Informationen, gespickt mit Anekdoten und Wortspiel.

 Der Referent begann mit der Frage „Wann beginnt der Herbst?“ Man einigte sich auf die Feier des Erntedankfestes rund um St. Michaelis (29. September), zumeist am ersten Sonntag im Oktober. Ja, und dann beginnt der November mit dem Gedenken der Toten: an Allerseelen mit der Gräbersegnung in der katholischen Kirche, in der evangelischen Kirche mit dem Ewigkeitssonntag am letzten Sonntag vor dem 1. Advent, an dem die Namen aller Verstorbenen des Jahres verlesen werden.

 „Aber vor dem 1. November gibt es ja noch das Reformationsfest“, und „Warum am 31. Oktober?“ Na klar, wegen des Thesenanschlags an die Schlosskirche in Wittenberg 1517! „Aber warum einen Tag vor Allerheiligen?“

 Mit einem Blick zurück in die Geschichte belehrte Pastor Pauly die unwissenden Zuhörer: „Der damalige Kurfürst hatte für Allerheiligen eine große Reliquienausstellung angekündigt. Nach spätmittelalterlichem Verständnis wurde den Gläubigen Sündenvergebung versprochen, wenn sie die Reliquien betrachteten und eine Spende (Ablass) entrichteten. Das nahm Martin Luther letztlich zum Anlass am Tage davor seinen Protest vor allem gegen die Ablassgewinnung gegen Geld durch den Thesenanschlag öffentlich kund zu tun.“

 Apropos Martin Luther: „Warum erhielt er den Namen Martin? – Weil er am 10. November geboren wurde und am Folgetag auf den Namen des Tagesheiligen, nämlich St. Martin von Tours, getauft wurde.“-„Und früher begann übrigens schon mit St. Martin eine sechswöchige Adventszeit, seinerzeit auch als Fastenzeit!“

 Dann stellte der Referent die Frage: „Was bedeutet Fastenzeit?“ Antwort: „Man soll kein Fleisch essen!“, aber „Gehört Geflügel auch zum Fleisch?“ Fragende Gesichter. „Nein, denn am 5. Tag schuf Gott die Fische und die Vögel und erst am 6. Tag die Tiere und die Menschen!“ erklärte Pastor Pauly.

 Seit 1891 gibt es am Mittwoch vor dem letzten Sonntag im Kirchenjahr den Buß- und Bettag: „Gedenke Deiner Sünden und komm her zu mir, damit ich Dir helfe, dass es besser wird!“ Und noch eines gab Pastor Pauly den Zuhörern mit auf den Weg: „Weihnachten beginnt erst mit dem 1. Weihnachtstag, am 25. Dezember!“

"Der besondere Film" im CCC

Cloppenburg - Mechtild Ottenjann - November 2019  

 

„Der besondere Film“; ihn gibt es schon seit 13 Jahren an jedem 2. Mittwoch im Monat um 16.00 Uhr speziell für Senioren! „Entstanden ist alles in Zusammenarbeit mit der Familie Ellmann, Inhaber des CineCenterCloppenburg, und dem Haus der Senioren“ erklärte Mechtild Veerkamp, Vorstandsmitglied im Haus der Senioren; im Gespräch mit der Redaktion. „Dieser Nachmittag ist mittlerweile zu einer festen Einrichtung für viele Senioren geworden, die gerne ins Kino aber abends nicht gerne aus dem Haus gehen. – Der Senioren-Kino-Nachmittag wurde vor vielen Jahren vom Seniorenbeirat mit zunächst nur drei Filmen pro Jahr ins Leben gerufen. Maria Albers, damalige Büroleiterin im Haus der Senioren, erreichte dann eine Erweiterung auf 13 Filme pro Jahr; im Juni werden sogar zwei Filme angeboten.“ Mechtild Veerkamp, die die Zusammenarbeit mit der Familie Ellmann 2013 übernommen hat, erstellt zu jedem Film Flyer und/oder unterrichtet Interessierte gern via Email. Die Fleyer liegen im Haus der Senioren aus. „Es sind oft wirklich wertvolle Filme, die gezeigt werden; und ich kann mich bei Frau Ellmann-Brendel für die gute Zusammenarbeit bedanken“, sagte Frau Veerkamp. Sie lädt aktuell zum 11. Dezember um 16.00 Uhr ein, den mit der Goldenen Palme in Cannes ausgezeichneten Film „Parasite“ zu besuchen. „Er soll auf unglaublich unterhaltsame Art die soziale Spaltung im Kapitalismus thematisieren!“ Alle, die sich für den besonderen Film interessieren, sind wie immer – ohne Anmeldung – herzlich eingeladen!

