Aktuelles


Offener Treff braucht einen Concierge

Haus der Senioren und die Ehrenamtsagentur wollen gemeinsam Freiwillige für verschiedene Aufgaben gewinnen

Cloppenburg - Martin Kessens - März 2021

Gemeinsam neue Ehrenamtliche gewinnen, haben sich das Haus der Senioren (HdS) und die Ehrenamtsagentur auf die Fahnen geschrieben. „Für den Neustart nach den Corona-Einschränkungen wollen wir gerüstet sein“, sagt Büroleiterin des HdS Theresia Ostrowski und hofft mit der Ehrenamtsagenturleiterin Jutta Klaus auf viele Interessentinnen und Interessenten. Mit dem Umzug des HdS haben sich neue Möglichkeiten ergeben. Ein offener Treffpunkt, wo sich Menschen bei Kaffee und Tee treffen können, um zu klönen, sich über die Angebote des Hauses zu informieren oder sich selbst zu engagieren, ist das Kernstück des neuen Konzepts, das an der Brandstraße fünf verwirklicht werden soll. Für den offenen Treffpunkt werden kontaktfreudige Personen gesucht, die Freude an Begegnungen mit Menschen haben, die verantwortungsvoll und selbstständig den Treffpunkt zu einer Wohlfühloase gestalten können- eine/einen Concierge. Betrachte, man die der Concierge zugeschriebenen Aufgaben, wie z.B. Begrüßung ankommender Gäste, Erfüllen von Anliegen und Sonderwünsche der Gäste, Auskünfte und Empfehlungen aussprechen, in diesem Fall für Angebote im HdS, und Gewinnen und Erschließen neuer Gästekreise, so passe die Beschreibung auch zu den gewünschten Tätigkeitsfeldern der Personen, die wir suchen, sagt Ostrowski. „Aus einem Fundus von z.Zt. 512 registrierten Ehrenamtlichen sollte es möglich sein“, meint Klaus und ergänzt, dass die Agentur in 2020 141 Freiwillige ins Ehrenamt vermittelt habe. „Wir sind eine lebendige Agentur, die auch schnell auf neue Herausforderungen, wie z.B. aktuell in der Coronakrise mit Einkaufshelferinnen und -helfern, reagiert. Die Bereitschaft auch im neuen HdS unterstützend zu helfen, sei nicht nur bei ihr persönlich, sondern auch beim Team groß, sagte Klaus, denn einige ehrenamtlich Tätige z. B. für einen Englischunterricht und für den Doppelkopf seien ja bereits über die Agentur vermittelt worden. Die ehrenamtliche Tätigkeit kann individuell gestaltet werden. Gewünscht wird, dass der Treffpunkt ganztägig geöffnet ist und eine Ansprechpartnerin oder -partner neben dem ehrenamtlichen Bürodienst zugegen ist. Grundsätzlich ist aber jede Person willkommen, die mit ihrem Können und Wissen sich einbringen möchte. „Wir sehen uns als Knotenpunkt bürgerschaftlichen Engagements vor Ort. Wir vermitteln nicht nur ins Ehrenamt, sondern wir entwickeln in unserem Netzwerk (mit dem Mehrgenerationenhaus und dem Haus der Senioren) Projekte, die wir gemeinsam umsetzen. Wir beobachten als sogenannte Seismografen die Veränderungen in der Gesellschaft und können auf den Bedarf vor Ort reagieren“, fasst Klaus zusammen und verspricht auch ihr Engagement bei der aktuellen Suche nach neuen Ehrenamtlichen für das HdS.                                     

Junggebliebene gesucht. 

„Die Macher. Zu jung, um alt zu sein“ ist das neue Motto des Hauses der Senioren. Die entsprechenden Banner und Plakate sind jetzt am neuen Domizil an der Brandstraße fünf zu sehen, und sie laden ein, mal „was Neues, Verrücktes oder Kreatives zu machen“. Ansprechen wollen die Verantwortlichen alle im Kopf und Herzen junge oder jung gebliebene Menschen.

 

Fotos: Martin Kessens


"Eine sinnvolle Aufgabe neben den Hobbys"

Mechtild Veerkamp engagiert sich seit 2012im Haus der Senioren in Cloppenburg

Cloppenburg - Mechtild Ottenjann -

März 2021

Seit 2012 engagiert sich Mechtild Veerkamp im Haus der Senioren (HdS). Vorher war sie 39 Jahre lang in einem Industrieunternehmen in verschiedenen Funktionen tätig, u.a. als Exportleiterin, als Reise- und Eventmanagerin und als Assistentin der Geschäftsführung.

 Liebe Frau Veerkamp, wie sind Sie auf das HdS aufmerksam geworden?

Zufällig traf ich Maria Albers, die seinerzeitige Büroleiterin des HdS, in der Stadt. Sie fragte mich, ob ich nicht Lust hätte, im HdS mitzuarbeiten. Da ich Maria schon lange kannte, bin ich zu einer Besprechung dorthin gegangen – und geblieben. Ich hatte keine Vorstellung davon, was mich hier erwarten würde und wurde angenehm überrascht.

 Was war Ihre Motivation, sich ehrenamtlich gerade im HdS zu engagieren?

 

Nach meinem Eintritt in den Ruhestand suchte ich neben meinen Hobbys eine sinnvolle Aufgabe in der Gemeinschaft. Und im HdS habe ich sie gefunden. Es ist eine absolute Bereicherung, in entspannter Atmosphäre neue Menschen kennenlernen zu dürfen, mit ihnen arbeiten und etwas Neues auf die Beine stellen zu können.

 

 

Welche ehrenamtlichen Tätigkeiten üben Sie im HdS aus?

 

Ich bin Vorstandsmitglied sowohl vom HdS als auch im Förderverein des HdS. Zusammen mit anderen engagiere ich mich im Bürodienst. In Zusammenarbeit mit Frau Brendel-Ellmann vom CineCenter leite ich zudem das Kinoprojekt; einmal im Monat gibt es nachmittags den „Besonderen Film“, speziell für Senioren. 

Nennen Sie mir bitte fünf Schlagworte, die das HdS charakterisieren!

Informativ – kompetent – harmonisch – fröhlich – willkommen

 

Können Sie mir den Slogan „Zu jung, um alt zu sein“ erläutern?

Wenn Jung und Alt aufeinander zugehen, kann viel bewegt werden.

 

Verfassen Sie eine kurze und knappe Werbeanzeige für das HdS!

Ein Treffpunkt für Jung und Alt – mitten in der Stadt, mitten im Leben!

Oder: Machen Sie es wie ich, kommen Sie einfach mal rein und bleiben für länger …

 

Versuchen Sie in die Zukunft zu schauen: Wie stellen Sie sich die weitere Entwicklung im HdS vor?

Als zusätzliches Angebot könnte ich mir gemeinsame Theater- und/oder Konzertbesuche vorstellen. Ab und zu fände ich auch einen zwanglosen Dämmerschoppen mit guten Gesprächen schön. Vom harmonischen Miteinander profitieren doch schließlich alle – Jung und Alt!

 

 

 

Foto: © Derk van Groningen

 

 

 

 



Neuer Kurs soll Körper und Geist fördern und fordern

Life-Kinetik-Präventionscoach verspricht Verbesserung der koordinativen Fähigkeiten

Cloppenburg - Mechtild Ottenjann - März 2021

Alle warten auf einen Neustart, auf Begegnungen, auf Treffen, auf Kontakte. Auch das Haus der Senioren (Die Macher) steht in den Startlöchern, wenn es endlich grünes Licht für Lockerungen bezüglich der Corona-Bestimmungen geben wird. Mit einem ersten neuen Angebot soll es am Montag, dem 26. April, losgehen. „Koordinationstraining für Erwachsene“ heißt es über zehn Nachmittage. Es handelt sich um einen Präventionskurs, der von den Krankenkassen bezuschusst und vom Life-Kinetik Präventionscoach Martin Kessens geleitet wird. „Durch das kombinierte Koordinationstraining werden die koordinativen Fähigkeiten nachhaltig verbessert“, verspricht Kessens, Untersuchungen hätten ergeben, dass es sich positiv auf die Reaktionsfähigkeit sowie Gleichgewichtsfähigkeit auswirke, ergänzt er. Dieser Kurs fordere und fördere Körper und Geist. Die Konsequenz: Stärkung der Leistungsfähigkeit, Flexibilität, der Fitness und der Koordinationsfähigkeit. „Nichts muss man können, und Fehler sind erwünscht“, bringt es Kessens auf den Punkt, „durch unorthodoxe Bewegungen, lernt unser Gehirn, und es werden neue Verbindungen zwischen den Hirnzellen gebildet, die für kreatives Denken erforderlich sind“, ergänzt er. Der Kurs ist als komplexe Gesamtkörperkoordination zu verstehen, was zu einer harmonischeren und kontrollierten Bewegungsfolge führen solle, die in allen Bereichen des Lebens positiv unterstützend wirken könne. Der Kurs ist speziell auf Seniorinnen und Senioren zugeschnitten, bringt Spaß und hält sowohl körperlich als auch geistig kleine Herausforderungen bereit. Teilnehmenden wird empfohlen, im Vorfeld mit ihrer Krankenkasse Kontakt aufzunehmen und in Sportkleidung zu erscheinen. Sollte der Beginn des Kurses am Montag, dem 26. April, noch nicht erlaubt sein, so wird Woche für Woche ein neuer Termin angesetzt.

Anmeldung unter 04471 87688 oder 980538.                                                                                                 Foto: Sperveslage


Wenn eine Ehe der 1960er Jahre in einer Katastrophe endet

Cloppenburg - Haus der Senioren - März 2021

Monika Kalthegener (70) ist eine echte Leseratte. Immer ist sie auf der Suche nach neuen Inspirationen, nach neuen Autoren. „Totgeliebt“ sprang ihr zunächst durch das Layout und den Titel ins Auge; dann auch der Hinweis auf ein Nachwort von Rolf Bossi. 

Zum Inhalt: Der Roman von Andreas Kläne beruht auf einer wahren Begebenheit. Ein flüchtiges Lesen der Inhaltsangabe lässt den Verdacht aufkommen, es handele sich hier um einen Kriminalroman. Der Autor beschreibt aber völlig unaufgeregt und ohne die Effekte, die ein Krimi benutzt, die Geschichte einer Ehe, die in einer Katastrophe endet. Es geht um eine typische Ehe, wie sie zu tausenden in den 1960er Jahren geschlossen wurde. Die Rolle der Frau hatte selbstverständlich die zu sein, den Ehemann bei seiner Karriere und seinem beruflichen Fortkommen zu unterstützen und ihm „den Rücken freizuhalten“, die Kinder groß zu ziehen und dabei eigene vor allem berufliche Wünsche und Vorstellungen hinten an zu stellen.

„Die Erzählweise von Andreas Kläne packte mich von Anfang an, so dass ich einfach immer weiterlesen musste, und je weiter ich kam, um so weniger wollte ich das Buch aus der Hand legen. Obwohl die Geschichte und ihr Ausgang keine Überraschung bieten, gelingt es Kläne eine Spannung aufzubauen, die sich erst auflöst, wenn man endlich beim Ende angekommen ist,“ sagt Monika Kalthegener.

 

Dem Buch angefügt ist ein sehr informatives Nachwort des bekannten Strafverteidigers Rolf Bossi, der die Rolle der Frau als Täterin in der Rechtsprechung beleuchtet. 


Münsterländische Tageszeitung vom Dienstag, 09. März 2021


Nachruf Renate Engelmann

Der Vorstand für das Haus der Senioren und das Seniorenbüro trauern um Renate Engelmann, die am 22. Februar 2021 verstorben ist. Besonders werden die Besucher des Café Alzheimer und die Teilnehmer des Gedächtnistrainings über ihren Tod bestürzt sein.

Im August 2005 begann Renate Engelmann ihre ehrenamtliche Tätigkeit im Haus der Senioren, die sie 2018 aus gesundheitlichen Gründen aufgeben musste. Mit dem Team des Café Alzheimer, das in die jährlich wiederkehrenden größeren Veranstaltungen und Sommerausflüge viel Energie investierte, fand sie eine Tätigkeit, die ihr Freude bereitete. Als Kassenführerin verwaltete sie einige Jahre die Finanzen der Gruppe. In Zusammenarbeit des Hauses der Senioren mit Cloppenburger Gymnasien ergab sich für Renate Engelmann die Gelegenheit, sich mit jungen Menschen über einen längeren Zeitraum zu einem Gedankenaustausch zu treffen. Im Jahr 2011 übernahm sie zusätzlich die Leitung des „Gedächtnistrainings“. In ihren Übungen wurden Flexibilität des Denkens, Fantasie und Kreativität angeregt und so Konzentration, logisches Denken und Merkfähigkeit geschult, zum Spaß und zur Freude der Teilnehmer.

An ihr freundliches Wesen werden sich alle gern erinnern, die sie kannten und mit ihr zusammenarbeiten durften.


Neues Domizil für das Haus der Senioren

Cloppenburg - Februar 2021 -
Martin Kessens

Die Gardinen sind verschwunden, die Tür ist verschlossen, der Parkplatz leer, das „alte Haus der Senioren (HdS)“ ist verwaist. Ein Neuanfang steht im neuen Domizil an der Brandstraße 5 (ehemals Cloppenburger Wochenblatt) bevor. „Gott sei Dank“, sagen die meisten Seniorinnen und Senioren, wenn auch einige mit Wehmut. Viele von ihnen sind seit Beginn ihres Ruhestandes mit dem Haus verbunden und haben sich dort ehrenamtlich engagiert, sei es bei der Gartengestaltung, im Haus bei kleineren Reparaturen, bei einem kurzen Klönschnack, oder bei den vielen Treffs. Nachdem der Rat der Stadt Cloppenburg einstimmig grünes Licht für einen erhöhten Zuschuss gegeben hat, laufen die Umzugsarbeiten auf Hochtouren. Teilweise tauchten alte „Schätzchen“ beim großen Aufräumen auf, wie z. B. ein Diaprojektor mit Mischpult, der es über Ebay noch zu zehn Euro Gewinn geschafft hat. Selbst der „Supersenior“ Peter Maisel konnte mit dem antiquarischen Objekt nichts mehr anfangen.