Das Haus der Senioren zu Gast in Groningen

Am 25. Oktober 2019 waren wir zu Gast in Groningen beim deutsch- niederländischen Netzwerktreffen „Grenzenlose Inspiration“. Dort ging es um den  Austausch mit anderen, deutschen und auch niederländischen Institutionen, die sich in der Seniorenarbeit engagieren.

Fotos: Derk van Groningen

Streifzug durch Alt-Cloppenburg mit alten Fotos

Cloppenburg - Mechtild Ottenjann - Oktober 2019

 Der Vortragssaal im Haus der Senioren platzte aus allen Nähten, als Klaus Deux seinen angekündigten Vortrag zum Thema „Streifzug durch Cloppenburg“ hielt.

 Viele Interessierte waren gekommen, um ihn und seine fiktive Tante Guste, die er vom Hauptbahnhof in Cloppenburg abholte – damals noch mehrgleisig und mit dem Wasserturm im Hintergrund – auf einem Gang durch Alt-Cloppenburg zu begleiten. Ja, früher war vieles anders, und manch eine(r) musste tief in den Kindheitserinnerungen kramen, um die dargestellten Stadtimpressionen wiederzuerkennen.

 Es gab Bilder vom Kleinbahnhof mit dem „Pingel Anton“, von der letzten Postkutsche am 30.09.1906, vom Gaswerk, vom Gelände der Firma Pieper („Bitte keine Diskussionen!“), von alten Gaststätten – alles im Laufe der Zeit versunkene (Bau-) Denkmale.

 „Bilder erzählen Geschichte“ so das Unterthema des Streifzuges durch Cloppenburg mit seinen 13 Ortsteilen. Manches stimmte die Zuhörer traurig, manches hat einfach die Zeit nicht überlebt, manches musste dem Fortschritt weichen: die alte katholische Volksschule, die Landwirtschaftsschule, Walhalla, das Capitol, das Kolpinghaus, das St. Vincenzhaus … uvm.

 Ganze Straßenzüge haben sich so verändert, dass es manchmal schwer war, sie noch wiederzuerkennen wie z.B. das Gebiet „Auf dem Hook“, und auch die Osterstraße, die sich noch lange ihren kleinstädtischen Charme erhalten hatte, bekommt immer mehr einen „großstädtischen“ Charakter.

 Viele konnten sich an die Fahrradfirma Kalkhoff oder die Ziegelei Moormann erinnern, aber kaum einer kannte noch die Ziegelei Henking. Immer wieder flammten auch rege Diskussionen auf, als es z.B. um Rektor Fortmann, „Bubi“ Dwertmann, Mia Ostendorf oder „Kippen-Joe“ Heinrich Wemken ging.

 Viele Zuhörer schwelgten in Erinnerungen, und die Zugereisten hörten interessiert zu; denn: Wann war früher? Vor 100 Jahren? Oder doch erst nach dem Kriege?

 Zum Abschied wünschten sich alle, dass der Referent bald wiederkommen möge mit neuen Bildern und neuen Geschichten aus der „guten alten Zeit“ 

Foto: M. Ottenjann

Bildunterschrift: Klaus Deux zeigte u.a. ein Foto der Familie des Friseurs Schardingen, der später nach Amerika auswanderte und von dem er „auf Platt“ eine Anekdote vorlas.

Projekt "Upcycling" im Haus der Senioren und im Mehrgenerationenhaus

Cloppenburg - sb - Oktober 2019

"Dosenallerei": Unter diesem Motto hat ein weiterer Workshop des Upcycling-Projektes in Kooperation mit dem Mehrgenerationenhaus im Haus der Senioren stattgefunden. Dieses Mal kamen Kinder und Erwachsene zusammen, mit kreativem Geschick und Freude am Gestalten fertigten die Teilnehmer aus alten ausgedienten Dosen Neues, Nützliches oder Dekoratives wie zum Beispiel farbenfrohe Insektenhotels oder hübsche Aufbewahrungsdosen.

Fotos: Derk van Groningen

Die Teilnehmerinnen des Upcycling-Projektes im Haus der Senioren und im Mehrgenerationenhaus blicken stolz auf ihre erfolgreiche Arbeit.

Haus der Senioren freut sich über neuen Beamer

Münsterländische Tageszeitung, Samstag 05. Oktober 2019

Antiquitäten werden lebendig

Münsterländische Tageszeitung, Samstag 05. Oktober 2019

Ilona Heydt referiert über Erwachsenbildung

Münsterländische Tageszeitung, Samstag 05. Oktober 2019

Chorgesang im Gartencenter

Cloppenburg - Peter Maisel 

 Nicht immer nur in den vier Wänden des Hauses der Senioren wollten die Sängerinnen und Sänger der Gruppe "Pflege alten Liedguts", unter der Leitung von Anneliese Pleyter, ihre Gesangstunde absolvieren. So besuchten sie vor einiger Zeit die ehemalige Leiterin der Gruppe im Seniorenzentrum Molbergen. Zusammen mit den Bewohnern des Hauses und einigem Personal verging beim gemeinsamen Singen die Zeit wie im Fluge.

 In der vorigen Woche ging es ins Gartencenter Aumann in Varrelbusch. Der Nachmittag begann mit einer gemütlichen Kaffeezeit, während der sich alle viel zu erzählen hatten; danach wurde gesungen. Anschließend gab es unter fachkundiger Leitung eine kleine Führung, bei der die Sängerinnen und Sänger interessante Erkenntnissen unter anderem über die Pflege von Garten- und Zimmerpflanzen vermittelt bekamen. Wann und wer das nächste Mal besucht wird, steht noch in den Sternen.

Foto: Peter Maisel

Die neue WG des St. Pius-Stiftes

Cloppenburg - Mechtild Ottenjann - August 2019

 Das gab es in Cloppenburg noch nicht: eine WG nur für Senioren! Aloys Freese, Pflegedienstleiter im St. Pius-Stift in Cloppenburg, stellte im Haus der Senioren dieses neue Projekt des St. Pius-Stifts vor.

 Zunächst sind vier Wohngemeinschaften im neuerbauten Haus „Am Alten Gaswerk“ geplant: zentrumsnah, d.h. kurze Wege zu Ärzten, Apotheken, Einkaufsmöglichkeiten sowie zu Bahnhof und Bussen – so der Referent. Der Initiator, das St. Pius-Stift, will dieses Projekt ergänzend zu seinem derzeitigen Angebot in die Wege leiten. Es soll eine Alternative zum „betreuten Wohnen“ sein.

 Das z. B. in Vechta schon bewährte Konzept beinhaltet, dass jeweils sechs Senioren „ab Pflegegrad 2“ eine Wohngemeinschaft bilden. „Sie werden zusammen in einer großen Wohnung leben mit einem gemeinsamen offenen Küchen- und Wohnraum. Die zwei Wohnungen im Erdgeschoss haben eine Terrasse mit dem Zugang zu einem speziell angelegten Demenzgarten, der von außen nicht betreten und von innen nicht nach draußen verlassen werden kann.

 Die zwei Wohnungen im Obergeschoss haben einen Balkon. Für jede/n gibt es – als Rückzugsort – zudem ein eigenes, 26 m2 großes, barrierefreies Apartment mit Nasszelle, das mit eigenen Möbeln eingerichtet werden darf“, erklärte Herr Freese.

 Somit wird es „Am Alten Gaswerk“ im Erdgeschoss zwei Wohnge-meinschaften für an Demenz Erkrankte und im 1. Stock zwei für Menschen mit körperlicher Behinderung geben. In den WGs soll der ganz normale Alltag gelebt werden.