Bei vielen Gegenständen, die er in den Händen hielt, hörte man ihn häufig flüstern „weißt du noch“. Doch auch er freut sich auf die neuen Räumlichkeiten, mit deutlich mehr Platzangebot für die vielen Begegnungen bei Kursen, Vorträgen oder einfach nur beim Klönschnack. „Etwas weit vom Schuss waren wir schon“, sagt Maisel, und er ist zuversichtlich, dass das neue Haus mit Charme an den Start geht. „Der Inhalt bleibt ja gleich, bzw. wird erweitert,“ sagt Büroleiterin Theresia Ostrowski, die während des Corona- Stillstandes häufig allein ohne regen Kursbetrieb im Hause saß und bereits Pläne für den Neuanfang schmiedete. „Die Lage ist ideal“ freut sich Edith Tegeler, eine Jungseniorin, die kurz nach Beginn ihres ehrenamtlichen Engagements bereits deutlich äußerste, „hier müssen wir raus“. Der Erfolg des HdS liegt im ehrenamtlichen Engagement. So auch beim Umzug. Viele fassten mit an, um den Umzug gut über die Bühne zu bringen. Viele Kompetenzen versammelten sich bei den Tätigkeiten, bei der EDV, bei der Telefonanlage, beim Aufbau von Schreibtischen und Gestaltung der Unterrichtsräume. Dass die alten Räumlichkeiten deutlich zu klein waren, zeigte sich besonders während des Corona-Stillstandes. Viele Kurse fanden gar nicht aufgrund des zu geringen Abstands zwischen den Seniorinnen und Senioren statt, andere Kurse wurden geteilt, um das Angebot und den Anlaufpunkt aufrechtzuerhalten. „An der Brandstraße haben wir allein schon wegen des Platzangebotes mehr Möglichkeiten“, sagt Ostrowski, die, wie viele, die Beendigung des Corona-Stillstandes herbeisehnen. Über die einstimmige Zustimmung des Stadtrates freuen sich auch die Leiterin des Bildungswerkes Ilona Heydt, als Träger des HdS und Vorsitzende Elisabeth Schlömer. „Unser Konzept hat überzeugt“ sind sie sich sicher.


Steckbrief: Motto "Wissen weitergeben - Wissen bewahren"

Cloppenburg - Februar 2021 -

Seniorenbüro

Gerhard Mastall ist 67 Jahre alt und ist seit 2017 im Haus der Senioren aktiv. Sein ausgeübter Beruf als Techniker kommt dem Haus gerade in diesen Umzugszeiten von der Geschwister-Scholl-Straße in die Brandstraße gerade recht. Denn die EDV- und Telefoninstallation liegt in seinen bewährten Händen. „Und es klappt alles hervorragend“, lobt Theresia Ostrowski den engagierten Ehrenamtlichen

 Gerhard, wie bist du auf das Haus der Senioren (HdS) aufmerksam geworden?

Beim „Männerfrühstück“ im Bildungswerk habe ich vom HdS

von Dieter Thomée und Martin Kessens erfahren.

 Was war deine Motivation, dich ehrenamtlich gerade im HdS zu engagieren?

Nach meinem Eintritt ins Rentnerleben wollte ich meine Kenntnisse (Computer / Smartphone e.t.c.) an interessierte Seniorinnen und Senioren weitergeben. 

Welche ehrenamtliche Tätigkeit übst du im HdS aus?

Im HdS werden viele Kurse angeboten, und ich vermittle im Bereich Computer / Smartphone meine Kenntnisse an Interessierte in diesem Bereich.

Außerdem arbeite ich im Vorstand mit und kümmere mich um die Technik im Haus. 

 Nenne fünf Schlagwörter, die das HdS charakterisieren!

Power – Ideen – sinnvolle Freizeitgestaltung – Kommunikation –

Wissen weitergeben - Wissen bewahren

 Erläutere den Slogan „Zu jung, um alt zu sein“

Aktiv im Alter - Engagement -

 Verfasse eine kurze und knappe Werbeanzeige für das HdS.

„Du bist niemals zu alt, um jung zu sein“

 Schaue in die Zukunft: wie stellst du dir die weitere Entwicklung des HdS vor.

 Integriert in die Gemeinschaft und rege besucht.



Das Haus der Senioren ist umgezogen


Neues von Amy - Ein Co-Therapeut auf vier Pfoten

Moin Leute,

hier ist wieder die 10-jährige coole Hundedame Amy, euer Coach für Sozialkompetenz im Ruhestand.

Wie seid ihr bisher durch den zweiten Corona-Lockdown gekommen? Seid ihr noch entspannt oder gehen euch die Alltagsbeschränkungen allmählich „auf den Keks“? Macht ihr euch Sorgen, ob das Leben jemals wieder normal läuft und wann das sein wird?

Dann solltet ihr eine Lebensweisheit von Abraham Lincoln beherzigen: „Halte dir jeden Tag dreißig Minuten für deine Sorgen frei, und in dieser Zeit mach´ ein Nickerchen.“ Hab ich gemacht, und was soll ich sagen: Hab keine Sorgen mehr! Die Methode kommt mir aber auch sehr entgegen, da ich am Tag gerne mal ein paar Nickerchen mache. Da bewahrheitet sich dann ein anderes Sprichwort: „Viel hilft viel“!

Aber vielleicht ist das ja auch was für euch. Ich kann die Methode nur wärmstens empfehlen!

 In Zeiten des Corona-Lockdowns ist leider nicht immer klar, was zulässig und was verboten ist. So mussten die Friseurgeschäfte wegen der Corona-Verordnung des Landes Niedersachsen ab Mitte Dezember des letzten Jahres schließen. Gleichzeitig stand für das Land auch fest, dass ein Friseurtermin zu Hause ebenfalls verboten ist.

Dazu hat das Oberverwaltungsgericht Lüneburg letzte Woche entschieden, dass die angeordnete Schließung von Friseursalons in Niedersachsen rechtens ist, jedoch „die aus Infektionsgründen deutlich gefährlichere Friseurtätigkeit in den Wohnungen der Kunden durch die Niedersächsische Corona-Verordnung nicht untersagt worden sei“. In der Begründung zur Rechtmäßigkeit der Schließung von Friseurgeschäften wird dann auch noch ausdrücklich darauf hingewiesen, dass die Friseure „ihre Tätigkeit durch Aufsuchen ihrer Kunden fortsetzen dürften“.

 

Hää??? Das verstehe, wer will! Ist aber vielleicht einfacher, wenn man Jurist ist.

Sei es drum. Ab dem 1. März dürfen in Niedersachsen die Friseure ohnehin wieder öffnen. Frauchen und Herrchen haben sich bereits einen der raren Termine ergattert, damit sie baldmöglichst wieder eine manierliche Haartracht haben. Besonders bei Herrchen ist Eile geboten. Er hat es versäumt, sich noch vor Schließung der Friseurgeschäfte die Haare schneiden zu lassen. Die waren damals auch schon ziemlich lang. Nach mehr als weiteren 2 Monaten sieht er einem Altachtundsechziger immer ähnlicher. Dass Herrchen mit der Schere selbst Hand an sich gelegt hat, konnte die Sache nicht verbessern. So bewahrheitete sich für ihn der Satz von Michail Gorbatschow: „Wer zu spät kommt, den bestraft das Leben.“

 Gott sei Dank habe ich die Probleme nicht. Wenn´s warm wird, verlier ich meine Haare. Die bürsten mir die Kumpels dann raus. Und ab kann´s in den Sommer gehen. Ich seh´ auch ohne Friseurtermin immer gut aus!

„Man muss mit allem rechnen. Auch mit dem Guten.“ Dieses Zitat von Gabriel Barylli fällt mir zu den diesjährigen Wetterkapriolen ein.

 

Eigentlich hatte ich den Winter in diesem Jahr schon abgeschrieben. Fing schon an, Haare zu verlieren, weil´s so warm war. Aber dann kam das Wintervergnügen doch noch. Und wie! Endlich gab´s auch mal wieder Schnee. Wusste kaum noch, wie der aussieht. Und richtig kalt war´s auch. Kurzum: Beste Voraussetzungen für ein Goldie-Mädchen um draußen rumzutoben. Das war richtig gut!

 

War viel mit Frauchen und Herrchen in Dwergte und auf dem Flugplatz unterwegs. Sehr lustig mit anzusehen, wie sie durch den Schnee stapsten. Statt Augen zu und durch, liefen sie um jede Schneewehen herum. Meinten sogar, es sei glatt. So´n Quatsch! Die hatten bloß nicht meine top Winterausrüstung mit in den Pfoten eingebauten Krallen. Die sind natürlich viel besser als alle Spikes, die man sich unter die Schuhe machen kann. Aber gut, jedem das Seine.

Bei dem tollen Wintervergnügen hätte ich gerne auf meine Physio verzichtet. Die fand aber trotzdem statt. Also rein ins Wasserbecken und tapfer marschiert. Nicht so toll. Dann erzählte meine Physiotherapeutin auch noch, ihre Jungs im Kindergartenalter hätten keinen Bock mehr auf Schnee. Unglaublich! Kinder sind auch nicht mehr das, was sie mal waren.

Statt mit mir spazieren zu gehen, hat Herrchen dann auch noch den verschneiten Gehweg geräumt, damit keiner fällt. Bei einem Eckgrundstück und dem weitgehenden Verzicht auf Streusalz eine zeitaufwendige Angelegenheit. Fand ich doof. Wär mit ihm viel lieber durch den Schnee getollt.

Dass seine Methode aber auch ihre Vorteile hat, hab ich beim Abendspaziergang gemerkt. Wo viel Salz gestreut war, brannten mir die Pfoten. Konnte kaum noch laufen.

Da ist mir klargeworden, das für mich vermeintlich Gute muss nicht für alle und auch nicht für mich in jeder Lebenslage gut sein. Das gilt ganz besonders auch in Corona-Zeiten.

 

Bleibt gesund und munter!

Bis demnächst!

 

Ein herzliches WAU von eurer Amy



Studenten helfen beim digitalen Umgang

Cloppenburg - Martin Kessens -Januar 2021

„So, und jetzt alle Schritte noch einmal von vorn“, ermuntert Alessa Thieß (23) beim Einfügen eines Video-clips in eine PowerPoint-Präsentation den Autor dieses Beitrags. Alessa Thieß und weitere Studierende der Uni Vechta stellten sich im „Digital-Tandem-Projekt“ als Tandem-Partnerin Menschen älteren Semesters zur Verfügung, um den Einstieg in die neuen Medien zu erleichtern bzw. um die Erweiterung der bereits vorhandenen Kenntnisse zu ermöglichen. Das Digital-Tandem-Projekt wird im Rahmen eines vom Niedersächsischen Ministerium für Wissenschaft und Kultur geförderten Forschungsprojektes der Universität Vechta finanziert. Das Haus der Senioren (HdS) war mit zehn Seniorinnen und Senioren am Projekt beteiligt, die sich in neun Wochen telefonisch und/oder per WhatsApp mit ihrem Tandem-Partner trafen und digitale Probleme wälzten, die durch das Engagement der Studierenden gelöst werden konnten. Alessa Thieß ist Studentin für „Soziale Arbeit“, steht kurz vor ihrem Bachelor-Abschluss und ist auf der Suche nach einem Praktikumsplatz für das Anerkennungsjahr. Neue Medien eröffnen gerade in Corona-Zeiten vielseitige Möglichkeiten, z.B. wie den Kontakt zu weit entfernten Angehörigen halten, von zuhause oder unterwegs Informationen im Internet suchen, Termine online buchen, Fotos und Texte bearbeiten und Vieles mehr“ sagt Bernd Josef Leisen von der Uni Vechta.

Begeistert berichtet Gertud Luthmann (66) von ihrem Einstieg in die neuen Medien. Ihre Enkel hatten sie dazu motiviert, und bald nach der Anmeldung nahm ihre Tandem-Partnerin Yakari Prause (25), Studentin der Wirtschaftsethik und Politikwissenschaften, Kontakt mit ihr auf. „Wir haben regelrecht eine Liste abgearbeitet“, erzählt Luthmann, „dazu zählten u.a. ‚Was ist eine Mediathek und wie wird sie genutzt? Wie kaufe ich im Internet ein?‘“.  Nach neun Wochen regelmäßigen telefonischen Kontakts fühlt sich die Rentnerin bedeutend sicherer im Umgang mit den neuen Medien. Dazu half auch das umfangreiche Material, das die Uni den Seniorinnen und Senioren zur Verfügung stellte.  „Ich habe viel gelernt und bin neugierig auf mehr“, zog Luthmann ein Fazit.

Gerne hätte Mechtild Ottenjann (76) ihre Tandem-Partnerin Merle Harfst (20) – Lehramtsstudentin für Biologie und Geografie - persönlich kennen gelernt, doch das war in Corona-Zeiten nicht erlaubt. „Ich will Spaß bei Instagram“ war das Motto von Ottenjann. Per Telefon und WhatsApp, sogar mit Erklärvideos und per Voicemail gab es von der Lehramtsstudentin die gewünschten Tipps und Tricks. „So konnte ich alles noch einmal rekapitulieren und kapieren“, fasst Ottenjann ihre Erfahrung zusammen. Eine „Story“, ein „Beitrag“, ein „Reel“ oder „New Posts“ sind für die den neuen Medien aufgeschlossene Seniorin keine böhmischen Dörfer mehr. Freundinnen und Freunde können sich nun auf Bilder - mit Musik untermalt und mit ergänzenden Texten versehen, auf Dia–Shows oder Collagen freuen. Die zwei Seniorinnen und der Senior sind – wohl stellvertretend für alle Teilnehmer – voll des Lobes über das gelungene Tandem-Projekt und richten ihren großen Dank an die geduldigen Studentinnen.


"Statt einsam zu Hause - gemeinsam aktiv"

Zu jung, um alt zu sein!

 - ist Jürgen Gierenstein (68)

 

Er war Jurist bei einer Versicherungsgesellschaft in Köln und engagiert sich seit 2017 im Haus der Senioren (HdS)

Wie bist du auf das HdS aufmerksam geworden?

Durch meine Frau. Wir suchten im Rahmen des Schulprojektes „Alt und Jung im Gespräch“ am ULF eine/n Senior/Seniorin für unseren Sohn.

Was war deine Motivation, dich ehrenamtlich gerade im HdS zu engagieren?

Nach meinem Umzug aus Köln wollte ich neue Menschen kennenlernen, die ähnliche Interessen haben wie ich und sich, wie ich, noch zu jung fühlen, um nur Zeitung zu lesen und spazieren zu gehen.

Welche ehrenamtliche Tätigkeit übst du im HdS aus?

Ich bin seit 2019 stellvertretender Vorsitzender und zuständig für die finanziellen Angelegenheiten im HdS. Außerdem bin ich regelmäßig im Bürodienst tätig.

Nenne fünf Schlagwörter, die das HdS charakterisieren!

Kreativ – aktiv – engagiert – gemeinsam – familiär - offen

Erläutere den Slogan „Zu jung, um alt zu sein!“

Nach Vollendung des 65. Lebensjahres liegt laut Statistischem Bundesamt die durchschnittliche Lebenserwartung von Frauen bei noch 21 Jahren und bei Männern bei noch 18 Jahren. Diese Zeit ist einfach viel zu kostbar, um sie zu Hause vor dem Fernseher zu verbringen.

Verfasse eine kurze und knappe Werbeanzeige für das HdS!

Statt einsam zu Hause – gemeinsam aktiv.

Schaue in die Zukunft: wie stellst du dir die weitere Entwicklung des HdS vor.