 Jede/r kann und soll sich nach ihren/seinen Möglichkeiten bei den täg-lichen Verrichtungen im Haushalt einbringen und beteiligen. Alle Mahl-zeiten sollen gemeinsam zubereitet werden; es wird eine gemeinsame Haushaltskasse geben. „Selbstbestimmend und aktiv mit Lebensfreude am Leben teilnehmen können, aber rund um die Uhr unterstützend begleitet von geschulten MitarbeiterInnen der Caritas Sozialstation“, das ist die Devise.

 Vermieter der Wohnungen ist das St. Pius-Stift, das den Bewohnern vertraglich ein Bleiberecht bis zum Tode einräumt! Mitbestimmung ist wichtig: So sollen sich die Mitglieder einer WG nicht nur ihr tägliches Leben selbst organisieren, sondern sie entscheiden z. B. auch über die Aufnahme eines neuen Mitglieds in ihre Wohngemeinschaft.

 Wer Interesse an diesem neuen Projekt hat, kann sich im Internet unter www.senioren-wg-cloppenburg.de oder telefonisch bei Herrn Freese unter 04471/183-0 informieren.

Lach-Yoga im Café Alzheimer

Cloppenburg - Peter Maisel - August 2019

 Vor zwei großen Smileys an der Wand, das eine lachend und das andere griesgrämig, und bekleidet mit einem gelben T-Shirt, ein lachendes Gesicht zeigend, agierte eine "quirlige" Petra Langhorst lachend vor annähernd 30 Besuchern im Café Alzheimer im Haus der Senioren.

 "Wollt ihr mehr Lebensfreude, wollt ihr mehr Gesundheit, wollt ihr mehr Zufriedenheit"? fragte sie an diesem Nachmittag immer wieder lautstark die Anwesenden und erfuhr ebenso kräftig jedes Mal die Antwort "Ja!" gefolgt von einem fröhlichen Lachen.

 Die Lach-Yoga-Trainerin aus Löningen fand auf diese Art und Weise schnell Zugang zu den Besuchern, die sie zum Thema "Lach-Yoga" informieren und für eine andere Art des Lachens sensibilisieren wollte, was ihr am Ende der Veranstaltung auch geglückt war.

 "Als Erfinder des Lach-Yoga gilt der indische Arzt Dr. Madan Kutaria", so Langhorst, "der 1995 nach einer Methode suchte, die Menschen mehr zum Lachen zu bringen, denn Lachen macht und hält gesund, unabhängig vom Grund."

 In mehreren Schritten führte sie dann mit der Gruppe Lachübungen durch, die eine Kombination aus Klatsch-, Dehn- und Atemübungen in Verbindung mit pantomimischen Übungen waren, die mit einem Lachen endeten.

 Im ersten Schritt wurde rhythmisch geklatscht, mit gespreizten Fingern, wie es Kinder machen. Dazu wurden verschiedene Körperbewegungen ausgeführt und der Blickkontakt zu den anderen Teilnehmern intensiviert sowie die Klatschgeschwindigkeit langsam gesteigert.

 In der anschließenden Übung kam zum Klatschen das rhythmische Sprechen der Lachsilben "ho" und "ha" hinzu, wobei auch das "Grimassenschneiden" angesagt war.

 Als sehr wichtig im Lach-Yoga bezeichnete Langhorst das richtige Atmen. Auf ein tiefes Einatmen aus der Rumpfbeuge heraus zum gestreckten Oberkörper mit gespreizten Armen folgte ein kurzes Innehalten bis zum befreienden Ausatmen.

 In einer weiteren Übung, genannt kindliche Verspieltheit, kitzelten die Besucher gegenseitig die Handinnenflächen, wie es Kinder tun, was zum Lachen führte und mit einem freudigen Füßetrampeln endete. 

 Mit einer verdienten Entspannungsphase während einer Meditation beendete die Trainerin die Aktivitäten der Gruppe, deren Gesichtszüge sich gelöst und lächelnd zeigten.

 Die Bemühungen Petra Langhorsts, die Anwesenden ohne Witze, Anekdoten oder einen bestimmten Grund zum Lachen zu bringen, zeigten vollen Erfolg. Nach der Veranstaltung wurde noch viel gelacht und über das Erlebte lachend geredet.

Fotos: Peter Maisel