In den neuen Räumlichkeiten und nach Ende der Corona-Pandemie könnte ich mir zusätzlich zu den bereits vorhandenen Angeboten Folgendes vorstellen:

·         Gemütliches Beisammensein bei Kaffee und Tee auch außerhalb von Veranstaltungen

·         Gemeinsame Aktionen mit ortsansässigen Händlern (Buchpräsentationen, Modenschau)

·         Vorträge zu Themen, die für Seniorinnen und Senioren interessant sind (Gesundheit, Pflege, Betreuung, Patientenverfügung, Erbrecht)

 

·         Umgang mit sozialen Medien (Chatdienste, Videodienste, Telemedizin)


Nachruf Hans-Karl Jäger

Cloppenburg - Martin Kessens -

Januar 2021

Man kann ihn wohl als Pionier der übergemeindlichen Seniorenarbeit in der Stadt Cloppenburg nennen. Hans-Karl-Jäger ist kurz vor Weihnachten 96- jährig verstorben. Ehrenamtliche und Gäste des Hauses der Senioren (HdS) trauern um eine großartige, humorvolle und menschenfreundliche Person. „Ohne seinen unermüdlichen ehrenamtlichen Einsatz wäre das HdS nach Auslaufen der Bundesförderung nicht da, wo es jetzt steht“, sagen einhellig seine Nachfolgerinnen und Nachfolger im Vorstand des HdS und im Förderverein. Soweit die Corona-Bestimmungen es zuließen, haben viele Seniorinnen und Senioren ihre Trauer auf einer Kondolenzliste ausgedrückt. 


Buchtipp aus dem Haus der Senioren

Cloppenburg - Gerda Maisel - Januar 2021

Velma Wallis – Zwei alte Frauen

Beim Stöbern in einer Buchhandlung fiel mir dieses Buch in die Hände. Das so fremde Thema interessierte mich, und es ist auch nicht so dick.

Velma Wallis, geboren 1960, ist Angehörige des athabaskischen Volkes und in den traditionellen Werten ihres Stammes erzogen worden.
Sie schrieb diese alte Legende, die seit Generationen mündlich überliefert wurde, auf, um den nächsten Generationen das Bild von Verrat und Tapferkeit zu erhalten.

In einem strengen Hungerwinter beschließt der Häuptling, das Winterlager zu wechseln und, wie es bei dem Stamm Tradition ist, schweren Herzens zwei alte Frauen, die nur noch als unnütze Esser gelten, zurückzulassen. Alle Stammesangehörige beugen sich seiner Anordnung, auch die Tochter und der Enkel einer der Frauen.
Zum Sterben zurückgelassen ergreift die beiden Frauen Trauer, Verzweiflung und auch Wut. Sie beschließen, dem Tod zu trotzen und machen sich auf, irgendwie zu überleben.

Ich bin beeindruckt von der Art, wie die Autorin den Überlebenskampf der beiden Frauen in einer für uns lebensfeindlichen Umwelt schildert, der von Entsagung, Alter und Schmerzen, aber auch von Freundschaft und Kraft bestimmt ist. Sie schreibt über die Weltanschauung, Emotionen, Schuldgefühle und das Verzeihen der Beteiligten.
Man erfährt viel über die faszinierende Landschaft und die Art und Weise, wie die Menschen mit und in ihr lebten.

Velma Wallis - Zwei alte Frauen - Heyne Verlag

 

 


Programm 2021

Cloppenburg - Martin Kessens - Januar 2021

Als ein Höhepunkt der Veranstaltungen im Haus der Senioren (HdS) im kommenden Jahr ist wohl eine Autorenlesung mit Sigmar Gabriel zu bezeichnen. In Kooperation mit dem Bildungswerk wird der SPD-Genosse am Dienstag 6. April um 15 Uhr zu Gast sein und aus seinem Buch „Mehr Mut“ vortragen. Gabriel sucht u.a. eine Antwort auf die Fragen: „In welcher Welt werden unsere Kinder und Enkel leben? Was kann die jetzige Generation tun, damit sie selbstbestimmt und frei aufwachsen können?“. Er beschreibt in seinem Buch die großen Herausforderungen für die Gesellschaft und entwirft eine Vision für eine bessere Zukunft.

Wieder aufgenommen wird die Gesprächsreihe „Wie wir wurden wer wir sind“. „Kontakte bestehen schon mit einigen namhaften Personen“, sagt Büroleiterin Theresia Ostrowski, doch sie will die Spannung noch aufrechterhalten, zudem niemand weiß, inwieweit die Pandemiebeschränkungen größere Veranstaltungen zulassen. „An den großen Erfolg vom vergangenen Jahr wollen wir auf jeden Fall anknüpfen“, versichert sie.

Neu im Bildungsangebot ist ein Vortrag zum Thema „Natur aus zweiter Hand am Beispiel des Vehnemoors“ am Dienstag, 13. April um 15 Uhr. „Statt einer landwirtschaftlichen Nutzung, sollen die in Abtorfung befindlichen Moore nach Abbauende renaturiert und in den ursprünglichen Zustand versetzt werden“, erklärt der Fachmann Johann Viets. Er wird diese Entwicklung in seinem Vortrag beschreiben und diskutieren.  Auch für Entspannung ist im HdS gesorgt. Unter dem Obertitel „Zeit für mich“ bietet Martina Vornhagen eine Klangmeditation (Donnerstag, 21. Januar um 17 Uhr), Fantasiereisen und Entspannungsübungen am Donnerstag, 18 Februar bzw. am Donnerstag, 11. März an.

Wer sich für den ehrenamtlichen Hundebesuchsdienst interessiert ist, im Kurs „Co-Therapeut auf vier Pfoten“ richtig. Gezielte Übungen mit dem Hund und das Erlernen des Umgangs mit alten Menschen und deren Einschränkungen sind Inhalte der Schulung. Start, unter der Leitung von Elisabeth Schlömer und Michael Schrand ist im Februar.

Auch die Klassiker wie Sprachkurse, Gesprächskreise, EDV- und Smartphoneschulungen sind wieder im Angebot zu finden. „Wir suchen ständig neue Ehrenamtliche, die mit ihrem Wissen und Können sowohl unser Kursangebot als auch den Bürodienst bereichern“, ruft Ostrowski auf.

 

HdS-Team übernimmt "Kultourfahrten" 

Die Organisatorin der „Kultourfahrten“ Ursula Röhrs gibt wegen Umzugs diese ehrenamtliche Aufgabe ab. Zukünftig ab 2021 wird das Haus der Senioren mit einem Team unter der Federführung von Martin Kessens die Organisation übernehmen. Sobald es wieder grünes Licht gibt, und die Risiken aufgrund der Pandemie minimiert sind, werden die ersten Fahrten wieder stattfinden. 


WAU   - Weitermachen als Underdog

 

Moin Leute,

hier ist wieder die 10-jährige coole Hundedame Amy, euer Coach für Sozialkompetenz im Ruhestand. Das Jahr 2020 ist vorbei. Zeit also, auf das alte Jahr zurückzublicken und einen Ausblick in das neue Jahr zu wagen.

 

2020:Was für ein Jahr! Fing für mich eigentliche ganz gut an. Die erwartete Knallerei am Silvesterabend ist ausgeblieben. War ganz dichter Nebel. Der hat Knall und Lichtschein des Neujahrsfeuerwerks enorm gedämpft. Könnte für mich immer so sein!

 

Kaum im neuen Jahr angekommen, tat mir die rechte Hinterpfote fürchterlich weh. Hab schlimm gehumpelt und konnte kaum noch laufen. „Kreuzbandriss“, hat der Tierarzt gesagt. Müsste operiert werden.

War dann für 5 Tage stationär in einer Tierklinik. Besuch von Frauchen und Herrchen war nicht erlaubt. Da hab ich mich schon sehr einsam gefühlt. Wie hab ich mich gefreut, als sie mich ins Auto geladen haben und wir nach Hause gefahren sind.

Musste dann noch für fast ne Woche nen blöden Trichter um den Kopf tragen, damit die Operationswunde ungestört heilen konnte. War nicht so toll. Aber egal, dafür war  allmählich wieder schmerzfreies Laufen möglich. Es ging mit mir bergauf!

Hatte schon Pläne für meine Reha auf Borkum gemacht. Am Strand laufen und in der Nordsee baden. Dann ein ordentliches Abendmenü. Und schließlich hundemüde einschlafen. Das Programm dann mindestens 10 Tage. Was für klasse Aussichten!

 

Aber dann kam Corona! Es gab den ersten Lockdown. Nichts ging mehr! Frauchen und Herrchen durften nicht mehr auf die Insel reisen. Damit war die von mir favorisierte Insel-Reha futschikato!

Als Ersatz habe ich eine technische Reha-Maßnahme in einem 0,5 x 2 m großen Glaskasten angetreten. Da muss ich dann bis zur Brust im Wasser stehend auf einem Laufband gegen den Wasserwiderstand anrennen. Überhaupt kein Vergleich zum Wassertreten in der Nordsee. Aber gut, wenn ich dadurch wieder besser laufen kann, akzeptiere ich das stupide Training, wenn auch widerwillig. So hat halt jeder sein Corona-Päckchen zu tragen!

 

Ich will mich aber nicht beklagen. Anderen geht´s noch viel schlechter. Viele Menschen sind an Corona erkrankt und gestorben. Anderen ist die wirtschaftliche Existenz weggebrochen. Das tägliche Leben hat sich häufig grundlegend geändert.

Auch das Haus der Senioren hatte sich für dieses Jahr einiges vorgenommen. Zwar konnten noch viele Kurse durchgeführt werden. Aber Veranstaltungen wie Frühstücks- und Sonntagstreff, Spielenachmittage und gemeinsames Singen durften nicht mehr durchgeführt werden. Sie sollen 2021 wieder stattfinden.

 

Besonders schlimm hat es aber die Patienten von Krankenhäusern und die Bewohner von Altenheimen getroffen. Ein Besuch von Angehörigen ist wegen der hohen Ansteckungsgefahr durch das Corona Virus kaum noch möglich. Durch meinen kurzen Klinikaufenthalt weiß ich aus eigener Erfahrung, wie einsam und verlassen sich Krankenhauspatienten und Altenheimbewohner fühlen müssen, wenn sie keinen Besuch von ihren Freunden und Angehörigen bekommen dürfen. Nicht mehr in den Arm genommen oder gestreichelt zu werden, macht schon sehr einsam!

Wenn dieser Zustand aber Monate dauert, ist das für mich unfassbar! Da ist es bis zur völligen Vereinsamung nicht mehr weit!

 

Ein Hoffnungsschimmer in der gegenwärtig misslichen Corona-Situation ist die Zulassung eines Impfstoffs kurz vor Weihnachten. Mit der Impfung von Risikogruppen, zu denen auch die Bewohnern von Altenheimen gehören, ist bereits begonnen worden.

Bis sich das normale Leben wieder einstellt, wird es sicherlich noch dauern. Mit fortschreitender Impfung wird es aber hoffentlich bald wieder möglich sein, vermehrt direkten Kontakt zu alleinstehenden Menschen aufzunehmen. Nur so kann einer Vereinsamung wirksam entgegengewirkt werden.

 

Dazu möchte ich auch meinen Beitrag leisten und 2021 an dem vom Haus der Senioren initiierten Projekt „Co-Therapeut auf 4 Pfoten“ teilnehmen. Ist doch Ehrensache und ein Muss für einen Coach für Sozialkompetenz im Ruhestand! Auf meine Erfahrungen können die bestimmt nicht verzichten!

Zunächst ist dafür vom Haus der Senioren eine „Schulung für den ehrenamtlichen Hundebesuchsdienst“ vorgesehen. Geh ich natürlich auch hin. Schadet ja nicht, seine Fachkenntnisse aufzufrischen. Und das Beste: die Teilnahme kostet nix!

Nach der Schulung soll dieser Dienst sowohl für Menschen in stationären Einrichtungen als auch für Alleinstehende in ihrer häuslichen Umgebung angeboten werden. Und dafür brauch ich Mitstreiter! Kann ich doch nicht alles alleine machen! Meldet euch für den Schulungskurs! Anmeldungen bitte unter der Telefonnummer: 04471 87688.

Hundekumpels ich zähl auf euch und eure Frauchen und Herrchen!

 

Alles erdenklich Gute für das Jahr 2021!

 

Bleibt gesund und munter!

Bis demnächst!

Ein herzliches WAU von eurer Amy

 

 


Corona - Ein Samstagnachmittag-Spaziergang

Ein 30-minütiger Spaziergang zum Hühnermobil entwickelte sich zu einer 90- minütigen Vergnügungstour mit mehreren Zwischenstopps. Auf dem Weg begegnete mir ein freundlicher Redakteur dieser Zeitung. Trotz eines Termins hielt er inne, und wir beide kamen ins Gespräch. Es ging um die Lokalpolitik, um die anstehende Stadtratssitzung, auf der über den Zuschuss für das Haus der Senioren entschieden werden sollte, um den Corona bedingten Stillstand, halt über „Gott und die Welt“. Mit guten Wünschen setzten wir dann unseren Weg fort. Es klingelte hinter mir und ein „Gottesmann“ der St. Andreas Gemeinde hielt an. Sonst immer sehr eilig auf dem Fahrrad unterwegs, nahm auch er sich Zeit, und wir starteten eine Unterhaltung über das in Coronazeiten anstehende Weihnachtsfest. Welche Hygienekonzepte wo eingereicht werden müssen, welch Logistik hinter den geplanten Gottesdiensten steckt, wie läuft die Anmeldung für die Gottesdienste und, und, und. Von besinnlicher Adventszeit schien mir da keine Rede zu sein, dachte ich. Doch es war eindeutig Zuversicht und Hoffnung in dieser Unterhaltung zu spüren. „Es wird ein anderes Weihnachten, aber auch ein schönes“, hieß es zum Schluss. Auf dem weiteren Weg traf ich ein Ehepaar, das regelmäßig Gast im Haus der Senioren ist, und die Zusammenkünfte beim regelmäßig stattfindenden Frühstückstreff schmerzlich vermisst. Wegen der ansteigenden Infektionszahlen hat es sich auch aus dem Literaturkreis vorübergehend verabschiedet. „Uns fehlen die Veranstaltungen im Haus der Senioren“, bedauerten die beiden, „lieber Vorsicht walten lassen und zuversichtlich ins neue Jahr starten“, lautete die Devise. Die anstehenden Impfungen stimmten hoffnungsvoll, und dass bald alles seinen normalen gang wieder geht. War das heute normal, fragte ich mich. Die Menschen hatten Zeit, weitere mir unbekannte Menschen grüßten mit einem freundlichen „Moin“ und hatten doch tatsächlich noch eine Bemerkung übers Wetter und über die gesundheitsfördernde Wirkung des Spaziergangs auf den Lippen. Mein Lächeln wurde immer größer ob dieser schönen und freundlichen Begegnungen. Woran lag’s? Hat der Corona-Stillstand es bewirkt, dass die Hektik vor Weihnachten keine Chance hatte, sich breit zu machen und andere Dinge in den Vordergrund rückten? Müßig darüber zu philosophieren. Es war ein schöner Samstagnachmittag, der mich nachhaltig beeindruckte.                   (Martin Kessens)


Nachruf auf Rosi Schröer

Cloppenburg - Seniorenbüro

Am 25. November 2020 ist Resi Schröer gestorben. Die Freude an der Musik und am Gesang führte sie vor mehreren Jahrzehnten ins Haus der Senioren zur Gesanggruppe "Die Pflege alten Liedguts".

Im Jahre 2008 übernahm sie die Leitung der Gruppe von Elisabeth Meyer. Altersbedingt musste sie diese Tätigkeit 2015 aufgeben, blieb ihren Sangesschwestern noch einige Zeit als Sängerin treu verbunden.

Sie war bemüht mitzuhelfen, dass bekanntes und auch weniger bekanntes Liedgut nicht in Vergessenheit gerät und für zukünftige Generationen erhalten bleibt. Dafür sind alle, die mit ihr zusammen arbeiten durften, sehr dankbar.

Alle, die Resi Schröer als freundlichen und pflichtbewussten Menschen kennen und schätzen lernten, werden sie in guter Erinnerung behalten.

Foto: Seniorenbüro


Förderung bewilligt

Cloppenburg - Martin Kessens - Dezember 2020

Über eine Fördersumme in Höhe von 4.500,00 Euro kann sich das Haus der Senioren (HdS) freuen. Ein Antrag bei der Bundesstiftung für Engagement und Ehrenamt wurde positiv, gemäß der Förderrichtlinie „Engagement fördern. Ehrenamt stärken. Gemeinsam wirken“ beschieden. Vor dem Hintergrund der Corona-Krise seien die Herausforderungen für viele Vereine, und auch insbesondere für das HdS, nochmals gewachsen. Gewinnung von weiteren Ehrenamtlichen und neuer Zielgruppen, oder die Bereitstellung von digitalen Informationen und Angeboten, seien u.a. für das HdS von großer Bedeutung, sagt Vorsitzende Elisabeth Schlömer. Mit der Fördersumme werde ein Smartboard für den Einsatz von Videokonferenzen und für eine moderne Unterrichtsgestaltung angeschafft, freut sich Büroleiterin Theresia Ostrowski. Die Fördersumme beinhalte auch die dafür benötigten Schulungen. Ostrowski denkt dabei u.a. an die ehrenamtlichen Büromitarbeiterinnen und -mitarbeiter und an die ehrenamtlichen Kursleitungen. Dadurch, so hofft sie, könnte der Abbau von Ängsten im Umgang mit der digitalen Technik abgebaut werden. 


Nachruf - Engagiert mit Leidenschaft: Ein "Urgestein"

 

Cloppenburg - Martin Kessens - Dezember 2020

 

Hans-Karl Jäger ist am 23. Dezember 2020 im Alter von 96 Jahren verstorben

 Wenn man den Begriff „Urgestein“ verwenden darf, dann passt dieses Attribut auf Hans-Karl-Jäger, der von Beginn an Engagement und Leidenschaft für das Haus der Senioren (HdS) über das Normalmaß hinaus gezeigt hat. Nun ist der Ehrenvorsitzende des HdS am Tag vor Heiligabend 96-jährig verstorben. Alle Ehrenamtliche, Besucherinnen und Besucher, sowie die Vorstände des HdS und des Fördervereins denken dankbar an sein Schaffen zurück. Jäger scharrte nach dem Auslaufen der Bundesförderung für Seniorenbüros engagierte Mitstreiterinnen und Mitstreiter um sich und bewahrte so die bis dahin erfolgreiche Geschichte des HdS mit Seniorenbüro vor dem Aus. Die finanzielle Grundlage verschaffte sich der Kreis um Jäger mit der Gründung eines Fördervereins. Unterstützt von Hauptamtlichen, finanziert vom Bildungswerk, drückte Jäger dem Haus seinen Stempel auf. Er wurde erster Vorsitzender des neugegründeten Vorstands für das HdS und übernahm auch den Vorsitz des Fördervereins. Zahlreiche Gruppengründungen gehen auf seine Initiative zurück, die noch heute aktiv sind. Jäger selbst gründete den kommunalpolitischen Gesprächskreis und trug damit zu Diskussionen um die Stadt- und Kreispolitik bei. Immer das Wohl der Seniorinnen und Senioren im Auge trieb er die Weiterentwicklung des Hauses voran. Durch seine humorvolle, menschenfreundliche Art schaffte er es immer wieder, neue Ehrenamtliche und Sponsoren zu gewinnen. Fast bis zu seinem Lebensende war er aktiv in der Seniorenredaktion tätig und verfasste hin und wieder noch eigene Berichte. Große Freude bereitete ihm die Teilnahme mit seiner Frau Karla am Kurs „Top im Kopf“, wo er manch jüngeren Teilnehmende mit seinem Wissen und seiner Spontanität verblüffte. Sein Platz wird zukünftig leer bleiben, aber die Erinnerung an ihn wird ein Lächeln auf den Lippen derer zaubern, die ihn gekannt haben.

Im Vorstand waren sein Rat und seine Meinung als Ehrenvorsitzender gern gehört. Er akzeptierte die Initiativen der nachfolgenden Vorstandsgeneration, wenn auch nicht ohne seine Meinung über Neuerungen deutlich kundzutun, aber immer voller Respekt und Aufgeschlossensein gegenüber Veränderungen. Hans-Karl Jäger verkörperte im wahrsten Sinne des Wortes den Slogan des HdS „Zu jung, um alt zu sein“.                                                                                                     


"Großer Reiz, Vorurteile abzubauen"

Cloppenburg - Dezember 2020

Autor Andreas Kläne im MT-Interview mit Mechtild Ottenjann

 

Der Cloppenburger hat bereits drei Bücher geschrieben, im nächsten Jahr ist er für eine Lesung im Haus der Senioren zu Gast. Im Interview blickt er auf sein Leben als Journalist zurück.

 

 Herr Kläne, Sie sind 1956 in Cloppenburg geboren, waren hier zwar nie beruflich tätig, sind aber dennoch immer heimisch geblieben. Wie haben Sie das geschafft?

Andreas Kläne: Das war nie schwer. Ich finde viele Regionen reizvoll, aber wenn ich dann dort bin, sehe ich umso klarer, was mich an meiner Heimat anzieht. Das ist nicht nur die Vertrautheit. Das ist der Menschenschlag, der nicht viel herumredet, sondern handelt, und das ist unsere Gegend, in der ich per Rad ruckzuck in abwechslungsreicher Natur bin.

Dass ich nie beruflich in Cloppenburg tätig war, stimmt übrigens nicht ganz. Mein beruflicher Startschuss fiel bei Terwelp; damals, als zu dem Unternehmen noch eine Buchdruckerei gehörte. Ich habe dort eine Schriftsetzerlehre gemacht, und Ernst Terwelp war mein Lehrmeister.

 

Aber wie sind Sie denn dann zum Journalismus gekommen?

Nach meinem Abitur, das ich später in Osnabrück gemacht habe, habe ich als Layouter bei der Neuen Osnabrücker Zeitung gearbeitet. Dort hatte ich jahrelang eine intensive Zusammenarbeit mit Journalisten, und dabei wurde mir klar: Du hast zwar einen prima Job, aber alt werden möchte ich lieber in der schreibenden Zunft. Ich hatte dann richtig Schwein, durchs Auswahlverfahren des Münchner Institutes zur Förderung des publizistischen Nachwuchses zu kommen. Dort kam ich in den Genuss einer vielfältigen Ausbildung durch hervorragende Journalisten aus dem Print-, Hörfunk- und TV-Bereich, die mich beeindruckt haben.

 

Was reizte sie am Journalismus? Die Tatsache, dass sich Ihnen in diesem Beruf so viele Türen öffnen?

Ich sah einen großen Reiz darin, als Journalist Vorurteile abzubauen. Nicht nur die meiner Leser, auch eigene. In diesem Beruf reicht es ja nicht, Fassaden anzuschauen und sich zu sagen, die oder den mag ich oder mag ich nicht. Als Journalist, so stellte ich mir vor, würde ich immer wieder gezwungen sein, mich mit Menschen, Örtlichkeiten und Ereignissen temporär intensiv zu befassen, denen ich privat vielleicht ausweichen würde. Und das verändert einen.

 

Und, haben Sie Ihre Vorurteile aus der Welt schaffen können?

Sagen wir’s mal so: Mein Beruf hilft mir heftig, immer wieder einige zur Strecke zu bringen. Manche haben leider Schwimmwesten. Man kann sie unter Wasser drücken, doch sie kommen immer wieder hoch. Aber unterm Strich lernt man dazu. Wenn man die Chance hat, einem kunterbunten Volk zu begegnen, also dem Handwerker ebenso Fragen zu stellen und zuzuhören wie der Prostituierten, dem Konzernchef, Straftäter, Schauspieler, Kardinal oder Minister, kapiert man, dass selbst die fremdesten Kreaturen in ihrem Menschsein etwas sehr Vertrautes haben.

 

Sie waren Chef vom Dienst bei der Nordosten Verlagsgesellschaft in Osnabrück, später stellvertretender Chefredakteur beim Parey-Verlag, und als freier Journalist waren Sie viel in Österreich tätig. Wieso in Österreich?

Das kam durch Lesungen aus meinen Romanen, die ich unter anderem in Salzburg, Linz, Graz und Wien gehalten habe. Daraus haben sich dann Dozententätigkeiten und Seminare ergeben.

 

Und wo und für wen?

Vorwiegend an der Frauenfachakademie Schloss Mondsee, in unterschiedlichsten österreichischen Unternehmen, Schreibseminare für den Magistrat der Stadt Linz und für die Alumni-Clubs der Fachhochschule Salzburg und der Alpen-Adria-Universität in Klagenfurt.

 

Heute schreiben Sie als freier Autor Romane und Erzählungen nach wahren Begebenheiten. Warum immer wieder über Menschen, die schwere Verbrechen begangen haben?

Dabei handelt es sich vorwiegend um Frauen und Männer, denen keiner eine solche Tat zugetraut hätte. Ich will die nicht reinwaschen, sondern möchte nachvollziehbar machen, wie es zu solchen Taten kommen konnte

 

Sie sind mittlerweile 64 Jahre alt und somit ein Senior. Was bedeutet das für Sie?

Oh! Spontan würde ich sagen: Ich wünsche mir für die nächsten Jahre eine dicke Portion mehr Gelassenheit. In meinem Alter sollte man sich die leisten können.

 

Warum Gelassenheit?

Weil es mir mit Gelassenheit viel leichter fällt, emphatisch zu sein und zuzuhören. Insbesondere im Zusammensein mit jüngeren Menschen. Erst wenn ich mich für ihre Sichtweisen und Werte interessiere, werden sie sich für mich interessieren. Zudem ist es für jeden Menschen lebendig erhaltend, neugierig, das heißt wissbegierig, zu bleiben, egal wie alt er ist.

 

Womit sind Sie denn zurzeit beschäftigt?

Bis März 800 Manuskripte zu beurteilen. Das sind Einsendungen von Autoren, die sich für den Literaturpreis der „Gruppe 48“ bewerben, zu deren Jury ich gehöre. Der Preis ist mit 12 000 Euro dotiert und wird alle Jahre wieder auf Schloss Eulenbroich bei Köln verliehen.

 

Im kommenden Jahr werden Sie auch im Haus der Senioren eine Lesung aus ihrem Roman „Till Türmer und die Angst vor dem Tod“ halten. Was erwartet uns da?

Kein Mord und kein Totschlag. Eine Geschichte über die Liebe zum Leben.

 

Zur Person

   *  Der 1956 in Cloppenburg geborene Andreas Kläne ist seit 1986 als

       Redakteur bei verschiedenen Verlagen tätig.

       Seit 2002 ist er freier Journalist, Texter, Autor, Ghostwriter und Dozent

        an der Frauen-Fachakademie Schloss Mondsee (Österreich).

      * Außerdem gibt er Schreibseminare der „Alumni-Clubs“ an der

        Fachhoch-schule Salzburg und in Unternehmen.

 

   *  Seine bisherigen Bücher sind Verborgene Blicke (2004), Totgeliebt

       (2007), Till Türmer uns die Angst vor dem Tod (2016).   

                                                                                          Foto: Benedikt Kläne

 

Wer sich näher über den Autor Andreas Kläne informieren möchte,

der sei auf seine Homepage verwiesen: www.andreasklaene.de


Einen Brief an den Advent:  Was ist anders geworden in diesem Advent 2020...?

Lieber Advent,

leider muss ich dir sagen: in diesem Jahr habe ich meine Schwierigkeiten mit dir. Du schaffts es nicht, mein Herz zu erwärmen. Ich weiß- du duftest wunderbar nach Zimt, Spekulatius und Bienenwachs. Du zauberst den Städten und Dörfern bunte Lichter an die kahlen Häuser. Ich weiß- du lässt Kinderaugen leuchten.

 

Was ist anders geworden in diesem Advent, dass du mich nicht mit deinem Zauber so tief berühren kannst. Bin ich einfach nur abgeklärt und erwachsen geworden und musste dich zurücklassen zwischen rotglasierten Äpfeln, selbst verzierten Ausstechkeksen und dem ungeduldigen Warten, was im nächsten Türchen des Adventskalenders sein würde. Bist du, Advent, in den Kinderschuhen stecken geblieben?

Ich denke in dieser Corona-Pandemie an die vielen Menschen, die in Altenheimen einsam gestorben sind, an die vielen Pflegekräfte, die unermüdlich sich den Kranken und alten Menschen widmen, an die Bediensteten im Landkreis, die engagiert sich der Pandemie stellen. Ich denke an Menschen, die ihre Liebsten verloren haben. Vielleicht erscheint deren Leben leer. Beziehungslos. 
Foto: dpa/Rumphorst

 

Früher, Advent, warst du für mich voller Zauber. Auf Zehenspitzen bin ich früh morgens zum Adventskalender geschlichen und hab mit klopfenden Herzen das erste Türchen geöffnet, habe geschaut, ob das Christkind wohl meinen Wunschzettel abgeholt und mir schon Süßigkeiten geschenkt hat. Vierundzwanzig Tage und Nächte lang warten. Warten auf den Moment, in dem die Tür aufgeht, das Glöckchen klingelt und alles wird neu. Ich konnte spüren, wie du, Advent, mir eine andere Welt geöffnet hast.

Heute möchte ich dich fragen, Advent: gibt es dich auch für Erwachsene? Gibt es dich auch für uns, die wissen, dass die Welt nicht heil ist, und wir das Träumen ziemlich verlernt haben, weil wir schon oft enttäuscht worden sind? Wie können wir dich spüren, Advent- mit allen Sinnen, mit Haut und Haaren.

Vielleicht fange ich einfach mit kleinen Dingen an: Nicht alles selbstverständlich nehmen zum Beispiel. Nicht den Duft von Zimt, Vanille, Tanne und Bienenwachs, nicht die Gesundheit, die Freiheit und Sicherheit in unserem Land, nicht die Freundlichkeit von unseren Mitmenschen, nicht die wöchentliche Müllabfuhr oder den Dienst der Paketboten, die in diesen Tagen vor der stressigsten Zeit des Jahres stehen.

Und mal anhalten: nicht einkaufen, nicht schmücken, nicht backen, nicht auf das Smartphone schauen, nicht fernsehen, einfach nichts tun. Die Füße hochlegen, in eine Kerze schauen und die Sehnsucht wachhalten, dass die Welt größer ist als mein kleines Universum. Das wünsche ich mir. Und allen Kindern, allen Kind gebliebenen und allen Erwachsenen.

Das war mein Brief an den Advent aus dem Haus der Senioren. Vielleicht mögen Sie Ihren ganz eigenen schreiben, und ihn an das Haus der Senioren schicken. Oder einfach nur im Laufe der Adventszeit Kerzen anzünden und die Gedanken fließen lassen.

Eine gesegnete Adventszeit wünschen alle Ehrenamtlichen aus dem Haus der Senioren.


Sozialausschuß der Stadt Cloppenburg fördert das Ehrenamt in der Seniorenarbeit

Cloppenburg - Martin Kessens -November 2020 „Daumen hoch!“  Die erste Hürde ist genommen. Einstimmig beschloss der Sozialausschuss der Stadt Cloppenburg dem Antrag des Hauses der Senioren (HdS) auf Erhöhung des Zuschusses stattzugeben. Vorsitzende des HdS Elisabeth Schlömer und Bildungswerkschefin Ilona Heydt freuen sich mit den zahlreichen Seniorinnen und Senioren auf ein neues Domizil, denn der Antrag war mit dem Umzug in neue Räumlichkeiten verbunden. Doch noch müssen sich alle in Geduld üben, denn der Antrag wird noch in zwei Gremien, darunter im Stadtrat, behandelt.

 

Im Konzept des Antrags geht es auch um eine Erweiterung des Angebots von, mit und für Seniorinnen und Senioren. Deshalb rufen, unabhängig von der Genehmigung, die Vorsitzende und die Büroleitung Theresia Ostrowski Personen auf, ihre Talente (biblisch) nicht zu vergraben, sondern sie mit anderen zu teilen. „Besonders freuen wir uns über Fachleute, die sich mit der EDV in jeder Hinsicht auskennen und Lusthaben, ihr Wissen an andere Menschen weiterzugeben“, ruft Schlömer auf. „Gerade der Corona-Stillstand hat gezeigt, wie wichtig Kenntnisse im Umgang mir der EDV sind“, ergänzt Ostrowski, „und viele haben halt noch Nachholbedarf“. Doch nicht nur im EDV-Bereich werden Mitstreiterinnen und Mitstreiter gesucht. Willkommen sind kontaktfreudige Personen, die nicht die Hände in den Schoß legen und den Ruhestand nicht mit „Ruhen“ verbringen möchten. „Es gibt keine Altersbegrenzung nach unten sowohl in Bezug auf aktive Ehrenamtlichkeit als auch auf passive Teilnahme an den vielen Angeboten“, machen beide deutlich. „Es macht Spaß im HdS sowohl aktiv als auch passiv am, aufgrund Corona reduzierten, bunten Treiben teilzunehmen“, sagt Edith Tegeler, die erst kürzlich dazugestoßen ist und den Sonntagstreff wieder belebt hat. Montags, mittwochs und donnerstags Vormittag ist Theresia Ostrowski zu erreichen. 


Südoldenburg ist kein Paradies für Senioren

Cloppenburg - Matin Kessens - November 2020

„Stelle die richtigen Fragen und du bekommst die Antworten, die du dir wünschst“. Das mag wohl auf den Bericht der MT vom 9. November mit der Überschrift „Südoldenburg ist kein Paradies für Senioren“ zutreffen. Wählt man allerdings einen anderen Blickwinkel sieht die Sache schon anders aus. Mit Recht rühmt sich die Stadt Cloppenburg mit dem inoffiziellen Titel „Jüngste Stadt Deutschlands“. Im genannten Bericht wurde der überproportionale Anteil an jungen Menschen als Nachteil ausgelegt. Ebenso wurden Baulandpreise und die Beschäftigten im Gesundheitswesen bei der Bewertung berücksichtigt. Kein Wunder also, dass die „Bad-Städte“ in der Rangliste weit oben liegen und die Stadt Cloppenburg auf Platz 460 landete. Untersucht wurden Städte zwischen 20.000 und75.000 Einwohnern. Vernachlässigen wir mal Baugrundstücke und die Beschäftigten im Gesundheitswesen und schauen mal auf die Angebote, die es für die ältere Generation gibt. Die Stadt weist zu Recht auf den Mehrgenerationenpark, den Seniorenbeirat und das Haus der Senioren hin. Letztere Einrichtung, in die jährlich nahezu 5.500 Personen den Weg finden, genießt eine großzügige finanzielle Unterstützung der Stadt. Vereine, Gruppen und Initiativen, die unter dem Dach des Seniorenbeirats vereint sind, bekommen pro Veranstaltung pro Person einen Zuschuss von 50 Eurocent. Es sind 75 Einrichtungen. Darunter u.a. die vielen Seniorentreffs der Pfarrgemeinden, die Seniorenabteilungen in den Verbänden und in den Sportvereinen. Zu erwähnen sind auch die gut geführten Alten- und Pflegeheimen und die Bildungsveranstaltungen der Volkshochschule und des Bildungswerkes, die sich speziell an die ältere Generation wenden. Auch hat die Stadt Cloppenburg eigens eine Informationsplattform für Seniorenveranstaltungen eingerichtet. Fazit: der 460. Platz ist aus Sicht der Seniorinnen und Senioren nicht gerechtfertigt und sie plädieren mindestens für einen Platz unter den Top zehn.


Beim Gedächniskurs "Top im Kopf" wurde gedichtet

Cloppenburg(kes). Gut gelaunte und positiv gestimmte Seniorinnen und Senioren finden trotz Corona-Beschränkungen den Weg ins Haus der Senioren, um mittwochs im Kurs „Top im Kopf- Neue Lust am Lernen“ ihr Gedächtnis auf Trapp zu halten. Im Rahmen von Erwachsenenbildungsveranstaltungen sind Kurse weiterhin erlaubt und die Gedächtnisakrobatinnen und -akrobaten freuen sich über die Unterbrechung im sonst eher beschränkten Wochenablauf. In einer der letzten Stunden wurde das Thema „Zirkus“ mit Wortfindungsübungen, Wortbrücken und Lückentext von allen Seiten beleuchtet. Als Lustaufgabe wurden die Teilnehmenden eingeladen, eine Geschichte oder ein Gedicht aus typischen Zirkusbegriffen zu erfinden, die aber inhaltlich nichts mit dem Zirkus zu tun haben durfte. Christel Luttmer hat folgendes Gedicht geschrieben und erntete den Applaus ihrer Kommilitoninnen und Kommilitonen:

Im Weißen Haus, in Washington,

regiert ein Clown, man glaubt es kaum.,

Jongliert mit Lügen und Betrügen,

auf Twitter kann man’s eruieren.

 

Füllt die Arenen mit den Massen,

wir in Europa könn’s kaum fassen.

Ein Fingerzeig, den Daumen hoch,

Applaus braust auf, die Menge tobt.

 

Wie ein Dompteur im Zirkuszelt

will er dressier’n die ganze Welt.

Viel Porzellan hat er zerschlagen

wie ein Elefant in solchem Laden.

Doch Gott sei Dank! Es ist vorbei.

Sleepy Joe ist nun dabei.

Er hat’s geschafft! Er ist der Sieger!

Der Seiltanz war ihm sehr zuwider.

 

Doch jetzt schwebt er auf Wolke sieben,

ihm ist der Applaus geblieben.

Wie ein Artist im Zirkuszelt

will er erfreu’n die ganze Welt.

 

Wir in Europa hoffen sehr,

er hat Kultur um einig’s mehr.

Benimmt sich wie ein Edelmann

und nicht so wie ein Hampelmann.

 

Viel Glück Joe Biden und Genuss

am kommenden Politikzirkus.



Cloppenburg - Martin Kessens - Oktober 2020

„Das war der schönste Anruf aus dem Haus der Senioren, dass es wieder los geht“, hieß es von vielen regelmäßigen Gästen nach dem Corona-Stillstand. Das Haus füllte sich wieder mit Leben und überall war ein freundliches „Hallo“ zu hören. Auf die Sicherheitsauflagen wurde und wird streng geachtet, Gruppen geteilt oder teilweise ins Haus der Erwachsenenbildung verlegt. Es stellte sich so etwas wie „Normalität“ ein. Doch die steigenden Zahlen von Infizierten im Landkreis Cloppenburg verunsichern wieder, und es gibt leider schon wieder Abmeldungen aus den einzelnen Kursen. Doch die Mehrzahl der Seniorinnen und Senioren finden den Weg ins Haus, um sich mit Gleichgesinnten zu treffen, sich auszutauschen, sich zu unterhalten und vergnügliche Stunden zu verbringen. Sie übernehmen dabei Selbstverantwortung. „Es ist viel besser ins HdS zu kommen, als zu Hause allein zu sitzen“, heißt es von vielen Seiten. „Das Zusammensein mit anderen Menschen stärkt auch das Immunsystem, vor allen Dingen das seelische Immunsystem“, sind sich die meisten Seniorinnen und Senioren sicher, „und außerdem können wir an der jetzigen Situation nichts ändern, wir müssen damit umgehen.“  Womit sie mit dieser Aussage bei dem Resilienz-Schutzfaktor der Akzeptanz den Nagel auf den Kopf treffen.  Resilienz bedeutet, das seelische Immunsystem stärken und gestärkt aus einer Krise herauskommen, und die Akzeptanz spielt dabei eine zentrale Rolle.  In vielen Bereichen ist zurzeit die Akzeptanz gefragt, zunächst die Gesamtsituation, dann die einzelnen Sicherheitsmaßnahmen, wie Mund- und Naseschutz tragen, der Sicherheitsabstand, die Beschränkungen bei privaten Feiern, bei religiösen Freud- und Leid-Festen. „Außerdem müssen wir uns nicht nur vor dem Corona-Virus schützen, sondern auch vorm Virus der schlechten Laune, der Ungeduld und des Ärgers“, fügt der Autor dieses Beitrages und Resilienztrainer Martin Kessens hinzu.

Die Akzeptanz wird nicht nur bei den Seniorinnen und Senioren stark gefordert, sondern in allen Altersklassen. Akzeptanz heißt, sich der Realität zu öffnen, um sie zu begreifen, anzunehmen, und sich dann zu überlegen, wie man mit der Situation umgeht. Das bedeutet zu akzeptieren, dass das Leben wechselhaft ist, mit den Wechselfällen des Lebens „geschmeidig“ umgehen lernen, Veränderung als Lebensprinzip akzeptieren und gestalten. Viele Menschen kämpfen gegen Tatsachen, die sie nicht ändern können. Resiliente Menschen führen solche vergeblichen Kämpfe nicht. Sie richten den Blick auf das, was kommt. Die wichtigste Ressource dabei ist die Geduld. Die scheint in diesen Tagen vor allen Dingen bei einigen Unbelehrbaren abhandengekommen zu sein, mutmaßen einige Senioren, bei allem Verständnis für die Sehnsucht nach geselligem Treffen. „Uns hilft vielleicht das Alter und die Erfahrung“, fügen sie an. Akzeptanz heißt nüchtern konstatieren, was ist, und sich in Frieden mit dem Unabänderlichen anfreunden.

Der Dalai Lama gibt den Rat:

Akzeptiere es! Es ist nicht Resignation, doch nichts lässt dich so viel Energie verlieren, wie die Diskussionen und der Kampf gegen eine Situation, die du nicht ändern kannst.                                     Foto: Martin Kessens



Mit Tandempartner online lernen

Cloppenburg - Martin Kessens -Oktober 2020

In Zusammenarbeit mit der Uni Vechta bietet das Haus der Senioren (HdS) die Möglichkeit, fit zu werden im Umgang mit den neuen Medien. Das Projekt nennt sich „Intergenerationales Digital-Tandem“ und verfolgt das Ziel, unterschiedliche Generationen digital miteinander zu vernetzen und ältere Bürgerinnen und Bürger beim Erwerb neuer Fähigkeiten am Smartphone, Tablet und Computer unterstützen. Interessierte werden mit einem jungen Erwachsenen (meist Studierende) in Lern-Tandems zusammengebracht. Die jungen Erwachsenen unterstützen ihre Tandempartner über einen Zeitraum von 9 Wochen dabei, Neues zu lernen und einzuüben. Sie stehen auch bei technischen Fragen zur Seite. Die Tandems organisieren die Unterstützung selbstständig. Es besteht keine Verpflichtung, sich in den Tandems jede Woche auszutauschen. Die Freiwilligkeit steht an oberster Stelle. „Es hat sich während des Corona-Stillstandes gezeigt, wie wichtig die neuen Medien in unserem Alltag geworden sind“, sagt Büroleiterin Theresia Ostrowski und wirbt für die Teilnahme, die völlig kostenlos ist. Dies wird ermöglicht durch die Förderung als Forschungsprojekt aus Mitteln des Niedersächsischen Ministeriums für Wissenschaft und Kultur und der Volkswagen-Stiftung. Infos unter 04471 980538.


Zehn Gebote zu Corona-Zeiten

 

Die Zehn-Gebote von Mechtild Ottenjann

im Oktober 2020

 

Zehn Gebote zu Corona-Zeiten

 

  1. Akzeptiere die Situation, d.h. Maske tragen, Hände waschen, Abstand wahren, Menschenansammlungen meiden!
  2. Bleibe gelassen und verliere nicht Deinen Humor!
  3. Stärke Dein seelisches Immunsystem, z.B. durch kreative Tätigkeiten oder ein gemütliches Zuhause
  4. Setze neue Prioritäten, z.B. nicht in die Ferne reisen wollen, sondern die Heimat neu entdecken, sei es zu Fuß, mit dem Fahrrad oder dem Auto
  5. Bewahre Geduld mit Dir und mit anderen!
  6. Bleibe aktiv – auch bei schlechtem Wetter, d.h. Briefe schreiben, telefonieren, skypen, mailen …
  7. Freunde Dich in Frieden mit dem Unabänderlichen an! Lies mal ein gutes Buch, hör Musik …
  8. Horte nicht, weder Klopapier, noch Mehl oder ähnliches
  9. Verliere nie den Mut bzw. versuche auch anderen Mut zu machen!
  10. Hilf denen, die jetzt Deiner Hilfe bedürfen

 



Cloppenburg - Mechtild Ottenjann - Oktober 2020
Man kann es kaum glauben, doch das, was im Augenblick unsere Welt auf den Kopf stellt, ist unfassbar, unheimlich: das Coronavirus! Auch im Haus der Senioren hat es heftig eingeschlagen. Es hat versucht, die Macht über unser Leben zu übernehmen. Aber wir Alten halten dagegen: Mit Mund-Nasen-Schutz und unter Einhaltung der Hygieneregeln ist manches möglich. Auch im Haus der Senioren versuchen wir der totalen Isolation zu entkommen. Besonders hart hat es aber die Gruppe „Café Alzheimer“ getroffen. Seit März hatte man sich nicht mehr gesehen; denn die Struktur der Treffen im Haus der Senioren und die Anzahl der Personen waren mit den z.Zt. gegebenen Auflagen nicht mehr vereinbar. Das Anliegen dieser Selbsthilfegruppe für Angehörige oder Betreuende von Menschen mit Demenz, den Besuchern – bei Kaffee und Kuchen – Information, Hilfestellung und Unterstützung zu bieten und die Angehörigen und/oder Betreuenden für kurze Zeit von ihren schweren Alltagsaufgaben abzulenken, war nicht mehr zu erfüllen. Im Mai hatte das Team um Gisela Gärtner (Ulla Wichmann, Gerda Elberfeld und Martin Rickwärtz) mit einem Rundbrief noch einmal versucht, den Kontakt zu den Besuchern der Gruppe aufrecht zu erhalten und sie auf ein frohes Wiedersehen im Herbst einzustimmen. Es nahte das 15-jährige Bestehen des „Café Alzheimer“. Nach mehrwöchiger Vorbereitung sollte es im Ausweichquartier, im Dorfkrug des Museumsdorfes, unter Einhaltung aller Vorsichtsmaßnahmen am Nachmittag des 22. September gefeiert werden. 45 Personen hatten sich angemeldet und freuten sich ungemein auf ein Wiedersehen in fröhlicher Runde. Das Wetter versprach gut zu werden, und ein unterhaltsames Begleitprogramm war vorbereitet: Die Musik war bestellt, ebenso der Drehorgelmann, und 45 Erinnerungsflyer waren gedruckt sowie 45 Luftballons mit anhängenden Kärtchen vorbereitet – das Team hatte keine Mühen gescheut! Und dann kam doch wieder alles anders: Der plötzliche Anstieg der Infektionszahlen am 18. September im Landkreis Cloppenburg und die Empfehlung des Landrats, auf Feiern zu verzichten, ließen das Team plötzlich umdenken. Die Verantwortung war einfach zu groß! Es war „fünf vor 12“, und der ganze Tag war damit angefüllt, alles abzusagen – nicht nur das Programm musste abgesagt, sondern auch alle angemeldeten Teilnehmer mussten benachrichtigt werden. Die Telefone liefen heiß …

Und doch: Aufgeschoben ist nicht aufgehoben! Das Team vom „Café Alzheimer“ lässt sich nicht entmutigen! Es hofft weiterhin auf bessere Zeiten …

Foto: Mechtild Ottenjann - Das Team vom „Café Alzheimer“ – Ulla Wichmann, Gisela Gärtner und Martin Rickwärts (es fehlt Gerda Elberfeld) – traf sich, um über die Zukunft „mit oder nach Corona“ zu beraten.

 


Cloppenburg - Martin Kessens - Sept. 2020

Begeistert über das Projekt „Nasen im Wind- Rikschatouren für Senioren“ zeigten sich Vorstand und Ehrenamtliche des Hauses der Senioren (HdS). Voller Anerkennung für so viel Eigeninitiative wollen die Verantwortlichen das Projekt von Gregor Möller-Reents unterstützen. Damit diese wissen, wovon sie reden, traten einige schon kräftig in die Pedale, und andere genossen kleine Probefahrten und ließen sich den Wind um die Nase wehen. Eine Fernsehsendung gab den Ausschlag für Möller-Reents, die Idee der Rickschafahrten für Senioren weiterzuspinnen. „Ich gehe Ende des Jahres in Pension, da braucht es eine neue Aufgabe“, erzählt er. Zunächst wurden Kontakte geknüpft und Unterstützer gesucht. Die fand er beim Landkreis, bei der Stadt, der LzO und bei den Lions. So konnten drei Rickschas angeschafft werden, und die warten nun darauf, dass sie bewegt werden, das Stadtbild bereichern und so den Seniorinnen und Senioren Abwechselung in den Alltag bringen. Die Rickschas sind top ausgestattet: absenkbare Fußstütze zum problemlosen Ein- und Aussteigen, aufstellbares Dach zum Schutz vor Regen und Wind, Stauraum für Getränke für die Pausen zwischendurch. Zwei Fahrten hat Möller-Reents schon durchgeführt. Die Corona-Pandemie hatte ihn zunächst ausgebremst, doch nun hofft er, dass die Nachfragen steigen und die Seniorinnen und Senioren Fahrten durch die herbstliche Landschaft buchen. „Selbstverständlich kostenlos“, betont Möller-Reents.

 

Ein emotionales Erlebnis war die Fahrt mit einem Gast aus dem Hospiz Wanderlicht. „Es schien die Abschiedstour zu werden“, erzählt Möller-Reents, „denn kurze Zeit später verstarb die Dame, und wir haben auf der Fahrt Erinnerungsplätze aufgesucht“. Möller-Reents sucht nun noch weitere Fahrerinnen und Fahrer, die Spaß am Fahrradfahren haben und kommunikativ sind. Alle bekommen eine ausführliche Einführung, und wenn genügend Fahrerinnen und Fahrer da sind, gibt es noch einen Erste-Hilfe-Kursus. Es werden einige Routen vorbereitet z.B. durch die Stadt, zum Ambührener See, in die Bührener Tannen, durch das Museumsdorf, oder in der Adventszeit durch die geschmückte Stadt. „Selbstverständlich können auch von den Passagieren Wünsche geäußert werden, die wir dann gerne erfüllen“, macht er deutlich. Die Bürgerstiftung ist Träger des Projekts, so dass die versicherungstechnische Absicherung von Fahrerinnen und Fahrern und Passagieren gegeben ist. Kontakt für Passagiere oder für Ehrenamtliche Chauffeure über Gregor Möller-Reents 04471 82775 oder über das HdS 04471 87688.         Foto: Martin Kessens


Jahreshauptversammlung im Haus der Senioren

Cloppenburg - Martin Kessens -

September 2020

Eine Steigerung der Gäste um zehn Prozent vermeldete der Vorstand des Hauses der Senioren (HdS) auf der jüngsten Mitgliederversammlung, zu der sich fast 30 Ehrenamtliche im Bildungswerk einfanden. Waren es im Jahr 2018 noch 5.144 Gäste, so fanden sich zu den Kursen und Treffen im drauffolgenden Jahr 5.619 Gäste ein. „Die Zahlen beruhen auf den Besucherinnen und Besucher aus dem Stadtgebiet Cloppenburg“, verdeutlichte Kassenwart Jürgen Gierenstein, „hinzu kommen noch 518 Teilnehmende aus dem Landkreis, so dass über 7.000 Personen den Weg ins HdS fanden“, fügte er hinzu. „Ein erfreuliches Ergebnis“, konstatierte Vorsitzende Elisabeth Schlömer, die die erste Mitgliederversammlung nach ihrer Wahl im vergangenen Jahr leitete. Sie dankte in ihrem Bericht allen ehrenamtlich Tätigen, die auch im Corona-Stillstand Engagement zeigten und dem HdS die Treue gehalten haben. Das erste Amtsjahr mit neu formiertem Vorstand sei geprägt von vielen neuen Ideen. Man sei u.a. im Prozess, einen neuen Namen für das HdS zu finden und ebenfalls in Gesprächen über neue Räumlichkeiten, denn gerade der Corona-Stillstand habe gezeigt, wie begrenzt die Möglichkeiten seien, neue Gruppen und Begegnungen zu initiieren. Büroleiterin Theresia Ostrowski ließ das vergangene Geschäftsjahr Revue passieren und hob u.a. die Vortragsreihe zum Thema „Blickwinkel Demenz“, die deutsch-niederländischen Begegnungen, die Gesprächsreihe „Wie wir wurden, wer wir sind“ und das Kreisförderprogramm „Upcycling“ hervor. Zukünftige Schwerpunkte seien die Themen Gesundheit, Natur und Umwelt und digitale Welt. Auch werde die vielbeachtete Gesprächsreihe „Wie wir wurden, wer wir sind“ wieder aufgenommen. Aufgrund der steigenden Besucherzahlen und der Erhöhung der finanziellen Unterstützung für die Altenbegegnungen der Stadt Cloppenburg sei die Kassenlage zufriedenstellend, erläuterte Gierenstein. Die Kassenprüfer bestätigten einen einwandfreie Kassenführung und somit wurde dem Vorstand einstimmig Entlastung erteilt.


Neuen Medien gegenüber aufgeschlossen

Von Martin Kessens

„Der ältere Mensch und Digitalisierung“ – mit diesem Thema greift der achte Altersbericht Entwicklungen auf, die aktuell die Gesellschaft in vielfältiger Weise und in ganz unterschiedlichen Bereichen verändern.
Die zunehmenden Technisierungsprozesse betreffen dabei auch die Lebenswelten älterer Menschen: Wenn es darum geht, im Alter selbstbestimmt zu leben und an der Gesellschaft teilzuhaben, dann spielt seit einigen Jahren der Einsatz technischer Produkte und Anwendungen eine immer stärkere Rolle.
Dazu fragten wir die Büroleitern des Hauses der Senioren(HdS), Theresia Ostrowski.

Wie ist die Situation bezüglich Digitalisierung im Haus der Senioren?

Der Corona-Stillstand hat uns gezeigt, wie wichtig digitale Teilhabe auch für Seniorinnen und Senioren ist, um Kontakt zu halten mit anderen Menschen und auch mit den ehrenamtlichen Kursleiterinnen und Kursleitern, die man coronabedingt nicht treffen konnte bzw. die nicht am digitalen Kursgeschehen teilnehmen konnten.

Welche Verbesserungsvorschläge gibt es?

Wir hatten schon den Senioren-Computerclub im Programm, in dem unter anderem auch junge Menschen den Seniorinnen und Senioren Kniffe und Tricks beibrachten. Und das möchten wir gerne wieder aufleben lassen und damit am generationsübergreifenden Dialog mitwirken. Wir haben nun das Angebot für Smartphone- und Tablet-Nutzer erweitert. Den klassischen Kurs gibt es nicht mehr, da die Wünsche zu individuell sind. Deshalb wird es eine Sprechstunde für Smartphone-, Tablet- und PC-Nutzer geben, in der die ganz eigenen digitalen Probleme angesprochen werden können. Zum Glück haben wir auch unter unseren Ehrenamtlichen EDV-Kenner, die sich dafür zur Verfügung stellen, aber wir suchen auch neue, engagierte Personen, die ihre Kenntnisse weitergeben möchten.

Gibt es einen Überblick über die Anzahl der Seniorinnen und Senioren, die PC, Laptop oder Smartphone besitzen?

Ich habe keinen genauen Überblick. Viele unserer Seniorinnen und Senioren sind den neuen Medien durchaus aufgeschlossen. Ich weiß, dass im Kurs „Top im Kopf“ häufig das Internet zur Recherche für die sogenannte Lustaufgabe zu Hause eingesetzt wird.

Gibt es weitere Kursangebote speziell für Seniorinnen und Senioren?

Die Angebote sollen themenbezogen erweitert werden, im Hinblick auf die Nutzung von Skype, Facebook, und Instagram. Diese Angebote sind wichtig, um mit Kindern und Enkelkindern in Kontakt zu bleiben.

Wie war die Situation im HdS während des Corona-Stillstandes? Überall sprach man ja von Homeoffice?

Unter den Ehrenamtlichen muss es aus dieser Erfahrung heraus Schulungen für Video-Konferenzen geben, zum Beispiel für den Bürodienst. Dass die eine oder andere WhatsApp-Gruppe, zum Beispiel für die Seniorenredaktion besteht, ist schon fast selbstverständlich.

Gab es während dieser Zeit online-Kontakte mit den Seniorinnen und Senioren?

Den Kontakt gab es eher auf klassischem Wege, per Brief. Auch darüber haben sich die Seniorinnen und Senioren gefreut.

Familienministerin Giffey sagte sinngemäß bei der Vorstellung des Altenberichts, dass man sich nicht so sehr aufs Kaffeetrinken konzentrieren soll, sondern darauf, dass der ältere Mensch kompetent für die Digitalisierung wird. Was sagen Sie dazu?

Das Motto unter unserem Leitspruch ´Zu jung, um alt zu sein!’ heißt „Bildung vermitteln und Begegnung schaffen“. Wir fördern die Begegnung bei einer Kaffeetafel oder beim Frühstückstreff, aber immer mit einem Bildungsauftrag, getreu dem Slogan „Lebenslanges Lernen“. Nur das Kaffeetrinken steht nicht im Vordergrund, sondern ist Mittel zum Zweck, zum Austausch und um neue Lust am Lernen zu erwecken.


"Café Alzheimer" feiert sich

Cloppenburg  – Mechtild Ottenjann - August 2020

Es gibt einen Grund zum Feiern: Das „Café Alzheimer“ im Haus der Senioren wird 15 Jahre alt! Nach langer, coronabedingter Pause hat das Team des Café Alzheimer deshalb ein neues Treffen mit einigen Überraschungen im Dorfkrug des Museumsdorfes organisiert – mit den gebotenen Hygiene- und Abstandsregeln! Am 22. September trifft man sich um 14.30 Uhr am Alten Eingang des Museumdorfes in der Museumstraße!

Das „Café Alzheimer“ ist eine Selbsthilfegruppe für Angehörige oder Betreuende von Menschen mit Demenz, willkommen sind aber auch alle interessierten Personen. Die Gruppe wird z.Zt. von vier ehrenamtlichen Helfern organisiert und begleitet. Die Treffen fanden „vor Corona“ jeweils am zweiten und vierten Dienstag im Monat um 15.00 Uhr im Haus der Senioren, Geschwister-Scholl-Straße 15, in Cloppenburg statt. Wie der Name verspricht, gab es bei jedem Treffen Kaffee und Kuchen! Einmal pro Monat wurde auch ein Vortrag angeboten. Die Themen waren vielseitig, lebensnah und immer mit Bezug zum Anliegen der Gruppe; sie sollten den Besuchern Information, Hilfestellung und Unterstützung aber auch Freude, Entspannung und Erholung bieten. Ziel war und ist es, die Angehörigen der zu Betreuenden für kurze Zeit von ihren schweren Alltagsaufgaben abzulenken. Corona bereitete auch dieser Gruppe, wie so vielen anderen, ein jähes Ende. Die Struktur der Treffen im Haus der Senioren und die Anzahl der Personen waren mit den gegebenen Auflagen nicht vereinbar. Gisela Gärtner und ihr Team wollen aber allen auch in Corona-Zeiten die Möglichkeit zur Kontaktaufnahme geben: entweder telefonisch unter 04471 81719 oder auch als persönlichen Gedankenaustausch im Haus der Senioren nach vorheriger Terminabsprache. Doch wie kann und soll es weitergehen? Das Team vom Café Alzheimer ist bemüht, neben dieser Sonderveranstaltung, neue Ideen für neue Treffen zu entwickeln!


Literatur-Kreis ist wieder gestartet

Cloppenburg - Mechtild Ottenjann

Am 2. September 2020 startet wieder – nach coronabedingter Pause – der Literatur-Kreis mit seinem Leiter Dr. Hubert Gelhaus. Statt sich wie bisher im "Haus der Senioren" zu treffen, muss man auf das Kath. Bildungswerk ausweichen, dem man zu großem Dank für die Bereitstellung von Räumlichkeiten verpflichtet ist. Auch coronabedingt startet man zunächst unter Einhaltung der Vorsichtsmaßnahmen nur mit 15 Personen. In dieser Gruppe wird dann überlegt, wie es danach weitergehen kann. Zur „Faszination Buch“ hat Dr. Gelhaus jetzt den Teilnehmern des Seminars vorgeschlagen, die 1826 erschienene Novelle „Aus dem Leben eines Taugenichts“ von Joseph von Eichendorff zu lesen. Warum ausgerechnet dieses Werk? Die Redaktion sprach mit dem Leiter des Literaturkreises, und er erläuterte seine Wahl spontan mit „coronabedingt". Dieser „Taugenichts“ sei gerade in diesen Tagen „herzerfrischend“. Er gehe „unbeschwert und voller Gottvertrauen durch die Zeit“ und könne so „der Alltagsmühle entkommen“. Der „Taugenichts“ besitze eine phänomenale Unangreifbarkeit gegenüber den Manipulationen der Gesellschaft – passt das in diese Zeit? Das Seminar wird Antworten darauf suchen … 


Besuch aus Groningen

Cloppenburg - Martin Kessens -
Juli 2020

Nach dem coronabedingten Stillstand hat das Haus der Senioren (HdS) erstmals nach längerer Zeit wieder Besuch von der befreundeten Senioreneinrichtung „Groningen Plus“ aus den Niederlanden bekommen. Groningen Plus ist eine Organisation aktiver Menschen in der Stadt und Provinz Groningen. „Wir spielen weiterhin unsere Rolle in der Gesellschaft“, sagt Vorstandsmitglied Gert Los bei der Begegnung mit dem Vorstand des HdS. „‘Groningen plus‘ trägt zur Lebensqualität der älteren Menschen bei und engagiert sich in Bildung und Pflege eines Netzwerkes der über 50-jährigen“, ergänzt Alice Henkel, die in „Groningen Plus“ in der internationalen Arbeitsgemeinschaft verantwortlich zeichnet. Büroleiterin Theresia Ostrowoski zeigte sich sehr erfreut bei der Begrüßung der niederländischen Gäste, denn der Gegenbesuch in Groningen sei bereits im Oktober 2019 erfolgt. Sie lobte ausdrücklich den Austausch der beiden Einrichtungen, „denn voneinander lernen, Erfahrungen teilen und sich auszutauschen ist eine wichtige Komponente in den Beziehungen“, sagte sie. Der Kontakt geht auf eine Initiative von Derk van Groningen zurück. „Groningen Plus“ steht nicht nur im engen Austausch mit dem HdS, sondern ist auch Mitglied im Netzwerk „Grenzenlose Inspiration“ mit Mitgliedern aus dem Bereich der Stadt und des Landkreises Oldenburg. Als einzige ausländische Einrichtung ist die niederländische Initiative Mitglied in der Bundesarbeitsgemeinschaft der Seniorenbüros. Das mache die internationalen Ambitionen deutlich, hieß bei den Gesprächen, und dass die Probleme bei den älteren Menschen auf beiden Seiten der Grenzen kaum Unterschiede aufwiesen. Auch die coronabedingten Maßnahmen seien in den Niederlanden ähnlich wie in Deutschland. Großeltern und Enkel hätten sich monatelang nicht sehen können, doch die Lockerungen dürften jetzt nicht „zu locker“ genommen werden, mahnte die Runde. 


Cloppenburg - H.-K. Jäger - Juli 2020

 

Nachruf

 

Paul Willenborg ist im Alter von 89 Jahren verstorben. Er war beruflich als Oberstudienrat für Deutsch und Geschichte am Clemens-August-Gymnasium in Cloppenburg tätig. Nach seiner Pensionierung hat er - solange es seine Gesundheit zuließ - viele Jahre ehrenamtlich den einmal im Monat tagenden "Arbeitskreis Literatur" geleitet. Die Teilnehmer waren nicht nur von seinem Fachwissen fasziniert, sondern auch von seiner freundlichen, Ruhe ausstrahlenden Art begeistert. 

Paul Willenborg war ein beliebter ehrenamtlicher Mitarbeiter im Haus der Senioren. Sein Name wird mit dem Haus der Senioren verbunden bleiben.

 

 

 

Foto: Seniorenbüro


Ein Neuzugang im ehrenamtlichen Team

Cloppenburg - Martin Kessens - Juli 2020 Edith Tegeler (67) kennt das Haus der Senioren (HdS) schon aus der Teilnahme an „Top im Kopf“ oder am Frühstückstreff. Nun ist sie neue ehrenamtliche Mitarbeiterin im Bürodienst und Leiterin Theresia Ostrowski ist froh über den Neuzugang. „Wir können jedes ehrenamtliches Engagement gebrauchen“, sagt sie, „Freude am Umgang mit Menschen und offen für Neues sind beste Voraussetzungen für eine Mitwirkung im HdS“, ergänzt sie. Und diese Eigenschaft bringt Edith Tegeler mit. Als ehemalige Krankenpflegerin ist sie mit Kommunikation bestens vertraut. Literatur, Theater, gute Gespräche, Spaziergänge und der Garten sind die Hobbys, die Tegeler in ihrem Un-Ruhestand genießen kann. Diese Hobbys bringt sie auch ein, wenn sie mit Gisela Kläne zusammen dem Sonntagstreff neues Leben einhauchen will. Nachdem Weggang von Leiterin Traute Haseborg befindet sich der Sonntagstreff in einem Dornröschenschlaf. „Doch das Interesse ist da und viele warten darauf, dass es bald wieder los geht“, stellt Ostrowski fest. Nach dem Corona bedingten Stillstand öffnet der Sonntagstreff nach den Sommerferien wieder seine Tore. „Eine gemütliche Kaffeetafel mit Klönschnak ist ein Muss“, gibt Tegeler zu verstehen, „doch dabei soll es nicht bleiben, denn der Sonntagnachmittag soll auch thematisch gestaltet werden“, macht sie deutlich.  Die beengten Räumlichkeiten im HdS sind ihr bei den ersten ehrenamtlichen Einsätzen als Ehrenamtliche im Bürodienst sofort aufgefallen. Die Corona bedingten Auflagen verschärfen noch die Situation. „Kann man da nichts machen“, fragt sie vorsichtig an.                                  Foto: Martin Kessens


Neue Leitung für Englischkurs - Im Kurs gibt's auch Hausaufgaben

Cloppenburg - Martin Kessens - Juli 2020

„Man muss nicht unbedingt nach einer neuen Aufgabe suchen, wenn man in den Ruhestand eintritt“, sagt Clemens Wilhelm, „man muss nur im rechten Moment bereit sein“. So kam der Anruf aus dem Haus der Senioren (HdS)im rechten Moment, denn das Haus suchte einen Nachfolger oder eine Nachfolgerin für die kürzlich verstorbene und engagierte Englisch-Kursleiterin Elsbeth Südbeck. 35 Jahre war Wilhelm als Oberstudienrat an der Liebfrauenschule für die Fächer Englisch und katholische Religion tätig. Sein Wissen und die große Erfahrung gibt er nun mit großer Freude und ehrenamtlich an die Teilnehmenden im HdS weiter. Doch die „Engländer“ im HdS wollten keine Katze im Sack kaufen und Wilhelm durfte eine Schnupperstunde „vorführen“. „Die Chemie stimmte auf Anhieb“, sagt die 83 -jährige Maria Neerkamp, und die 85-jährige Ingeborg Knetsch stimmt wie alle anderen Kursteilnehmenden in das Lob mit ein, „wir haben mit Clemens das große Los gezogen“. Wilhelm, der bislang nur Schülerinnen und Schüler unterrichtet hat, spricht von einer besonderen Erfahrung im Lernen mit Erwachsenen. „Alles darf, nichts muss“, fasst er die ersten Gehversuche in der Erwachsenenbildung zusammen, „es macht Spaß, aber es darf auch nicht zu locker sein“, meint er und die Kursteilnehmenden stimmen ihm zu. Das Niveau entspricht etwa B1 bis B2 des europäischen Bewertungssystems. Das ist schon deutlich mehr als Begrüßungsfloskeln, und eine kleine Lektüre darf es auch schon mal sein. 12 Teilnehmenden zählt die Englischgruppe, die aufgrund der Corona-Bestimmungen in zwei Gruppen aufgeteilt wurde. Dankbar zeigten sich auch die Vorsitzende des HdS Elisabeth Schlömer und die Büroleiterin Theresia Ostrowski, dass die Englischkurse nach dem Stillstand wieder starten. „Das ist nicht selbstverständlich, denn es ja der doppelte Aufwand“, zollen sie Wilhelm Anerkennung. Dankbar zeigen sich nach dem Stillstand auch die „Engländer“, die nun wieder eine strukturierte Woche verleben, denn es gibt auch Hausaufgaben. Gegen eine weitere Gruppe hat Wilhelm nichts einzuwenden, wenn sich genügend Interessierte melden. Weitere Englischkurse erteilen ehrenamtlich Ishild Hildebrand und Sigrid Meyer.

Fotos: Martin Kessens


Rufbus-System in den Landkreisen Cloppenburg und Vechta eingeführt - moobil+

Cloppenburg - Martin Kessens - Juni 2020 Seniorinnen und Senioren sollten Mut und keine Scheu haben, den Rufbus „Moobil+“ in Anspruch zu nehmen. Zu diesem Fazit kam der Vorstand des Seniorenbeirats und ein Vertreter des Hauses der Senioren (HdS) bei einer Testfahrt durch die Stadt Cloppenburg. „Die Buchung des Busses war unkompliziert und die Mitarbeiterinnen im Büro am Pingel Anton 23 äußerst hilfreich, kompetent und freundlich,“ äußerte sich Margret Abu-Ghazaleh. An verschiedenen Haltepunkten (Galgenmoorgebiet, Blumenviertel, ZOB und Emstekerfeld) des Stadtgebietes stiegen die „Testpersonen“ ein, die im Bordcomputer registriert waren. Die Fahrt ging über den Bahnhof bis nach Bethen und wieder zurück. Mit vier Personen war der achtsitzige Bus aufgrund der Coronabestimmungen bereits besetzt. Busfahrer Rudolf hat den Führerschein Klasse zwei, eine Schulung absolviert und den Beförderungsschein erworben. Acht Stunden dauert seine Schicht, die an diesem Tag um 14 Uhr endete, und er das Lenkrad an Antje übergab, die die Fahrt fortsetzte. Die Einstiege sind bequem und für Rollatorfahrerinnen und – fahrer, sowie Personen, die auf einen Rollstuhl angewiesen sind, kein Hindernis. Selbst der Transport von einem Fahrrad ist möglich. „Ich helfe beim Einsteigen selbstverständlich“, versichert Rudolf, der bislang überwiegend ältere Personen, Berufspendler und auch Schülerinnen und Schüler als Passagiere ausmachen konnte. Insgesamt steuert der Bus 55 Haltestellen an, die aber gebucht werden müssen. Feste Haltestellen sind der ZOB, der Bahnhof und der Marktplatz. Der Fahrplan ist so getaktet, dass Passagiere der Nordwestbahn (NWB) du den Ankunftszeiten zusteigen können. „Nur wenn die NWB pünktlich ist“, scherzt Rudolf, „und wenn noch Platz ist“. Es besteht Anschnallpflicht und in diesen Coronazeiten auch Maskenpflicht. „Für korpulentere Personen sind die Gurte zu eng“, stellen die Tester fest. „Verlängerungen sind schon bestellt“, sagt sofort Antje, „wir lernen ja jeden Tag dazu“. Auch sind Sitzschalen für Kleinkinder im Bus vorhanden. Und was ist mit W-Lan? Die Verbindung klappt, mit Passwort von der Busfahrerin, sofort und störungsfrei. Insgesamt sind 14 Busfahrerinnen und Busfahrer im Landkreis Cloppenburg eingesetzt, drei auf der Linie M10, die die Testpersonen gebucht hatten. Und was ist mit den Haltestellen? Die Seniorenvertreterinnen und-vertreter vermissen diese direkt am HdS, an den Krankenhäusern, an den Altenheimen. Auch Wochenendfahrten und vielleicht Fahrten zu den Gottesdiensten sollten bei einer ersten Auswertung noch bedacht werden, schlugen sie vor. Die ausgefallenen Infoveranstaltungen sollten auch nachgeholt werden, hieß es aus dem HdS. Somit könne die Hemmschwelle noch niedriger werden.

Aufgrund der guten Erfahrungen wollte Testperson Martin Kessens vom HdS gleich am Abend eine weitere Tour buchen. Eine Einladung in die Humboldtstraße lag vor, das Wetter regnerisch und wenig einladend für eine Fahrradtour. Die Haltestellensuche auf der APP ist für mich noch undurchsichtig, stelle ich fest. Deshalb erging ein Anruf an das „Moobil+-Büro“.  Die freundliche Mitarbeiterin fand sofort die passende Haltestelle für die Hinfahrt, doch die Rückfahrt war nicht zu buchen. „Normalerweise verkehren die Busse auch bis spät in den Abend“, sagte sie, „doch da muss wohl ein Fehler im System vorliegen, wir stecken ja noch in den Kinderschuhen und aus allen Fehlern lernen wir“, entschuldigte sie sich. „Gibt es halt nur alkoholfreies Bier“, dachte ich mir und nahm den Autoschlüssel.

 


"Top im Kopf - neue Lust am Lernen"

Cloppenburg - Martin Kessens - Juni 2020

Wer glaubt beim Kurs „Top im Kopf- neue Lust am Lernen“ gehe es nur ums Ausfüllen von Lückentexten, oder um ein gemeinschaftliches Lösen von Kreuzworträtseln, der irrt. Meistens hat Gedächtnistrainer Martin Kessens zu jeder Stunde ein spannendes Thema ausgearbeitet, das auf die Jahreszeiten oder auf aktuelle Ereignisse zugeschnitten ist. Dabei werden die Ansätze des ganzheitlichen Gedächtnistrainings (GGT) berücksichtigt Es sind dies: Körper, Geist, Seele, die zwei Hirnhälften, Spannung und Entspannung. Neben kleinen Bewegungsübungen werden die zwölf Ziele des GGT verfolgt. Sie lauten: Assoziatives Denken, Denkflexibilität, Fantasie und Kreativität, Formulierung, Konzentration, Logisches Denken, Merkfähigkeit, strukturiertes Denken, Urteilsfähigkeit, Wahrnehmung, Wortfindung, Zusammenhänge erkennen.

 

Beim Thema „unsere Erde“ wurde in einer Lust(Haus)-aufgabe die Formulierungsgabe besonders gefordert. Gewünscht wurde eine Liebeserklärung oder ein Brief an unsere Erde. Zunächst stellen wir zwei gelungene Beispiele vor.

 

Meine Erde  von Mechtild Ottenjann

Sonne, Mond und Sterne

Grüßen aus der Ferne

Sie halten die Erde im Gleichgewicht,

doch den Menschen, den kümmert das nicht!

Er wollte vieles richten,

wollte auf nichts verzichten:

Er machte sich die Welt untertan,

ging an alle Dinge ran.

Er ging mit den Tieren um,

als wären sie sein Eigentum;

er meinte, die Natur

sei sein eigen nur!

Die Menschen haben gerodet, in der Erde gewühlt

Und sich als Helden des Globus gefühlt.

Doch der Mensch, er sieht es nicht –

Die Erde hat Tränen im Gesicht.

Die Erde, sie gibt uns ein Zuhaus,

doch wie lang hält sie das aus?

Und leise die Erde zu uns spricht:

 

Ihr braucht mich, doch ich euch nicht!

Schönheit der Schöpfung   von Renate Rempe

 

Heute  Morgen bin ich aufgewacht

Und habe kurz mal nachgedacht.

Ach wie schön ist es hier zu leben,

es kann doch kaum was Besseres geben.

Die Vögel zwitschern schon am Morgen

und vertreiben gleich die Sorgen.

Die Natur zeigt ihre volle Pracht,

selten hab ich darüber nachgedacht.

Die Sonne, der Mond und auch die Sterne,

sie begrüßen uns aus der Ferne.

Im Wald tanke ich Kraft und Lebensmut,

danach fühle ich mich besonders gut.

Das Wasser ist die Quelle des Lebens,

gäbe es kein Wasser, wäre alles vergebens.

Als Hagel, Schnee oder Regen,

Wasser ist für die Welt ein Segen.

Die Schönheit der Schöpfung ist nicht zu übersehen,

ich wünsche mir, dass die Menschen das alle verstehen.

 

 

 

 

 




Ehrenamtliche Mitarbeiter gesucht

 

Haus der Senioren sucht ehrenamtliche Hilfe

 

Cloppenburg (kes).

Die ehrenamtliche Tätigkeit verhilft zu neuen Erfahrungen, verhilft dazu, eigene Grenzen zu verschieben und vermittelt im besten Falle neue Kompetenzen und Kenntnisse. Neben dem Nutzen für andere und das Gemeinwesen macht sie auch immer das eigene Leben reicher. Einer der wichtigsten Gründe für ehrenamtliche Tätigkeit kann das Bedürfnis zur gesellschaftlichen Mitgestaltung sein. Weitere wichtige Aspekte sind Freude am Engagement und die Möglichkeit zu sympathischen und anregenden Kontakten mit anderen Menschen, auch zu Menschen in verschiedenen Alters- und Bevölkerungsgruppen. All diese Erfahrungen machen ehrenamtlich Tätige im Haus der Senioren (HdS). Ungefähr 70 engagierte Menschen in der Nacherwerbsphase erfreuen sich an dem Einsatz im HdS. „Wir sind weiter auf der Suche nach aktiven Menschen, die unser Haus mit ihrer Kompetenz bereichern“, sagt Büroleiterin Theresia Ostrowski, „jeder kann etwas“, ergänzt und ermutigt sie. Zurzeit sucht das HdS eine verantwortliche Person für den Sonntagstreff. Freude an der Kommunikation mit anderen Menschen und ein kleines Organisationstalent sind beste Voraussetzungen für die monatlichen Begegnungen im HdS. Die Teilnehmenden an den vielen Angeboten sind dankbar für den ehrenamtlichen Einsatz und auch die ehrenamtlich Tätigen selbst sind dankbar, dass sie noch „gebraucht“ werden und „leben sogar richtig auf“, beobachtet die Büroleiterin.

 

Ehrenamtliche führen Arbeiten aus, die der Staat, soziale Einrichtungen und Träger oder andere Institutionen nicht finanzieren können oder wollen. Sie füllen damit eine wichtige Lücke in der Versorgung der Gesellschaft, im Fall der Seniorenarbeit z.B. Schutz vor Vereinsamung oder drohender Lethargie. Edith Deux beispielweise engagiert sich mit ihrem Team für den Frühstückstreff. „Es ist schön strahlende Gesichter zu sehen, die sich am gemeinsamen Frühstück erfreuen“, sagt Deux, „das ist der größte Dank, den wir Ehrenamtliche bekommen können“.
Wer Lust hat beim HdS einzusteigen, kann sich unter 04471 87688 melden.

 

Foto: M. Kessens, noch vor Coronazeiten: das Organisationsteam vom Frühstückstreff


"Trotz Corona: Das Leben ist schön"

 

Cloppenburg - (mo) - Mai 2020

Mechtild Ottenjann aus dem Haus der Senioren blickt auf die vergangenen Wochen zurück. 

– Corona bestimmt jetzt seit zehn Wochen unser Leben. Unser Alltag ist – auf unbestimmte Zeit – abgeschafft. Unser Terminkalender entwickelte sich zum Streichkonzert! Auch die Begegnungen im Haus der Senioren waren nicht mehr möglich. Die „Generation 65+“ soll möglichst bewahrt zu Hause bleiben!

 

Unser soziales Miteinander wird gerade radikal erschüttert. Doch Emotionen prägen unser Leben. Aber wie gehen wir in der Corona-Zeit mit unseren Emotionen um?

 

Der Shutdown kann unser Denken, unseren Verstand nicht einengen! Wir Alten jammern nicht, horten auch kein Klopapier; positiv denken, das ist die Devise! Manche Wertigkeiten stehen auf dem Prüfstand! Die Bilder in unseren Köpfen sind nicht mehr soviel von Zukunftsvisionen geprägt, sondern mehr von Erinnerungen, Erinnerungen auch an die, die es in diesen Zeiten schwerer haben, als wir selbst!

 

Und wir entdecken neue/alte Wege der Kommunikation: Ich habe z.B. das gute alte Telefon wieder reaktiviert. Ich habe meinen Kummerkasten für die geöffnet, die ihr Leid einmal verbalisieren möchten. Da ist die 80jährige Cousine, die ihren pflegbedürftigen Mann jetzt nicht mehr in die Betreuung geben kann; das geht fast über ihre Kräfte! Da ist die Freundin, die gerade Witwe geworden ist und sich nun nicht nur allein, sondern auch schrecklich einsam fühlt. Da ist es gut, Zeit zu haben und zuzuhören.

 

Das fast vergessene Skypen ist wieder in: Ich kommuniziere nun via Skype mit meinen Enkelkindern, spiele mit ihnen oft mehr als eine Stunde. Sie sind immer noch traurig, dass sie Ostern nicht bei der Oma sein durften. Mit der Großfamilie habe ich zum ersten Mal im Leben sogar an einer Videokonferenz teilgenommen; ja, auch wir Alten können das! Statt der kurzen Whats-App-Mitteilungen schreibe ich jetzt wieder mehr E-Mails und bin mit der ganzen Welt verbunden: Ich erfahre, wie es den Bekannten in Spanien geht, die nicht einmal vor die Tür dürfen. Was macht meine 95jährige Au-Pair-Mutter, die mit mir vor 55 Jahren die deutsch-französische Freundschaft praktizierte? Freunde in Schweden berichten von ihrer in Europa einmaligen Situation im Umgang mit Corona. Auch sie haben – wie wir alle – Angst, infiziert zu werden! Die Welt rückt zusammen: Im fernen Indien sind die Menschen, die ich einst so gastfreundlich erleben durfte, ängstlich geworden; viele arbeiten wie in Deutschland im Home-Office und sind zudem vorsichtig im Umgang mit Bekannten und Freunden. Und wie gehen die Amerikaner mit Corona und den Auslassungen ihres Präsidenten um? Es war interessant zu erfahren, dass in den republikanisch regierten Bundesstaaten die Gouverneure ähnliche Verordnungen erlassen hatten, wie wir sie in Deutschland kennen – trotz Trump! Und die alten Menschen halten sich daran! Ja, und dann gibt es auch noch YouTube! Nein, ich bin kein Follower, aber den geistig-geistlichen Wegweisungen aus der Kath. Akademie in Stapelfeld und/oder von Karsten Weidisch bin ich gedanklich gerne gefolgt!

 

Corona bestimmt nicht meine Welt! Meine Welt mache ich mir selbst! Ich lebe ja schon länger alleine, jetzt aber gezwungenermaßen noch bewusster. Ich freue mich – so banal es klingt – wenn mich morgens die Sonne beim Frühstück begleitet! Ich bin frei von Action und Ablenkung, frei von Stress, Hektik, Zerstreuung! Ich habe wieder ein Buch in die Hand genommen und gemerkt, wie schön es ist, stundenlang darin zu versinken und in andere Welten abzutauchen! Nun sind es die kleinen Dinge, die den vielleicht eintönigen Tag in etwas Schönes verwandeln! Und manchmal – auf meinen vielen einsamen Wanderungen durch die erwachende Natur – breitet meine Seele weit die Flügel aus …

 

Ich habe Geduld gelernt – Geduld mit mir selbst! Ich gehe mit viel Demut durch die Zeit; denn ich bin gesund, und es mangelt mir an nichts! Trotz Corona: Das Leben ist schön!


"Top im Kopf" - Das Gedächnistraining

 

„Top im Kopf“ ist gestartet

 

 

 

„Jetzt kann man gar nicht mehr abgucken“, stellt Lilo verwundert fest, als sie den Sicherheitsabstand im Unterrichtsraum entdeckt. Nur das Ehepaar Jäger (rechts) darf sich gegenseitig unterstützen. Aus einer Gruppe „Top im Kopf“ sind nun drei geworden. Nach der achtwöchigen Durststrecke freuen sich alle wieder auf neue Herausforderungen. „Schade, dass wir nicht alle wieder beisammen sein können“, hieß es, doch zuversichtlich schauen alle auf die  Corona Zeit nach Corona.

 Foto: M. Kessens

 


Münsterländische Tageszeitung, Samstag, den 25. April 2020


Haus der Senioren - Gedanken über die Zukunft

Cloppenburg - Martin Kessens - Februar 2020

Knapp 5200 Gäste aus der Stadt Cloppenburg verzeichnete das Haus der Senioren (HdS) im Jahr 2019. Hinzu kamen noch etwa 800 Gäste aus dem Cloppenburger Umland, so dass nahezu 6.000 Menschen den Weg ins HdS zur Freizeitgestaltung und zur Weiterbildung fanden. Diese Zahlen gaben die Vorsitzende Elisabeth Schlömer und Büroleiterin Theresia Ostrowski bekannt. „Das ist ein sehr gutes Ergebnis“, stellten beide fest, „und soll nicht heißen, dass wir uns auf diesen Lorbeeren ausruhen“, sagten sie übereinstimmend. Den meisten Zuspruch an Teilnehmenden hatten die Gruppen „Top im Kopf“, „Frühstückstreff“, „Café Alzheimer“ und „Mobil im Alter“.  Aber auch die Sprachkurse von Englisch, Französisch bis zu Spanisch erfreuten sich 2019 großer Beliebtheit. Auch der Zugriff auf die Internetseite und auf Facebook zeigten eine erfreuliche Tendenz nach oben. „Das können wir sicher noch steigern, denn die sogenannten Senioren werden immer fitter in Sachen EDV und Internet“ meinte Schlömer, „außerdem müssen wir unbedingt am überkommenen Begriff „Senior/Seniorin“ und „Haus der Senioren“ etwas ändern“, ist sie sich mit Ostrowski und weiteren Vorstandsmitgliedern einig. Mit neuen Angeboten und Erschließung neuer Zielgruppen, auch unterhalb der 60 er, soll das HdS offener werden. Außerdem sucht der Vorstand verstärkt nach neuen Räumlichkeiten, denn das Haus ist für die vielen Angeboten zu klein geworden und schließt bestimmte Angebote aus. „Am besten sind wir mitten in der Stadt aufgehoben“, sagt Schlömer, „dort können wir die Innenstadt beleben, einen offenen Treff anbieten und präventiv gegenüber der Vereinsamung älterer Menschen aktiv werden, selbstverständlich barrierefrei.“ Auch generationenübergreifende Projekte sind angedacht, wie z.B. das Projekt „Mahlzeit“. In diesem Projekt könnten sich Schülerinnen und Schüler und ältere Menschen gemeinsam zum Mittagessen in den Schulmensen treffen. Es sollen „Goldiger Zwanziger Jahre“ des 21. Jahrhunderts werden.

 

                                                 Foto: Martin Kessens, Gruppe: "Top im Kopf" - Bewegung für Kopf, Herz und Hand

 


"Hut tut gut" - Fasching im Cafè Alzheimer

 

Cloppenburg - Mechtild Ottenjann - 25.Februar 2020


Unter dem Motto „Hut tut gut“ lud das Team vom „Café Alzheimer“ am Faschingsdienstag zu einem heiteren Nachmittag ins Haus der Senioren ein. Bei Kaffee und Kuchen wurde vielen BesucherInnen eine fröhliche Auszeit beschert. Alle kamen wohl „behütet“, haben viel gesungen, gelacht, geschunkelt … und hatten viel Spaß!

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Foto: Mechtild Ottenjann


Ess- und Trinkverhalten bei älteren Menschen

Cloppenburg - Mechtild Ottenjann - 11. Februar 2020

Mit einem reichlich gedeckten Tisch mit Fingerfood-Überraschungen empfing das Team des „Café Alzheimer“ seine Gäste im Haus der Senioren zu einem informativen Nachmittag zum Thema „Ess- und Trinkverhalten bei älteren Menschen“. Die Referentin Gisela Gärtner erläuterte, welche körperlichen und organischen Veränderungen durch den Alterungsprozess eintreten und wie sich diese auf das Ess- und Trinkverhalten des Menschen auswirken können. Hierbei würden Veränderungen der fünf Sinnesorgane, chronische Krankheiten, körperliche Gebrechen und sogar das soziale Umfeld eine große Rolle spielen, sagte die Referentin. Intensiv wurde auch das Thema „Flüssigkeitszufuhr“ behandelt. „Trinken ist lebensnotwendig! Ohne Wasser bleiben alle Körperfunktionen nur zwei bis vier Tage erhalten!“, so Gärtner. Erschreckend ihre Aussage: „Auch das Gehirn leidet unter mangelnder Flüssigkeitszufuhr!“ Frau Gärtner führte aus, dass eine Gesamtflüssigkeitsaufnahme von 2,5 Litern aus Getränken und Nahrung pro Tag zwingend erforderlich sei! Und „Je weniger man isst, desto mehr muss man trinken“, so ihre Maxime. Viele ZuhörerInnen konnten von eigenen Erfahrungen berichten. Gisela Gärtner betrachtete das Thema „Ernährung im Alter“ auch mit Blickrichtung auf an Demenz Erkrankte, damit betreuende Personen noch besser mit den Betroffenen umzugehen wissen. Hier bekommt die Ansprache der fünf Sinne einen besonderen therapeutischen Stellenwert. So rege z.B. ein farbenfrohes Umfeld, sprich ein hübsch gedeckter Tisch, zum Essen an, denn „das Auge isst mit!“ Doch Vorsicht: „Ein zu großes Angebot kann für Menschen mit Demenz auch verwirrend wirken!“ Weiterhin vergäßen Betroffene oft das Essen und Trinken. Sie empfänden weder Hunger noch Durst und seien nach einer kleinen Mahlzeit oft schon satt. Wird nicht gegengesteuert, so wären Mangel- oder Unterernährung und Vitamin- und Mineralstoffmangel die Folge. Ein anderes Symptom könne auch ein ausgeprägter Bewegungsdrang sein. Daraus folge, dass bei den angebotenen Speisen auf eine ausreichende Kalorienzufuhr geachtet werden müsse! Deshalb sei es ratsam, im Verlaufe des Tages mehrere kleine Mahlzeiten anzubieten. Auch zu diesem Themenbereich konnten einige Zuhörerinnen aus eigenen Erfahrungen berichten. Damit „Essen und Trinken“ auch weiterhin ein Stück „Lebensqualität“ bleiben kann, machte Frau Gärtner Vorschläge, wie man all diesen negativen Einflüssen und Verhaltensweisen entgegenwirken kann (z.B. Trinkplan, Essen in Gesellschaft …). Nach angeregten Diskussionen wurde die Referentin mit großem Dank verabschiedet. Dank gab es auch an das ganze Team für die gelungene Deko.   Foto: Peter Maisel